Abraham Lincoln: Ein Mensch, der nie …

 

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Ein Politiker ist ein Mensch,
der nie das Übel an seiner Wurzel packt,
sondern immer nur dessen Folgen,
aber niemals die Ursachen bekämpft –
weil er sich nicht überflüssig machen will!

aus: Frederick Mayer, „Umdenken „

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Ein Mensch ist ernstlich zu beklagen,
Der nie die Kraft hat, nein zu sagen,
Obwohl er’s weiß, bei sich ganz still:
Er will nicht, was man von ihm will!

Eugen Roth

Nein, hier geht es nicht um den Anfang eines Gedichts von Eugen Roth, sondern um eine bemerkenswerte Aussage von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der USA. Selbst Politiker, betrachtete er seine Kollegen mit Argusaugen und kam so zu seiner Feststellung. Es gibt auch heute genügend Politiker, die Abraham Lincoln aus vollem Herzen zustimmen würden. Aber interessanterweise beschränkt sich das nicht auf Politiker. Ärzte sagen das über Ärzte, Lehrer über Lehrer, Pfarrer über Pfarrer, Wissenschaftler über Wissenschaftler usw. – vielleicht sollte man ja wirklich bei Eugen Roths „Ein Mensch“ bleiben, ein Mensch im Sinne von „ein Ego“.

Ein Mensch ist jemand,
der nie das Übel an seiner Wurzel packt,
sondern immer nur dessen Folgen,
aber niemals die Ursachen bekämpft –
weil er sich nicht überflüssig machen will!

oWie klingt denn das in deinen Ohren, denn zu den Menschen gehörst ja ganz offensichtlich auch du, sonst könntest du das hier gar nicht lesen. Klar gibt es Ausnahmen wie überall. Die Frage ist natürlich, ob ausgerechnet du, also ich will jetzt niemanden beleidigen, ob ausgerechnet du so eine Ausnahme bist.

„… weil er sich nicht überflüssig machen will!“ Wer sich als Pfarrer überflüssig macht, muss sich nach einem neuen Job umsehen und das gilt für jede andere Berufsgruppe in derselben Weise. Aber so oberflächlich dürfte Seng-ts’an den folgenden Satz nicht gemeint haben: „Wer zu den Wurzeln zurückkehrt, findet den Sinn.“ Gemeint ist der Satz vermutlich so: Willst du dich von deinen Wurzeln entfernen, indem du an der Idee von dir als einer von allem getrennten Entität festhältst, die glaubt, selbstständig handeln zu können, dann wirst du den Rest deines Lebens damit beschäftigt sein, vergeblich die Folgen dieser Haltung zu bekämpfen.

k„Ein Mensch“ unterscheidet sich im Allgemeinen kein bisschen von den Politikern und wenn, dann nur dadurch, dass er weniger Macht hat. Er unterscheidet sich auch nicht von den Priestern, die Osho mal zusammen mit den Politikern „die Mafia der Seele“ genannt hat. Insofern müsste man jeden Menschen der „Mafia der Seele“ zurechnen. Dieses ständige mit dem Finger auf „die da oben“ Zeigen, weist diejenigen, deren Lieblingsbeschäftigung das ist, ganz sicher nicht als die besseren Menschen aus. Mein Gott, wenn ich mir diese Hasstiraden gegen den angeblichen Hassprediger Trump angucke, weiß ich wirklich nicht, wer da der Bessere sein soll, falls Trump überhaupt der große Hassprediger ist, als der er dargestellt wird.

Ein Mensch ist jemand, der nie das Übel an der Wurzel packt.

mMensch, werde wesentlich!
Denn wenn die Welt vergeht,
so fällt der Zufall weg:
das Wesen, das besteht.

Angelus Silesius

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10 Antworten zu Abraham Lincoln: Ein Mensch, der nie …

  1. Alexandra schreibt:

    Lieber Nitya,
    Meine Mutter, die kommunalpolitisch engagiert war, pflegte früher, wenn ich auf ihre Partei und überhaupt auf und über die Politik schimpfte, immer zu sagen:dann geh doch selber in die Politik und mach es besser!“ Ganz unrecht hatte sie nicht…
    In der Schule mache ich mich als Wissensvermittlerin schon gern vom Acker und helfe den Kindern lieber beim selber lernen. Aber manchmal habe ich das Gefühl, ich bin bald mehr Psychologin für Kinder und Eltern…
    Liebe Grüße und einen schönen Tag!

    Gefällt mir

  2. Marianne schreibt:

    Kennt ihr den Spruch?

    Seelische Gesundheit

    Ein Mensch frisst viel in sich hinein:
    Missachtung, Ärger, Liebespein.
    Und jeder fragt mit stillem Graus:
    Was kommt da wohl einmal heraus?
    Doch sieh! Nur Güte und Erbauung.
    Der Mensch hat prächtige Verdauung.

    Eugen Roth

    Macht alle Seelen-Klemptner arbeitslos … 😉

    Gefällt 3 Personen

  3. Michael schreibt:

    „Am Anfang war das Wort“
    Nach 1000-5000 Worten von Mark Uwe Kling grinse ich nur noch vor mich hin…..

    sehr stimmungsaufhellend an diesem grauen Tag 🙂
    Razupaltuff

    Gefällt mir

  4. ananda75 schreibt:

    Hi Nitya,

    Guter Text – Ich beguck mich da auch die ganze Zeit mit –
    Eiiiiigentlich … also, wenn ich mich selbst mal ernst nehmen würde — nee, nich mich, die Ananda .-) alllso, würd ich die ernst nehmen, würd ich das bloggen sein lassen…. aaaaber – ich bin ja nicht die Ananda …. oder doch? irgendwie schon…. und genau deshalb muss ich weder sie noch mich ernst nehmen und darf fröhlich weiter bloggen – weil das nämlich alles nich so wichtich is – Hauptsache glücklich 🙂
    Alles Liebe ❤

    Gefällt 1 Person

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