Ramesh Balsekar: Die grundlegende Dualität der Manifestation

 

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Es erweist sich, dass das Mysterium des Lebens doch kein Mysterium ist.

Die Einzigkeit der Quelle ist zur grundlegenden Dualität der Manifestation (und ihrer Arbeitsweise, die wir „Leben“ nennen) geworden, die mit Mann und Frau beginnt – Dualität jeder nur erdenklichen Art.

Daher muss es im Leben Wohlstand und Armut geben, Heilige und Psychopathen, gesunde Kinder und solche, die behindert sind.

Alles, was wirklich IST, ist die absolute Wirklichkeit.

Es gibt keine Schöpfung, nur ein Erscheinen im Bewusstsein, das verschwindet und wieder erscheint.

aus: Ramesh Balsekar, „Zen und Tao im Licht von Advaita“

kSo wie der elektrische Strom einen Pluspol und einen Minuspol benötigt, um Spannung zu erzeugen und vom Minuspol zum Pluspol fließen zu können, so benötigt alles zu seiner Manifestation zwei Gegenpole. Wie uns die berühmten Schweinigeleien von Khajuraho zeigen und sowieso schon jedes Kind weiß, bilden die Menschen da keine Ausnahme.

sKodo Sawaki war ein ziemlich grober Klotz. Einmal sagte er: „Alles redet von Liebeshochzeiten, aber ist das nicht eine ziemliche Gefühlsduselei? Geht es nicht letztlich doch nur um Schwanz und Möse? Warum sagt bloß keiner, dass er sich in eine Möse verliebt hat?“ In feineren, westlichen Kreisen spricht man von Shivalingam, aber meint damit nichts anderes als dieser Grobian Kodo Sawaki. Stecker und Steckdose bringen es auf eine neutrale physikalische Ebene, auf der mühelos erkannt werden kann, dass zwischen Plus- und Minuspol Anziehung besteht und dass ohne die Spannung zwischen beiden kein Leben möglich ist.
sRamesh sagt also: „Die Einzigkeit der Quelle ist zur grundlegenden Dualität der Manifestation (und ihrer Arbeitsweise, die wir ‚Leben‘ nennen) geworden, die mit Mann und Frau beginnt – Dualität jeder nur erdenklichen Art.“ Und er fährt fort: „Daher muss es im Leben Wohlstand und Armut geben, Heilige und Psychopathen, gesunde Kinder und solche, die behindert sind.“ Gerade schwelgten wir noch im Liebesrausch und nun das. Ramesh überträgt sein schönes Liebesmodell auf das ganze Leben und stellt fest, dass es Polaritäten – wieso hat Daniel Herbst hier Dualität übersetzt oder meinte Ramesh tatsächlich Dualität? – dass es also Polaritäten nicht nur zwischen Mann und Frau gibt, sondern auch etwa zwischen den Reichen und den Armen, den Gewalttätigen und den Friedfertigen, den Kranken und den Gesunden, dann ist es mit dem Verständnis für das Modell der Polarität meist schnell vorbei. Wir wollen keine Armen, keine Kranken, keine Gewalttätigen. Wir wollen, dass alles immer besser wird.

wSo, wie die linke Waage dasteht, so hätten wir gern unsere Lieblingswelt. So ist sie nur nicht. Sie ist ganz bestimmt in keiner Weise statisch, sondern höchst dynamisch. Auch das Einfrieren auf eine Mittelposition ist nicht möglich, so sehr sich manche wenigstens das wünschen. Genderismus und ähnliche Versuche werden zwangsläufig und Gott sei Dank scheitern.

Was bleibt? Mir fällt wieder die Frage entnervter Schüler an ihren Meister ein: „Was sollen wir tun, es ist so schrecklich heiß?“ Der Meister ganz cool: „Im Sommer schwitzen wir, im Winter frieren wir.“ Ramesh: „Es gibt keine Schöpfung, nur ein Erscheinen im Bewusstsein, das verschwindet und wieder erscheint.“

w

 

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21 Antworten zu Ramesh Balsekar: Die grundlegende Dualität der Manifestation

  1. fredoo schreibt:

    Dualität ?
    Polarität ?

    was meint denn Dualität ? … meint die prinzipielle Anordnung / Struktur / Matrix des Universums (einschließlich unser selbst ) . Und die Form ihrer Wahrnehmung ! Subjekt-Prädikat-Objekt durch die Erinnerung dieser Wahrnehmung , nachträglich , so strukturiert … „erzeugt“ also Dualität …
    Ein erinnertes Universum (einschließlich eines erinnerten „ich“ dabei) ist also immer in Dualität strukturiert .. Dualität meint also … das gleichzeitig (in Erinnerungsabspeicherung) entstehende Gegenüber von Subjekt-Objekt und Objekt-Objekt im Miteinander …
    In einer objektivierten Erfahrung entsteht also gleichzeitig zweierlei ( deswegen Dual-ität) . einmal das objektivierte ( als „real“ gesehene ) Objekt (der Wahrnehmung) und (!) das als gleichfalls „real“ gesehene Subjekt (als Wahrnemender dieses Objektes) … Beides zusammen , erzeugt als Dualität , das was als Realität gesehen wird … das , oder so ähnlich meint wohl Dualität …

    was meint dagegen Polarität ? … sie definiert eher die Art der Beziehung der Objekte zueinander ( und auch gegeneinander ) … während Dualität gewissermassen die ursächliche Stuktur der „Universums-Materie“ formuliert ( also etwas mit etwas ), formuliert Polarität eher den energetischen Aspekt … was und wie lässt diese Objekte dann „geschehen“ …

    so ungefähr hab ichs mir selbst verklickert … 😉

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    • Nitya schreibt:

      Balsekar verwendet den Begriff „Dualität“ nur an dieser Stelle: „Die Einzigkeit der Quelle ist zur grundlegenden Dualität der Manifestation (und ihrer Arbeitsweise, die wir ‚Leben‘ nennen) geworden, die mit Mann und Frau beginnt – Dualität jeder nur erdenklichen Art.“ Er verwendet ihn – auch nach deiner Darstellung, werter Herr Fredoo – genau an der Stelle, in der es um Polarität geht – Fredoo: „was meint dagegen Polarität ? … sie definiert eher die Art der Beziehung der Objekte zueinander ( und auch gegeneinander )“

      Der Bedgriff „Dualität“ wäre richtig an der Stelle, in der Ramesh sagt: „Es gibt keine Schöpfung, nur ein Erscheinen im Bewusstsein, das verschwindet und wieder erscheint.“.

      Ich kann deinen Begriffsdefinitionen völlig zustimmen. Danke.

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  2. fredoo schreibt:

    ergänzend :
    wenn Ramesh schrieb : „““„Es gibt keine Schöpfung, nur ein Erscheinen im Bewusstsein, das verschwindet und wieder erscheint.“““ betont er damit das rein Erscheinende von Dualität …
    Diese IST nicht … sondern er-innerte Ereignisse lassen eine in Dualität begründete Wirklichkeit , als ob WIRKEND erscheinen … jedoch ist diese Wirklichkeit nicht tatsächlich „wirkend“ ( aus sich selbst heraus ) sondern als reine Erscheinung aus BEWUSSTSEIN ( als ob selbst wirkend ) entstanden …
    Damit gibt es keine wirkliche ( = selbst „wirkende“ ) Schöpfung , sondern nur die Show einer Schöpfung ( um es etwas salopp auszudrücken ) … 😀

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  3. Alexandra schreibt:

    Polarität drückt, finde ich, die Bewegung dazwischen stattfindet aus. Ohne Bewegung kein Erscheinen der subjekte, Objekte… das zeigt die Waage in Bewegung für mich. Die „statische“ Waage könnte Dual sein, ist aber ohne Bewegung. Wir Menschen sind nur so verrückt, diese Waage so in Schwingung zu versetzen, dass einem schwindelig wird. tierpopulationen schwanken immer, Angebot und Nachfrage steuern sich über fressen und gefressen werden. In der Menschenwelt stehen derzeit die 8 Reichsten der ärmeren anderen Mesnchheitshälfte gegenüber (also knapp 3000000000, oder? . Habs nicht so mit Zahlen). Ranjit sagte mal ( oder wars nisargadatta)“ die Welt galoppiert in Richtung Hölle“. irgendwann kommt auf die eine oder andere Weise der vollstopp. Das kann den Reiter vom Pferd hauen, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber wie innen so außen. In mir siehts da wohl nicht anders aus. So ist der Mensch, so bin ich, bzw. so scheine ich zu sein. Und jetzt will ich Sommer und schwitzen, das Wetter geht mir auf den Keks!
    Oh, draußen ein Eichhörnchen! Dachte schon, sie wären alle weg! Das grüßt dich, Nitya!

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  4. Brigitte schreibt:

    Echt, ich kriegs noch an die Nerven, wenn ich all diese Erklärungsmodelle lese.;) Was soll das? Es ist für die Tonne. In meinen Augen erzeugt dies nur weitere Vorstellungen, die scheinbares Wissen vorgaukeln. So wird ein „Wissender“ konstruiert und eine vermeintliche Subjekt-Objekt-Spaltung kann weiter aufrechterhalten werden. Was wissen wir schon? Wie gewonnen so zerronnen. Für mich hat es Daniel Herbst in einem Satz wunderbar auf den Punkt gebracht: „Ohne deine Erklärungsversuche, wird dir die Welt abgrundtief – grundlos und unmittelbar.“

    Aus dem Mahamudra des Dritten Karmapa Rangdjung Dorje

    Alle Phänomene sind die Projektionen des Geistes.
    Der Geist ist nicht „ein” Geist,
    denn der Geist ist leer in seinem Wesen.
    Obwohl leer, entsteht alles ständig in ihm.
    Mögen wir durch die gründliche Untersuchung des Geistes
    seine innerste Wurzel finden.

    Die Selbstmanifestation, die niemals als solche existiert hat,
    wird fehlerhaft als Objekt erlebt.
    Die Eigen-Bewußtheit wird durch Unwissenheit als Ich erlebt.
    Wegen Anhaftung an diese Dualität
    irren wir in der bedingten Welt herum.
    Möge die Wurzel der Verwirrung gefunden werden.

    Er ist nicht existent,
    denn sogar die Buddhas sehen ihn nicht.
    Er ist nicht nicht-existent,
    denn er ist die Grundlage sowohl für Samsara als auch für Nirvana.
    Er ist nicht die Gegensätze, noch beides, noch etwas anderes,
    sondern Ihre Vereinigung – Der Mittlere Weg.
    Mögen wir die Wirkliche Natur des Geistes,
    der jenseits von Extremen ist, erkennen.

    Er kann nicht beschrieben werden, indem wir sagen: „Er ist.”
    Er kann nicht verneint werden, indem wir sagen: „Er ist nicht.”
    Die unfassbare absolute Wirklichkeit ist nicht zusammengesetzt.
    Mögen wir Gewissheit über die Richtigkeit dieser endgültigen Bedeutung erlangen.

    Solange dieses nicht erkannt ist,
    dreht sich das Lebensrad;
    wurde es verstanden,
    ist der Buddhazustand nichts anderes als Das.
    Es gibt nichts,
    was als seiend oder nicht seiend beschrieben werden kann.
    Möge das Wesen der Wirklichkeit,
    die Wahre Natur des Buddha-Geistes, erkannt werden.

    Erscheinung ist nur Geist.
    Leerheit ist nur Geist.
    Erleuchtung ist nur Geist,
    Verwirrung ist nur der eigene Geist.
    Entstehen ist nur Geist,
    Auflösung ist nur Geist.
    Möge jedes Zweifeln und Zögern,
    das den Geist betrifft, überwunden werden.

    Mögen wir ohne verunreinigt zu sein
    von intellektueller, angestrengter Meditation,
    noch gestört von den Windböen des täglichen Lebens,
    an unserer Praxis auf die Natur des Geistes geschickt festhalten.

    Betrachten wir immer wieder den Geist,
    der nicht betrachtet werden kann,
    wird das gesehen, was nicht gesehen werden kann,
    mit voller Klarheit, so wie es ist.
    Möge der fehlerfreie Geist,
    befreit von jedem Zweifel über Sein und Nicht-Sein
    sich selbst erkennen.

    Durch das Betrachten äußerer Dinge sehen wir den Geist,
    nicht die Dinge.
    Durch das Betrachten des Geistes sehen wir seine Leere Essenz,
    aber nicht den Geist.
    Durch das Betrachten beider löst sich das Anhaften
    an alle Dualität von Selbst auf.
    Möge das Klare Licht,
    das Wahre Wesen des Geistes, erkannt werden.

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    • Nitya schreibt:

      Du hast aber schwache Nerven, liebe Brigitte! Ich gehe ja völlig konform mit dir, wenn du sagst, dass alle Erklärungsmodelle für die Tonne sind und alle Vorstellungen mit dazu. Dass sie scheinbares Wissen vorgaukeln, ist allerdings deine Unterstellung. Vielleicht tut dies ja der Dritte Karmapa Rangdjung Dorje in seinem Mahamudra; ich kann das nicht beurteilen, würde es ihm aber auch nicht unterstellen wollen. Was er da macht, ist allerdings auch nichts anderes, als Erklärungsmodelle zu kreieren. Und nichts und niemand kann verhindern, dass es dadurch zu weiteren Subjekt-Objekt-Spaltungen kommen kann. Was ist deine Genervtsein denn anderes als eine Subjekt-Objekt-Spaltung? Scheint ja eine ziemlich sündhafte Angelegenheit zu sein diese Subjekt-Objekt-Spaltung – und doch entkommst du ihr nicht. Ich habe mit dieser Subjekt-Objekt-Spaltung nicht das geringste Problem. Wenn ein Problem daraus werden soll, dann liegt es immer an der „Anhaftung“, an dem Glauben daran, dass das Wort, und in dem Fall die Erklärung, das Ding sei. Ich empfehle als kleine Übung zur Ent-Haftung der An-haftung das feine Gedicht „Seepferdchen und Flugfische“ von Hugo Ball:

      tressli bessli nebogen leila
      flusch kata
      ballubasch
      zack hitti zopp

      zack hitti zopp
      hitti betzli betzli
      prusch kata
      ballubasch
      fasch kitti bimm

      zitti kitillabi billabi billabi
      zikko di zakkobam
      fisch kitti bisch

      bumbalo bumbalo bumbalo bambo
      zitti kitillabi
      zack hitti zopp

      treßli beßli nebogen grügrü
      blaulala violabimini bisch
      violabimini bimini bimini
      fusch kata
      ballubasch
      zick hiti zopp

      Was den von dir zitierten Satz von Daniel Herbst betrifft „Ohne deine Erklärungsversuche, wird dir die Welt abgrundtief – grundlos und unmittelbar“, so möchte ich ihn gern ergänzen: Und mit deinen Erklärungsversuchen auch.

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      • fredoo schreibt:

        auch diesen Satz des Herrn Herbst möchte ich ( als Erklärungsversuch der weiteren Klärung ) gerne etwas umformuluieren : “ Ist Dir echtes Staunen vergönnt , wird dir die Welt abgrundtief – ohne deine dann versiegenden Erklärungsversuche – grundlos und unmittelbar“…
        Während in den Worten von Herrn Herbst (wie ich finde) immer noch das „Machen“ mitschwingt , vor allem ein richtiges Machen ! … versuche ich das „Zugefügte“ gar „Zugemutete“ dieser Situation zu betonen …
        aber selbst da … wieder der Versuch von vokabulöser Klärung …

        ich kann wohl immer noch nicht anders … 😉

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      • Brigitte schreibt:

        moi herzgebobbeldi dreckschipp, was soll ich dazu schon sagen?
        diddeldaddelduddel 😉

        Ich tauch mal wieder ab, sonst hol ich mir nur blaue Flecken 😉

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    • froeschin schreibt:

      „Was wissen wir schon?“

      Liebe Brigitte,
      nun ist das mit jeder „Kritik“ an den Elchen ja immer so, dass man selber nicht nur selber einer war, sondern eigentlich ist.

      „Was wissen wir schon?“ ist doch ebenfalls eine „Subjekt-Objektspaltung“ – nur dass es jetzt um den „Unwissenden“ geht.

      Und wenn es wirklich um Stille gehen sollte, dann ist, wie ja schon Nitya schreibt, der dritte Karmapa recht redselig. Das Wort bleibt weiterhin „nicht das Ding“. Und fast sämtliche „Handlungsreisende“ in Sachen Advaita handeln auch entgegen Ihrer eigenen „Doktrin“: „Ohne deine Erklärungsversuche, wird dir die Welt abgrundtief – grundlos und unmittelbar.“

      Nutzt nicht auch Daniel Herbst einen Erklärungsversuch, der den Erklärungsversuch in Frage stellt?

      Lieben Gruß
      vom Oberelch

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  5. fredoo schreibt:

    Ich kann da Brigitte völlig zustimmen … Erklärungsversuche sind reine Resumeeaktionen … Beschäftigungstherapie … womöglich …
    Oder halt Versuche sich (und anderen) im Vorab etwas zu erklären , was in Essenz noch gar nicht verstanden wurde … ohnehin müßig letztlich , da diese Essenz ohnehin unwörterbar ist …

    doch auch hier … schon wieder irgendwie ein Erklärungsversuch des Herrn fredoo …

    oh mein Gott … ich schwätze hier … ich kann wohl nicht anders … 😦

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  6. Alexandra schreibt:

    Na dafür ist diese Welt der Polarität / dualität aus Menschensicht ja da, damit wir doof darüber rumsülzen können. Zumindest dann, wenn uns nicht existentielle Probleme wie ein dauerhaft knurrender Magen oder Bomben aufs Dach quälen. Und wenn wir so gestrickt sind, dass wir eben das tun.

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  7. Alexandra schreibt:

    Der Überlieferung zufolge sollen am Eingang des Tempels von Delphi die Inschriften „Erkenne dich selbst“ (gnôthi seautón, γνῶθι σεαυτόν) und „nichts im Übermaß“ (μηδὲν ἄγαν, medèn ágan), angebracht gewesen sein. Insbesondere die erste, bekanntere Aufforderung deutet die eigentliche Absicht des Kultes bzw. der verehrten Gottheit an, nämlich die Auflösung individueller Probleme und Fragestellungen durch die Auseinandersetzung mit der eigenen inneren Persönlichkeit. Die Erkenntnis der „Innenwelt“ diente damit als Zugang zur Problemlösung in der „Außenwelt“.

    Die zweite Inschrift (medèn ágan, „Nichts im Übermaß“, „Alles in Maßen“) mahnt zur Bescheidenheit im eigenen Tun. Das rechte Maß steht für eine Grundfigur antiken griechischen Denkens, die neben der platonischen Seinslehre bis zur aristotelischen Tugendethik auch die Musik, die Mathematik, Medizin und viele andere gesellschaftlichen Bereiche erfasste.

    Die Existenz dieser Inschriften ist nicht durch archäologische Funde, sondern aus schriftlichen Überlieferungen bekannt. So lässt z. B. Platon im Phaidros und vor allem im Symposion den griechischen Philosophen Sokrates über die Bedeutung dieser Inschriften referieren.

    Weit weniger bekannt ist, dass nach einer Überlieferung des Charmides sowie dem etwa 500 Jahre jüngeren Bericht Plutarchs zu diesen beiden Weisheiten noch eine dritte, „Du bist“ (eî), gehört. Inwieweit diese das Portal zierte, ist ungewiss. Nach Plutarchs Erzählung war sie vermutlich eher eine gesprochene Antwort der Besucher des Tempels auf die Inschriften. Durch ihre später gewonnene Bedeutung kann sie jedoch legitim als „dritte apollonische Weisheit“ gelten.erung zufolge sollen am Eingang des Tempels von Delphi die Inschriften „Erkenne dich selbst“ (gnôthi seautón, γνῶθι σεαυτόν) und „nichts im Übermaß“ (μηδὲν ἄγαν, medèn ágan), angebracht gewesen sein. Insbesondere die erste, bekanntere Aufforderung deutet die eigentliche Absicht des Kultes bzw. der verehrten Gottheit an, nämlich die Auflösung individueller Probleme und Fragestellungen durch die Auseinandersetzung mit der eigenen inneren Persönlichkeit. Die Erkenntnis der „Innenwelt“ diente damit als Zugang zur Problemlösung in der „Außenwelt“.

    Die zweite Inschrift (medèn ágan, „Nichts im Übermaß“, „Alles in Maßen“) mahnt zur Bescheidenheit im eigenen Tun. Das rechte Maß steht für eine Grundfigur antiken griechischen Denkens, die neben der platonischen Seinslehre bis zur aristotelischen Tugendethik auch die Musik, die Mathematik, Medizin und viele andere gesellschaftlichen Bereiche erfasste.

    Die Existenz dieser Inschriften ist nicht durch archäologische Funde, sondern aus schriftlichen Überlieferungen bekannt. So lässt z. B. Platon im Phaidros und vor allem im Symposion den griechischen Philosophen Sokrates über die Bedeutung dieser Inschriften referieren.

    Weit weniger bekannt ist, dass nach einer Überlieferung des Charmides sowie dem etwa 500 Jahre jüngeren Bericht Plutarchs zu diesen beiden Weisheiten noch eine dritte, „Du bist“ (eî), gehört. Inwieweit diese das Portal zierte, ist ungewiss. Nach Plutarchs Erzählung war sie vermutlich eher eine gesprochene Antwort der Besucher des Tempels auf die Inschriften. Durch ihre später gewonnene Bedeutung kann sie jedoch legitim als „dritte apollonische Weisheit“ gelten.
    Wikipedia
    Nichts im Übermaß“, „Alles in Maßen“: die Mahnung, dass sich die Waagschale nicht zu doll in eine Richtung bewegt…

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  8. punitozen schreibt:

    ….Wir wollen keine Armen, keine Kranken, keine Gewalttätigen. Wir wollen, dass alles immer besser wird……

    Lieber Nitya ,
    solche Satzgebilde findet so`n oller Punito , Mann o Mann , zum in die Tischkante beißen . 🙂
    Wenn du in Armut hineingeboren und ringsherum deinesgleichen auch nicht viel besser dran ist ,
    dann ist Armut gar kein Thema . Zum Thema wird es erst , wenn du anfängst zu verstehen , das es da Typen gibt , die mit einer Innentoilette , einem Badezimmer , ein Kinderzimmer mit Ausblick
    auf die Gasse aufwarten können . Dann fängt das Vergleichen an , mit all seinen allbekannten
    Auswüchsen in einer Gesellschaft , gleich welchen Erdteiles .
    Daraus ergibt sich das Haben-Wollen mit allen Schikanen .
    Nur mit den Krankheiten ist es auch so eine Sach ` .
    Keiner will sie haben . Darin gleichen sich Arm und Reich . Mit dem einen Unterschied :
    Die Reichen können den Heiler aufsuchen – die Armen , na ja – verrecken eventuell , wenn ihr Immunsystem zusammenbricht . Ist zwar bedauerlich , sind arm dran die Armen , wie das Prädikat
    es schon bezeichnet . Da kannste glatt gewaltig werden , als Armer !
    Wären da nicht die Herren im schwarzen oder andersfarbigen Kostüm , die da sabbeln : “ Armut adelt ! “ oder so ähnlich .
    Die Gewaltätigkeit der Reichen ist auch nicht ohne – äusserst subtil -zynisch .
    So ein Punito ist wie er is t, mit Herz und Verstand ausgestattet – was gibt es da noch zu verbessern ?
    NICHTS !
    Reicher und gesünder geht`s nicht !
    Herzliche Grüße
    Punito

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    • Nitya schreibt:

      „So ein Punito ist wie er ist, mit Herz und Verstand ausgestattet – was gibt es da noch zu verbessern ?
      NICHTS !
      Reicher und gesünder geht`s nicht !“

      Lieber Punito,

      beiß dir nicht die Zähne aus an der Tischkante, so du noch welche zum Rausbeißen hast.

      Ich erinnere mich dumpf, dass du in den letzten Jahren einiges gemacht hast bzw. machen hast lassen, dass es dir gesundheitlich wieder besser geht. Deshalb irritiert mich deine Frage „Was gibt es da noch zu verbessern?“ irgendwie. Gesünder gehts also doch und möglicherweise auch reicher. Ich finde nicht, dass dagegen etwas einzuwenden wäre, wenn es dir gut und vielleicht sogar besser als vorher geht.

      Dass im jeweiligen Augenblick alles vollkommen ist und dass es ständig etwas zu verbessern gibt, scheint nur ein Widerspruch zu sein. Ich verbessere jetzt jedenfalls meinen kaffeelosen Zustand gerade mit einem köstlichen Kaffee.

      Zur Zeit habe ich damit begonnen, Biolgo Detox zu nehmen, ein Entgiftungsmittel. Ich merke, wie heftig ich reagiere, wenn ich ein bisschen zu viel davon nehme. Dann hab ich sofort Wasser in den Beinen, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen und dergleichen mehr. Obwohl ich mich relativ gesund ernähre, bin ich offensichtlich total vergiftet. Also bin ich immer wieder am Verbessern. Auch wenn du in die Tischkante beißt.

      Herzlichst
      Niya

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      • punitozen schreibt:

        Wer wünscht sich schon Krankheit . Vorher ist anders als mittendrin , lieber Nitya .
        Jetzt und Heute ist anders als Gestern , gerade über die Erfahrung von Krank-werden .
        Ohne diese Erfahrung , würde so`n Punito manch wertvolles gar nicht beachtet haben .
        Natürlich wünsche ich mir weiterhin Verschonung von … was weiß ich .
        Dir wünsche ich von Herzen viel Gesundheit .
        Liebe Grüße
        Punito
        https://www.rowohlt.de/fm/131/Karstaedt_Dreieck.pdf

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      • Nitya schreibt:

        Lieber Punito, danke, danke, danke,

        Homocystein nehm ich schon und den UweKarstädt kenn ich auch.Hier noch was von ihm:

        Übrigens: Früher hatte ich ständig schmerzhaft entzündete, blutende Zahntaschen. Seit ich Kreide fresse gemixt mit Sole aus gutem Steinsalz hab ich keinerlei Probleme mehr damit. Prima Zahnpaste zum Selbstherstellen.

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  9. Alexandra schreibt:

    Ist nicht jedes Lebewesen immer darauf aus, dass es ihm behaglich geht? Wenn der Magen knurrt, wollen wir essen, so einfach ist das. Ist nichts zu essen da, gehts uns nicht gut. So ist es mit anderen Dingen auch. Bedürfnisse wollen erfüllt werden. Die Frage ist vielleicht wo ist da einfach ein körperliches Bedürfnis und wo ein anderes, was kompensiert wird ( ich z.b. Bin ein Stress-Esser) . Auf der Suche nach sich selbst kommen oft mangelgefühle auf, die scheinbar durch Ersatz befriedigt werden. Das wirkt meist nur sehr kurzfristig, dann ist das Mangelgefühl wieder da. Dann wird gekauft, gefressen, Geld gehortet oder was auch immer. „Gesuchtet“ als Ersatz für Suche. Oder so.

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