Jesus zu den Gutmenschen: Weichet alle von mir, ihr Übeltäter!

 

Habt acht auf eure Almosen, dass ihr die nicht gebet vor den Leuten, dass ihr von ihnen gesehen werdet; ihr habt anders keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, wie die Heuchler tun in den Schulen und auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, auf dass dein Almosen verborgen sei; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten öffentlich. (mt 6,1-4)

Woran erkennt man einen Gutmenschen?

Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HERR, HERR! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter! (mt 7 15.23)

Unsere Bundeskanzlerin hat uns ja aufgefordert, mal wieder in die Kirche zu gehen und in der Bibel rumzublättern. „Schließli san mir ja a ned auf da Brennsuppn dahergschwomma“ und haben auch einen Propheten und nicht nur die Türken mit ihrem Mohammed – der Herr bewahre uns vor ihnen! Aber bitte nur rumblättern, sonst könnte man ja zufällig noch auf Worte stoßen wie die oben zitierten.

Ich hab ja bestimmt schon hundertmal die Geschichte aus meiner Jugend erzählt von diesem alten Schrebergärtner, der mir, als ich ein Fahrrad mit Platten an seinem Schrebergarten vorbeischob, einen heilen Schlauch aufmontierte und nicht einmal ein Dankeschön dafür haben wollte. Meine Dankbarkeit konnte er damit allerdings nicht verhindern – nicht nur für den heilen Schlauch, sondern vor allem auch dafür, dass er mir ganz wortlos gezeigt hat, was der Unterschied zwischen einem Gutmenschen und einem Menschen ist. Jesus hat die Gutmenschen schön beschrieben, als er sagte: „Wenn du Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, wie die Heuchler tun in den Schulen und auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gepriesen werden.“ Auf Facebook, in Foren und Blogs kann man die Gutmenschen leicht erkennen: Sie posaunen vorzugsweise mit ihren angeblich guten Taten herum. Aber nicht genug damit, und da muss ich Jesus ergänzen: Sie preisen nicht nur endlos ihre guten Taten an, sie verteufeln auch noch all diejenigen, die keine Lust haben, ihre eigenen guten Taten der ganzen Welt zu verkünden. Diese werden als Egoisten, Assoziale oder gar als Nazis beschimpft.

Ganz besonders gute Gutmenschen sind natürlich unsere Politiker, die schon mit guten Taten angeben, die sie angeblich erst in der Zukunft vollbringen wollen. Da muss ich nur an den neuen Messias der SPD denken. Jesus war da keineswegs zimperlich in seiner Ausdrucksweise. An anderer Stelle hat er diese Heuchler „Schlangen und Otterngezücht“ genannt. Und wie die Geschichte der Tempelreinigung zeigt, schreckte er auch nicht davor zurück, das Schlangen- und Otterngezücht mit der Geißel in der Hand zu verjagen. In unseren sozialen Medien wäre Jesus sicher schon längst als Nazi beschimpft worden und man hätte Karikaturen von ihm bewundern dürfen, die ihn in Naziunform gezeigt hätten, wie das kürzlich Werner Ablass und Edgar Hofer passiert ist. So, genau so sehen die Früchte der Gutmenschen aus.

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8 Antworten zu Jesus zu den Gutmenschen: Weichet alle von mir, ihr Übeltäter!

  1. Nitya schreibt:

    Keine Lust, der Tante auf Aufforderung hin die Hand zu geben.
    So’n böser Junge!

    Aber er is ja nich so, wenn er’s macht, dann weil er’s will.
    Erinnert mich irgendwie an mich. 🙂

    Was macht die Merkel unten auf dem Bild eigentlich mit der linken Hand?

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  2. Eno Silla schreibt:

    Der kann aber auch stur schauen dieser Trump! Würdigt unsere Mutti mit keinem Blick…

    „Was macht die Merkel unten auf dem Bild eigentlich mit der linken Hand?“

    Entweder tätschelt sie ihren imaginären Hund, der zu ihrem Schutz immer bei ihr ist, gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit, oder sie kann Kung-Fu und deutet eine Abwehrbereitschaft an, falls der unberechenbare Hund Trump sich Frechheiten erlaubt…

    Hier gegen Hollande und seine Clique:

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  3. kopfundgestalt schreibt:

    Ich habe gelernt, daß man ein Dankeschön ANNEHMEN MUSS. Die Ablehnung eines solchen im voraus ist nicht gut. Das entwertet das Gefühl des Geholfenen.
    So gelernt!
    Genauso: Jemand lobt mich für meine Tat/Kreation/Leistung. Und ich sage: Ne, das war nichts Besonderes.

    Gefällt 2 Personen

    • Nitya schreibt:

      Ich habe nicht gelernt, dass es mir gut tut zu verlernen, was man mir beigebracht hat, aber ich habe es gelernt.

      Übrigens, wenn mich jemand lobt, reagiere ich meist ziemlich abwehrend. In der Schule wurde ich (sehr selten) gelobt oder von meinen Eltern, wenn ich nicht das Haus angezündet habe. Ich wurde also meistens für etwas gelobt, was der andere haben wollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Bundesverdienstkreuz ablehnen würde. Leider will es mir niemand verleihen. Ich hätte es sooo gern abgelehnt! 🙂

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      • kopfundgestalt schreibt:

        Selbstverständlich sollte man differenzieren und nachfühlen, was der andere mit seinem Dankeschön meint. Da gibt es ganz unterschiedliche Motivationen bei ihm.

        Wenn meine Partnerin sich für den schönen Abend bedankt, dann natürlich auch, weil ich brav gewesen war. Brav deswegen, weil es keine Aufreger und Misstimmungen gab, sondern alles harmonisch ablief. Aber verbieten lasse ich mir Gegenrede nicht, die wird ab und an die Abende würzen.

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      • Nitya schreibt:

        So ist es. Wir können alle Regeln vergessen. Alles entscheidet sich im gegenwärtigen Augenblick. Und da finden wir es einfach vor. Zum Beispiel die würzende Gegenrede. Ich weiß nie vorher, was passieren wird. Vielleicht würde ich ja sogar das Bundesverdienstkreuz annehmen. Also mal herhören: Verleiht es mir mal einfach und dann werden wir sehen, was passiert. Ich garantiere für gar nix.

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