Ashtavakra: allen Wesen und Objekten innewohnend

 

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So, wie der alles-durchdringende Raum
sowohl innerhalb als auch außerhalb des Topfes ist,
so ist das ewige und alles durchdringende Bewusstsein
allen Wesen und Objekten innewohnend.

aus: Astavakra Gita [20]

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Das ist natürlich ein etwas grobes Beispiel, das Ashtavakra dem König Janaka hier als Anschauungsobjekt offeriert. Da ist also ein Topf mit einem Boden und einer Wand, die den Raum innerhalb des Topfes von dem Raum außerhalb des Topfes zu trennen scheinen. Ashtavakra will darauf hinaus, dass es innerhalb und außerhalb des Topfes derselbe Raum ist.

Nehmen wir mal die Luft als Kein-Ding und den Topf als Ding, dann könnten wir formulieren: Nur Dinge können getrennt werden, Kein-Ding ist nicht zu trennen. Wenn wir uns mit dem Ding (dem Körper) identifizieren, sind wir von allen anderen Dingen klar getrennt: Ich bin nicht du und du – kannst mich mal.

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Also, der Topf ist klar und auch das Ding oder jedwede Form; bleibt also nur zu klären, was Ashtavakra mit dem alles-durchdringenden Raum meint. Er sagt es ja sehr präzise mit den Worten: „Das ewige und alles durchdringende Bewusstsein, das allen Wesen und Objekten innewohnt.“ Jetzt ist alles klar wie Kloßbrühe. Oder doch nicht? Gestern hatte ich dieses Zitat aus dem Herz-Sutra reingestellt:

Form ist nichts anderes als Leere,
und Leere ist nichts anderes als Form.

Das ist jetzt der Punkt, an dem jeder Verstand die Krise kriegt, weil er das unmöglich zusammenbekommen kann. Eben noch war alles so schön klar: Einerseits gibt es die Formen, die getrennt sind von allen anderen Formen, und andererseits gibt es die Nicht-Form, die Leere. Und jetzt kommt dieser Buddha daher und tritt das ganze schöne Konzept wieder in die Tonne und lässt den eifrigen Sucher dann zu allem Überfluss auch noch allein in seinem Schlamassel. Hält sein Blümchen hoch, und das soll es jetzt sein? – Scheiße!

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3 Antworten zu Ashtavakra: allen Wesen und Objekten innewohnend

  1. Eno Silla schreibt:

    „B-Rex, Bewusstsein ist König: Das ist die eine wahre, verständliche, wasserdichte, feuerfeste, idiotensichere, geniesichere Theorie von Allem.

    „Okay, jetzt warte mal kurz“, sagt Karl. „Weißt du, was du da sagst? Du sagst es, als wäre es tatsächlich so einfach, … Weißt du überhaupt, was das bedeuten würde?
    „Ich glaube schon“, antworte ich.
    „Es würde bedeuten dass es kein Universum gibt“, sagt er etwas gereizt, „das wir uns das Ganze nur einbilden.“
    „So etwas in der Art, ja.“
    „Du sagst, es gibt kein wirkliches Universum?“
    „Ich sage, es gibt kein wirkliches Irgendetwas.““
    aus: Jed McKennas Theorie von Allem

    Ein klasse Buch, ein echter McKenna, schön, dass da nochmals etwas geschrieben wurde… Wurde es? Oder erschaft es sich jetzt in diesem Moment, in dem ich es lese? Hahaha, ihr seht, es macht mir einen Heidenspass – ein echtes Vergnügen, diesen McKenna zu lesen, sehr gute Unterhaltung auf höchstem Niveau! Und es ist wieder eine Trilogie.

    Gefällt 4 Personen

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