Konrad Kustos: Gewalt


Die zunehmende Gewaltakzeptanz hat einen niedergangsrelevanten Metaeffekt: Die ohnehin nur noch geringe Bereitschaft zur Zivilcourage schwindet aus Angst um Leib und Leben. Nichtkörperliche Gewalt wie Rücksichtslosigkeit, verbale Angriffe und Mobbing gehört schon zum Alltag. Interessierte Meinungsführer tun alles dafür, das Problem und seine […] Ursachen aus ihrer und der Sichtweise der Öffentlichkeit auszublenden, schließlich sind sie die Nutznießer des Status quo. Dafür zaubern sie ‚Prügelknaben‘ aus dem Hut wie die ‚rechtsradikale Gewalt‘. Dem durchschnittlich entwurzelten Schläger, etwa dem klassischen Hooligan, ist es aber völlig egal, mit welcher Begründung er Unschuldige zum Bestandteil seiner Misere machen kann. […] Was die Friedlichkeit in der psychischen Belastungssituation einer für die menschliche Natur eigentlich viel zu großen Enge garantiert, sind – neben der Aufsicht – schlichte Werte. Es ist der Respekt vor dem Nächsten: kein Vordrängeln in der Schlange, kein Rempeln im engen Gang, kein Hutaufbehalten und Dauerknistern im Kino – das ist die Geisteshaltung, die die Explosionsbereitschaft bändigt (solange Gewalt für das Individuum nicht schon zum Selbstzweck geworden ist).

aus: Konrad Kustos, „Chaos mit System“

Am Sonntag hab ich mir auf ZDFneo um 18:45 den Krimi „Der junge Inspektor Morse“ angeguckt. Der Name Morse war mir bekannt aus den sog. Oxford-Krimis „Inspektor Lewis“. Klar geht es auch da um Gewalt, Krimi ist Krimi. Für mich unterscheiden sich die genannten Krimis von anderen Krimis vor allem durch eine gewisse Langsamkeit und Ruhe und durch den geradezu freundschaftlichen Umgang der Protagonisten miteinander. Heutzutage fällt das schon richtig auf. Pure Nostalgie. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Gewalt ist ein Thema von mir. Wo immer möglich, gehe ich ihr aus dem Weg. Als ich noch in einem früheren Leben im Schuldienst war, hielt ich einmal einem Vorgesetzen eine Schwingtüre auf. Er meinte daraufhin zu meinem grenzenlosen Erstaunen, ich hätte einen devoten Charakter. Sind wir schon so weit, dass man simple Höflichkeit als devotes Verhalten bezeichnet? Das war immerhin schon vor ca. 40 Jahren! Ich halte jedem die Türe auf und bin immer ganz platt, wenn einem etwa in einem Einkaufszentrum jemand eine Schwingtüre vor der Nase zuschlagen lässt. Konrad Kustos beklagt das Schwinden von „schlichten Werten “ und den „Respekt vor dem Nächsten“. Als Jungs hatten wir in der Volksschule schon klare Werte. Wenn man sich denn mal prügelte, dann erstens nicht mit Schwächeren und schon gar nicht mit Mädchen und zweitens schlug man sich weder ins Gesicht noch in den Magen, verdrehte dem anderen nicht den Arm und hörte sofort auf, wenn der andere sich ergab. Ich komme mir gerade vor, wie ein oller Opa, der die gute alte Zeit beschwört – so ganz im Sinne von „Probier’s mal mit Gemütlichkeit!“

Ein Bild taucht auf von meinem Vater und dem Regierungspräsidenten, der bei uns um die Ecke wohnte. Beide a.D. und in gehobenen Alter. Beide mit einem über den Arm gehängten Regenschirm und einem steifen Hut. Wenn sie sich auf der Straße begegneten, zogen sie beide gleichzeitig ihren Hut fast bis zur Erde, begrüßten sich freundlich und wechselten ein paar launige Worte miteinander. „Was für ein Affentheater“, sagte meine Mutter mit ihrer Berliner Schnauze hinterher oft. Mir hat dieses Ritual als kleiner Junge immer gefallen. Gleichzeitig wusste ich nur zu gut, dass dies nur äußere Höflichkeitsformen waren und sich dahinter die gruseligsten Charaktere verbergen konnten. Von der strukturellen Gewalt will ich gar nicht reden. Auf dem Bau dagegen begrüßte man sich freudestrahlend etwa mit einem Boxer vor die Brust und einem „He, du oider Bazi! Du host ja immer no deinen halberten Rausch im Gsicht!“ oder so. Rauh, aber herzlich. Das gefiel mir eigentlich noch viel besser als die beiden Alten, die mir wie aus einem Bild von Spitzweg entsprungen zu sein schienen. Aber irgendwas davon ist wohl auch noch bei mir hängen geblieben.

Ich hab mich im Boxclub entschuldigt, wenn ich jemanden versehentlich (!) im Gesicht traf, ich habe den Kriegsdienst verweigert, ich habe meine Kinder nie geschlagen, meine Frauen auch nicht, wenn ich mich recht erinnere. Obwohl – eine hätte ich einmal beinahe über den Haufen gefahren, so wütend war ich. Aber eben nur beinah. Bin ich deswegen gewaltfrei, weil ich noch rechtzeitig die Kurve gekratzt habe? Ich bin alles andere als gewaltfrei. In jungen Jahren hätte ich beinahe einen Freund erschossen. Ja, schon wieder beinah. Aber der Impuls war fast übermächtig. Den Enneagramm-Neunern sagt man ja besondere Friedfertigkeit nach. Aber das ist nur ein sehr oberflächlicher Aspekt. Sie sind der zentrale Wut-Typ. Ich kann ein alter Streithammel sein und wer sich mit mir anlegt, kann von mir locker mal ein paar links und rechts geknallt kriegen. Verbal versteht sich, aber wo ist der grundsätzliche Unterschied? Wer keine Worte hat, benützt eben die Fäuste, und wer sich dafür zu fein ist, bemüht Gerichte oder Polizei und Militär oder verhängt Sanktionen oder droht mit der Hölle. Waren die alten Zeiten wirklich besser? Ich bin ein Kriegskind und diese Prägung steckt mir tief im Gebein. Ich habe Gewalt im Außen erlebt und in mir selbst. Gewalt gehört zu meinem Leben, ob mir das passt oder nicht. Und nicht nur zu meinem. Irgendwie hat Konrad Kustos schon recht: Die Zeichen mehren sich, dass es mal wieder richtig zur Sache gehen soll. Aber so ist das nun mal, eine Welt ohne Gewalt ist nur ein Traum. (Und mit Gewalt natürlich auch.)

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23 Antworten zu Konrad Kustos: Gewalt

  1. Alexandra schreibt:

    Ja so gewissen Umgangsformen sind schon ganz nett. Um die den Kindern so ein bisschen beizubringen brauchts heute die Hälfte der Unterrichtszeit. „Du bist Josephines auf den Fuß getreten aus versehen? Hast du dich gleich entschuldigt? Ne, dann hat sie wohl gedacht, das sei mit Absicht und hat dir deshalb eine reingehauen…“
    Ich weiß noch, wie ich in Berlin in der U-Bahn aufstand um einer alten Frau Platz zu machen, hochschwanger, um mich herum nur junge Männer. Als ich dann aufgestanden war, stand aber auch einer für ich auf. Aber Gewalt im inneren, und Wut kenne ich nur zu gut. Da könnte ich manchmal… zum Glück kann ich mich dann doch wenigstens körperlich beherrschen…

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    • Nitya schreibt:

      Na ja, Kinder lernen halt überwiegend durch Vorbilder. Und wenn ihnen etwa ein Till Schweiger vormacht, wie schick es ist, brutal und gaaanz cool zu sei, wird das sicher nicht seine Wirkung verfehlen. Mit Vernunft ist da wenig zu machen, da das alles ja eher unbewusst abläuft.

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  2. Hagen Unterwegs schreibt:

    Als Ennegramm-Neun (vielen Dank übrigens für diese Info 🙂) bist Du umgeben von Zahlen, die bisweilen sehr aggressiv sein können (1 = Gerechtigkeit / 8 = Macht).

    Ich verorte mich übrigens bei der Zahl, die ich immer am wenigsten sein wollte: 6 (was Dir wahrscheinlich das ein oder andere an mir verständlich macht 😉).

    Herzlichen Gruß!

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Hagen, jetzt musste ich aber grinsen: „Die Zahl, die ich am wenigsten sein wollte“. Dann weißt du ja, was deine Aufgabe ist. In dem Punkt stimmer ich übrigens mit Rohr/Ebert nicht überein. Es geht nicht darum, die 6 zu veredeln, sndern erstens sie anzunehmen und zwar so wie sie in diesem Augenblick ist und zweitens zu sehen, dass du nicht die 6 und auch sonst nix bist. Du bist keine 6. Du hast dich nur mit der 6 identifiziert.

      Ach ja, noch was: Die Flügel der 9 sind 8 und 1. wie du schriebst. Die 9 trägt ja beide Aspekte in sich. Der Kriminelle und der Moralapostel. Die 9 versucht das unlösbare Problem zu lösen, indem sie sich unsichtbar zu machen versucht. Andere denken dann, das sei besonders friedfertig. Ein Griechischpauker nannte mich mal den fidelen Dunkelmann.

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      • Brigitte schreibt:

        Lieber Nitya,
        ich finde das Ennegramm ziemlich interessant, obwohl ich nicht viel von solchen Typen-Zuordnungen halte, weil mir die Festlegung daran einfach nicht gefällt. Nach dem Enneagramm-Modus habe ich eine Fünfer-Identifikation. Im Prinzip habe ich nix gegen Identifikation. Allerdings werde ich extrem hellhörig, wenn es anfängt weh zu tun und mich auf irgendeine Weise irritiert, belästigt oder unangenehm berührt, und das kann sich sehr subtil ausdrücken. Wie merke ich denn nun, ob ich mit der FÜNF identifiziert bzw. nicht (mehr) identifiziert bin?

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      • Nitya schreibt:

        Liebe Brigitte,

        ooch, ich denke, das weißt du ziemlich gut. Mein Lieblingsbeispiel ist: Wenn ich als Halbstarker aus einem Western kam, lief ich breitbeinig daher wie ein alter Cowboy, die Brust geschwellt und die Hände über meinen imaginären Colts schwebend. Mir entgegenkommende Passanten mussten meinen drohenden Blick ertragen, der jedem potenziellen Gegner signalisierte: „Komm nur her, du windiges Zigarettenbürscherl. Du wirst schon sehen, wer von uns schneller schießt.“ Das passierte wie von selbst und hielt Gott sei Dank auch nicht allzu lange an. Aber eines ist klar: Ich war total identifiziert mit meinem Helden. War mir auch völlig bewusst. Und ich denke, dir ist es auch völlig bewusst, wenn du Nähe vermeidest, dich gerne in dich zurückziehst und Angst ein vertrautes Gefühl ist – falls du eine 5er-Identifikation hast.

        Ich war mal vor vielen Jahren auf einem Enneagramm-Abend bei Cedric OM Parkin in Hamburg. Da saßen 5 Neuner nebeneinander auf dem Sofa. Völlig unterschiedlich Leute. Jeder total einzigartig. Aber alle hatten dieselbe Ausstrahlung. Das war wirklich sehr verblüffend.

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      • Brigitte schreibt:

        ooch Nitya, du Spielverderber;)
        Na ja, ich mag den Abstand schon mehr als die Nähe. Außer die totale Nähe zur mir selbst, worin ich und alles andere vollständig verschwindet 🙂

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  3. punitozen schreibt:

    Was nutzt dieses ganze Psycholemma-Zahlengeunke ,
    wenn mir EINER zu sehr auf die Pelle rückt?
    Macht es mich “ zum besseren Menschen “ , oder verursacht es
    einen gewaltigen Agressionsstau in “ friedlicher Natur “ ?
    Auch leise gesprochene Worte können töten ; siehe Eichmann und Konsorten .
    Kommt mir Einer zu nah , entscheidet es sich , was EINER von mir will –
    Bedroht ER/ SIE meine körperliche oder geistige Unversehrtheit , ganz einfach ,
    gibt`s einen “ Gong “ !
    Ansonsten ist so`n Punito sehr friedliebend !

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    • Nitya schreibt:

      „Bedroht ER/ SIE meine körperliche oder geistige Unversehrtheit , ganz einfach ,
      gibt`s einen “ Gong “ ! Ansonsten ist so`n Punito sehr friedliebend !“

      Du hältst ihm nicht die andere Wange hin? Lieber Punito, aber aber …!

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    • Brigitte schreibt:

      Lieber Punito,
      ja, was nutzt es?!! Der Nutzen liegt darin, dass dieses ganze Psycholemma-Zahlengeunke als „Etwas-nur-Gewusstes“ nichts nutzt 😉

      Für mich war die Welt von Anfang an das Tor zur Hölle oder der Abgrund, in den ich ständig zu fallen drohte. Dauernd wollte ich mich in ein Mauseloch verkriechen oder einfach verschwinden. Es war ein dauerndes Überwältigtsein und die permanente Suche nach einem Ausweg. Irgendwann kam der Punkt, wo mir schlagartig aufging, dass an dem, wie ich die Welt sah und erlebte, grundsätzlich etwas nicht stimmte und zutiefst falsch wahr. Dann wollte ich wissen, was hinter den Dingen lag und suchte Erklärungen für all das, was mir allerdings auch nicht half, mich aus diesem Dilemma zu befreien. Schließlich fing ich ganz langsam an, mich nicht mehr abzuschotten und mich zu öffnen für das, was geschah. Das war der Anfang eines inneren Prozesses .

      Am Wegesrand wächst ein großer, ein unendlicher Rosenstock, der sich dem unermesslichen Blau entgegenstreckt. Über den Weg der Welt bewegt sich die Menschheit wie eine Woge aus Fleisch.

      Manche, die den Weg des Rosenstocks nach oben hin verfolgen, ohne auf etwas zu achten, ohne sich zu schützen, die einzig und allein den Schlägen ihres verliebten Herzens lauschen, fallen manchmal durch ihre Verblendung. Manchmal auch, weil unter ihnen die Menschheit wie eine Woge aus Fleisch einen Weg durch die Welt stößt. Und sie sterben mit blutendem Herzen, sterben lächelnd.

      Der stechende Schmerz des Rosendorns behagt ihnen dennoch, und während sie schlafen, bitten sie Gott, dass er sie aufs Neue auf die Welt brächte, um an dem gleichen Dorn zu sterben.

      Am Wegesrand der Welt wächst ein Rosenstock.

      (Salvador Dali)

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  4. Marianne schreibt:

    In meiner Wahrnehmungswelt ist Bauchenergie (Enneagramm: EINS, NEUN, ACHT) nicht per se gewalttätig – im Gegenteil: Der „spirituelle Krieger“ (Archetypus der „erlösten“ Bauchenergie) tritt für sich und andere ein, kann Grenzen setzen, wenn Ungerechtigkeiten stattfinden, kann selbstverständlich den Platz und Raum beanspruchen, der ihm zusteht …
    Ihn greift auch keiner an, weil er die spirituelle Kampfkunst meisterlich beherrscht: Da fallen Attacken immer auf die Angreifer zurück.
    Gewalttätig wird es immer dann, wenn Muster re-aktiv, als Not-lösungs-Muster oder Selbst-Schutz-Mechanismen ausgeübt werden, dann erzeugen sie wieder Not und Verletzung (unabhängig von der Art der Fixierung.)
    Identifiziert mit irgendwelchen geprägten Mustern sind wir immer dann, wenn wir uns der Re-Aktivität unserer Handlungen nicht bewusst sind, sondern sie blind ausagieren. Das Blöde ist halt nur, dass wir das nicht merken, nachdem der „blinde Fleck“ – per definitionem – der Selbstbeobachtung nicht zugänglich ist.
    Das Wissen um den illusionären Charakter unserer Ich-Konstruktionen nützt da wenig, behaupte ich, dann ist einer halt gewalttätig, ohne sich selbst dafür zu halten. 😉
    Was wirklich nützt – im Sinne von De-Eskalation – Innehalten, wenn eigene Re-Aktivitäten von mir oder anderen bemerkt werden und sie daraufhin zu erforschen, wie sie motiviert sind.
    Aus den Wurzeln des Leids (bzw. den Leidenschaften des Enneagramms) entsteht immer wieder neues Leid, außer diese Kreisläufe werden durch Bewusstheit gewandelt….

    Gefällt 6 Personen

  5. fredoo schreibt:

    marianne sei dank … ich bin , als 8 , ein bauchenergiekrieger .
    erklärt auch die ausdehnung dieser energieansammlung .
    😉

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  6. Alexandra schreibt:

    Ich finde das Enneagramm kann helfen, andere Menschen einfach so zu verstehen, wie sie nun mal „ticken“. Klar ist das eine Einordnung, aber es ist tatsächlich faszinierend, wie das so funktioniert… Nitya, kennst du A. H. Almaas? Den habe ich zum Enneagramm erst vor kurzem kennengelernt und was er schreibt hat mich sehr angesprochen. Besonders seine Aussagen zu dem sogenannten „Trostpunkt“ oder wie andere das nennen, er nennt es anders, aber grade komme ich nicht drauf. Das wäre bei mir als 9 die drei. Er sieht das noch mal ganz anders als andere. Ich musste tatsächlich mal in mich gehen und bemerken, dass da etwas ist, was Aufmerksamkeit und Anerkennung will, aber unter dem 9er „Deckmäntelchen“ schlummert… Aber auch die Wut, oh ja, … kann bei der friedlichen neun ganz schön heftig werden..

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