Konrad Kustos: lineares und kybernetisches Denken

 

Verleger C. Pontenagel und Autor Konrad Kustos

Wahrheit als Grundlage des Wertens ist ein hohes Gut, auch wenn sie sich geschickt in der Komplexität der Welt versteckt. Als eine gesicherte Wahrheit kann der kybernetisch Denkende zumindest verbuchen, dass sich hinter jeder Wahrheit eine weitere, komplexere verbirgt. Wir finden Wahrheit durch Wahrnehmung, und die kann leicht trügen. Deshalb gibt es keine seriöse Suche nach ihr, die nicht den Skeptizismus gegenüber dem Gefundenen als wichtiges Handwerkszeug verwendet. Angesicht des Zustandes der Welt gilt es aber auch zu verhindern, dass die Skepsis gleich in Paranoia oder Apathie umschlägt. Dies umso mehr, als der technische Fortschritt den Menschen immer mehr in die Lage versetzt, sich selbst und anderen eine Pseudowahrheit zu präsentieren. „Ein Foto sagt nicht länger die Wahrheit, sondern schlägt nur eine Möglichkeit vor“, kommentierte dies der darob viel zitierte kanadische Journalist Toni Leighton. Es geht ja nicht darum, ob das Foto gefälscht ist oder nicht, vielmehr kann eine Medienveröffentlichung zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Umfeld die Wahrnehmung beeinflussen.

Die Wahrheit ist scheu, und sie wird immer scheuer. Wie kommen wir ihr nur näher? Keineswegs ist sie „irgendwo da draußen“, wie Agent Mulder vermutete, sondern überall um uns herum, und wir sind als Teil der Wirklichkeit in ihrer Mitte. Diese Mitte hat keine verortbare Lage im Koordinatensystem des Geistes. Die Forderung, sie zu finden, drückt nur die Notwendigkeit aus, Extreme zu vermeiden und gegengesetzte Faktoren bei der Wahrheitsfindung zu berücksichtigen.

aus: Konrad Kustos: „Chaos mit System“

 

Ooch, das ist eigentlich nix Besonderes. Unsere ganze sog. christlich-abendländische Kultur hat ihre Methoden vielleicht durch die sog. Aufklärung ein bisschen verfeinert, aber dadurch, dass sie immer noch felsenfest im linearen Denken verhaftet ist, kennt sie ja eigentlich nach wie vor nur richtig und falsch, schwarz und weiß und die Grundhaltung „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“ oder „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein.“ Wir befinden uns geistig immer noch in der Steinzeit, wie uns Donald Trump kürzlich mal wieder mit seiner Mutter aller Bomben vorgeführt hat. Pierre Vogel und seine muslimischen Gesinnungsbrüder halten uns nur täglich unermüdlich den Spiegel vor die Nase und wir wollen und wollen uns ums Verrecken einfach nicht darin wiedererkennen.

Kybernetisch zu denken, ist erfüllend,
es entspricht unserer Natur, es macht Spaß.
Frei von den Fesseln
unserer linearen Kultur des Denkens,
Erkenntnisse auf sich einströmen zu lassen,
ist wie das Öffnen des Fensters
in einem stickigen Raum.

Konrad Kustos

Der Typ da oben auf seiner Wippe steht mitten zwischen Herz und Hirn und ist in jedem Augenblick damit zugange, dabei das Gleichgewicht auszubalancieren. Um das hinzubekommen, bedarf es eines Dritten, das weder Herz noch Hirn ist. Es bedarf der Bewusstheit, wofür auf dem Bild der schwarze Mann steht. Schwarz, weil es das große Unbekannte repräsentiert.

„Der technische Fortschritt versetzt den Menschen immer mehr in die Lage, sich selbst und anderen eine Pseudowahrheit zu präsentieren“, sagt Konrad Kustos, und Pierre Vogel ist ein schönes Beispiel dafür. Aber wer sich jetzt in die Brust wirft und sich als der Bessere fühlt, der mitleidig auf „diese muslimischen Idioten“ herunterguckt, der sollte einfach mal seinem Pfarrer auf der Kanzel zuhören oder unseren Damen und Herren Ministern oder noch besser sich selbst. Das ist die große Aufgabe dieser Zeit, endlich das kybernetische Denken kennenzulernen und, fast noch wichtiger, die Existenz der scheinbar nicht-existenten Bewusstheit zu erkennen, die alles steuert und doch von den im linearen Denken Gefangenen ununterbrochen unbemerkt bleibt.

Menschen wie Konrad Kustos, die das lineare Denken als Wurzel unserer Übel entlarven, werden nicht besonders gemocht. Umso verdienstvoller ist es, dass sich noch Verleger finden, die so ein Werk  wie „CHAOS mit SYSTEM“ verlegen. Menschen wie Konrad Kustos wurden noch nie gemocht. Man verbrannte ihre Bücher, wenn man sie nicht gleich mitverbrannte. Sie sind unbequem. Sie fordern uns auf, unsere uns so lieb gewordene „geistige“ Heimat zu verlassen und sich für das Undenkbare zu öffnen. Konrad Kustos sagt beispielsweise: „Als eine gesicherte Wahrheit kann der kybernetisch Denkende zumindest verbuchen, dass sich hinter jeder Wahrheit eine weitere, komplexere verbirgt.“ und „Wir können erst beginnen, die Welt zu verstehen, wenn wir verstehen, dass wir sie nie verstehen werden.“ Wer will schon so was hören oder lesen?! Unsere sog. geistige Heimat ist der dörfliche Stammtisch in unserer Lieblingskneipe. „Dahoam is Dahoam! Basta!“ Dort werden unsere christlich-abendländischen Werte noch am reinsten bewahrt. Wer meint, dass sie dort am wenigsten, dafür aber in sog. wissenschaftlichen, atheistisch-aufgeklärten Kreisen zu sehen sind, der irrt in aller Regel. Ich drehe schon längst die Hand nicht mehr um zwischen den einen und den anderen. Gläubig und dem linearen Denken verfallen sind meist beide Seiten.

Oh Herr, lass Hirn wachsen!
Oh Herr, lass Herz wachsen!
Oh Herr, lass vor allem anderen
Bewusstheit auf uns niederprasseln!

Also das ist jetzt reine Spekulation von mir: Da gibt es in der Apostelgeschichte 2,1-4 diesen Bericht: Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilt, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des Heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. “ Vielleicht war das ja so’n Tag, an dem der Herr Bewusstheit niederprasseln ließ? Ausschließen kann ich gar nix – nur bitte, bitte, wartet nicht auf eine Wiederholung! Es ist alles schon da für den, der Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, aber „… mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht; denn sie verstehen es nicht [dass es nicht zu verstehen ist].“ (mt. 13)

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Der Herr ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Also schön sind sie ja, die russischen Kirchen, zum Träumen schön. Wie aus der Zuckerbäckerei oder aus einem Märchen. Bei gott.net lese ich:

Frohe Ostern!

Der Herr ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden!

Das ist der Ostergruß, den der Priester in der Russisch -Orthodoxen Kirche ausruft und die Gemeinde antwortet. Und Freude breitet sich aus. Dieser inzwischen in der ganzen Christenheit bekannte Gruß setzt sich in den Familien, unter Freunden und Nachbarn fort. Wie ein Lauffeuer.



Vorsagen, nachsagen und du gehörst dazu. Erinnert mich irgendwie an staatlich gefordertes Lernen. Na ja, wenigstens wird nicht unbedingt erwartet, dass du das Zeug glauben musst, was du da nachgeplappert hast. Irgendwann glauben es die Leute doch. Da brauch ich bloß etwa an unsere Medizinstudenten und späteren Ärzte denken. Das hat oft mehr mit Religion als mit Wissenschaft zu tun.

Tomothy Snider bringt in seinen zwanzig Lektionen für den Widerstand gegen die Tyrannei zuerst den Hinweis:

Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam. Einen Großteil seiner Macht erhält der Autoritarismus aus freien Stücken. In Zeiten wie diesen denken Individuen im Voraus darüber nach, was eine repressivere Regierung möglicherweise will, und dienen sich ihr anschließend an, ohne gefragt worden zu sein. Ein Bürger, der sich auf diese Weise anpasst, lehrt die Macht, wie weit sie gehen kann.

Stanley Milgram

Im weiteren Verlauf erinnert er an das berühmte Milgramexperiment mit seinem erst mal sehr erschreckenden Ergebnis. Timothy Snider geht jedoch noch darüber hinaus, wenn er sagt, dass Menschen nicht nur zu Gehorsam, sondern zu vorauseilendem Gehorsam neigen und dazu, sich repressiven Regierungen und ihren möglicherweise vorhandenen Wünschen geradezu anzudienen. Erinnert mich gerade an die Paviane im Zoo. Ist es möglich, dass das Sich-dem Mächtigeren-Andienen eher die normale Verhaltensweise ist?

Mit „Habenmus Papam“ wird in Rom das Wahlergebnis des neuen Papstes bekannt gegeben. Saddam Hussein drohte mit der Mutter aller Schlachten und die Amis nennen ihre größte nicht-nukleare Bombe „die Mutter aller Bomben. Der Pilot Colonel Paul W. Tibbets jr. benannte die Maschine, mit der er am 6.August 1945 die Atombombe über Hiroshima abwarf, „Enole Gay“, dem Mädchennamen seiner Mutter. Befragt, ob er jemals bereut habe, diesen Einsatz geflogen zu haben, antwortet Tibbets: „Ich hasse die Vorstellung, dass Hiroshima noch einmal passieren könnte. Aber andererseits: Ich habe nie bereut und mich nie geschämt, denn ich glaubte damals, dass ich meine patriotische Pflicht tat, als ich den Befehlen folgte, die man mir gab.“

Habemus Papam

Ist es möglich, dass unser ganzes Erschrecken über das Ergebnis des Milgramsexperiments nichts anderes ist als eine Selbsttäuschung, um zu verschleiern, dass wir gar nicht die autarken Helden sind, für die wir uns so gerne halten würden? Dass wir unbewusst immer noch Herdentiere sind, die ihrer genetischen Programmierung folgen, Herdentiere allerdings, die sich einbilden etwas Besseres zu sein. Erich Kästner:

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

Affen mit Atombomben.
Gnade uns Gott!

Führe mich o Herr und leite
meinen Gang nach deinem Wort
sei und bleibe du auch heute
mein Beschützer und mein Hort
Nirgends als bei dir allein
kann ich recht bewahret sein.

*

Der Herr ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden!

Lā ilāha illā ʾllāh

Lā ilāha illā ʾllāh

*

Frohe Ostern!

Frohe Ostern!

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Wozu glauben?

 


Das is ne Frage! Und das am Karsamstag! Also, wozu glauben? Ist doch klar: Um in den Himmel zu kommen, um endlich meine 72 Jungfrauen zu kriegen, um mit der Kirche gute Geschäfte zu machen, um vor den Leuten gut dazustehen , … um endlich aus gutem Grund meine Mordgelüste austoben zu können. Wozu? Das muss doch einen Zweck erfüllen! Alles muss einen Zweck erfüllen, ich auch – oder doch nicht? Die Sendung beginnt mit der Aussage des Moderators Jo Schück: „Das [der jüngste Anschlag in Stockholm] war bestimmt wieder einer dieser religiösen Fanatiker, die im Namen ihrer Religion Menschen umbringen.“
Da sitzen also Hamed Abdel-Samad, Margot Käßmann und Friedrich C. Delius und reden über den Nutzen von Religion. Das war schon ein bemerkenswertes Trio. Der Schriftsteller und Pastorensohn Delius vertrat zu meiner Freude die Auffassung, dass Nicht-Glauben viele Probleme erst gar nicht entstehen lässt, dass Nichtglauben einfach viel mehr Freiheit bedeutet; Abdel-Samad, Deutschlands bekanntester Islam-Gegner,  meinte, dass Kirche und Staat endlich radikal getrennt werden müssten und dass der Glaube nur reine Privatsache sein dürfe; Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, heute „Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017“, vertrat eine konsequente Weiterführung der Reformation Luthers sowie Toleranz gegenüber Andersgläubigen … als ehemaliger Evangele war ich erstaunt, was von der mir bekannten evangelischen Kirche noch übrig geblieben ist. Erstaunt und keineswegs entzückt, denn der Weg der permanenten Reformierung bedeutet, die Möglichkeit, dass die ganze Reformiererei zu überhaupt nichts führt und dass der Standpunkt von Delius „kein Glaube ist besser als Glaube“ nicht einmal in Erwägung gezogen werden darf. Da ist Abdel-Samad zumindest für den Islam sehr viel radikaler mit seiner Aussage: „Der Islam ist nicht reformierbar“.

Hauptsache, er hat was zum Festhalten!

Da steckt also eine interessante Frage drin: „Ist Kirche überhaupt reformierbar?“ Klar ist sie das. Die Kirche ist eine reine Institution und die sind immer reformierbar. Aber weiter zu der Frage: „Ist Glaube reformierbar?“ Also wenn die Gläubigen nicht allzu stur am Alten haften, kann man jederzeit beim christlichen Abendmahl aus einem „Dies ist mein Leib.“ ein „Dies bedeutet mein Leib.“ basteln. Na prima. Stur ist allerdings nicht nur der Islam. Und da wo die Sturheit an Kraft verloren hat und alles ständig neu definiert wird, um zu retten, was zu retten ist, ist die Frage erlaubt, ob das dann überhaupt noch Religion ist. Denn Glaubensinhalte bilden im Prinzip keine Verhandlungsmasse. Da hängt die Leiche an den Schläuchen und der Arzt weigert sich, den Stecker zu ziehen. An so’ner Leiche lässt sich noch lange Geld verdienen.

Ist der Buddhismus reformierbar? Ja, wenn es sich um eine Institution handelt. Nein, wenn es um die Erkenntnisse von Buddha geht. Ich kann an diese Erkenntnisse glauben, was der größte Schwachsinn wäre und Buddha geradezu beleidigen würde, wenn er überhaupt noch zu beleidigen wäre. Buddhas Aussagen können jedoch etwas bei dem, der davon hört, auslösen. Das kann allerdings auch die Vogelscheiße, die gerade auf meinem Kopf landet. Es gibt den bekannten Spruch „Schönheit liegt im  Auge des Betrachters.“ Natürlich nicht nur Schönheit, alles liegt im Auge des Betrachters. „Schönheit“ kann einfach nicht definiert werden. Es gibt keine objektive Schönheit, da stimme ich nicht mit George I. Gurdjieff (Objektive Kunst) überein, aber Gurdjieff war halt auch so was wie ein Schulleiter.
Gestern hat mir ein guter Freund den Link zu dem Video unten geschenkt. Darin taucht ein gewisser Jonathan Meese auf. Der taucht ja auch im Video oben auf. Der taucht überhaupt gerade mit Macht auf – und diesmal könnte man sich fragen: „Wozu Kunst?“ Genauso wie man sich fragen kann, was eigentlich Religion ist, kann man das auch bei dem Begriff Kunst. Das „Wozu“ können wir uns wohl in beiden Fällen schenken. – L’art pour l’art? So weit kommt’s noch! Unerhört! Oder doch nicht?

Boris

Früher schien das alles viel klarer zu sein. Kunst steht im Dienste von Kirche und Staat oder irgendwelchen Reichen und Mächtigen – die Story vom sozialistischen Realismus, wie sie mir mein Freund Boris erzählt hat, fällt mir gleich ein. Uns wurde etwa in der Klasse für angewandte Malerei gesagt: „Wenn der Metzgermeister Huber über seiner Tür eine Sau gemalt haben will, dann freut euch gefälligst über den Auftrag!“ Na klar, auch Künstler müssen ihre Brötchen verdienen. L’art pour l’art? – und wer soll mir dafür Geld geben? Und was soll jetzt überhaupt Kunst sein? Die Sau über der Tür oder das, was da gerade aus mir herausbricht. Ist das, was dieser Jonathan da produziert, Kunst? Könnte ich da nicht gleich behaupten: Was diese Psychotiker da rumgeschmiert haben, ist Kunst? Oder die Kinder? Oder die Spuren, die eine Schnecke bei ihrer Wanderung über ein Blatt hinterlassen hat? Oder überhaupt diese unglaubliche Natur? Warum eigentlich nicht?

Heinz Butz fällt mir ein, natürlich. Wenn wir beim Aktzeichnen waren, setzte er sich manchmal neben einen und zeichnete vielleicht das Knie des Modells. Das war geradezu erotisch, die Begegnung seines Bleistifts mit dem Papier. Darin lag eine unendliche Zärtlichkeit und ich versank beim Zuschauen immer in einer tiefen Andacht. Da war keine Trennung mehr zwischen Modell, Zeichner, dem Stift, dem Papier, der Form, die da auf dem Papier entstand und mir, dem Betrachter. War das Kunst oder war das Religion? Der Teufel hole alle Definitionen! Bodhidharmas „Offene Weite – nichts von heilig“, schließt das alles ein. Schließt natürlich auch Jonathan Meese ein. Schließt alles ein, was die bürgerlichgeistige Enge sprengt. Und das besorgt Jonathan ja nun absolut gründlich. Kunst zerstört, muss zerstören, damit wieder diese offene Weite sichtbar werden kann. In diesem Punkt stimmen Kunst und Religion völlig überein, nee, sollten übereinstimmen: Alles, was Bodhidharmas Weite im Wege steht, sollte zerstört werden. „Wir arbeiten hier für den Papierkorb“, hat Butz gesagt und auch das bedeutet Zerstörung, auch wenn dies auf seine sanfte Art geschah. – Und wer bezahlt mir jetzt meine Brötchen? -Woher soll ich denn das wissen? Sehet die Vögel unter dem Himmel – ähem, die verhungern oft genug.

 

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Prometheus, der Vorausdenker


Eben hab ich eine Amsel gesehen, wie sie aus dem im Efeu am Haus versteckten Nest davon flog, um für ihre Kinderchen einen Wurm zu suchen. Warum tut sie das? Sie tut es, weil sie es tun muss, so ist sie genetisch programmiert. Letztlich tut sie es, weil sie es tut.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an diesen Prometheus, diesen Titanen, der den Menschen das Feuer brachte und zur Strafe dafür von Zeus an einen Felsen im Kaukasus geschmiedet wurde. Dort hat ihn dann regelmäßig ein Adler heimgesucht, der ihm ein Stück seiner Leber entriss, die ihm sofort wieder nachwuchs. Foltermethoden waren offensichtlich auch im Olymp nicht unbekannt. Interessant ist der Name: Prometheus bedeutet der „Vorausdenkende“. Das Feuer, das Prometheus den Menschen brachte, war für diese eine der Grundlagen für ihre Zivilisation.

Die Menschen vor Prometheus könnten sich nicht sonderlich von einer Amsel unterschieden haben. Sie sind losgezogen, um sich was Fressbares zu holen und mussten sich gleichzeitig vor dem Gefressen-Werden schützen. Feuer steht auch für Geist, im Falle von Prometheus also auch für den vorausschauenden Geist, für das Denken und Planen und für Zeit. Kürzlich hörte ich den Spruch: „Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.“ Auf so eine Idee würde eine Amsel wohl nie kommen. Muss sie auch nicht, da sie in einem übertragenen Sinn ununterbrochen Bäume pflanzt. Der Mythos sagt, dass die Menschen von Prometheus das Denken und damit die Freiheit, über ihre genetische Programmierung hinauszuwachsen, geschenkt bekommen haben. Klar, dass das dem guten Zeus langsam zu bedrohlich wurde. Die Menschen könnten ja auf die Idee kommen, göttergleich werden zu wollen und den Olymp zu erobern. Da er die Tat von Prometheus nicht rückgängig machen konnte, musste er wenigstens diesen Typen bestrafen. Wer weiß, was der sonst noch anstellen würde.

Aber wie ist das denn nun mit diesem sog. Geschenk? Erwies es sich wirklich als Segen oder am Ende doch nur als Fluch für die Menschen und damit auch für die Tiere und Pflanzen und den Rest irdischen Lebens?

Hiroshima 1945, das hätte vielleicht nicht einmal der Blitz des Zeus vermocht.

Der Begriff Gender bezeichnet in den Sozialwissenschaften die durch Gesellschaft und Kultur geprägten Geschlechtseigenschaften einer Person in Abgrenzung zu ihrem biologischen Geschlecht. (Wiki) Und was wurde daraus? „2 x 3 macht 4 – Widdewiddewitt – und Drei macht Neune !! Ich mach‘ mir die Welt – Widdewidde – wie sie mir gefällt …. Hey – Pippi Langstrumpf – trallari trallahey tralla hoppsasa – Hey – Pippi Langstrumpf, die macht, was ihr gefällt.“ Pff, ich lass mir doch weder von der Gesellschaft noch von der Natur mein Geschlecht vorschreiben! Mein Geschlecht bestimme immer noch ich – ich – ich! Dieses Ich ist der Fluch des Geschenks, das uns Prometheus einmal gemacht hat.

Aber vielleicht kann uns dieser Fluch auch zum Segen werden? Wer über den Tellerrand dieses mickrigen Ich-Gedankens hinausschauen kann, wer entdeckt, dass er unendlich viel mehr ist als dieses Ich, wer entdeckt, dass er grenzenloses Bewusstsein ist, der wird die Ich-besessenen Götter weit hinter sich gelassen haben, der pfeift auch auf diesen lächerlichen Olymp. Dann wäre die schlimmste Befürchtung dieses Gartenzwergs Zeus wahr geworden.

Prometheus – Fluch oder Segen? Je nachdem …

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Karl Renz: du bist das Verhaftetsein selbst

 

Aus einem „Okay“ wird immer wieder ein „nicht Okay“. Damit musst du klar kommen. Selbst wenn man es „Vorherbestimmung“ nennt, versucht man damit nur, es zu kontrollieren, denn die Freiheit oder der Frieden, der sich daraus ergibt, dass man es als Vorherbestimmung auffasst, hängt von der Idee ab. Also egal, was du tust, du machst dich damit von der Idee der Vorherbestimmung abhängig. Du kannst da nicht rauskommen. Nicht möglich.

Die Nichtverhaftung haftet so sehr an der Nichtverhaftung. Wenn ich gefragt werde, was man da machen kann, sage ich: Sei völlig mit dem verhaftet, was du bist, sei dieses absolute Sein. Denn du kannst nicht nicht mit dem verhaftet sein, was du bist, weil du das Verhaftet sein selbst bist. Du kannst nicht hinter dir lassen, was du bist.

In vollkommener Identifikation gibt es nur noch DAS, wo weder Verbundenheit noch Getrenntsein sein können. Die absolute Identifikation – dass du DAS bist – kann nicht gemacht werden – noch kann sie kommen. Du wirst nicht durch irgendwelches Verstehen zu DEM, nicht indem du wählst und nicht durch irgendeine Erfahrung. Du warst DAS, bist es und wirst es immer sein. Weil du DAS nicht nicht sein kannst. Das ist alles! Also sei ES!

aus: Karl Renz, „Eight Days in Tiruvannamalai“

Gestern zitierte ich Günter Wohlfart mit seinem von einem Augenzwinkern begleiteten Hinweis: „Also werde ich als folgsamer Zhuangzi-Adept zum Nicht-Ruhm-Streber. Ist das nicht auch rühmlich? Na ja, ein Bisschen vielleicht. Kleiner Streber.“ Er zeigt damit auch die Vergeblichkeit aller Bemühungen, nicht das zu sein, was du bist.

Hagen schrieb kürzlich: „Und damit stehen wir, lieber Nitya, an dem, was seit jeher meinen Scheideweg darstellt. Verstand vs. Intution; Sein vs. Machen. ‚Verstand‘ und ‚Machen‘ kann ich recht gut. Allerdings durfte ich lernen, dass sich auch meine beiden ganz persönlichen Dämonen – ‚Zwang‘ und ‚Kontrollieren-Müssen‘ in meinem Verstand recht häuslich eingerichtet haben.“

Karl sagt dazu: „Sei völlig mit dem verhaftet, was du bist, sei dieses absolute Sein. Denn du kannst nicht nicht mit dem verhaftet sein, was du bist, weil du das Verhaftet sein selbst bist. Du kannst nicht hinter dir lassen, was du bist.“

Das ist das Ende aller Bemühungen, das Sein zum Besseren hin manipulieren zu wollen. Sein zeigt sich von Augenblick zu Augenblick – zeigt sich, als was es sich zeigt. Nicht „du“ zeigst dich, sondern das Sein zeigt sich als „du“.

Meinst du etwa,
du könntest das Universum
ergreifen und es verbessern?
Ich glaube nicht, dass du das kannst.
Das Universum ist vollkommen,
es kann nicht verbessert werden.
Es zu verbessern heißt, es zu zerstören.
Es zu ergreifen heißt, es zu verlieren.

Laotse

Was zerstörst du, was verlierst du? Das Bewusstsein für das Sein des gegenwärtigen Augenblicks, was selbst nichts anderes als Sein ist. Und dann schreibt der Karl den Ramesh-Schülern noch das ins Stammbuch: „Selbst wenn man es ‚Vorherbestimmung‘ nennt, versucht man damit nur, es zu kontrollieren, denn die Freiheit oder der Frieden, der sich daraus ergibt, dass man es als Vorherbestimmung auffasst, hängt von der Idee ab. Also egal, was du tust, du machst dich damit von der Idee der Vorherbestimmung abhängig. Du kannst da nicht rauskommen. Nicht möglich.“ Frei nach Wolf Biermann würde ich sagen: „Nenn es gar nicht oder summ!“

Oder mach so’n geiles Gedicht wie das gestern vom Günter Wohlfart. Der scheint auch schon beim Summen angekommen zu sein. Er summt ja nicht nur Gedichte aus dem Feuchtgebiet, sondern auch „Haikühe“. Hier aus der Reihe „der verrückten, aus der 17-Silben-Reihe tanzenden Haikühe“, schrieb der Günter im Mai 2011 auf Zypern:

Karpas

*

In flimmernder Mittagshitze

steht die Zeit

still

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Günter Wohlfart: Die ganze Hos ist vollgeschurzt!

 

das Bild ist so lang bzw. hoch,
dass ich den Günter
einfach zersägen musste

Heute gibt’s mal wieder einen Festtagsessen für mich – und ich hoffe auch für euch. Der eine oder andere wird ihn wohl schon kennen, Fredoo jedenfalls ziemlich sicher über seine Zhuangzi-Seite. Ich behaupte mal ganz kühn, wer den Günter Wohlfart nicht mag, der wird sich vermutlich auch auf meinem Blog nicht wohlfühlen und ich frage mich gerade, was der dann hier überhaupt noch verloren hätte. So, nun lass ich mal lieber den „Nicht-Ruhm-Streber“ zu Wort kommen, bevor ich wieder ins Sabbeln komme:

Jetzt aber zur Philosophie, und die ist sehr ernst, vor allem die deutsche. Bissiger, witziger, spritziger Esprit ist der penée allemande unserer Geistesriesen schon immer fremd gewesen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ernst ist der Vorname der Eule der deutschen Schulphilosophie, die nach Hegel ihr Grau-in-Grau malt, wenn eine Gestalt des Lebens alt geworden ist. Ich bin zwar ein alter Kauz und mein Geschreibsel ist kaustisch, ätzend, lästerlich, aber kunterbunt, wie es einem alten Wilden zusteht: eine satirische Schüssel mit allerlei bunten, zum Teil auch verdorbenen Früchtchen. Nur mein Humor ist schwarz. Wie ich sehe, macht rosiger oder goldiger Humor für mich keinen Sinn. Ich bin ein altkluger Hund, kynisch. Heißt das etwa ‚zynisch‘? Aber nicht doch, da ist ein großer Unterschied. ‚Zynisch‘ schreibt sich mit ‚Z‘.

Noch ein Wort zu dem immer wieder mal gegen mich erhobenen Vorwurf des Pessimismus und zu meinem nickname ‚Professor doom and gloom‘. Ich bin zwar kein ‚Flöte spielender Pessimist‘ wie Schopenhauer, aber sicher auch kein ‚verbitterter und verwitterter‘. Vielleicht ein ironischer, ‚zartbitterer‘ Pessimist? Na ja… Der Schalk, der mir im Nacken sitzt, ist jedenfalls kein larmoyanter, sondern ein lachender.

Also ganz im Ernst: Der ironische Weg ist allein noch offen. Ich rede vom Denk-Weg und vom Schreib-Weg. Da gehen nicht viele mit. Umso besser. „Allein gehen Weg“, hat mein alter Zen-Freund Arifuku gesagt. Also: Arifuku zurücklassen und:

Auf geht’s!

aus: Günter Wohlfart,“BILDER – Ungereimte poetische Kleinigkeiten“

Günter und Barbara

Was gibt’s dazu zu sagen? Ich muss ja nicht zu allem meinen Senf abgeben. Ich möchte bloß sagen, dass ich mich ganz diebisch gefreut habe über die Texte, die Günter Wohlfart in seinen Blog gestellt hat.  Unbedingt anschauen! Da könnt ihr mal sehen, wo ein deutscher Philosophieprofessor landet, wenn er sich zu sehr ins Tao verliebt hat. Dies darf durchaus als ernste Warnung an jeden Taoistenanwärter verstanden werden (beinahe hätte ich Terroristenanwärter geschrieben). Also ich könnt ihn knuddeln, den Herrn Professor.

Es gilt, das Übelste zu überwinden: Das Geltungsbedürfnis, gipfelnd in der Ruhmsucht. Schon Zhuangzi, der große Alte, wusste es: Der ‚höchste Mensch‘ (zhi ren) ist nicht hochmögend,  er strebt nicht nach Ruhm, dem ‚köstlichsten Bissen der Eitelkeit‘ (Nietzsche). Also werde ich als folgsamer Zhuangzi-Adept zum Nicht-Ruhm-Streber. Ist das nicht auch rühmlich? Na ja, ein Bisschen vielleicht. Kleiner Streber.

Tja, dem Bisschen kann auch er nicht so gänzlich entkommen, was ihn mir nur noch sympathischer macht. Günter Wohlfart ist u.a. Ziegenhirtengehilfe im Mohair-Ziegenbetrieb seiner Frau Barbara und wartet seinen Garten am liebsten so: „er hockt mit der Blödigkeit des Dichters in der Nachmittagssonne und döst.“ Gut, dass es seine Barbara gibt; was würde wohl sonst noch aus ihm werden?  Aber mein altes Patriarchenherz grinst natürlich genüsslich bei diesem Bild.

Hier noch’n Gedicht von ihm, aus dem deutlich werden kann, wie tief er schon gesunken ist:

Feuchtgebiet

Der flotte Otto holt mich ein
O nein, o nein!
Wo ist ein Klo, ein Klo?!
Bei jedem Tritt,
Ein Pupselchen im Schritt;
Ich bin gebläht, geblääht!
Zu spät, zu spät!
Ich hab gefurzt –
– gefurzt?
Die ganze Hos ist vollgeschurzt!

Also rührt um Gottes willen nicht diesen Zhuangzi an!

 

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Huang-po: „Schwert der Soheit“ – wat’n dit?

 

Werden sogenanntes Wissen und Schlussfolgerungen nicht verdaut, dann werden sie zu Giften, denn sie gehören nur zur Ebene des Samsāra. Im Absoluten gibt es nichts dergleichen. Darum heißt es: „In der Waffenkammer meines Herrn gibt es kein Schwert der Soheit.“ Alle Begriffe, die du in der Vergangenheit gebildet hast, müssen abgetan und durch die Leere ersetzt werden. Wo der Dualismus aufhört, dort ist die Leere, die der Schoß des Tathāgatas ist. Der Ausdruck „Schoß des Tathāgatas“ besagt, dass dort nicht eine Haaresbreite von irgendetwas existieren kann. Darum hat sich der Dharmarāja [der Buddha], der jeden Gedanken einer objektiven Existenz niederriss, in dieser Welt manifestiert und gesagt: „Als ich bei Buddha Dīpamkara war, gab es auch nicht das kleinste Teilchen von irgendetwas, das ich hätte erreichen können.“ Diese Worte sollen dein auf Sinneswahrnehmungen aufgebautes Wissen und deine Schlussfolgerungen entleeren. Nur wer jede Spur von empirischem Wissen abtut und aufhört, sich auf irgendetwas zu verlassen, kann ein vollkommen befriedeter Mensch werden.

aus: Huang-po, Der Geist des Ch’an“
„In der Waffenkammer meines Herrn gibt es kein Schwert der Soheit.“ – Kürzlich wollte jemand von mir etwas zu Laotse hören, „um seine Kenntnisse zu erweitern“. So haben wir es mal in der Schule gelernt, es ging immer nur um Erweiterung der Kenntnisse. Ich lese in irgendeinem wichtigen Buch etwa diesen Ausdruck „das Schwert der Soheit“ und füge ihn meinem spirituellen Wortschatz hinzu. Er klingt ja auch wirklich sehr vielsagend und geheimnisvoll und man kann auf jedem Treffen mit seinen spirituellen Freunden damit glänzen.
Das genau ist die Gefahr, wenn jemand von seinem Wissen berichtet. Ich erinnere an Shankaras Ausspruch: „Alle Worte sind dem Unbefreiten nutzlos, da sie nur Vorstellungen erzeugen; alle Worte sind dem Befreiten nutzlos, da er sie nicht benötigt.“ Aber es ist ja noch schlimmer: Worte können gesammelt werden und dem Schatz der bereits gesammelten Worte oder Redewendungen hinzugefügt werden. Jetzt kann sich der stolze Besitzer bzw. der Herr der Worte einbilden, irgendetwas zu wissen, da er doch sein Leben lang seine Kenntnisse erweitert hat. Sich mit solchen Menschen verständigen zu wollen, ist wirklich ein hartes Brot. Man kriegt nur hohle Phrasen um die Ohren gehauen und soll dafür auch noch vor Ehrfurcht und Bewunderung auf die Knie fallen.

Ich wurde schon des Öfteren gefragt, warum ich nichts über oder zu „DAS“ sagen will. Ich will ja nicht einmal etwas dazu sagen, warum ich nichts dazu sagen will, und muss dabei gleich wieder an Rilkes „Ich fürchte mich so vor des Menschen Wort“ denken. Da ist immer das Gefühl, etwas zu zerstören, wenn ich etwas sagen soll, was nicht zu sagen ist. Ich vermute, das könnte auch der Grund sein, warum sich manche so schwer tun „Ich liebe dich“ zu sagen. Plötzlich wird das, wofür das Wort „Liebe“ steht, zum Objekt gemacht, mit dem auf jede nur erdenkliche Weise Politik gemacht werden kann.

Kürzlich hat uns Punito freundlicherweise an Bodhidharmas Hinweis erinnert, der in dieselbe Richtung zielt:

Das Wesen des Geistes, recht verstanden,
Lässt sich durch Menschenwort nicht greifen noch vermitteln.
Erleuchtung lässt sich nicht erlangen,
Und der sie findet, sagt nicht, dass er weiß.

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