Hui-neng: Es gibt nichts, was er übermittelt hätte.


bYin-tsung: Als der Fünfte Patriarch Euch den Dharma übermittelte, was hat er Euch gelehrt? Was hat er Euch übermittelt?

Hui-neng: Es gibt nichts, was er übermittelt hätte. Es kam nur auf die Einsicht in das eigene Wesen an. Versenkung sowie Erlösung wurden nicht erörtert.

Yin-tsung: Warum wurden Versenkung und Erlösung nicht erörtert?

Hui-neng: Weil dies eine Betrachtung von Gegensätzen wäre und nicht Buddhismus. Buddhismus ist die Lehre der Nicht-Zweiheit.

aus: Hui-neng, „Das Sutra des sechsten Patriarchen“

bHung-jen, der fünfte Patriarch, sah Hui-neng kommen, wechselte mit ihm ein paar Worte und wusste sofort, dass der Neuankömmling sein Dharma-Nachfolger werden würde, dem er Robe und Schale übergeben würde.

Es gab bei Hung-jen einen Mönch namens Shenhsiu, bei dem zwar der Groschen nicht gefallen war, den Hung-jen aber seinen Mönchen als Lehrer empfahl. Auf diese Weise wollte er seinen Dharma-Nachfolger Hui-neng vor den Nachstellungen der Mönche schützen. Also echt, zugegangen ist es bei diesen hochheiligen Herrschaften! Das ist ein bisschen so, als würde jemand eine Handvoll Münzen unter aufdringliche Bettler werfen in der Hoffnung, ihnen auf diese Weise entkommen zu können. Shenhsiu stand für Lehren und Übungen, für Versenkung und Erlösung. Also für das, was auch viele bei uns im Westen für Buddhismus halten. Hui-neng und die anderen Patriarchen standen für das, was nicht gesagt werden kann.

Insofern sagt Hui-neng in dem Gespräch mit Yin-tsung ganz richtig: „Es gibt nichts, was er [Hung-jen] übermittelt hätte.“ Yin-tsung konnte das natürlich nicht verstehen und so fragt er: „Warum wurden Versenkung und Erlösung nicht erörtert?“ Das war doch der Schwerpunkt aller Bemühungen. Darum geht es doch schließlich in diesem edlen achtfachen Pfad, den Buddha seinen Schülern ans Herz gelegt hat. Hui-neng antwortet ihm, indem er ihm im Grunde sagt, dass dies alles nichts mit Buddhismus zu tun hätte. Buddhismus sei die Lehre der Nicht-Zweiheit – und damit eigentlich überhaupt keine Lehre, da jede Lehre zwangsläufig dualistisch ist. Buddha hält seine Blume hoch – das ist der ganze sog. Buddhismus. Das ist sein Herz. Mehr ist nicht und auch nicht weniger.

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8 Antworten zu Hui-neng: Es gibt nichts, was er übermittelt hätte.

  1. Margarete schreibt:

    Oh Du liebe meine Güte😉
    Zum Glück steht heute im Kalender, es sei erster Advent. Nach diesem Text hier nämlich könnte mir ganz schwindelig werden vor Verwirrung. Nu weiß ich gar nicht mehr wo oben oder unten ist Ihr Lieben?!
    Erst der Nord-Süd-Schulenkrieg, dann die Aussage es gäbe das alles gar nicht der Buddha hätte nichts gelehrt ausser Nicht-Zwei und dann liest man auf dem Blog von Kerstin-Anonuema den Ehrwürdigen Meister Thomas JoShin, der immer sagt der Buddha hätte nichts gelehrt ausser die Auflösung des Leidens in der Welt.
    Und dann noch eine Schmähschrift gegen Nitya auf einem anderen Blog
    https://anonuema.wordpress.com/2016/11/26/feierabend-fuer-erleuchtete/comment-page-1/#comment-134

    Wo soll denn da die Adventsstimmung herkommen?

    Für sensible Weihnachtsgegner empfehlen wir beim Anschauen solcher Videos in den nächsten Wochen die Kotztüten im Netz an der Rückseite des Vordersitzes direkt vor ihnen😉

    Gefällt mir

    • Nitya schreibt:

      Liebe Margarete,

      lass dir bloß von nichts und niemandem die Adventsstimmung versauen, falls du so etwas haben solltest. Ich bin nun mal kein Buddhist und kein Taoist und kein Christ und kein dies und kein das, und schwafle einfach so vor mich hin, wie’s gerade so hochblubbert. Und Texte von Sosan, Huang-po, Linji, Ikkyû Sôjun missbrauche ich grundsätzlich dafür, um auch damit das auszudrücken, was mir gerade wichtig zu sein scheint. Es dreht sich also alles um meine Sicht und nicht um die angebliche Sicht von irgendjemandem, den ich gar nicht kenne bis auf ein paar überlieferte Worte von ihm, die möglicherweise auch noch falsch übersetzt wurden. Wer also scharf auf historische Wahrheiten ist, möge sich in der entsprechenden Fachliteratur schlau machen. Also um es nochmal auf den Punkt zu bringen: Dieser Blog hier ist absolut unseriös. Lauter Blaba oder wie immer man das nennen will. Ensthafte Lehrer gibt es zur Genüge. Mich haben sie halt immer angeödet.

      So und jetzt … „Es ist ein Ross entsprungen …“

      Gefällt 4 Personen

      • Margarete schreibt:

        was für eine wunderbare Antwort, ich kniete nieder (wenn meine Knie das noch zu lassen würden)

        „Dieser Blog hier ist absolut unseriös. “

        laaaach, das ist die erlauchteste (oder heisst es erleuchtetste😉 ) Aussage, die einer noch machen konnte um mein Herz in Weihnachtsstimmung zu wiegen.
        Zauber überall, Nitya der Magier, versteht es immer wieder seine Adepten (oder Deppen? ) zu verführen, wunderbar, bitte weiter so, falls es das ES erlaubt😉

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Margarete, da geht’s deinen Knien genau wie den meinen. Na ja, was man nicht im Kopf hat, hat man in den Kien. Fein, wenn mein Blabla etwas zu deiner Weihnachtsstimmung beitragen konnte – da freu ich mich jetzt wirklich ganz gewaltig!

      Gefällt 1 Person

    • Brigitte schreibt:

      achja, irgendwer findet immer irgendwo ein Haar in der Suppe … what to do ?

      „Sei dir selbst ein Witz“ (Osho)

      Gefällt 2 Personen

  2. fredoo schreibt:

    ja … margarate … da hat es mich ja auch mal wieder hinverschlagen … zu madame kerstin … und prompt im bemühen des unbedingt rechthaben wollens meinte der herr lätzchenträger aus der schweiz aber so was von recht zu haben … und das hat er ja auch … er hat so was von recht , so sehr dass es gar nicht mehr verborgen blieben konnte dass er nicht das geringste kapiert hat … ( zumindest nicht des buddhas blümchen und ähnliche auch im heute stattfindendebn gehsten des angebots vom halt „nicht recht haben“ … die welt und ihre zeit steckt nach meiner meinung ohnehin voll von diesem „blümchen“angeboten … man müsste halt nur aufhören damit „recht haben zu wollen / müssen… und sich der schlichten blümlein zu erfreuen … aber … das ist ja die „lehre“ des blümleins … (auch ) dies kann nicht getan werden ( dieses „sich erfreuen“ ) … möglich ist lediglich die schlichte betrachtung des ohnehin vorhandenens ( und dies möglichst in ergebnisoffener innerer haltung des nicht „recht haben wollens“ , denn wer dies blümlein zu „haben“ versucht , zerquetscht es nur in seiner „unfassbaren“ grazilen schönheit ) ….

    so hatte ich mir bei madame kerstin einer aber sowas von geharnischte antwort auf „meister lätzchen“ zurechtgestrickt … dann streikte aber aus unerfindlichen gründen hier das internet und die „antwort“ verschwand im virtuellen nowhere … ich , zuerst noch bestrebt meine kontra zu wiederholen , fand mich alsbald in einem wonniglichen gelächter ob der klugheit der götter wieder … jeder hat einfach das uneingeschränkte recht auf seine eigene dämlichkeit … lätzchenträger nicht ausgenommen … und da ja auf alpenwiesen diverse blümlein blühen , ist angebot reichlich vorhanden , und es bedarf keines zusätzlichen hinweis eines herrn fredoo … )

    Gefällt 4 Personen

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