Osho: Kein Kampf gegen den Kampf

 

 osho

Du weißt, dass nichts getan werden kann, du weißt, dass das Tun nur stört; noch hältst du dich ans Denken, fährst du fort, dir zu wünschen, dass es so ginge, dass etwas getan werden könne – vielleicht, eventuell. Und du weißt die ganze Zeit, dass es so nicht geht, denn es ist keine Frage des Tuns. Aber dennoch spürt das Herz weiter, dass es vielleicht einen Weg geben mag. Man hängt wie im Nebel. Aber auf diese Art wächst man. Nichts kann getan werden, und ich weiß, dass sich auch nichts an dem Denken ändern lässt, dass da fortfährt anzunehmen, es könne vielleicht doch etwas getan werden. Auch daran kann nichts getan werden. Daher akzeptiere auch das; auch das ist Teil des Herzschmerzes.

Akzeptiere, was immer es ist; und im totalen Akzeptieren ist die Umwandlung. Entspanne dich. Kämpfe nicht. Denk daran, es ist sehr subtil. Denn sobald ich „Entspanne dich“, sage, denkst du jetzt, dass du nicht denken sollst: „Jetzt soll ich nichts tun; jetzt ist mir sogar nicht erlaubt, darüber nachzudenken, was zu tun ist.“ Dann hast du mich missverstanden. Wenn ich sage: „Entspanne dich“, meine ich: „entspanne dich; was immer passiert, – lass es los.“ Ich sage damit nicht … denn wenn du anfängst zu glauben, dass Loslassen bedeutet, dass du nicht darüber nachdenken darfst, was getan werden soll, dann fängst du an, mit dem Gedanken zu kämpfen, der ja immer wieder kommen wird: „Was tun?“ Du wirst damit zu kämpfen anfangen. Loslassen bedeutet einfach: Kein Kampf.

 Jetzt wird die Sache sogar noch subtiler. Wenn der Kampf kommt, was wirst du tun? Lass los, lass den Kampf da sein. Das ist eine sehr feine Sache, dass du das Kämpfen sein lässt, auf welcher Ebene du auch immer zu kämpfen beginnst. Verstehst du mich? Wenn ich sage: „Lass das Kämpfen sein.“, dann fang nicht an, es sein zu lassen; denn dann lässt du es nicht sein, dann hast du einen neuen Kampf gegen den Kampf angezettelt. Es ist ungeheuer wichtig. Lass es mich wiederholen. Ich sage dir, nicht zu kämpfen, aber der Kampf kommt. Was also tust du? Lass ihn kommen. Und ich habe dir gesagt, nicht zu kämpfen, und trotzdem kommt der Kampf. Was sollst du jetzt tun? Lass ihn kommen. Genau das meine ich, wenn ich sage: „Kämpfe nicht.“ Auf welcher Ebene auch immer der Kampf beginnen mag und du lässt dich verwickeln und wirst von dem, was sonst passiert, getrennt – das tu nicht. Entspanne dich. Lass es da sein, was immer es ist, und nach und nach wird dir bewusst werden, dass das die einzige Art ist, wie du sein kannst, die einzige Art, glückselig zu sein, und die einzige Art, gesegnet zu sein. Eine völlig andere Fülle wird erreicht, wenn du dich entspannst.

Osho (hab ich mir vor vielen Jahren abgetippt, weiß nicht mehr woher)

kMan kann es mit Buddha natürlich auch so sagen: „Handlungen geschehen, doch gibt es keinen Handelnden.“ Osho geht ein bisschen näher auf das ein, was das bedeutet. Wenn der Kampf kommt, ist das der Impuls zu handeln. Handlungen geschehen, doch gibt es keinen Handelnden. Also lass diesen Handlungsimpuls geschehen und versuche nicht, ihn zu unterdrücken. Denn dieses Unterdrücken wäre nichts anderes als ein neuer Kampf, ein Kampf gegen den Kampf. Wenn also der Impuls zu unterdrücken auftaucht, der Kampf gegen den Kampf, dann kämpfe nicht gegen den Kampf gegen den Kampf. Wenn aber auch dieser Kampf unterdrückt werden will, dann kämpfe nicht gegen den Kampf gegen den Kampf gegen den Kampf ….. Es wird eine Kette von Nein, Nein, Nein, Nein, Nein, Nein – bis aus dem Nein irgendwann vielleicht ganz von selbst ein Ja wird. Die Kette mit den verschlossenen Kettenglieder bekommt am Ende – inshallah – ein geöffnetes Kettenglied.
k
Wie lang die Nein-Kette auch immer geworden ist, ist nicht so wichtig. Wichtig ist allein das letzte Kettenglied. Wenn das letzte Kettenglied offen ist, ist die ganze Nein-Kette wie durch einen Spuk verschwunden und es offenbart sich ein freudig-fröhliches Ja. Wer seinen Neins nicht erlaubt, sich zu zeigen und sich auszudrücken, wird vermutlich nie ein wirkliches Ja erleben. Denkt an Nietzsches nein-brüllenden Löwen in seinem Zarathustra. Da muss man durch, bevor man wieder zum spielenden Kind wird.

fAber nicht, dass jetzt schon wieder jemand auf die komische Idee kommt, das machen zu müssen. Das Nein taucht von allein auf und das Ja ebenfalls. Spannend, dem zuzugucken. Und Zugucken ist schon das Einzige, was diesen Prozess nicht behindert, was ihn sogar befördert.

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7 Antworten zu Osho: Kein Kampf gegen den Kampf

  1. Alexandra schreibt:

    Wenn diese scheiß verrückte Welt eine Illusion ist, dann will ich das wissen! Und wenn es mich das Leben kostet, sagt die ganz wagemutige Petrusstimme in ihr, worauf die verzagte fragt: bist du dir da sicher? Nein, bin ich nicht, aber das habe ich sowieso nicht in der Hand.

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  2. Peter schreibt:

    ….wie gut, dass es die Sprache gibt. Mit der man immer wieder Beschreibungen so in Worte formen und ausdrücken kann, ebenso einer Kette, dass daraus am Ende nur ein Staunen, ein Aha, ein wundervoll übrig bleibt. Das alles einfach nur einfach ist, immer wieder. Lieber Osho, lieber Nitya, danke für eure Hinweise in diesem klasse Artikel…….

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  3. fredoo schreibt:

    Ich mag Sprache auch … sogar sehr … Ich verstehe sie kaum noch als Kategorisierungsmittel … sondern viel eher als Ausdruck von Hochachtung und Bewunderung für diese der Wunder volle Schöpfung …

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    • Elwood schreibt:

      Die Kategorisierung des Kategorisierungsmittel gehört auch zum Wunder der Schöpfung…
      Ist meine Meinung über die Meinung, das die Meinung wegfällt, von der ich gar keine Meinung haben kann, da die Kategoriserung keinen festen Standpunkt, von wo aus sie kategoriesieren könnte, nicht geben kann, außer in mir, der Schöpfung, in der es keinen Schöpfer gibt.

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  4. Nane schreibt:

    Nun hab selbst „ich“ gelesen, was es mit dem Nichtstun zu tun hat. Nämlich mit dem physichen Körper. Den GEIST vom physichen Körper abziehn. Aus „Ein Kurs im Wundern“.

    Der phys. K. wird dort als Begrenzung dargestellt, da er „nur“ eine Form hat, die gewechselt werden kann.

    Ich mag Wörter bzw. Sprache auch. Sie offen-bar-t. Offenbar.

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