Daniel Herbst: Das Leben kann sich nicht verstehen


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Ich lebe meinen Traum? Nein, der Traum lebt sich. Da steckt niemand dahinter. Wenn der Traum endet, ende „ich“. Der Traum und „ich“ sind ein und dasselbe. Wie kann ich da auf die Idee kommen, hinter meinem Lebenstraum zu stecken und ihn selbst zu träumen.

Dieser Traum hier, der sich als mein Leben zeigt, diese Selbsterfahrung, diese Selbst-Entdeckung führt zu nichts. Das Leben zeigt sich niemandem außer sich selbst. Wer könnte sonst noch da sein? Die Idee, dass sich das Leben selbst verstehen müsste, taucht im Leben auf. Es zeigt sich, dass sich das Leben gar nicht verstehen kann, weil es mit sich selbst identisch ist. Und das kann es nur sein, wenn es aufhört, sich immer wieder gedanklich zu erfassen.

Hier endet der Traum, der Träumende und jede Vorstellung davon, worum es (in) diesem Traum geht. Hier gibt es keine Probleme und keine Lösungen mehr. Hier ist niemand, der anders wäre. Hier wird der Traum zur Wirklichkeit eines Träumenden, der ewig unentdeckt bleibt. Hier sucht sich niemand mehr. Hier ist alles ein einziges Passieren. Hier passiert mir der Traum, hier passiere ich mir. „Werdet Vorübergehende“, hat Jesus das genannt.

aus: Daniel Herbst, „Lebenslänglich lebenslang“

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gerettet!

Wenn ich so an „meine“ Träume denke, haben die natürlich alle früher oder später geendet. „Mich“ gibt’s jedoch immer noch. „Mich“ gibt es deshalb noch, weil nach jedem Traum, der endete, sofort der nächste Traum erschien –  Nonstopkino gewissermaßen. Von den erlauchten Erleuchteten ist zu vernehmen, dass sie nicht mehr träumen. Das ist natürlich eine spannende Aussage, die gebührend hinterfragt gehört.

Man könnte hier zwei verschiedene Arten von Phänomenen hinterfragen. Einmal gäbe es da die sog. Welt der Neurotiker zu bieten. Die besteht aus all den Annahmen und Projektionen, die der Neurotiker scheinbar über die reale Welt ausbreitet. Der Neurotiker kann also auf die reale Welt nur durch seine persönlich sehr gefärbte Brille sehen und damit diese Welt nur sehr verzerrt und entstellt wahrnehmen. Und dann gibt es zum anderen die sog. reale Welt, die gar nicht real sein soll, sondern genauso ein Phänomen ist wie irgendwelche psychotischen Wahnvorstellungen. Wird gesagt. Was halt alles so gesagt wird.

Der Daniel sagt zum Beispiel: „Es zeigt sich, dass sich das Leben gar nicht verstehen kann, weil es mit sich selbst identisch ist. Und das kann es nur sein, wenn es aufhört, sich immer wieder gedanklich zu erfassen.“ Das Eichhörnchen in dem folgenden Video muss gar nicht damit aufhören, sich gedanklich zu erfassen, es hat nie damit angefangen. Willigis Jäger hat gesagt:

Gott möchte nicht
verehrt werden.
Er möchte
gelebt werden.

Aha, aha, aha – was ist denn der Unterschied zwischen „verehren“ und leben“? Was der Unterschied zwischen „gedanklich erfassen“ und „leben“, was der Unterschied zwischen „träumen“ und „leben“?

 

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2 Antworten zu Daniel Herbst: Das Leben kann sich nicht verstehen

  1. Savitri schreibt:

    …da schrieb der Nitya von Eichhörnchen
    und am nächsten Morgen war eines -auf dem Titelblatt- unserer Tageszeitung.
    http://www.nw.de/blogs/tiere_und_natur/21002689_Zu-breite-Hueften-Eichhoernchen-steckt-in-Gullydeckel-fest.html
    (kriege das Foto hier leider nicht rein)

    liebe Grüße 🙂

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