Osho: Chan ist weder buddhistisch noch taoistisch …

cChan ist eine Kreuzung zwischen Buddhas und Laotses Vorstellungswelt. Es ist eine große Begegnung – die größte, die je stattgefunden hat. Darum hat Chan sowohl Buddhas wie auch Laotses Vorstellungswelten weit übertroffen.

Es ist die nie dagewesene Blüte zweier Gipfel – sowie die Begegnung von beiden Gipfeln. Chan ist weder buddhistisch noch taoistisch, sondern vereint beides in sich.

Was Religion angeht, ist Indien ein wenig humorlos – eine lange Vergangenheit, ein uralter Ballast drückt den indischen Geist nieder und seine Religion ist ernsthaft geworden. Laotse dagegen war immer eine Lachnummer: Laotse ist als „der alte Narr“ bekannt, kein bisschen ernst. Ein unernsterer Mann ist nicht zu finden. Irgendwann trafen sich die Vorstellungswelten Buddhas und Laotses, trafen sich Indien und China – und Chan wurde geboren. Und dieser Mann Sosan stand der ursprünglichen Quelle ganz nah, als Chan gewissermaßen aus dem Mutterleib kam. Er ist ein Überbringer der ursprünglichen Botschaft.

aus: Osho, „Weder leicht noch schwer“

osho

Eines muss ich gleich am Anfang loswerden. Ich kenne den Originaltext nicht, weiß also nicht, ob es sich um einen Übersetzungsfehler handelt oder ob Osho das tatsächlich so gesagt hat. Das taucht gleich dreimal im Text auf: „Buddhas und Laotses Vorstellungswelten“. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen (das ist jetzt wirklich eine Vorstellung), dass Osho das so gesagt hat. Chan und Vorstellungswelten! Sollte er das wirklich gesagt haben, hätten ihm Laotse, Buddha, Sosan und noch’n paar Jungs sicher was gehustet! Also ersetzt um Gottes willen diesen Begriff „Vorstellungswelten“ mit … keine Ahnung – ich hab kein Wort dafür und will auch gar keines haben. Ansonsten kann ich Oshos offensichtliche Begeisterung für die Begegnung von Laotse und Buddha in dem, was Chan genannt wird, völlig nachvollziehen, selbst seine gern benützten Superlative. Wobei ich ergänzen muss: „Auch andere Mütter haben schöne Töchter“ – will sagen, das, worum es im Chan geht, ist nicht nur in der Begegnung zwischen Laotse und Buddha explodiert, sondern auch in ganz anderen Zusammenhängen.

Aber natürlich hat das Kind von Laotse und Buddha einen ganz eigenen Duft. Osho beschreibt das so: „Was Religion angeht, ist Indien ein wenig humorlos – eine lange Vergangenheit, ein uralter Ballast drückt den indischen Geist nieder und seine Religion ist ernsthaft geworden. Laotse dagegen war immer eine Lachnummer: Laotse ist als ‚der alte Narr‘ bekannt, kein bisschen ernst.“ Diese nichternsthafte Ernsthaftigkeit war u.a. auch das, was mir an Osho immer so gut gefallen hat. Spiritualität ohne 93 Rolls Royces, Spiritualität ohne das Lachen eines Narren ist einfach unerträglich.


Wenn ich mir gerade die bierernste, ignorante Arroganz unserer Politiker und Journalisten dem Herrn Trump gegenüber anhöre, begegnet mir dasselbe, was ich so oft in spirituellen Bezügen erlebt habe. So viel Selbstgerechtigkeit und Blindheit sich selbst gegenüber ist wirklich kaum zu ertragen. Ich komme ja aus dem Bildungsbürgertum und habe seine Heuchelei und Verlogenheit immer gehasst. Was für eine Offenbarung war es für mich, als ich mit 13 das erste Mal in den Ferien auf dem Bau gearbeitet habe und Menschen traf, die intelligent, zupackend und grad heraus waren. Jesus soll „aus seines Vaters Haus“ die Leute mit ihrem „Aufwachbusiness“ getrieben haben. Und wieder bin ich bei Sosan mit seinem „Suche nicht nach dem Wahren, enthalte dich lediglich deiner Vorstellungen!“ Die haben im Hause des Vaters absolut nichts verloren.

b

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Osho: Chan ist weder buddhistisch noch taoistisch …

  1. alexandra schreibt:

    Lieber Nitya,
    ich gebe dem, was der nette Mensch bei youtube sagt, zum Teil Recht. Gewählt wurde er aber vor allem von weißen Südstaaten-Männern. Viele andere sind aus Frust ja gar nicht zur Wahl gegangen. Ich würde sagen, für das Wohl des wunderschönen amerikanischen Kontinents: Alle Migranten, die seit dem 16. Jhd. das Land okkupiert haben, raus, können ja eine Marskolonie gründen. Die Nachkommen der unfreiwillig Eingeschleppten haben die freie Entscheidung, wo sie leben möchten. –
    Es ist übrigens interessant, von welchen Seiten alles die Presse als Lügenpresse bezeichnet wird. Von nahezu allen! Mein Fazit: Ich glaub gar nichts mehr. Was kommt, werden wir sehen. Vielleicht geh ich morgen demonstrieren. Dafür, dass Grundschullehrer auch A13 bekommen. Da hab ich wenigstens was davon.
    Ansonsten: lachen, bis der Sarkasmus einem die Tränen in die Augen treibt…
    Die Sonne scheint, der Hund muss raus, vielleicht wird aus dem Tag noch was.
    Herzliche Grüße in den herbstlichen Morgen hinein,
    Alexandra

    Gefällt mir

    • Nitya schreibt:

      „Was kommt, werden wir sehen.“

      Liebe Alexandra,

      eben, nu wart doch einfach mal ab, bevor du zu einem Urteil kommst.

      „Die Sonne scheint, der Hund muss raus, …“

      Na, das ist doch mal was Handfestes. Ich wünsche dir und dem Hnd glückliche Stunden.

      Gefällt mir

  2. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    Ist es nicht schnuppe , ob jemand sich als “ Intelligenzler “ oder “ Proletarier “ begreift ?
    Bildungsbürger vs. Bauarbeiter = Zusammenballungen , gewöhnlicher ,menschlicher
    Vorstellungen auf dem Misthaufen familiärer Wertemythen gewachsen .
    So manche Menschen die sich in ihrem Politiker-Hiersein eingerichtet haben kamen ursprünglich
    aus “ kleinen Manneskreisen “ .
    Herzliche Grüße
    Punito
    Nachtrag : . … Laß dein Kind wachsen , wie die Natur ( oder “ Gott “ ) es geschaffen hat . Versuche nicht die Natur zu verbessern . Lerne sie zu begreifen und zu schützen . Geh in die Bücherei statt zum Boxkampf , reise in ferne Länder statt nach Coney Island ( Anmerkung : Vergnügungspark ) .
    Und vor allem anderen , DENK RICHTIG , vertraue deiner inneren Stimme , die dich leise mahnt .
    Du hast dein Leben in deiner Hand , vertraue es niemenden anderem an , am allerwenigsten den von dir gewählten Führern . SEI DU SELBST ! Das haben dir schon sehr viele großen Männer gesagt !….
    ( Quelle : Erich Fromm , Rede an den kleinen Mann )

    Gefällt mir

    • Nitya schreibt:

      Lieber Punito,

      man kann in Bildungsbürger/Bauarbeiter-Vorstellungen hineingeboren werden oder sich später um eine Identifkation damit bemühen. Es gab Intellektuelle, die sich als Arbeiterführer gerierten und Arbeiter, die ihre Herkunft schnellstmöglichst hinter sich zu lassen versuchten. Das ist ähnlich wie bei der Religion. Die Anhaftungen sind in beiden Fällen ziemlich heftig.

      Was dein Reich-Zitat betrifft, so kann ich Wilhelm Reich nur vollkommen zustimmen. Aber wie er selbst sagt: „Das haben dir schon sehr viele großen Männer gesagt!“ Und – hat es was geändert?

      Herzlichst
      Nitya

      Gefällt mir

    • Nitya schreibt:

      Der Otto Reuter ist immer wieder ein Genuss. Danke!

      Gefällt mir

  3. punitozen schreibt:

    Nachtrag : Es war WILHELM Reich , der die “ Rede an den kleinen Mann “ verfasst hatte :

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s