Osho: Du bist ein Schöpfer

 

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Die Welt existiert deinetwegen – du erschaffst sie, du bist ein Schöpfer. Jeder Mensch umgibt sich mit der Welt, die seinem Geist entspricht. Sein Geist mag trügerisch sein, aber er ist kreativ, er erzeugt Träume. Und es liegt an dir, ob du eine Hölle oder einen Himmel erzeugst.

Wenn du die Welt verlässt, wirst du sie gar nicht verlassen können. Du kannst hingehen, wo du willst, du wirst dieselbe Welt wiederherstellen, denn die Welt kommt ständig aus dir heraus, wie Blätter aus einem Baum. Ihr lebt nicht in derselben Welt – das könnt ihr nicht, weil ihr alle verschiedene Vorstellungen habt. Dein Nebenmann mag im Himmel leben, während du in der Hölle lebst – und ihr bildet euch ein, in derselben Welt zu leben?

Das Erste also, das es zu verstehen gilt, ist, dass ihr die Welt nicht eher verlassen könnt, bis ihr alle eure Vorstellungen aufgegeben habt. Beides hängt zusammen, hängt voneinander ab, bildet einen Teufelskreis. Solange ihr Vorstellungen habt … und jeder hat seine eigenen Vorstellungen. Sobald ihr eure Vorstellungen aufgebt, wird euer Verstand zum GEIST, in Großbuchstaben: Denn jetzt ist er kein Verstand mehr, sondern ist zu Bewusstsein geworden. Der Verstand besteht immer aus besonderen, persönlichen Vorstellungen, hat eine besondere Duftmarke – das ist deine Welt.

Erst erzeugt der Verstand die Welt, und dann erzeugt die Welt den Verstand, hilft dem Verstand, derselbe zu bleiben. Dies ist der Teufelskreis. Aber die Ursache liegt im Verstand; die Welt ist nur eine Begleiterscheinung. Der Verstand ist stofflich; die Welt ist nur sein Schatten. Und den Schatten kann man nicht zerstören … aber jeder versucht ihn zu zerstören.

aus: Osho, „Hsin Hsin Ming – The Book of Nothing“

mSeng-ts’an im His Hsin Ming: „Suche nicht nach dem Wahren, lass einfach deine Vorstellungen los!“ Es meint dasselbe, was Osho mit dem Satz ausdrückt: „Sobald ihr eure Vorstellungen aufgebt, wird euer Verstand zum GEIST, in Großbuchstaben: Denn jetzt ist er kein Verstand mehr, sondern ist zu Bewusstsein geworden.“ Man könnte es auch so sagen: Solange irgendwelchen Vorstellungen geglaubt wird, wird das reine Bewusstsein von eben diesen Vorstellungen überlagert. Der Bildzeitungsspruch „Bild dir deine Meinung“ zielt also genau in die entgegengesetzte Richtung. Nun werden viele sagen: „Na ja, die Bildzeitung, das weiß doch jeder. Die ist total primitiv und manipulativ, aber ich bin ein kluges Kerlchen und habe umfangreiche Recherchen angestellt und mich genauestens informiert. Und genau deshalb ist meine Meinung eine wirklich ernst zu nehmende, fundierte Meinung.“ – „Pustekuchen“, sagen Seng-ts’an und Osho, „jede Meinung, an die geglaubt wird, macht unbewusst und lässt den GEIST im Nebel irgendwelcher Glaubenssysteme verschwinden.

lUnd es geht nicht nur um Unbewusstheit; es geht auch um Getrenntheit. OSHO. „Ihr lebt nicht in derselben Welt – das könnt ihr nicht, weil ihr alle verschiedene Vorstellungen habt.“ Da verlieben sich zwei Leutchen ineinander, weil sie sich so allein fühlen, heiraten vielleicht, nur um dann festzustellen, dass sie immer noch allein sind. Beide leben auch weiterhin einsam in ihrer ureigenen Welt.

bDann sagt Osho etwas, dem viele energisch widersprechen werden: Sie selbst erschaffen sich ihre einsame Welt, indem sie sich ihre Vorstellungen schaffen und an ihnen festhalten. Und weil sie ihrer Einsamkeit entfliehen wollen, versuchen sie allen anderen ihre Vorstellungen aufzuzwingen. Wenn alle dasselbe glauben, sind alle durch ihren gemeinsamen Glauben verbunden. Ungläubige stellen eine ständige Bedrohung dieser scheinbaren Gemeinsamkeit dar und sollten am besten alle liquidiert werden. Wer glaubt, dass das nur die Religionen betreiben, irrt. Das passiert auch in den „intimsten“ Beziehungen. „Und willst du nicht mein Bruder sein, …“

Da herauszukommen scheint nicht leicht zu sein. Osho beschreibt aus meiner Sicht den Teufelskreis sehr präzise: „Erst erzeugt der Verstand die Welt, und dann erzeugt die Welt den Verstand, hilft dem Verstand, derselbe zu bleiben. Dies ist der Teufelskreis. Aber die Ursache liegt im Verstand; die Welt ist nur eine Begleiterscheinung. Der Verstand ist stofflich; die Welt ist nur sein Schatten. Und den Schatten kann man nicht zerstören … aber jeder versucht ihn zu zerstören.“ Und die „Gemeinschaft der Heiligen“ tut dann noch ihr Übriges.
i„Die Gemeinschaft der Heiligen“, die sich selbst ihre Welt der Ungläubigen erschaffen hat,  beim vergeblichen Versuch, ihren Schatten zu eliminieren.

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26 Antworten zu Osho: Du bist ein Schöpfer

  1. Alexandra schreibt:

    „Die Welt existiert deinetwegen – du erschaffst sie, du bist ein Schöpfer. Jeder Mensch umgibt sich mit der Welt, die seinem Geist entspricht. Sein Geist mag trügerisch sein, aber er ist kreativ, er erzeugt Träume. Und es liegt an dir, ob du eine Hölle oder einen Himmel erzeugst.“
    Bla bla sagt da mein Verstand. Und warum zum Kuckuck ist die Welt dann nicht so, wie ich se mir vorstelle?

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  2. Michael schreibt:

    „und es liegt an dir, ob du dir einen Himmel oder eine Hölle erzeugst“ sagt Oslo.

    Das wollte ich jetzt so aber gar nicht hören 😉 – dann fängt die Arbeit an, seine Vorstellungen zu überprüfen, zumindest dann wenn man in „Unfrieden“ mit sich und der Welt gekommen ist.

    Wie sich Vorstellungen in GEIST verwandeln können, kann man sehr schön in der Work von Byron Katie wahrnehmen.

    Einen schönen Tag!

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    • Georg Alois schreibt:

      Ganz genau so, lieber Michael! Ich wage hier schon gar nicht mehr, „Byron Katie“ zu erwähnen, ich bekomme immer gleich Schimpfe von den Spiri-Advaitas hier.
      Byron Katie hat das wirklich auf den Punkt gebracht, ohne Ideologien oder religiöse Schulen oder wie man das ganze spirituelle Trallala nennen will.
      „Wenn du möchtest, dass die Wirklichkeit anders ist, als sie ist, kannst du genauso gut versuchen, einer Katze das Bellen beizubringen. Du kannst es versuchen und versuchen und zum Schluss wird die Katze zu dir aufschauen und sagen „Miau―. „

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    • Nitya schreibt:

      Also, nee, Kinder, wer pinkelt euch denn hier wegen der wundervollen Byron Katie ans Bein? Bin ich vielleicht schon so debil, dass ich’s gar nicht mehr mitkriege, dass ich das war? Also wenn das so ist, müsst ihr’s mir sagen. Dann besorg ich mir ne Knarre und bereite mir ein vergnügliches Ende.

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      • fredoo schreibt:

        … aber doch nicht heute … am 75.ten Geburtstag des Herrn Wilhelm … das will doch eher gefeiert als vorzeitig beendet werden … 😀

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      • Georg Alois schreibt:

        Och nöö, lieber Papa, das wäre ja ne Katastrophe für mich! Du bist doch der einzige Grund, warum ich diese Computer-Kiste allmorgendlich einschalte! Und wenn der Georg mal jammert, dann ist das für mich ein gutes Zeichen, Leben eben!

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  3. Marianne schreibt:

    Das schöpferische Element unseres kreativen Geistes ist eine wunderbare Quelle unendlicher, immer wieder neuer Kreationen …
    Für mich macht es den Unterschied, ob ich den Spielraum (Freiheitsgrade) habe, mit meinen selbst-konstruierten „Welten“ zu spielen, sie wie eine Inszenierung in einem großen Spiel zu verstehen.
    Geburtstag kann man zum Beispiel so „feiern“:

    Oder so:

    Auf jeden Fall von mir in dieser heutigen Blog-Welt ein herzliches:

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  4. Georg Alois schreibt:

    Lieber Nitya, lieber Wilhelm,
    ich kann Dir wirklich aus vollem Herzen ein langes und glückliches Leben wünschen!
    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag!
    Denn es ist ja mein Glück, dass es Dich gibt! Und da ich ja nur egoistisch sein kann, wünsche ich, dass Du noch lange lebst! Es ist herrlich mit Dir, allmorgendlich.

    Gefällt 4 Personen

    • Nitya schreibt:

      Oh mein Gott, da werde ich ja rot! Also nee, so was. Das mit dem langen Leben übrigens, lass mal stecken. Du weißt janicht, was das bedeutetn kann. „Wen die Götter lieben, den lassen sie jung sterben“, sagt man. Mich scheinen sie nicht zu lieben. Ich wollte nie älter als dreißig werden. Bäähhh, die Götter lieben mich nicht!

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  5. Brigitte schreibt:

    Da kannste mal sehen, lieber Nitya, wie schnell „Auszeiten“ unterbrochen werden *lach* Das Leben spielt nach seinen „Regeln“ und ich hab nix zu melden – und irgendwie ist das wunderbar. Warum fällt mir an diesem Tag gerade Wilhelm Busch für dich ein? Darum, einfach so 😉

    Will das Glück nach seinem Sinn
    Dir was Gutes schenken,
    Sage Dank und nimm es hin
    Ohne viel Bedenken.

    Jede Gabe sei begrüßt,
    Doch vor allen Dingen:
    Das worum du dich bemühst,
    Möge Dir gelingen.

    (Wilhelm Busch)

    Geburtstage sind mir persönlich ja schon immer sowas von egal, um nicht zu sagen sie sind völlig überflüssig. Aber nun hat der Fredo ja mal wieder alles verraten, da bleibt mir nu nix anderes übrig als zu sage „lass es krachen“ ganz nach deinen Vorstellungen und wie dir beliebt;) Ansonsten kann ich mich dem Georg voll anschließen „Es ist herrlich mit Dir, allmorgendlich“.

    Bis denne …

    Gefällt 2 Personen

  6. becky schreibt:

    Lieber Nitya,

    alles Gute zum Burzeltag 🙂

    Dein eingestellter Text paßt heute super zu meinem Thema: Bewußtseinsstufen.
    http://anthrowiki.at/Bewusstseinszust%C3%A4nde

    Zitat:
    1 Mineralisches Bewusstsein (Tieftrance- oder Todesbewusstsein, Allbewusstsein)
    2 Schlaf-Bewusstsein (Tiefschlafbewusstsein, traumloses Bewusstsein)
    3 Traum-Bewusstsein (Bilder-Bewusstsein)
    4 Gegenstands-Bewusstsein (Selbstbewusstsein, Ich-Bewusstsein, Wachbewusstsein)
    5 Psychisches Bewusstsein (bewusstes Bilderbewusstsein, bewusste seelenbildende Imagination)
    6 Überpsychisches Bewusstsein (bewusstes Schlafbewusstsein, Tonbewusstsein, bewusste lebensschaffende Inspiration)
    7 Spirituelles Bewusstsein (bewusstes Allbewusstsein, bewusste formgebende wesenschaffende Intuition)

    lieben Gruß

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  7. becky schreibt:

    Schon der erste Satz hat es „in“ sich.
    “ Das Erste also, das es zu verstehen gilt, ist, dass ihr die Welt nicht eher verlassen könnt, bis ihr alle eure Vorstellungen aufgegeben habt. Beides hängt zusammen, hängt voneinander ab, bildet einen Teufelskreis. Solange ihr Vorstellungen habt … und jeder hat seine eigenen Vorstellungen. Sobald ihr eure Vorstellungen aufgebt, wird euer Verstand zum GEIST, in Großbuchstaben: Denn jetzt ist er kein Verstand mehr, sondern ist zu Bewusstsein geworden. Der Verstand besteht immer aus besonderen, persönlichen Vorstellungen, hat eine besondere Duftmarke – das ist deine Welt. “

    – alle Vorstellungen aufgeben…

    Eine Theatervorstellung, eine Imagination – bildlich vorgestellt, aufgeben.
    Aufgeben heißt einerseits in Gang setzen, genauso wie loslassen/erst garnicht anfangen.
    Verstand wird zu Geist, zu Bewußtsein. WOW

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  8. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    zu deinem Geburtstag herzlichen Glückwunsch –
    ich wünsche dir NICHTS und viel Gesundheit im neuen Lebensjahr .
    Liebe Grüße
    Punito

    Gefällt 1 Person

  9. Eno Silla schreibt:

    An X

    Du bist Schöpfer
    Erinnere Dich daran
    Vertraue diesem Leben
    Das Du bist
    Lass dich leiten
    Von allem was dir begegnet
    Wenn das Herz ja sagt
    Sag ja
    Wenn das Herz nein sagt
    Sag nein
    Bedauere nichts

    Sich dieser Führung zu überlassen
    Öffnet den Blick auf diese wundersame
    Kokreative Beziehung
    Von NICHTS
    Die magisch ALLES regelt
    Wie Jed M. es so zutreffend beschreibt
    Die uns wieder und wieder
    Damit überwältigt
    Das wi(ichesdusieer)r Schöpfer sind
    Unentrinnbar
    Kein Entkommen

    Gefällt 3 Personen

  10. Elwood schreibt:

    Einfach so…
    für Dich…

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  11. Michael schreibt:

    Was für ein Zufall, lieber Wilhelm, dass ich mich heute an deinem Geburtstag in deinem blog seit Jahren mal wieder melde. Ich wünsche dir alles Liebe! Gruß auch von Agnes. Ich hoffe du kannst dich anhand der Namen an uns erinnern.

    Gefällt 1 Person

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