Karl Renz: In diesem Augenblick …

 

Wenn du wirklich auf die Dimension des Absoluten zugehst, wird es wirklich so sein… [pustet in die Luft]. Aber wenn dir ein Fingernagel abbricht, dann ist es so, als ob das ganze Universum bricht. Und du hast recht! Die gesamte Existenz erlebt es in diesem Augenblick und die gesamte Existenz bricht sich den Fingernagel ab.

Der nächste Schluck Kaffee oder sich den Fingernagelabbrechen – das ist von derselben Wichtigkeit, als würde das Universum im nächsten Augenblick kollabieren. Von der Qualität her gibt es keinen Unterschied. Die Qualität, das, was-du-bist, erfährt sich im Kleinsten und im Größten. Dann daraus die Geschichte von Shiva, Parvati und Ganga zu machen, ist zwar wunderbar, aber nur ein Fragment der Totalität.

Doch in diesem Augenblick bist du ganz bei deiner magischen, spirituellen Handlung, sie wird zur vollkommenen Realität für das, was-du-bist. Das Kleinste und das Größte. Und das ist eine nie zu Ende gehende Geschichte. Du gehst vom Kleinsten zum Größten, in alle Frequenzbereiche und Möglichkeiten und verwirklichst dich darin selbst. Auf jede mögliche Weise. Keine ist bedeutender oder weniger bedeutend, das ist das Schöne daran. – Der nächste Schluck Kaffee, der nächste Geschmack von nichts, beides trägt die Qualität dessen in sich, was du als Totalität des glückseligen Hintergrund-Tralalas bist.

aus: Karl Renz, „Heaven And Hell“

Hier sind wir, hier und jetzt.
Das ist alles, was ist.

Ram Dass

Ihr habt das wahrscheinlich alle schon einmal erlebt. Ein Kind fällt auf dem Kinderspielplatz hin und tut sich weh. Und sofort fließen die Tränen und das Kind schreit wie am Spieß. „In diesem Augenblick bist du ganz bei deiner magischen, spirituellen Handlung, sie wird zur vollkommenen Realität für das, was-du-bist. Das Kleinste und das Größte. Und das ist eine nie zu Ende gehende Geschichte. Du gehst vom Kleinsten zum Größten, in alle Frequenzbereiche und Möglichkeiten und verwirklichst dich darin selbst.“ Es gibt in diesem Augenblick nur das: Schmerz, Verzweiflung, Elend, … alles andere existiert nicht, nur das. Das ganze Universum ist in diesem Moment nur Schmerz.

Ja aber, die Mutter, die das sieht, gehört die nicht zum Universum? Für das Kind existiert in diesem Augenblick keine Mutter. Die Mutter ist ihr eigenes Universum. Und in dem geschieht ihr schreiendes Kind, geschehen die Blicke der anderen Mütter, geschieht der Impuls etwas tun zu müssen, zu ihrem Kind zu laufen, es zu trösten oder ihm Schokolade in den Mund zu stopfen, nur irgendwas tun, damit das Kind wieder glücklich ist, damit das Geschrei aufhört und niemand denkt, dass sie eine schlechte Mutter sei. Die Mutter ist ein Paralleluniversum, „ein Fragment der Totalität“ nennt es der Karl. Und die beiden Paralleluniversen interagieren miteinander, wobei in diesem Fall die Mutter das Kind aus seinem Universum herauszuholen und in ihr Universum hineinzuziehen versucht. Der Rat von Ram Dass: Sei jetzt hier. (Du bist es sowieso, warum versuchst du also, es nicht zu sein? Also sei in jedem Augenblick die vollkommene Realität für das, was-du-bist)


aus: Ram Dass, „Sei jetzt hier“,
Sadhana Verlag, Berlin-West 1979

 

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4 Antworten zu Karl Renz: In diesem Augenblick …

  1. Alexandra schreibt:

    Genauso ist der Hund ganz Freude, wenn man kommt, ganz Aufregung, wenn man losgehen will und ganz Aufmerksamkeit, wenn er etwas für ihn spannendes entdeckt. (Die meisten Stunden am Tag allerdings ganz entspannt oder schlafend)

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  2. Nitya schreibt:

    Behütet sei sein Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 🙂

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  3. kopfundgestalt schreibt:

    Der Hund ist besser verschaltet, dafür kann er nichts 🙂

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