Ramesh Balsekar: Dies ist alles, was an dem Ganzen dran ist


rFrage: Maya als Vervielfältigung von Objekten durch die Spaltung des Minds in Subjekt/Objekt?

Ramesh: Richtig. Dieser grundlegende Irrtum kann durch das intuitive Erfassen behoben werden, dass die Vervielfältigung von Objekten nicht notwendigerweise die Teilung des Bewusstseins einschließt. Dualität ist lediglich das Medium, durch das die Manifestation stattfindet. „Dualismus“, der das „Ich“ und die „anderen“ erschafft, ist eine Verfälschung der Dualität. Mit anderen Worten, die anscheinende Subjektivität ist vergleichbar mit jemandes Erscheinung, widergespiegelt in einer Anzahl von Spiegeln verschiedener Reflektionsarten, aufgrund der Form, Qualität und Platzierung jedes einzelnen Spiegels. So gesehen verschwindet die Identifikation mit dem phänomenalen Subjekt als eine Wesenheit, und das Subjekt wird – als das Eine und Einzige  – als Noumenon, und alles sensorisch Wahrnehmbare als Phänomene erfasst. Phänomenal verbleibt kein subjektives Element. Dieses intuitive Erfassen bedeutet: Die Lehre erleben.

Frage: Ist das alles, was an dem Ganzen dran ist?

Ramesh: „Wir“ können praktisch gesehen davon ausgehen, dass dies alles ist, was an dem Ganzen dran ist.

aus: Ramesh S. Balsekar, „Die Lehre erleben“

s

„Wir“ können also praktisch gesehen davon ausgehen, dass „Dualismus“, der das „Ich“ und die „anderen“ erschafft, eine Verfälschung der Dualität ist, und dass das intuitive Erfassen dieser Wahrheit alles ist, was an dem Ganzen dran ist. Ramesh sagt: „So gesehen verschwindet die Identifikation mit dem phänomenalen Subjekt als eine Wesenheit, und das Subjekt wird – als das Eine und Einzige – als Noumenon, und alles sensorisch Wahrnehmbare als Phänomene erfasst. Phänomenal verbleibt kein subjektives Element.

Alles sensorisch Wahrnehmbare, also alles, was gesehen, gehört, geschmeckt, gerochen, berührt oder sonst wie wahrgenommen wird, ist keine Wesenheit. Das betrifft ja in erster Linie mal „dich selbst: Deine Beine und Arme, deinen Rumpf, na ja der Kopf ist ja, wie das Douglas Harding so anschaulich darstellte, eh nicht zu sehen, aber der Geschmack in meinem Mund, die Tränen, die aus meinen Augen kullern, mein Herzschlag, jeder Atemzug, … dies alles sind Phänomene. „Phänomenal verbleibt kein subjektives Element.“ Dasselbe gilt natürlich für „mein Gegenüber“. Das ist auch nichts anderes als ein Haufen phänomenales Zeugs. Das Subjekt wird – als das Eine und Einzige  – als Noumenon … erfasst. Noumenon ist das einzig sensorisch nicht Wahrnehmbare.

So, jetzt hat das jeder gelesen und weiß Bescheid. Hähähä, wer ist denn Jeder? Dieser Haufen phänomenales Zeugs, der keine Wesenheit ist, soll jetzt Bescheid wissen oder intuitiv erfasst haben? Da hilft jetzt kein Nachdenken und Rumphilosophieren, das ist die totale Bankrotterklärung. Das ist der Grund, warum Sosan so hartnäckig darauf besteht, nicht nach dem Wahren zu suchen, ich könnte auch sagen, nicht nach dem Noumenon zu suchen. Suche bedeutet immer, Ausschau halten nach einem Phänomen. Und was wäre mit einem phänomenalen Noumenon gewonnen?

noumenon

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4 Antworten zu Ramesh Balsekar: Dies ist alles, was an dem Ganzen dran ist

  1. Brigitte schreibt:

    Hi Nitya,

    der Ramesh Balsekar… ohne Firlefanz, nüchtern und glasklar auf den Punkt gebracht🙂

    Fällt mir grad so ein beim Lesen… Als mir das passiert ist, hatte ich mit Subhash noch in der Nacht per Mail Kontakt aufgenommen. Er stellte mir während unseres Schriftwechsels exakt die gleiche Frage: „Wo bist du?“ Und ich konnte die Frage nicht beantworten, denn ein „du“ war ja nicht mehr auffindbar. Kein Ich, kein Du, weit und breit No-thing. Ich hab dann geantwortet: Nirgendwo. Ich weiß noch, wie der Gedanke aufstieg, „was erzählst du da, du bist doch hier.“ In dem Moment ist der Groschen gefallen: Hier und Nirgendwo ist ein- und dasselbe, zwei Seiten einer Medaille. Er fragte mich dann noch, wie’s mir jetzt ginge“. Und genau das gleiche: ich wusste nicht, wie es „mir geht“. Hallo… whats going on?!😀. „Gut“, sagte ich dann. Aber es war nur eine Pseudoantwort. Einfach ein weiterer Gedanke, der aus dem Nichts aufstieg, völlig substanzlos. Da war weder ein ‚gut gehen‘ noch ein ’schlecht gehen‘. Bloß pures nacktes Hier-Jetzt-Sein.

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    • Nitya schreibt:

      „Hier und Nirgendwo ist ein- und dasselbe, zwei Seiten einer Medaille.“

      Hihi, liebe Brigitte, das war ein feiner Groschen. Auf die Frage, wie’s mir geht, fällt mir auch nur so was Blödes ein wie „Mir geht’s“ oder so was in der Art.

      „Kein Ich, kein Du, weit und breit No-thing.“ Es bleibt „dir“ kaum erspart, auch weiterhin „ich und du und jede Menge things“ zu kommunizieren, falls „du“ überhaupt noch kommunizieren willst. Aber das tut der Liebe ja keinen Abbruch.🙂

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