Steven Harrison: Das Fließen der Liebe

 

s

Das Fließen der Liebe ist das Fließen von Transformation. Jeder, der sich diesem Strom überlässt, sei von vornherein gewarnt, dass er alles verlieren wird, selbst das, von dem er nicht einmal wusste, dass er es zu verlieren hat. Die Liebe zerstört uns, um aus der Asche etwas vollkommen Neues zu erschaffen. Liebe ist das Medium aller, die den Mut haben, sich in dieser Energie zu begegnen – ein großes Herz, geformt aus einem gebrochenen Herzen. Liebe umfasst das ganze Herz, den Geliebten, das Romantische, das Gebrochene, das Verwüstete, und das Kraftpotenzial von dem, was als Nächstes kommt.

aus: Steven Harrison, “ Was kommt?“

l

Zum Jahresausklang also was Freundliches. Steven spricht über die Liebe. Wer die wenigen hier zitierten Zeilen von ihm liest, dem wird allerdings sehr schnell klar sein, dass er das Fließen der Liebe auf eine ganz eigene Weise verstanden haben will. Das Fließen der Liebe bedeutet für ihn Transformation. Ja klar, sagt sich jetzt der eine oder andere, wenn ich mich verliebe, bin ich nicht mehr derselbe wie vorher. Und in Erinnerung daran kriegt er gleich feuchte Augen. Aber dann kommt schon Stevens Hammer: „Jeder, der sich diesem Strom überlässt, sei von vornherein gewarnt, dass er alles verlieren wird, selbst das, von dem er nicht einmal wusste, dass er es zu verlieren hat.“ Aber was nützt die beste Warnung, wenn man der Liebe völlig ausgeliefert ist?

Na ja, viele haben die Schotten so dicht gemacht, dass die Himmelsmacht ihre ganze Macht verloren hat. Wenn das passiert ist, haben wir es allerdings mehr mit wandelnden Wasserleichen zu tun als mit lebendigen Menschen. „Schotten dicht“ kennen wir ja aus der Seefahrt, bei der die Seeleute ihr Schiff gegen möglicherweise eindringendes Wasser mit entsprechenden Schotten dicht machen. Die Schotten halten allerdings nicht nur Wasser ab, sondern was auch immer in das Schiff eindringen will. Ähnlich ist es bei Menschen. Wer sich gegen die Liebe abschottet, schottet sich damit zugleich gegen jede Mitmenschlichkeit ab, schottet sich gegen das Leben ab.

Andererseits macht Steven darauf aufmerksam, dass die Liebe eben nicht Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern: „Die Liebe zerstört uns, um aus der Asche etwas vollkommen Neues zu erschaffen.“ Kein Wunder, dass so viele ihre Schotten dicht gemacht haben. Wer will schon gerne zerstört werden, wer will Asche sein, aus der vielleicht, vielleicht, vielleicht etwas ganz Neues geboren wird? Man weiß ja nicht einmal, welcher Art dieses Neue sein wird. Vielleicht gefällt es einem ja gar nicht und dann kann man es nicht einmal umtauschen! Wie Phönix aus der Asche? Hat man ja vielleicht schon mal gehört, aber wer kann einem das schon vorher garantieren? Und dafür soll ich meine ganze Sicherheit riskieren? Aber so ist das halt. Volles Risiko oder Schotten dicht! Friss Vogel oder stirb!

p

Steven: „Liebe ist das Medium aller, die den Mut haben, sich in dieser Energie zu begegnen – ein großes Herz, geformt aus einem gebrochenen Herzen. Liebe umfasst das ganze Herz, den Geliebten, das Romantische, das Gebrochene, das Verwüstete, und das Kraftpotenzial von dem, was als Nächstes kommt.“ Mut – das klingt immer so’n bisschen martialisch, nach Heldentum oder so. Auf jeden Fall nach einem Jemand, der die Arschbacken zusammenkneift und seine Angst besiegt. Aber wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr vielleicht erkennen, dass da einfach was passiert ist, was ihr selbst nicht für möglich gehalten hättet und was sich im Nachhinein als mutige Tat darstellt. Jetzt könnt ihr euch stolz auf die Schultern klopfen und an allen Lagerfeuern der Prärie von euren Heldentaten erzählen oder einfach weiter staunen und sehen, dass ihr gar nichts getan habt. Aber ansonsten – ja, da begegnet man einer Energie – „Liebe umfasst das ganze Herz, den Geliebten, das Romantische, das Gebrochene, das Verwüstete, und das Kraftpotenzial von dem, was als Nächstes kommt.“

f

Also dann, auf ein Neues!

0Mal gucken, was als Nächstes kommt.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Steven Harrison: Das Fließen der Liebe

  1. Eno Silla schreibt:

    Ach ja, diese Liebe, so ungreifbar fließend…
    Ich bin schon ganz überfließend.
    Oder eher überflüssig?
    Ach was solls, nächstens ist das auch Scheißegal!
    Also:
    Kommt gut rein, oder raus, wie auch immer!
    Bis nächstes Jahr!
    Auf ein Nächstes!
    Nächstens verlieben wir uns noch (hahahaha), ins Nächste, Nächste, Nächste…

    Hier noch etwas Wald- und Wiesenkunst, gestern entdeckt:

    Gefällt 1 Person

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s