Mein Vater


Ich hab nicht „Papa“ geschrieben oder „Papi“ oder so was und schon gar nicht „mein Papi“ oder so. Wir mussten ihn immer „Vati“ nennen, das klang besser für die Leute und gab ihm das Gefühl, ein geliebtes Familienoberhaupt zu sein. Aber für uns war er immer der Vater, sowas wie der Pate, ein absolutistischer Herrscher eben.

Vater war Jg. 1889, hatte seinen Treueeid noch auf den Kaiser geschworen und war für ihn als Kavallerist in der Krieg gezogen. Er hatte Jura studiert und ich habe seitdem von wenigen Ausnahmen abgesehen ein sehr gebrochenes Verhältnis zu Juristen. Er brachte mir so wichtige Lebensregeln bei wie: „Wenn die Eltern reden, haben die Kinder zu schweigen.“ Oder: „Du isst auf, was auf deinem Teller ist.“ Wenn es Fleisch zum Essen gab, teilten sich mein Vater und meine Mutter ein Stück Fleisch. Mein Vater behielt ganz selbstverständlich seinen Teil für sich, schließlich war er der Alleinverdiener, der die siebenköpfige Familie ernähren musste, meine Mutter teilte ihre Hälfte zwischen sich und ihren drei Jungs auf, während meine beiden Halbschwestern aus der ersten Ehe meines Vaters leer ausgingen. Bei uns hatte eben alles seine Ordnung streng, aber „gerecht“. Eine der hervorstechendsten Eigenschaften meines Vaters war sein absoluter Geiz. Ein Mitschüler meiner Brüder hatte mitbekommen, wie das bei uns zu Hause ablief und dies seinem Vater, einem Rechtsanwalt, erzählt. Dieser schrieb daraufhin an meinen Vater einen Brief, dass sie sich demnächst vor Gericht wiedersehen würden, wenn er nicht seiner Ehefrau ein Haushaltsbudget zur Verfügung stellen würde, über das sie nach eigenem Ermessen verfügen könne, ferner ein angemessenes Taschengeld zur freien Verfügung. Weiterhin dürfe er seiner Ehefrau nicht untersagen, sich Zeitschriften und Zeitungen ihrer Wahl zu besorgen und sich ein Radiogerät anzuschaffen. Unser Vater hatte nämlich die geniale Idee, seine Familie vor allen „schädlichen“ Informationen aus der Welt zu bewahren. Besuch gab es so gut wie nie bei uns und an der Wohnungstür befanden sich Riegel, Ketten, Sicherheitsschlösser in doppelter und dreifacher Ausfertigung; mein Vater ging nie ins Bett, bevor er sie nicht alle kontrolliert hatte. Wir hatten wohl so eine Art nordkoreanische Verhältnisse mit unserem geliebten Führer zu genießen. Ich könnte jetzt endlos weitererzählen, aber ich lass das mal. Natürlich haben wir ihn alle gehasst, aber er war einfach ein armer Hund. Und sein Vater, ein Chefarzt, soll noch um ein Vielfaches schlimmer gewesen sein.
Warum ich das erzähle? Nun mein Vater hat mich, ob ich wollte oder nicht, in irgendeiner Weise geprägt. Sein Geiz z.B. brachte in mir hervor, dass ich geradezu einen körperlichen Ekel vor Geld habe. Sein Karrierestreben äußerte sich bei mir so, dass ich alles Erreichte möglichst bald wieder auf’s Spiel setzte oder hinschmiss. Sein Bildungsbürgertum erreichte bei mir eine heftige Abwehr bürgerlicher Bildung usw. usw. Aber gleichgültig, ob bestimmte väterliche Eigenschaften übernommen oder abgelehnt werden, die Themen bekommt man mit auf den Weg.

Als auch meine zweite Ehe den Bach runtergegangen war, dachte ich, dass es jetzt Zeit wird, Therapie zu machen, und ich entschied mich für die Primärtherapie von Arthur Janov. Interessant, dass ich mich für eine Gefühlstherapie entschied, wie ich im Nachhinein feststellte. Mein Vater hatte (angeblich) keine Gefühle. Er war immer für die (angebliche) Vernunft. Gehört sich ja scheinbar für einen Juristen. Und im Verlauf meiner Therapie merkte ich, wieviel Widerstand da in mir auftauchte gegen all die Heulsusen um mich herum. Aber irgendwann brachen die Schleusen und ein Meer von ziemlich verdrängten Gefühlen überschwemmte mich geradezu. Ich ermordete meinen Vater mehrfach und schrie meine ganze Wut und Verzweiflung aus mir heraus. Und irgendwann war genug Platz dafür entstanden, meinen Vater wieder lieben zu können, mein Mutter lieben zu können, und damit überhaupt wieder lieben zu können.

Das alles geschah NACH der Frage von Heinz Butz. Nichts wurde mir dadurch erspart oder geschenkt, ganz wie das auch Fredoo gestern berichtete. In einem widerspreche ich dir jedoch, werter Herr Fredoo: Du schriebst: „… wohl auch, weil ich nicht zu ‚Emotionellem‘ neige, hielt sich die ‚Verliebtheitsphase‘ danach bei mir in Grenzen.“ Und weiter: “ Dieses erstmalige Staunen ob der friedvollen Klarheit in diesem AHA, ist genau so, völlig unverändert, und halt nicht be’zwei’felbar bis zum heutigen Tage erhalten geblieben …“ Mit dem zweiten Teil bin ich völlig einverstanden. Zum ersten Teil würde ich sagen, wenn das Emotionelle, das, auch wenn du dich eher als jemand bezeichnest, der nicht zu ‚Emotionellem‘ neigt, bezeichnest, wenn du das Emotionelle als einen wesentlichen und unverzichtbaren Teil deiner Grundausstattung anerkennen UND zulassen kannst, wirst du sehen, dass es sich nicht um eine ‚Verliebtheitsphase danach‘ handelt, sondern um etwas absolut Unauslöschbares.

So jetzt marschier ich brav ins Bett und versuche, mich von meiner Grippe zu befreien.

 

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12 Antworten zu Mein Vater

  1. Pieter schreibt:

    Danke Nitya für Deine Offenheit. Dies ist 1 zu1auch mein Erleben meines Vaters.
    Und immer wieder entdecke ich Verhaltensweisen, Eigenschaften, Züge, wie auch immer in mir, die ich doch so sehr an Ihm hasste. Ob ich jemals mit der Bewältigung dieser Erinnerungen ( Verletzungen ) fertig werde. Egal.

    • Nitya schreibt:

      Lieber Pieter,

      ist dieses „Egal“ nicht auch ein Stück Wiederholung aus Kindertagen? Diese Resigation vor dem, was so übermächtig war, dass jeder Widerstand dagegen zwecklos zu sein schien? Ich hatte das Glück, dass mein Vater 53 Jahre älter war als ich. Insofern arbeitete die Zeit für mich. Aber es ist schon so, dass die Programme in einer Zeit eingerichtet wurden als wir absolut chancenlos waren. Also was tun? Verdrängen? Haben wir bestimmt alle versucht, funktioniert halt auf Dauer nicht. Therapie? Hab ich gemacht. Und ja, danach war manches leichter, aber die Prägungen sind immer noch da. Und zu guter Letzt – wie heißt es: der Lotus wächst aus dem Schlamm. In diesem Fall besteht der Schlamm u.a. aus unseren Programmen. Und das Ergebnis: Sie dürfen da sein, die Programme. Ein Beispiel: Ich zucke immer noch zusammen, wenn ich einen Uniformierten sehe. Was Wunder. Mein Vater steckte in beiden Kriegen in Uniform. Heute also kommt zuerst das Zuusammenzucken, dann das Lachen darüber. Ich habe kein Bedürfnis mehr, meine doofen Programme zu ändern.

      Hab einen ergötzlichen Vatertag, lieber Pieter!

  2. fredoo schreibt:

    oh ja … Vatertag … welch gute Gelegenheit … mal zu berichten …
    und sich auch zu verneigen … so oder so … vor den Vätern …
    und ich denke man kann sehen , das es gar nicht so sehr um das „was“ des Vaters geht , sondern bereits einfach um das „das“ …

    mein Papa , war das völlige Gegenteil , wie der deine , werter Nitya oder auch Peter … zumindest erschien er es mir … denn er hatte selbst unter einem tyrannischen Vater zu leiden , der wohl ein heftiges Alkoholproblem hatte und dann , so aus reiner Langeweile , Frau und Kinder verprügelte …
    eines Tages nun , war es zuviel für meinen Paps und er stellte sich mit seiner recht kleinen Gestalt ( er sollte nie die 1,63 überschreiten ) zum Schutz der geliebten Mutter dem großgewachsenen und athletischen Vater entgegen … ich weiß dies nur bis dahin … was die Folge dieser Heldentat war , kann ich mir nur ausmalen. Jedenfalls verliess mein Papa kurze Zeit später sein Zuhause mit einer freiwilligen Meldung zu Adolfs Soldaten , nur um diesem Tyrannen zu entgehen … begab er sich unter das Kuratell eines anderen Tyrannen … Seltsam seltsam …
    Als Konsequenz aus all dem war mein Vater für mich dann ein völlig gewaltfreier , höchst toleranter und sehr liebevoller Vater … der nur ein Verbot kannte … Waffen … wohl eine Konsequenz recht traumatischer Kriegserlebnisse als 18jähriger gerade noch eingezogener Soldat … Er war so „annehmend“ in seiner Art , und das so sehr , und in so großem Kontrast zu den Vätern der anderen , dass sich bei mir fatalerweise eine heftige „er ist ein Schlappschwanz-Haltung“ ergab … Er wurde für mich zum Looser per se … Und eine subtile Verachtung erschien … Wie sehr ich ihm mit meinem rebellischen und wildem Naturell zum Problem und zur Herausforderung wurde , allzumal ich die Figur des Großvaters bekam , und ich ein Einzelkind blieb , wurde mir erst später klar . Erst seine konsequent zugewandte Haltung und seine enorme Fähigkeit meinen 6 Beutekindern und 2 leiblichen Kinder ein stets wohlwollender Großvater zu sein , und das auch höchst standhaft gerade in Krisenmomenten , ließ meinen inneren Vorbehalt ihm gegenüber „schmelzen“ und ich vermochte etwas zu entdecken in ihm , was mir bis dahin verborgengeblieben war – sein „großes Herz“ ! … eine Qualität die mir seit her , bei allen HomoSapiensen besonders kostbar wurde … Was ich danach bei mir als „von ihm“ zu entdecken vermochte , könnte Bibliotheken füllen … Auch dieses „dem Emotionalen wenig zugeneigten“ , werter Nitya , entstammt dieser Quelle … diese Haltung ist jedoch nicht veranlasst aus einem Mangel an Gefühlen , sondern aus einer Bescheidenheit , die die Anderen nicht mit eigenen „lauten“ Gefühlen belasten will ! … Seltsam das alles … wie sehr wir alle in uns … auch … den Vater weiterleben lassen … und wie sehr es dabei … so oder so … um Versöhnung geht … ( schon mal aufgefallen , dass in dem Wort Versöhnung der Sohn steckt ? ) …
    Für mich gehört es zu den „Highlights“ meines Lebens , dass ich vor jetzt 5 Jahren den Tod meines Vaters miterleben konnte , er seine Kriegstraumatas noch 1 Tag zuvor „rauslassen konnte“ , er seiner Frau noch wie ein TeenAger stundenlang Liebeserklärungen machen konnte , um dann in meinen Armen seinen letzten Atemzug zu machen … Stille … danach … Und es war mir eine unverzichtbare SohnesEhre höchst persönlich seinen toten Körper zu reinigen , anzukleiden und für seine „letzte Reise“ vorzubereiten … Mein Gott , mir fliesen die Tränen in Strömen , wie unsäglich traurig und wie unsäglich schön und zutiefst existenziell beeindruckend war dies Geschehen … nur vergleichbar mit der Geburt meiner Kinder … und seltsam seltsam … es war als schlösse sich da ein Kreis von Geburt zu Tod … und (!) wieder zurück …. Jedenfalls habe ich mitlerweile einen 1jährigen Enkel … Jeder der Familie findet in ihm extreme Ähnlichkeiten zu seinem Ur-Gross-Vater … und selbst wenn dies nur Projektion sein sollte , schafft es eine wunderbare Verbindung zurück ins Leben … Ich danke Dir Paps !!!
    ( und ich werde dich heute besuchen … ist doch Dein Grab in direkter Sichtweite aus meinem Wohnzimmerfenster … direkt gegenüber … )

  3. Elwood schreibt:

    Danke, für Eure Geschichten lieber Nitya, lieber Fredo.
    Bei mir liegt die Vatergeschichte irgendwo dazwischen.
    Ich habe das Programm des Versteckens, da ich mich möglichst aus der Reichweite der brutalen Hände meines Stiefvaters entfernen wollte. Aber auch die ständigen Androhungen von Gewalt verstärkten das Programm: Mit mir stimmt was nicht.
    Und dann merkte ich, dass dieser Mann auch ein großes Herz im Umgang seines Enkels hatte.
    Es hat mich eher sehr verwirrt und dem Programm Vutter gegeben.
    Es kam zwar auch zu einer Art Versöhnung am Sterbebett(ohne Worte) und meine Mutter folgte ihm zugleich aus großer Liebe. (Beide sind nur 60Jahre alt geworden).
    Doch das Grab meiner Eltern habe ich seit zwanzig Jahren nicht mehr besucht.
    Vielleicht auch eine Art Verdrängung.

    Vor ein paar Tagen hat mich dieser Film sehr berührt:

    Er zeigte für mich, wie hinter den Programmen aus der Kindheit doch auch ein großes Herz wachsen kann.

    Liebe Grüße zum Vatertag
    Elwood

  4. ananda75 schreibt:

    Danke dir, Nitya, für dieses persönliche mit-teilen deiner Geschichte ❤

    Ich bin ja etwas andere Generation… bei uns fing das Elend wohl an, als der Vater meines Vaters aus dem Krieg kam… von Anfang bis Ende, von Frankreich nach Russland und zurück kam er auf einem Milchkarren mit nur noch einem Bein…
    Über den Krieg wurde nie mehr auch nur ein Wort gesprochen – Gefühle? – Nein, so was hat man nicht und ich war meinem Vater nie böse – mir reichte die Info meiner Mutter, dass er als Kind, wenn Besuch da war, auf dem Fußbänkchen zu sitzen hatte und still zu sein…
    Ja … kein Groll… Vergebung kein Problem… und doch… irgendwas in mir war GAR NICHT in Ordnung… und dieses beides – das "okay" und das "nicht okay" hab ich in keinen Zusammenhang gekriegt – das eine existierte neben dem anderen und an das "nicht okay" kam ich einfach gar nicht ran…
    Wieder und wieder wiederholte ich meine Muster getreu des schönen Mottos
    "Wahnsinn ist, die gleiche Erfahrung immer wieder zu wiederholen, in der Hoffnung, dass irgendwann ein anderes Ergebnis dabei raus kommt"
    Ich sah mir selbst zu bei Verhaltensweisen, von denen ich genau wusste – das is Quatsch, damit schadest du dir nur selbst – hilflos, machtlos.
    Schuld? Nicht wichtig – Das Leben hat mir dieses Leben verpasst, weil es für mich das Beste ist und solange es was zu lernen gibt, lern ich weiter – ich will ja im nächsten Leben nicht als Ameise geboren werden, gell 😉

    Wirklich ändern ändert sich jetzt was, seit ich mich im letzten Jahr doch noch mal zu einer Therapie durch gerungen habe.
    Eine Freundin hat nicht locker gelassen, wofür ich ihr ewig dankbar bin.
    Wir ändern jetzt (meine Trauma-Frau und ich) meine Geschichte per der meines Vaters per der meines Großvaters per Somatic Experiencing.
    Das geht – es funktioniert – im Hirn passiert das Gleiche, ob du etwas "wirklich" erlebst oder in deiner Vorstellung, ob du etwas siehst oder dich daran erinnerst, etwas gesehen zu haben…

    Und jetzt – langsam – mit 52 Jahren – werde ich zu dem Menschen, als der ich ursprünglich mal gedacht war – bevor sie den Müll der letzten Jahrzehnte auf mich drauf gekippt haben.
    UND – mein Vater – jetzt 80 – ändert sich mit 🙂
    Da kommen Sachen… das hätte ich von dem nie für möglich gehalten – wobei ich ja die ganze Zeit wusste, dass er innen drin ein sehr empfindsamer Mensch ist…

    Emotional? Mir kamen in den letzten zwei Wochen tatsächlich schon zwei mal die Tränen in die Augen.

    Nein, es ist alles nicht egal.
    Ich will leben und ich will glücklich sein.

    Alles Liebe dir ❤

    • Alexandra schreibt:

      Liebe Ananda,
      So geht es mir mit meiner Mutter. Da ist noch was, da muss noch was aufgearbeitet werden. Ich bearbeite diese Dinge immer wieder mal in Aufstellungen. Ich fühle, die nächste ist bald mal wieder fällig….

  5. Alexandra schreibt:

    So viele Vatergeschichten und in jeder finde ich etwas von meinem Vater…. krass… geboren 1900 und in beiden Kriegen beteiligt, im ersten nur als fahnenjunker mit 17, der seinen älteren Brüdern noch in der Kriegsbegeisterung folgen wollte. Ich, 1966 als absolutes Nesthäkchen von meiner damals 49 jährigen Mutter geboren worden, habe Zeit meines Lebens nie von irgendwelchen Kriegstraumen meines Vaters etwas mitbekommen. Davon erzählte er allerdings viele Jahre später meinem Schwager. Noch etwas hat er gemeinsam mit deinem Vater, Nitya, es gab auch kein Haushaltsgeld für die Mutter. Aber geizig war er nicht, eher immer ein wenig besorgt, ob das Geld wohl reicht. Hat es dann auch immer grad so. Vor dem Krieg aus reichem Elternhaus, verkaufte er nach dem Krieg in Braunschweig erst einmal Stacheldraht. Ich hörte ihn nie über die materiellen Verluste jammern. ich kannte meinen Vater nur als absolut liebevollen „Vati“ (auch wir benutzten dieses Wort), und meine besten Erinnerungen an ihn bestehen darin, wie ich kuschelnd neben ihm auf dem Sofa gesessen habe. Gab es mal eine schlechte Note in der Schule, ( was nicht so selten der Fall war) gab es nur ein etwas besorgtes „ach mein Mädelchen…“ und die Bemühung, mir bei irgendwelchen Hausaufgaben oder Vokabel-Abfragereien zu helfen. Da war der Mann bereits 80! Ich habe ihn als dankbar für jeden Tag in Erinnerung, ab und zu musste ich den leicht geseufzten Satz hören : „…ja, wenn ich das noch erlebe“, wenn es um meine Zukunft ging… Abitur oder ähnliches. Dass er dann noch meine Hochzeit und sogar die Geburt meines ersten Sohnes erleben durfte hat ihn, glaube ich, damals zum glücklichsten Mann der Welt gemacht. Er hatte so seinen Glauben-für sich, keine Ahnung, was er da eigentlich geglaubt hat. Aber als er 1992 im Bett zuhause Starb, waren das die ergreifendsten Momente meines Lebens. Drei Tage vorher sagte er: „noch dreimal schlafen dann ist Schluss“. Und so geschah es. Er hat mir gezeigt, wie man leben und wie man sterben kann. dafür bin ich unendlich dankbar.

  6. Nitya schreibt:

    Lieber Elwood, liebe ananda, liebe Alexandra – danke, danke, danke für eure Beiträge. Ich habe sie gelesen und war wieder ganz gerührt. Seid mir nicht böse, wenn ich nicht einzeln antworte. Es hat gerade zum Lesen gereicht bei mir. Und schon bin ich wieder so erschöpft, dass ich gleich wieder ins Bett gehe und versuche, irgendwie den Tag zu überstehen. Morgen werde ich mir wohl doch ein Antibiotikum bringen lassen, genug ist irgendwie jetzt genug.

    Das war ja heute hier ein wirklich richtiger Vatertag. Ich bin schwer beeindruckt. Herzlichen Dank noch einmal euch allen!

  7. Hagen Unterwegs schreibt:

    Vielen Dank für diese Worte, Nitya!

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