WeiWuWei


  • 03Jede Identifikation mit irgendeinem Körper ist ein absolutes Hindernis, weil „ich“ ohne jede Objekthaftigkeit bin, das heißt frei von der geringsten Spur davon.
  • Wissen kann ich nur, was ich nicht bin. Was ich bin, ist unerkennbar, denn ich bin es, und wenn ich es erkennen könnte, würde „ich“ ein Objekt sein. Daher gibt es kein „es“, und „ich“ bin nicht.
  • Weder bin ich, noch bin ich nicht. Es gibt kein „Ich“. Wenn es eines gäbe, würde ich ein Objekt sein.
  • Ich bin überhaupt nicht, in keiner denkbaren Weise, Art, Form oder Dimension. Aus dem gleichen Grund gibt es kein Ding wie Wirklichkeit, Wahrheit, Absolutes, Selbst, Bewusstsein, Geist, Dharmakaya oder irgendeine andere Vorstellung welcher Art auch immer.
  • Es gibt auch kein „Ich-bin-nicht“.
  • Es gibt kein Ding, weder ein positives noch ein negatives, weder Anwesenheit noch Abwesenheit.
  • Das Diamant-Sutra, wie wir es durch Shen Hui’s doppelte Negation verstehen, ist die Autorität hierfür – wenn eine Autorität notwendig sein sollte, was nicht der Fall ist, denn jedes Lebewesen ist „Ich“ und kann dies wissen – denn Sein und Wissen sind identisch.
  • Es gibt kein Ding, nichts „Gewesenes“ oder „Gewusstes“:
  • Alles, was ich sein oder wissen kann, ist – KEIN DING.

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ICH gehöre nicht dem Raum an, deshalb kenne ich kein „Wo“,

ICH gehöre nicht der Zeit an, deshalb kenne ich kein „Wann“,

Was Raum-Zeit ist, bin ICH, und nichts, was endlich ist, gehört zu mir.

Nirgendwo zu finden, bin ICH jeder Ort; überall gegenwärtig, bin ICH an keinem Ort,

Denn ICH bin weder irgendwo noch nirgendwo,

Weder innerhalb noch außerhalb irgendeines Objekts oder keines Objekts,

Weder über noch unter, weder vor oder nach irgendeinem Objekt oder keinem Objekt.

ICH gehöre nicht zu dem, was wahrzunehmen oder zu wissen ist,

Denn ICH bin Wahrnehmen und Wissen,

ICH bin nicht jenseits von hierhin oder dorthin, innen oder außen,

Weil auch das ist, was ICH bin.

ICH bin nicht im Raum ausgedehnt, ICH bin nicht in Dauer geworden.

All das sind meine Manifestationen, all das sind begriffliche Vorstellungen von dem, was ICH bin.

Denn es ist meine Abwesenheit, meine absolute Abwesenheit, die zu begrifflichen Vorstellungen führt.

ICH bin allgegenwärtig, sowohl als Abwesenheit als auch als Anwesenheit,

Denn als ICH,

Bin ICH weder anwesend noch abwesend.

ICH kann nicht als ein Objekt im Bewusstsein erfahren werden,

Denn ICH bin das, was erfährt, und auch das ‚Bewusstsein‘ ist mein Objekt.

 

14 Antworten zu WeiWuWei

  1. Norbert G. Matausch schreibt:

    Grüß dich, lieber Nitya!
    Wei Wu Wei, wunderbarer Mann, ein Quell klarsten Jnana Yogas. Hat auch einen Platz in meinem Regal.

    Liebe Grüße,
    Norbert

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  2. Tom Horn schreibt:

    Hallo, ich finde die Bücher von Wei Wu Wei auch großartig. Wobei ich beim ersten – das offenbare Geheimnis – fast einen Knoten im Hirn bekam und Monate darüber brütete. Die Texte sind aber wie „Nussknacker“ für unsere eingefahrenen Konzepte.

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    • Nitya schreibt:

      Hallo Tom,

      fein, noch ein Wei Wu Wei-Fan!
      Und noch dazu einer mit der nötigen Nussknacker-Hartnäckigkeit!
      Wie schön!🙂

      Lieben Gruß vom Nitya

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    • Klaus schreibt:

      da legen wir doch noch einen nach
      (aus DAS OFFENBARE GEHEIMNIS)

      Quod erat demonstrandum

      Kein Wesen glaubt, daß es nicht existiert, keines hat jemals geglaubt oder wird jemals glauben, daß es nicht existiert. Warum ist das so?

      Weil da kein Wesen existiert, um zu glauben, daß es nicht existiert. (Wenn da ein Wesen wäre, zu glauben, daß es nicht existiert, würde es ja folglich existieren.)
      Dies ist damit gemeint, wenn man sagt, daß es weder existiert noch nicht existiert. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem, was es ist, und der Vorstellung von «Existieren/Nicht-Existieren», wie zum Beispiel zwischen dem Mond selbst und der Vorstellung seines Spiegelbildes in einer Pfütze.

      Was ist es dann?

      Es ist die Abwesenheit dessen, was es nicht ist – und das ist alles was es seiner Vorstellung nach ist.

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  3. Barbara-Paraprem schreibt:

    Ojeoje… „Weder bin ich, noch bin ich nicht“ und dann doch „kein Ding“? Himmel ohne Dingens? Wie jetzt: noch nicht mal ein Himmel? Buah……

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  4. kuoni schreibt:

    Hallo Zusammen

    ich habe ein großes Bücherregal und Wei Wu Wei ist dort noch gar nicht enthalten *oha ;-)*.
    Welches Buch empfehlt ihr mir?

    Danke!
    Grüße

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  5. Nitya schreibt:

    Hallo Kuoni,
    die einfache Erknntnis
    und
    das offenbare Geheimnis.
    Letzteres nur noch antiquarisch.

    Aber so richtig voll
    kriegste dein großes Bücherregal damit auch nicht.🙂

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  6. — ich habe die beiden Bücher mehr als 50 mal gelesen – es steht immer wieder was Neues drin – lacht – Namaste

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  7. Alexandra schreibt:

    Es knackt jetzt gewaltig in meinem Hirn. Und da ich Weiwuwei nicht in meinem Regal habe, werde ich mich noch mal Ranjit zuwenden. Den zum Glück Hermann Lehner übersetzt hat. (öffentlich gibt es den glaube ich nur in englisch.)

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