Karl Renz: Du kannst nicht aufhören, dich zu verwirklichen.

 

karl-renz

Es gibt keine Möglichkeit, sich in DEM zu festigen. Es ist nur eine andere Art, dich selbst zu erfahren, es ist nur anders. Es ist nicht so beschwerlich. Dann ist das Gewahrsein weniger unerträglich. Es ist, als würde man in das Gewahrsein-Samadhi gehen, in dem es nicht einmal keine Zeit gibt. Dann bist du im dritten Zustand – Zeit, keine Zeit und dann bist du die Leinwand, auf der Zeit und keine Zeit und Form und Formlosigkeit erscheinen. Dann bist du das Gewahrsein –besser sogar – überragendes Bewusstsein. Das reinste überhaupt – wie ein Bildschirm, auf dem alle Projektionen, Raum und all das erscheinen, aber bei dir ist immer alles okie-dokie. Also erst KO (erster Zustand), dann OK (zweiter Zustand) und dann immer okie-dokie (dritter Zustand). Aber wenn du ankommst, dann musst du früher oder später auch wieder los. Du musst aus der Nicht-Zeit in den Zustand der Zeitlosigkeit, ins Samadhi des reinen Gewahrseins. Aber in dem Augenblick, in dem du bis hierher zurückkommst, bist du genauso durstig wie davor. Es ist nur eine andere Möglichkeit, dich zu erfahren. Dann gehst du sogar vor diesen Zustand und bist trotz Anwesenheit oder Abwesenheit des Gewahrseins. Aber dann wachst du wieder auf. Du kannst nicht aufhören, dich zu verwirklichen.

Ein endloses Springen von einem Bezugspunkt zum anderen – Wechsel, Wechsel, Wechsel. Du bist wie ein Matrose, der durch alle Dimensionen des Universums segelt und nirgendwo festmachen kann. Alle Dimensionen sind nur da, weil du da bist. Und du entdeckst nichts Neues, weil es bereits vorhanden war. Und überall, wo du festmachst, wirst du auch wieder ablegen. Wenn du in dieser Hölle der Trennung nicht sein kannst, was-du-bist, wirst du es auch in keiner anderen Dimension sein können. Es ist das Schlimmste – einverstanden. Nichts ist schlimmer, als ein relatives menschliches Wesen in der relativen Zeit mit einer Geschichte zu sein. Wenn du unter diesen Umständen nicht sein kannst, was-du-bist, was ist es dann wert, zu sein, was-du-bist?

aus: Karl Renz, „Worry And Be Happy“

winker

Ich glaub, ich hab die Geschichte schon mal erzählt, aber macht ja nix, Opas erzählen immer dieselbe Geschichte zum x. Mal. Ich glaub, ich hab sie bei Osho gelesen. Also ein polnischer LKW-Fahrer fährt mit seinem Uralt-Laster auf einer ziemlich kaputten Landstraße daher und er sagt irgendwann seinem Beifahrer, er soll mal seinen Kopf zum Fenster rausstrecken und gucken, ob der Winker kaputt ist. Vielleicht kennt ja unter euch Mummelgreisen noch einer die Winker. Der Beifahrer streckt also seinen Kopf raus und macht Meldung: „Jetzt ist er kaputt.“ – „Jetzt geht er wieder.“ – „Jetzt ist er kaputt.“ – „Jetzt geht er wieder.“ … Osho meinte, wenn ich mich recht erinnere: „So ist es mit unserem Bewusstsein: Mal geht es, mal ist es kaputt.“ Der Beifahrer war natürlich ein bisschen dusselig. Wenn der Winker oben war, ging er für ihn, war er unten, glaubte er, er sei kaputt.

Osho wollte vermutlich mit seiner kleinen Geschichte etwas sehr Ähnliches ausdrücken wie der Karl: „Es ist, als würde man in das Gewahrsein-Samadhi gehen, in dem es nicht einmal keine Zeit gibt. Dann bist du im dritten Zustand – Zeit, keine Zeit und dann bist du die Leinwand, auf der Zeit und keine Zeit und Form und Formlosigkeit erscheinen.“ Jetzt geht der Winker. „Also erst KO“ (erster Zustand) – Winker kaputt, „dann OK“ (zweiter Zustand) – das ist so zwischendrin zwischen kaputt und nicht kaputt, dann „immer okie-dokie“ (dritter Zustand) – Winker geht. Beide wollen damit zum Ausdruck bringen, dass es keinen Endpunkt gibt, an dem du sagen könntest: Ich bin angekommen, ‚ich habe fertig.‘ „Du bist wie ein Matrose, der durch alle Dimensionen des Universums segelt und nirgendwo festmachen kann.“ Als einziges Besatzungsmitglied an Bord kannst du, verdammt für alle Ewigkeit, zusehen, wie dieses Geisterschiff führerlos die Weltmeere durchpflügt. Karl: „Nichts ist schlimmer, als ein relatives menschliches Wesen in der relativen Zeit mit einer Geschichte zu sein. Wenn du unter diesen Umständen nicht sein kannst, was-du-bist, was ist es dann wert, zu sein, was-du-bist?“

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3 Antworten zu Karl Renz: Du kannst nicht aufhören, dich zu verwirklichen.

  1. Inge schreibt:

    so ist ES 🙂

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  2. Inge schreibt:

    oh mein Gott – ‚ich habe fertig‘ !
    und schon wieder ist einer zuviel…

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  3. Nane schreibt:

    Ist doch schön, wenn er sich trotz der vielen „abers“ akzeptiert, arrangiert hat.
    Ich frag mich ja schon was die Leut so tun, wenn die Kamera aus ist und sie unter sich sind. Und ob die Brille echt ist.
    Und wo er dann mit seiner Idee-Reise-NichtReise landet, wenn er „fertig“ hat. Und ob er sich an seine weiblichen Inkarnationen erinnern kann, die ja die andere Seite der Polarität darstellen.
    Naja, das weiß der Autor ja nur selber. Ist ja sein eigener Lektor, ähm Lektion.

    Schönen Sams-Tag.

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