H.W.L. Poonja: Das Konzept, dass du nicht frei bist


pPraxis dient dazu, die Angewohnheit der Praxis zu entfernen. Dann erkenne, dass Freiheit schon hier ist! Was schon jetzt hier ist, bedarf keiner Übungen, keiner Praxis. Sieh einfach nur, was die Hindernisse sind! Was ist die Wand? Die Wand ist deine Vorstellung, dass du nicht frei bist. Wenn du eine Anstrengung unternimmst, um frei zu sein, akzeptierst du das Konzept, dass du nicht frei bist; und da fängst du also an. Wenn du dich von diesem Konzept des „Ich bin nicht frei“ lossagst, was passiert dann? Diese Vorstellung ist lediglich deine eigene Schöpfung.

aus: H.W.L. Poonja, Sei still!

Ach ja, Wolf, wir waren alle mal jung und hatten unsere Träume. „Jesus Christus mit der Knarre“ – was Poonja wohl gesagt hätte, wenn man ihn als „Poonjaji mit der Knarre“ besungen hätte! Was für ein Kinderkram, hätte er vielleicht gesagt, Freiheit ist schon längst hier! Ja, aber … ja, aber … es gibt doch unzählige Gegenbeweise! „Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten“, sagte Jean-Jacques Rousseau. Wer hat nun recht: Poonja oder Jean-Jacques Rousseau und Che Guevara?

Ich kann mich noch gut erinnern, als Ende der 60er die Beatles zu Maharishi Mahesh Yogi flogen, Anfang der 70er fand Rainer Langhans seinen Guru Kirpal Singh und Osho ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Viele linke Genossen hatten plötzlich keinen Bock mehr auf Politik und wurden von ihren revolutionären Freunden als Verräter an der Sache der Freiheit betrachtet. Mit OM SHANTI OM kriegt man nur eingeschlafene Füße, eine Revolution kann man damit jedenfalls nicht erfolgreich anzetteln.

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Venceremos!

Poonja wollte ja nix anderes als zu Füßen von Ramana Maharshi sitzen, aber der schickte ihn 1947 nach der Trennung von Indien und Pakistan zu seiner Familie, damit er sie nach Indien in Sicherheit bringen konnte. Sieht so aus, als wäre Poonja nicht von selbst auf diese glorreiche Idee gekommen. Ja, ja, die Spiris!

Aber zurück zu der Frage: Wer hat recht, Poonja oder Che Guevara? Poonja trifft unterwegs einen Sklaven und überreicht ihm freudestrahlend sein Buch: „Wach auf, du bist frei!“ Aber der Sklave fühlt sich nur verarscht und haut Poonja das Buch links und rechts um die Ohren. Die Frage lässt sich also nicht diskutieren. Jeder kann sie nur aus seiner Sicht heraus für sich beantworten. Ich würde die Frage so beantworten. Natürlich hat Poonja völlig recht, wenn er sagt, das was ich wirklich bin, war nie nicht frei. Und natürlich hat Che Guevara völlig recht, wenn er sagt: Nieder mit den Unterdrückern! Ich darf noch mal an Ramana erinnern, der seinen Schüler Poonja aufforderte, sich gefälligst um seine Familie zu kümmern und sie nicht den marodierenden muslimischen Banden und ihren Todeskommandos auszuliefern. Wie schon Jesus sagte: „Gebt dem Kaiser (der Welt), was des Kaisers ist und Gott (dem, was du in Wahrheit bist), was Gottes ist!“

Ach ja, die alten Lieder. Irgendwie scheine ich immer noch anfällig für sie zu sein. Ja, ich weiß, es ist kindisch … und doch! (Liebe Margarete, auch wenn’s dich sehr schockiert, ich sollte wohl doch noch Therapie machen.

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10 Antworten zu H.W.L. Poonja: Das Konzept, dass du nicht frei bist

  1. Ingeborg schreibt:

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  2. Ayni schreibt:

    Fühl mich mal eben sehr freiheitlich faul….ergo Dieses so…

    >Freedom’s not ‚bout the size of your cage or power of your wings or non~attachement to a person or thing.
    >Freedom’s ‚bout being so truly, madly and deeply attached to your own soul that you can’t bear ~ if only for a moment ~ a life that doesn’t honor it.

    Ein Mensch kann sich nur so frei empfinden, wie er in der Lage ist, diese Freiheit auch zu gewähren im Sinne von schenken.

    Mit Hinblick auf vergangene Zeiten mag die Zeit nicht reif gewesen sein oder was auch immer.
    Ein alleiniges Erlöserprinzip für die Menschheit scheint m.A. jedoch noch nie existiert zu haben.

    In diesem Sinne derer mehr denn je & mehr als 5
    Munay sonqo

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  3. alexandra schreibt:

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  4. alexandra schreibt:

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  5. Brigitte schreibt:

    Die Person sucht immer einen Ausweg aus dem Dilemma. Sie ist die begrenzte Sicht und Ausweglosigkeit schlechthin und bedingt an Zu- und Umstände. Selbst der glücklichste Mensch wird von Unglück, Schmerz, Trauer, Verlust, Krankheit und Tod heimgesucht. Da hilft auch Therapie, Schattenarbeit, Macht, Geld, whatever, nur begrenzt. Ausweg? Vergiss es! Das, was du in deiner ungeteilten Natur bist, ist in sich frei von allen Bedingungen. Sei das, was bereits frei ist unter allen Zu- und Umständen, dann kannst du sogar in Fesseln tanzen und diesen Tanz genießen.

    Die Welt unser Traum

    Nachts im Traum die Städt’ und Leute,
    Ungeheuer, Luftgebäude,
    Alle, weißt du, alle steigen
    Aus der Seele dunklem Raum,
    Sind dein Bild und Werk, dein eigen,
    Sind dein Traum.

    Geh am Tag durch Stadt und Gassen,
    Schau in Wolken, in Gesichter,
    Und du wirst verwundert fassen:
    Sie sind dein, du bist ihr Dichter!
    Alles, was vor deinen Sinnen
    Hundertfältig lebt und gaukelt,
    Ist ja dein, ist in dir innen,
    Traum, den deine Seele schaukelt.
    Durch dich selber ewig schreitend,
    Bald beschränkend dich, bald weitend,
    Bist du Redender und Hörer,
    Bist du Schöpfer und Zerstörer.
    Zauberkräfte, längst vergeßne,
    Spinnen heiligen Betrug,
    Und die Welt, die unermeßne,
    Lebt von deinem Atemzug.

    ~ Hermann Hesse

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  6. alexandra schreibt:

    Tja, und heute bei uns: zwei Quandts bekommen eine Ausschüttung von 900 000 000 Euronen für dieses Jahr und immer mehr Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. In Deutschland. Bis bei uns ein Fidel oder ein Che kommt und angehimmelt wird? Oder, oder oder…..

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