Andrew Cohen: egolose Beteiligung am Prozess des Lebens


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Früher drehte sich die Erleuchtung nur um das Im-Moment-Sein, frei von Anhaftung. Gelegentlich wurde uns gesagt, wir sollten die Welt des Tuns mit einschließen, jedoch nur als ein Mittel, um dadurch unsere eigene Befreiung zu erreichen. Evolutionäre Erleuchtung hingegen verlangt die egolose Beteiligung am Prozess des Lebens, um der Evolution des Bewusstseins selbst willen. Wir alle werden gerade jetzt äußerst dringend gebraucht. Wozu? Um wahrhaftig zu erwachen, erleuchtet zu werden, damit wir bewusst, als befreite Seelen, am Lebensprozess mitwirken können. Was ist der Sinn und Zweck unserer Erfahrung, als Mensch verkörpert zu sein? Letztlich fähig zu werden, uns selbst von ganzem Herzen dem Lebensprozess der Evolution – der bewussten Evolution hinzugeben, so dass wir eine wirkliche Veränderung in dieser verrückten, gespaltenen, leidenden Welt bewirken können. Ja, Erleuchtung für das 21. Jahrhundert fordert uns alle auf, uns von ganzem Herzen, das heißt, mit allem, was wir haben, zu beteiligen, zum Wohle aller anderen und für die Verbesserung der Qualität des gesamten Lebens – genau jetzt, als befreite Wesen.

aus: Andrew Cohen, „Evolution und Erleuchtung“

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Man hat ja eine Zeit lang nicht mehr so viel von Andrew Cohen gehört. Nun soll er in sich gegangen und mit neuen Erkenntnissen öffentlich geworden sein. Es geht um evolutionäre Erleuchtung. Andrew schreibt: „Evolutionäre Erleuchtung hingegen verlangt die egolose Beteiligung am Prozess des Lebens, um der Evolution des Bewusstseins selbst willen. Wir alle werden gerade jetzt äußerst dringend gebraucht.“

Hmm, mir scheint, so richtig in sich gegangen ist der Andrew nun doch nicht. Es ist der Ton, der bekanntlich die Musik macht. Ich höre immer noch das drängelnd Missionarische in seinen Zeilen. Dass wir alle gerade jetzt äußerst dringend gebraucht werden, mag ja sein, nur wenn es um eine egolose Beteiligung am Prozess des Lebens geht, brauche ich dafür, wenn ich den Andrew hier richtig verstehe, egolose Personen, die bereit sind für das Wohl des Ganzen tätig zu werden. Irgendwie kriege ich gerade einen Knoten im Gehirn. Andrew sagt: „Was ist der Sinn und Zweck unserer Erfahrung, als Mensch verkörpert zu sein? Letztlich fähig zu werden, uns selbst von ganzem Herzen dem Lebensprozess der Evolution – der bewussten Evolution hinzugeben, so dass wir eine wirkliche Veränderung in dieser verrückten, gespaltenen, leidenden Welt bewirken können.“ Da ist schon wieder jemand, der meint, Existenz müsse einen Sinn und einen Zweck haben, jemand, der sogar zu wissen glaubt, worin dieser Sinn und Zweck besteht. Also ich weiß es nicht. Ich weiß nicht einmal, ob es einen Sinn und einen Zweck gibt.

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Dass diese Welt eine verrückte, gespaltene, leidende Welt ist, kann ich weiß Gott auch sehen. Es ist auch durchaus nachvollziehbar, wenn Andrew sich vorstellt, wie sich egolose, befreite Wesen, zu denen er sich natürlich selbst zählt, aufmachen, die Welt zu retten. Ich muss gerade an den „Herrn der Ringe“ denken und den siegreichen Kampf der Guten gegen die Bösen. „Ja“, erzählt Andrew, „Erleuchtung für das 21. Jahrhundert fordert uns alle auf, uns von ganzem Herzen, das heißt, mit allem, was wir haben, zu beteiligen, zum Wohle aller anderen und für die Verbesserung der Qualität des gesamten Lebens – genau jetzt, als befreite Wesen.“ Bis zum letzten Blutstropfen gewissermaßen. Erleuchtung ist nur ein Wort und ist völlig unfähig, irgendjemanden zu irgendetwas aufzufordern. Es ist wohl der befreite, egolose Andrew, der andere ebenfalls befreite, egolose Wesen um sich zu scharen versucht, um an ihrer Spitze in die entscheidende Schlacht gegen das Böse zu reiten.

Is ja gut, is ja gut, ich hör ja schon auf herumzulästern. Über eine Evolution des Bewusstseins nachzusinnen, ist ja vielleicht gar nicht so blöd. Die Frage, die im Zusammenhang mit den Andrew-Zeilen auftaucht, ist möglicherweise: Müssen wir als befreite, egolose Wesen der Evolution des Bewusstseins hilfreich zur Seite stehen oder entfaltet sich das allumfassende Bewusstsein ganz von selbst, erkennbar auch in seinen Manifestationen, also auch in, durch, als „uns“?

Ich kann’s einfach nicht lassen.

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8 Antworten zu Andrew Cohen: egolose Beteiligung am Prozess des Lebens

  1. ananda75 schreibt:

    Das is ja wieder eine schöne Worte-finde-Trainings-Stunde🙂

    Ich seh mich schon als Träger der Evolution und es scheint mir durchaus an der Zeit, dass die wieder mal einen Sprung nach vorn macht – denn mit der Evolution ist es ja so wie mit den Haaren – die wachsen ständig, aber plötzlich sind sie zu lang …
    Der Knackpunkt ist – wenn ICH MICH als Träger – oder besser noch Vor-Kämpfer, Voran-Schreiter der Evolution sehe – das kann ja nich gehen – da beißt sich die Katze ja selbst in den Schwanz – wenn ich das könnte, dann wäre ich das ja schon und bräuchte es nich mehr zu machen 🙂
    Also – Was tun, wenn es brennt?
    Ich schlage vor – einfach machen – wertfrei, angstfrei, zu allem bereit🙂
    Wir wissen ja nicht, wo es hin gehen soll, also sollten wir uns nicht allzu sehr einmischen, sondern das Leben mal machen lassen.

    Einen schönen Tag dir❤

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  2. Ayni schreibt:

    Guten Morgen, Nitya
    „ ist möglicherweise: Müssen wir als befreite, egolose Wesen der Evolution des Bewusstseins hilfreich zur Seite stehen oder entfaltet sich das allumfassende Bewusstsein ganz von selbst, erkennbar auch in seinen Manifestationen, also auch in, durch, als „uns“?“

    Zum einen ist so ein Ego meiner An+/Einsicht ja auch ganz nützlich, wenn mann ES auch SeinLassen (?!) kann.
    anSOnsten>>>>>INvolution, Devolution,THEvolution, BEvolution

    Dir einen InTUitiven Tag

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  3. Ayni schreibt:

    In mir taucht un~möglicher Weise soeben folgende Frage auf & schaut ganz wie eine Anwort aus, die sich Ihrer wOrte enledigen möchte.
    >BeDarf ES einer quantitativen,qualitativen und positivsubversiven Masse an Menschen, um das systemimmanente Geschen zum Einsturz zu bringen?
    Wie auch Dem sei & ist…..
    DAS IST möglich

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  4. fredoo schreibt:

    Der entscheidende und letztlich unlösbare Knackpunkt der Vorstellung einer „bewussteren“ Evolution ist die Tatsache , das es gar keine bewusste Evolution gibt , ja geben kann !
    Wie sollte dann eine Steigerung dessen möglich sein , bzw. möglich werden ?
    Da hat jemand schlicht Evolution nicht verstanden , bzw. nicht gesehen , und sich stattdessen eine Vorstellung davon angeeignet ( wohl , um sie erneut kaufmännisch zu nutzen ) .
    Evolution kann nur dann überhaupt evolutieren wenn sie unbewusst also ungerichtet wirken kann !!! … nochmals … Evolution ist nur möglich in einem chaotischen , ungerichteten Umfeld.
    Damit ist jede Evolution immer „unbewusst“ , besser zum nachvollziehen – ungewusst … ( bis sie halt provisorisch „bemerkt“ werden kann , da anscheinende „Stufen“ visioniert werden können , die das Provisorische verschleiern .)
    Evolution ist lediglich die kurzfristige Selbstorganisation des Chaotischen zum kurzfristig Geordneten hin … Dies „funktioniert“ immer nur im Dünger des Chaos und damit der Unvorhersehbarkeit . Nur das kann Evolution sein , was niemand ( als singuläre Bewusstheit ) auch nur im geringsten „bewusst“ (im Voraus und oft auch im Verlauf ) erfassen könnte .
    Alles bewusst wahrgenommenen , gar vorgeblich „gemachte“ , ist immer nur Vorstellung/Erwartung/Möchtegernentwicklung von Evolution , sprich Ego-Menschen-Werk …
    Ohne den unverzichtbaren Verblüffungsfaktor des beobachtenden HomoSapiens – keine Evolution … Und ohne Widerspruch , ohne Trotzdem , ohne so hab ichs nicht erwartet – niemals dessen Vorangehen ..
    Wenn dann ein Herr Cohen noch immer von Machbarkeiten ausgeht ist er schlicht noch immer verblödet …
    Und des weiteren sei was „sinnstiftende Gerichtetheit“ von Evolution betrifft , zum wiederholtenmale an die chinesische Geschichte vom Bauer , seinem Sohn , und dem Pferd erinnert …
    Dessen einziges Resumee „wer weiß es schon “ nach wie vor zum besten Kommentar in Richtung Cohen und Verbesserungskonsorten taugt …

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    • ananda75 schreibt:

      Hi Fredoo,

      Man könnte ja absichtlich scheitern mit dem, was man nicht haben will, dann denkt die Evolution, das is nix und eliminiert es😆

      Lieben Gruß dir❤

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      • fredoo schreibt:

        Ein „könnte“ , ist stets ne niedliche Gedankenpiroutte , ohne jegliches Vermögen … aber … wie gesagt … niedlich anzusehen …🙂

        das dumme ist nur , da dich diese Evolution bestens kennt und perfekt für Ihre Zwecke (der Zwecklosigkeit) einzusetzen vermag , lässt sie sich nicht austrixen …

        aber wie gesagt , es mag ja so als ob aussehen ….
        Doch insgeheim lacht sich Madame Evolutione ins evolutionäre Fäustchen …

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      • ananda75 schreibt:

        ich kann alles immer weniger ernst nehmen – in mir drin kichert es ständig so vor sich hin – ich fühl mich ganz wohl damit – wenn es auch manchmal für Mist-Verständnisse sorgt bzw. bei manchen Menschen gar für Unmut😆
        ich glaub auch kaum, dass die Evolution außerhalb von uns passiert und dann müsste sie eigentlich mitkichern😉

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  5. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya
    Ach , wenn das Lucy hören könnte , was da so mancher Artgenosse aus den der „spirituellen Gilden “ der Homosaphien saphiens des 21 :Jahrhundert , entwicklungsgenetisch fabuliert – alle DAS Folge von seelichen Verstopfungen ?

    Herzlichst
    Punito

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