Tschuang-tse: Spüren Sie’s?

Die Weisheit der Streber beschränkt sich auf die Mittel zur Erreichung guter Verbindungen; sie verkümmern ihren Geist in Nichtigkeiten und möchten doch gleichzeitig die Welt beherrschen.

Aber das große Eine ist unsichtbar.

Was jene betreiben, führt sie nur irre in der Welt der Sichtbarkeit. Sie sind äußerlich verstrickt und erkennen nicht den großen Ur-Anfang.

Der höchste Mensch wendet seinen Geist zurück zur Ewigkeit und genießt die Geheimnisse des Jenseits. Er ist wie das Wasser, das fließt, ohne Formen anzunehmen. Er ergießt sich in die große Ur-Reinheit.

Wehe euch, deren Erkenntnis sich abmüht mit Haarspaltereien und die ihr die große Ruhe nicht erkennt!

aus: Tschuang-tse, „Das wahre Buch vom südlichen Blütenland“

„Wehe euch!“ sagt Tschuang-tse und stößt damit keine Drohung aus, sondern stellt ganz nüchtern fest, womit es diejenigen zu tun bzw. womit diejenigen zu rechnen haben, die sich der Erkenntnis der großen Ruhe verweigern. Und damit sich diejenigen erkennen können, an die sich seine Warnung richtet, beschreibt er sie. Ich fasse zusammen: „Die Weisheit der Streber beschränkt sich auf die Mittel zur Erreichung guter Verbindungen; sie verkümmern ihren Geist in Nichtigkeiten, mühen ihre Erkenntnis ab mit Haarspaltereien und möchten doch gleichzeitig die Welt beherrschen. Was jene betreiben, führt sie nur irre in der Welt der Sichtbarkeit. Sie sind äußerlich verstrickt und erkennen nicht den großen Ur-Anfang.“

Tschuang-tse beschreibt auch diejenigen, die sich für den anderen Weg entschieden haben. Und hier wird es gefährlich. Liefert er doch mit jedem Wort denjenigen, die sich der Erkenntnis der großen Ruhe verweigern, hinlänglich weitere Munition, mit der sie ihre kleinlichen Haarspaltereien fortsetzen können. Das Internet und natürlich nicht nur das Internet, die ganze Welt ist voll mit diesem Mist

Tschuang-tse sagt also: „Aber das große Eine ist unsichtbar. Der höchste Mensch wendet seinen Geist zurück zur Ewigkeit und genießt die Geheimnisse des Jenseits. Er erkennt die große Ruhe. Er ist wie das Wasser, das fließt, ohne Formen anzunehmen. Er ergießt sich in die große Ur-Reinheit.“ In mir taucht da nur auf: „Hätte er doch nur den Mund gehalten!“ Nicht dass irgendetwas an dem verkehrt wäre, was er da sagt, aber es sind nun mal Worte. Was hat man nicht alles aus den Worten gemacht, die Buddha gesagt haben soll oder Jesus oder all die anderen, die der Versuchung nicht widerstanden haben, ihren Mitmenschen mit Worten helfen zu wollen! Nicht jeder hat das Glück, im richtigen Augenblick einem Menschen zu begegnen, der einem mit einem schlichten „Spüren Sie’s“ die Weichen für den Rest seines Lebens zu stellen vermag. Es sind halt nicht Worte, um die es geht, es ist halt nicht außen zu entdecken. Und doch kann der Impuls – „so Gott will“ – von außen kommen. Durch die Stille eines Waldes etwa oder dadurch, dass dir ein Vogel auf den Kopf scheißt.

Wer keinen Wald in der Nähe hat, schon gar keinen winterlichen, und meint ein wenig äußere Unterstützung wäre ganz hilfreich, es gibt auch noch andere Orte, in denen außen noch ein bisschen Stille zu finden ist. Und wer sich dabei auch noch ein wenig menschliche Begleitung wünscht, vielleicht wäre das was für ihn: Ronny bietet wieder ein Stille-Retreat an. Und ohne ihn von Angesicht zu Angesicht kennengelernt zu haben, denke ich, dass er einer der wenigen ist, die aus eigenem Erleben sehr genau wissen, was Tschuang-tse meint, wenn er von der großen Ruhe spricht.

http://rameshwara.de/wp-content/uploads/2017/09/stille-retreat11.2017.pdf

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Antworten zu Tschuang-tse: Spüren Sie’s?

  1. Alexandra schreibt:

    Diese Unterstützung habe ich bei nabala gefunden. Sie bietet am letzten Wochenende im September bei uns zuhause einen Satsang an (ja, es gibt mal was in Waldhessen, wer also außer Wald noch Begleitung möchte und/oder ein bisschen nördlicher wohnt darf sich eingeladen fühlen…)
    https://www.nabala.de/termine

    Gefällt 1 Person

  2. Brigitte schreibt:

    Ich bin in allem Unverändert

    Es ist so wesentlich, einfach zu sehen, dass
    du Selbst in jeder Erfahrung immer
    unverändert bist. Wenn du im Unmittelbaren
    bei dir schaust – am Anfang, in der Mitte
    und am Ende jeder Erfahrung – du bist.

    Du bist Das. Überall wo du hinkommst
    bist du schon. Du selbst hast dich nicht
    verändert. Genau hier ist der gesuchte
    Frieden und die Erfüllung,
    die du Selbst bist.

    Ronny Hiess aus „Nondualität – Der Weglose Weg “

    Gefällt 7 Personen

  3. fredoo schreibt:

    fein gewortet von herrn ronny …

    Gefällt mir

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