Osho: Seid ihr vielleicht eine Art Roboter?

 

osho

Denkt daran: Wo immer ihr auf zwei Extreme stoßt, enthaltet euch. Versucht einfach nur, beide Seiten miteinander zu vermitteln. Das wird zwar zunächst schwierig sein, aber nur aus alter Gewohnheit. Alte Gewohnheiten sind völlig automatisch, da sie kein Bewusstsein erfordern. Sie erhalten sich ganz von selbst. Bewusst zu sein fällt euch nur darum so schwer, weil ihr es nicht gewohnt seid. Ihr urteilt schnell: Ihr verdammt oder lobt etwas ohne weiteres. Ihr lehnt ab oder billigt ohne weiteres. Ihr sagt deshalb so leicht: „Dies ist gut, das ist schlecht“, weil ihr es euch seit Millionen von Leben so angewöhnt habt. Seid ihr vielleicht eine Art Roboter? Sobald ihr etwas seht, wisst ihr bereits, was davon zu halten ist. Ihr urteilt quasi bewusstlos. Habt ihr eine Blume vor euch, werft ihr einen Blick drauf und sagt: „Wie schön!“ Oder „Nicht schön!“. Kaum nehmt ihr sie wahr, wird augenblicklich geurteilt. Auf die Art bleibt man nie und nimmer in der Mitte.

aus: Osho, „Hsin Hsin Ming –The Book of Nothing“

dDie Unbewusstheit, um die es Osho hier geht, ist eigentlich das Kennzeichen von Computern und Robotern. Sie mögen zwar extrem lernfähig sein und uns dabei richtig alt aussehen lassen, was ihnen jedoch im Unterschied zu den Menschen fehlt, ist Bewusstsein. Nun, die Wissenschaftler arbeiten daran. Raumschiff Enterprise konnte uns jedenfalls schon einen mit einem Emotions-Chip versehenen, lachenden Data präsentieren. Aber zeugt das von Bewusstsein, wenn auf bestimmte Reize hin, vorprogrammierte Gesichtsverzerrungen mit den entsprechenden Geräuschen (ha, ha, ha) abgerufen werden? Letzteres bringt ja sogar jeder Lachsack zustande, falls ihr euch noch an ihn erinnern könnt. Grimassen und Geräusche könnt ihr allerdings auch bewundern, wenn ihr beispielsweise einmal das Morgenmagazin im Staatsfernsehen bewundern wollt. Menschliche Roboter. Ich weiß ja nicht und glaube es auch eher nicht, dass es den Wissenschaftlern je gelingen wird, bewusste Computer herzustellen, aber der umgekehrte Weg ist uns allen seit langer Zeit wohlvertraut: Menschen, die bewusstlose Roboter geworden sind. Reiz-Reaktion, Reiz–Reaktion, … Und sonst nichts?

„Kennste den?“ (Reiz) g (Reaktion)

Die Menschen wirken wie fremdgesteuert, irgendwie unwirklich. Und das ist die Strafe: Endlich kriegen die Kerle die Frauen, die sie sich immer gewünscht haben. (Die männlichen Versionen sind natürlich auch schon längst zu haben.) Schöne neue Welt:


Osho: „Bewusst zu sein fällt euch nur darum so schwer, weil ihr es nicht gewohnt seid.“ Ob da eine Entwöhnungs- oder Entziehungskur hilft, kann nur jeder selbst herausfinden – falls „er“ das ist, der das kann. Andererseits – wer ist hier eigentlich nicht bewusst? Habt ihr etwa eine Vollnarkose verpasst gekriegt? Vielleicht geht’s ja gar nicht um Bewusstsein per se, sondern um das, worauf es sich gerade ausrichtet? Osho weist darauf hin, dass kaum, dass etwas wahrgenommen wurde, schon geurteilt wurde. Dem wird nun entweder einfach gefolgt oder – das Urteilen selbst wird wahrgenommen. Und das ist eigentlich ein geiler Grund für homerisches Gelächter. Lachsack überflüssig.

 

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12 Antworten zu Osho: Seid ihr vielleicht eine Art Roboter?

  1. alexandra schreibt:

    Osho weist darauf hin, dass kaum, dass etwas wahrgenommen wurde, schon geurteilt wurde. Dem wird nun entweder einfach gefolgt oder – das Urteilen selbst wird wahrgenommen. das ist eigentlich ein geiler Grund für homerisches Gelächter –
    Je mehr mir bewusst wird, was mein Hirn so alles verzapft, da kann ich nur lachen oder weinen. Aber das ist auch schon ein gewisses urteil, oder? Manchmal würde ich auch gern mal draufhauen. Damit mal Ruhe ist.

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  2. alexandra schreibt:

    Kleiner Filmtipp: Voyager 4. Staffel, Folge 13: Wache Momente. Der Traum im Traum im Traum! Cool gemacht!

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    • Nitya schreibt:

      Ich glaub, ich werde nochmal Lehrer. Die haben doch glatt die Zeit, sich Voyager am hellerlichten Tag anzugucken. Na, liebe Alexandra, hast du schon geklopft oder träumst du noch?

      Gefällt 1 Person

      • alexandra schreibt:

        Ich klopfe und klopfe und klopfe… komme mir schon vor wie ein Specht!
        Und ab heute hab ich erst mal Ferien! Was hams wir Lehrer doch guut! Das ist wie bei Pippi Langstrumpf. Die wollte auch nur in die Schule um auch mal Ferien zu haben.

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    • Eno Silla schreibt:

      Bei mir hilft das Klopfen leider auch nicht, es gelingt mir nicht zu erwachen, schon erstaunlich, dass wir in diesem Traum zusammen agieren können. Aber diese Typen mit den seltsamen Gesichtswülsten sind mir bisher noch nicht begegnet.

      Gefällt 2 Personen

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