Huang-po: Suche nichts außer diesem

 

hGEIST ist der BUDDHA. Der Weg ist das Aufhören des begrifflichen Denkens. Wenn du nicht mehr Begriffe und Gedanken aufkommen lässt, wie Existenz und Nichtexistenz, lang und kurz, Selbst und Anderes, aktiv und passiv und Ähnliches, dann wirst du finden, dass dein GEIST im Grunde BUDDHA, dass BUDDHA im Grund GEIST ist und dass der GEIST der Leere ähnlich ist. Darum steht geschrieben, dass „der wahre Dharmakaya der Leere ähnelt.“ Suche nichts außer diesem, damit deine Suche nicht in Leiden endet.

Wenn du auch die sechs Pāramitas so viele Äonen lang übst, wie es Sandkörner am Ganges gibt, und noch andere Arten von Tätigkeit zur Erlangung der Erleuchtung hinzufügst, wirst du das Ziel doch nicht erreichen! Warum nicht? Weil dies Karma bewirkende Tätigkeiten sind und du, wenn das gute Karma, das sie schaffen, erschöpft ist, wiedergeboren wirst in der vergänglichen Welt. Darum steht auch geschrieben: „Der Samboghakāya ist nicht ein wirklicher BUDDHA, noch ein wirklicher Lehrer des Dharma.“

Nur wenn du das Wesen deines eigenen GEISTes kennenlernst, in dem es kein Selbst und kein Anderes gibt, wirst du tatsächlich ein BUDDHA sein.

aus: Huang-po, „Der Geist des Ch’an“

bDa liegt er also da oben, na ja, der Huang-po dürfte es nicht sein, sieht eher nach dem vergnügten Hotei aus, is aber wurscht, weil es nur um den Finger geht, mit dem der Typ auf den von mir eliminierten Mond zeigt. Fällt mir gerade ein – im muslimischen Glaubensbekenntnis symbolisiert der himmelwärts gerichtete Zeigefinger der rechten Hand Allahs Einheit und die Prophetie Muhammeds. Hat also nix mit dem IS zu tun, sondern ist Teil der fünf Gebete, die der gläubige Muslim täglich verrichtet. Huang-po zeigt mit seinem Finger natürlich nicht auf den Mond, sondern auf auf den GEIST, und macht klar, dass er mit dem GEIST BUDDHA meint und mit BUDDHA GEIST.

So, das sind jetzt wieder nur Worte, und Huang-po versucht als Nächstes zu verdeutlichen, was er unter GEIST bzw. BUDDHA versteht. Da er das aber gar nicht kann, weil Worte hier nicht weiterhelfen, beschreibt er kurz und knackig, wie jeder selbst herausfinden kann, was unter GEIST bzw. BUDDHA zu verstehen ist. Huang-po sagt: „Der Weg ist das Aufhören des begrifflichen Denkens.“ Ohne begriffliches Denken offenbart sich der ungeborene und unsterbliche GEIST. (Da ich weder Buddhist noch kein Buddhist bin, genügt mir eigentlich der Begriff GEIST. „BUDDHA“ oder „Buddha“ führen nur zu einer völlig überflüssigen Gedankenakrobatik.)
wHuang-po präzisiert im folgenden Satz, was er gesagt hat: „Wenn du nicht mehr Begriffe und Gedanken aufkommen lässt, wie Existenz und Nichtexistenz, lang und kurz, Selbst und Anderes, aktiv und passiv und Ähnliches, dann wirst du finden, dass dein GEIST […] der Leere ähnlich ist.“ Ich geh jetzt mal davon aus, dass Huang-po mindestens so schlau war, wie ich es bin (Tusch!), und das so weder gesagt noch gemeint haben konnte. „Wenn du nicht mehr aufkommen lässt …“ Im zweiten Absatz würde er das als „eine Karma bewirkende Tätigkeit“ bezeichnen und klar stellen, dass das völliger Quatsch wäre. Begriffe und Gedanken wie „Existenz und Nichtexistenz, lang und kurz, Selbst und Anderes, aktiv und passiv und Ähnliches“ tauchen auf und verschwinden und nichts ist verkehrt daran – es sei denn, sie würden festgehalten und geglaubt werden. Das ist für mich der Punkt. Der GEIST wird davon in keiner Weise berührt.

Osho hat oft während eines Vortrages gesagt: Hört nicht auf meine Worte! Seid ganz mit dem, was zwischen den Worten, zwischen Zeilen ist! Und was soll da sein? Huang-po kann nur einen kleinen Tipp geben: Es ist der Leere ähnlich. Nein, es ist nicht Leere. Es ist nicht das große Nichts. Es ist „No-Thing“, kein Ding. Mehr kann darüber nicht gesagt werden. Das ist es, worum sich alles dreht.fSo, das ist jetzt für ganz normale Menschen ohne den ganzen Religionsfirlefanz. Die Priester welcher Zunft auch immer haben seit Jahrtausenden versucht, das zu verbergen. Jesus hat das schön auf den Punkt gebracht: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließet vor den Menschen! Ihr kommt nicht hinein, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen.“ Und das ist heute eher schlimmer als besser geworden. Ein kluger Mann hat mal gesagt: „Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle dienend anerkannt habt.“
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