Ramesh Balsekar: Der Verzicht auf Identifikation


Die einzige Praxis, die den Menschen vom Gift der persönlichen Täterschaft befreien kann, liegt im Verzicht auf die Identifikation mit einem bestimmten Objekt, das für ein getrenntes, selbst handelndes Wesen gehalten wird. Die Menschen können glauben, dass sie ihr Leben leben, aber tatsächlich werden ihre Leben als Teil des Ablaufs der gesamten Manifestation gelebt. Alle Ereignisse zusammen stellen den Ablauf der Manifestation dar, die der unaufhaltsamen Kausalkette entspricht. Es ist einfach irrsinnig zu glauben, dass das Funktionieren der Totalität Raum für einen individuellen Willen lassen könnte, außer natürlich als Teil eben dieses Ablaufs.

aus: Ramesh Balsekar: „Zen und Tao im Licht von Advaita“

Ramesh macht die Feststellung, dass es einfach irrsinnig wäre, dass das Funktionieren der Totalität Raum für einen individuellen Willen lassen könnte. Daraus zieht er messerscharf den Schluss, dass die einzige Praxis, die den Menschen vom Gift der persönlichen Täterschaft befreien könne, im Verzicht auf die Identifikation mit einem bestimmten Objekt läge, das für ein getrenntes, selbst handelndes Wesen gehalten werde.

Er nennt das eine Praxis, die einzige Praxis anscheinend, die einen Sinn machen würde. Ich nehme mal als Beispiel, den Rat meines Docs, nicht mehr so viel am Rechner zu sitzen und mich stattdessen mehr an der frischen Luft zu bewegen, weil mein Melatoninspiegel viel zu niedrig sei und ich einfach zu wenig Schlaf hätte. Das wäre also die Praxis, die ich anwenden sollte. Das leuchtet mir total ein. Das ist wirklich logisch. Fakt ist, dass ich ziemlich früh aufwache, nicht spazieren gehe, sondern mich schon wieder am Rechner sitzen sehe. „Es ist einfach irrsinnig zu glauben, dass das Funktionieren der Totalität Raum für einen individuellen Willen lassen könnte“, sagt Ramesh. Na bitte – ich bin völlig unschuldig. Das Funktionieren der Totalität hat für den Willen, den Rat meines Docs zu befolgen, einfach keinen Raum gelassen und es scheint nun mal nicht Teil des Ablaufs der Manifestation zu sein. Das ist einfach Kismet oder mein Schicksal, das irgendwelche Nornen oder Parzen oder Moiren oder weiß der Geier wer für mich ausgeheckt haben.

Also, was mach ich jetzt mit dem Hinweis von Ramesh, dass es notwendig sei, auf die Identifikation mit einem bestimmten Objekt, das für ein getrenntes, selbst handelndes Wesen gehalten wird, zu verzichten. Den Hinweis kann ich mir doch glatt in die Haare schmieren. Entweder geschieht der Verzicht auf die Identifikation oder er geschieht nicht. Mal gucken, wie die Totalität funktionieren will.

 

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10 Antworten zu Ramesh Balsekar: Der Verzicht auf Identifikation

  1. Kerstin P. schreibt:

    „Keine Angst, die haut nicht, das sieht bloß so aus.“

    An SIE ihre Stelle mein HERR wäre ick mir da nich so sicher 😉
    Wenn se nochma so eeen hässlichet Foto von mich posten, denn kann ett sein, ditt icke IHNEN hauen komme !!!

    Das mal als Einstieg, von wegen identifizieren sie sich nicht.
    Ich bin sehr wohl mit der Idee eine Frau zu sein identifiziert, nur dass ich das nicht mehr ernst nehme, watt een Glück für IHNEN iss mein Herr 😉

    …und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Ramesh gesagt haben soll, identifizieren sie sich nicht. Identifikation geschieht so natürlich, wie ein – und ausatmen.
    Mein Enkel war heute die Polizei und ich war der Dieb, er hat mich gefangen und ins Gefängnis geworfen um mich wieder frei zu lassen, damit ich weiter Autos klauen kann und er mich wieder jagen und verhaften und ins Gefängnis werfen kann.
    Ähnlichkeiten mit stattfindenden Ereignissen in dem, was wir Realität nennen, sind rein zufällig und nicht von mir beabsichtigt.
    😀

    • Nitya schreibt:

      Also, meine DAME, ick hab da nischt dran jedreht an Ihre Visage. Da müssn Se sich schon bei die WordPress-Heinis beschweren tun.

      Wat soll ick armet Luda machn, der Ramesch steht so innem schlauen Buch und der Daniel Herbst hat ihn da so übersetzt. Na ja und du und dein Goldenkel, ihr spielt ja bloß Identifikation. Det jldet ja janich.

    • Nitya schreibt:

      Korrektur: Die WordPress-Heinis sind unschuldig. Es waren die youtube-Heinis, die aus dir einen furchterregenden Drachen gemacht haben.

    • fredoo schreibt:

      zu Kerstin
      anscheinend … angekommen in der Simplizität des banalen all-täglichen Geschehens …
      fein das 😀 …

  2. fredoo schreibt:

    ich habe ja diesem Herrn über Jahrzente zugehört … und mich immer wieder gewundert, dass ihm da , doch auch immer wieder mal , nicht nur Hin-weisungen sondern auch An-weisungen ins Verbale entfleuchten …
    tja …
    mitlerweile stelle ich da … insgeheim ( jedoch nicht geheim genug , als dass ich sie nicht hier veröffentlichen würde ) folgende Behauptung auf :
    es geht bei derartigen An-weisungen keinesfalls darum , dass der Anweiser eine Erfüllung dessen erwartet / erhofft / verlangt – – – sondern im Gegenteil — um eine perfide Methode , die den An-gewiesenen , zwangsläufig mit der Unmöglichkeit seiner Erfüllung konfrontieren muss …
    ich glaube , es war Nathan Gill , der dies eine „subversive Unterminierung der Selbsthypnose“ nannte …
    Ich finde ja , eine gar vortreffliche Formulierung …

    😉

  3. fredoo schreibt:

    ergänzend : ( vergeblicher ) Versuch – macht kluch … 😉

  4. Kerstin P. schreibt:

    Erstmal zum WICHTIGEN – meiner Drachenvisage:-D
    Das Zauberwort ist „Vorschaubild“ auf youtube heißt das – thumbnail – und da könntest du in Zukunft auch ein etwas schmeichelhafteres Abbild meiner Göttlichkeit auswählen – schmunzel – aber ich fürchte, wo du nicht mal den Bitten deines Arztes folgst dich um DEINE Gesundheit zu kümmern, dass das große Ganze schon genau „wissen tut“ watt ett tut 😉

    Und nun zum Unwichtigen, meinem Mindfuck über Rameshs Aussagen:

    Immer mehr falle ich aus der Zeit und es bleibt Wahrnehmung von dem, was ist.
    In dieser Wahrnehmung sehe ich keine Möglichkeit sich nicht zu identifizieren.
    Und es erscheint mir bedeutungslos ob identifizieren geschieht oder nicht.
    Einziger Unterschied – der, der identifizieren wahrnimmt erlebt das Rollenspiel und hält an der Rolle nicht fest!
    Wenn mein Enkel den strengen Polzisten spielt, dann vergisst er in jener Zeit NICHT, dass das ein Spiel ist. Als er mich, als Dieb, gestern nämlich auch noch verbrennen wollte und ich ihm sagte, also das geht mir jetzt zu weit, ich möchte nicht verbrannt werden, da sagte er mir:
    OOOOOMAAAA, das ist doch nur ein Spiel!

    Und auf diese Weise lieber Nitya und Fredo verstehe ich endlich auch euer Ansinnen in Sachen Migration nach Deutschland.
    Wenn einem das Spiel zu weit geht, dann darf man das sagen und sich abgrenzen – ohne, dass man dabei die Wahrnehmung verliert, dass alles ein Spiel des EINen ist.

    So und nun habe ich wieder meinen Enkel und enen Tag im Garten, MIT Erdbeeren UND Sonneschein UND Katzen UND meiner Rolle als OMA……

    mit HerzLicht an alle und Wünschen für einen guten Tag voller Rollenspiele 😀

    • Nitya schreibt:

      Ich hab’s ja geahnt, dass ich wieder der Doofe bin. „thumbnail“ – woher soll ich wissen, was das denn nu wieder ist? Immer diese Fremdwärter. Also mir muss man schon deutsch kommen, sonst werd ich bockig. Aber mal ganz abgesehen davon, mir hat das Bild gefallen, ist so richtig lebendig. Und nachdem dein Thema „Natürlichkeit“ ist, fand ich das sehr passend.

      Also nu spiel mal schön OOOOOMAAAA, aber wenn der Kleene anfängt, dich an den Martelpfahl zu binden, musste langsam anfangen auf der Hut zu sein. Ich weiß noch aus Kindertagen, dass das ganz schön heftig werden kann.

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