Osho: dein ganzes Leben als Geschenk hinwerfen

Es ist nicht einfach, herauszufinden, woher deine Güte kommt … Wenn du kein Dieb bist, weil du noch Angst davor hast, geschnappt zu werden, wirst du noch am selben Tag, wo du gewiss bist, dass dich niemand schnappen kann, zum Dieb – denn wer hält dich davon ab? Nur deine Angst war das Hindernis. Du tötest deinen Feind nicht, weil du weißt, dass man dich fängt. Aber wenn eine Situation kommt, wo du den Mann töten kannst, und du kannst nicht geschnappt werden, kannst nicht dafür bestraft werden, wirst du ihn sofort töten. Es ist also nur Schwäche, dass du gut bist.

Aber wie kann aus Schwäche das Gute entstehen? Denn Güte braucht überfließende Energie. Güte ist ein Luxus, vergesst das nicht. Heiligkeit ist ein Luxus – sie kommt aus Überfluss. Wenn zu viel Energie da ist, so viel, dass du davon überflutet wirst, dann lässt du andere daran teilhaben. Dann kannst du nicht ausbeuten, denn das ist nicht nötig. Dann kannst du von Herzen geben, weil du so viel hast; du bist wirklich überladen. Du möchtest austeilen und verzichten, möchtest dein ganzes Leben als Geschenk hinwerfen und weggeben.

aus: Osho, „Die verbotene Wahrheit“

Wenn sich ganz viele winzige Wassertröpfchen in einer Wolke zu größeren Tropfen verbinden, werden sie so schwer, dass sie als Regentropfen auf den Boden fallen müssen. Osho sagt: „Wenn zu viel Energie da ist, so viel, dass du davon überflutet wirst, dann lässt du andere daran teilhaben.“ Auch hier gibt es keine Wahl. Die ganze Natur birst geradezu vor Energie und lässt die ganze Welt daran teilhaben.

„Wird die Lebensenergie durch bestimmte physikalische Faktoren aufgereizt, kann sie in einen erstarrten Zustand verfallen, in dem sie destruktive, lebensfeindliche Wirkungen hat. Diese Form der Orgon-Energie nannte Reich DOR, Deadly Orgone (tödliches Orgon). Wilhelm Reich stellte grundsätzlich zwei Erscheinungsformen von DOR fest: eine »natürliche«, deren Ursprung zunächst nicht geklärt ist, die für die Entstehung von Dürren und die Ausbreitung der Wüsten ursächlich ist; und eine »künstliche«, die durch eine starke Aufreizung der atmosphärischen Orgon-Energie durch technische Faktoren wie Nuklearstrahlung, Elektrizität, Elektromagnetismus etc. entsteht.“ (Quelle)

Ich finde das sehr interessant, dass Reich hier unterscheidet zwischen einem „natürlichen“ und einem „künstlichen“ Einfluss auf die Lebensenergie. Das, was hier nur im „künstlichen“ Bereich vorwiegend auf den technischen Bereich bezogen wurde, würde ich gern erweitern um denjenigen, der für diese technische Entwicklung zuständig ist, und das ist nun mal der Mensch. Der Mensch, der aus seiner „Natürlichkeit“ herausgefallen ist, in dem er sich mit seinem Verstand völlig vom Ganzen abgeschnitten hat. Selbstverständlich ist alles Natur – deshalb die Tüttelchen – auch das, wofür das Stichwort DOR steht, das Destruktive, das Lebensfeindliche. Brahma, Vishnu und notwendigerweise auch Shiva … das Zerstörerische ist immer auch Teil des Lebens. Und diese Aufgabe zu erfüllen, ist im Augenblick anscheinend in einem besonderen Maße den Menschen zugedacht worden. Die Folge ist ein ungeheuer großer Hunger nach Energie, obwohl wir doch in einem Meer von Energie schwimmen. Wir quetschen aus der Erde auch noch den letzten Tropfen Öl heraus oder Gas und die Sprechzimmer der Ärzte sind voll mit Menschen, die depressiv sind, unter einem sog. Burnout leiden und sich völlig ausgebrannt fühlen. Ein totaler DOR-Zustand.

Osho fragt: “ Aber wie kann aus Schwäche das Gute entstehen?“ Alle möchten immer nur haben, haben, haben. Haben will nur, wer glaubt, nicht genug zu haben. Im anderen Fall – Osho: „Wenn zu viel Energie da ist, so viel, dass du davon überflutet wirst, dann lässt du andere daran teilhaben. Dann kannst du nicht ausbeuten, denn das ist nicht nötig. Dann kannst du von Herzen geben, weil du so viel hast; du bist wirklich überladen. Du möchtest austeilen und verzichten, möchtest dein ganzes Leben als Geschenk hinwerfen und weggeben.“ Das hat nichts mit der Heiligkeit einer Mutter Theresa zu tun, nichts mit Moral und irgendwelchen Geboten christlicher Nächstenliebe, das ist einfach ein Naturgesetz. Wenn die Wolke zu voll ist mit großen, schweren Regentropfen, dann muss sie sich über die Erde ergießen. Da hat sie gar keine Wahl.

Und wie kommt dieser gruselige Energiehunger zustande? Ich würde sagen, wer sich für den Macher hält und damit für den Verantwortlichen und damit für den Schuldigen, der badet bereits in DOR. Du bist nicht das Begrenzte, für das du dich hältst, sondern … „Offene Weite – nichts von heilig“.

Ich muss in dem Zusammenhang gerade mal wieder an diese unvergessliche  Prüfungsstunde im Fach Sport denken. Die Jungs waren sportlich ziemlich aktiv und vor allem in einem Kung Fu-Verein. Aber es gab in der Klasse natürlich auch die „Schwammerln“, die Mehlsäcke, die vor jede Herausforderung am liebsten davon gelaufen wären. Und dann, also so was hab ich wirklich noch nie gesehen, die Sportler halfen ihren Schwammerln, wo sie nur konnten, bejubelten auch ihren kleinsten Erfolg, kurz es herrschte in dieser Klasse ein derart liebevoller Geist – die Wolken regneten, dass es die reinste Überschwemmung gab, und die Erde öffnete sich dankbar und voller Freude für diesen Segen. Wir drei von der Tankstelle … äähhh … Prüfungskommission saßen nur noch da und heulten, so anrührend war das alles.

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8 Antworten zu Osho: dein ganzes Leben als Geschenk hinwerfen

  1. Gabi schreibt:

    Wundervoll – Osho, Du, die Sportjungs, Kerstin und ihr Rolf! Hab ja manchmal Glückseligkeit Stress ( zu doof, faul, egoverhext oder sonst was um glückselig am besten noch die Welt gleich mit zu retten ) … da kommt ihr dann und stecht in diesen Luftballon… Merci

  2. Alexandra schreibt:

    Lieber Nitya, liebe Kerstin, Danke, danke, danke!

  3. ananda75 schreibt:

    Aus Schwäche kann Gutes entstehen durch Demut – in dem Moment, wo ich anerkenne, dass ich schwach bin und mich dem Leben/ Gott/ wie auch immer du es nenen willst, einfach ergebe… da schlägt es um … dann bist nicht mehr du es, der „stark sein muss“… dann wirst du aufgefüllt direkt aus der Quelle und es fließt über …

    Alles Liebe ❤

  4. Peter schreibt:

    ….bin ja noch ein Neuling hier aber trotzdem, ich mag das, was auf diesem Blog abläuf. Was hier auftaucht und was mir Freude bereitet, wenn ich die Seite öffne und schaue und eintauche in das Geschriebene, in die Videos, die Kommentare. Auf der einen Seite fühle ich mich dann ab und zu so klein all des Wissens, welches mitgeteilt wird. Doch auf der anderen Seite spüre ich auch, wie reich ich beschenkt werde, durch deinen Block, lieber Nitya. Den Horizont erweiternd, inspirierend, bereicherend. Im Wesentlichen bröckelt dabei auch immer etwas von meiner inneren Fassade, einem Regentropfen gleich, vielleicht ein Tropfen von millionen oder milliarden oder…keine Ahnung. Eigentlich weiß ich nichts genaues, fällt mir gerade nur ein und wenn ich jetzt den Faden weiter spinne, möchte ich mein Geschriebenes wieder löschen wollen, weil es mir jetzt als blabla erscheint, weil es im Grunde genommen nichts zu Schreiben gibt. Nur wie könnte man sich sonst austauschen oder mitteilen?………Lieber Nitya, danke für dein Wirken und für diesen Block

    • Nitya schreibt:

      Lieber Peter,

      Neuling ist immer gut. Shunryu Suzuki: „Zen-Geist, Anfänger-Geist“.

      Ich hoffe, du lässt dich von keinem Schriftgelehrten und Pharisäer ins Bockshorn jagen. Das, was in diesem Augenblick erscheint, und „der“, dem das escheint, das ist alles. Mehr weiß ich auch nicht, mehr weiß nebenbei bemerkt überhaupt niemand. Die Zitate hier im Blog kannste alle irgendwo finden, die dienen mir eigentlich nur zur Anregung und haben erst mal überhaupt nix mit mir zu tun. Aber vielleicht bringen sie auch was in mir hoch, was auf diesen Anstoß schon lange gewartet hat?

      Du schreibst: Eigentlich weiß ich nichts genaues, fällt mir gerade nur ein und wenn ich jetzt den Faden weiter spinne, möchte ich mein Geschriebenes wieder löschen wollen, weil es mir jetzt als blabla erscheint, weil es im Grunde genommen nichts zu Schreiben gibt.“ Meinst du, mir geht es anders? Aber wie du siehst, lösch ich nix und so gibt’s diesen komischen Blog. Aber wenn dir mein Blabla gefällt, freut mich das ganz außerordentlich.

      Herzlichst
      Wilhelm

  5. punitozen schreibt:

    Kleine Info . zum Thema Erscheinungsformen von DOR e.c.t p.p. 🙂
    http://www.berndsenf.de/pdf/OrgonOrgonitCloudbusterChembuster.pdf

  6. Peter schreibt:

    …ja, gerne lese ich dein Blaba und das all der Anderen. Und wenn mich das Blabla richtig trifft, ungefilter, dann geht es spontan einher mit einem Lachen, einem Frohlocken, einem Weinen, je nach dem und einem durchströmen dieses Geistes. Dann zeigt sich auch unwiederruflich die andere Seite des Blablas mit seiner Köstlichkeit. Seinen Worten, dem Geschriebenen, dem Nix und Alles. Was für ein verrücktes Spiel….
    In Liebe
    Peter

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