Karl Renz: Es ist sowieso magisch!

 

karl-renz

Du bist der unbewegliche Zuschauer – das Absolute „Ich“ – der absolute Seher, der sich selbst Bild für Bild erlebt. Ein Bild nach dem anderen kommt aus der illusionären Zukunft und geht in die illusionäre Vergangenheit. Aber du bewegst dich nicht. Die Bilder ziehen wie im Film an deinen Augen vorbei. Aber du, du bewegst dich nicht in ihnen. Niemals! Es ist eine imaginäre Bewegung der Bilder – Momente kommen und gehen. Aber statt das alles zu wissen, kenne lieber deine wahre Natur, das, was-du-bist. DAS muss die Mechanismen nicht kennen. Es ist sowieso magisch! Genieß deine Show einfach – sei DAS, was alles oder nichts verursacht – nur um dich selbst zu verwirklichen.

Das ist ein Aspekt – dich selbst in einer persönlichen Kameraposition zu verwirklichen. Wenn du der Raum bist, gibt es schon keinen Bezugspunkt mehr. Dann nimmst du dich als Gewahrsein wahr. Dann gibt es nicht einmal Raum und Zeit. Selbst diese beiden sind Fragmente dessen, was-du-bist und dann ist die Erfahrung des „darüber hinaus“ ein neuer Film – eine Abwesenheit des Films. Das ist Teil des Films: Das unpersönliche Gewahrsein, das sich einstellt, dann das Menschsein als ein persönliche Erleben. Alle sieben Ebenen des Films sind ständig gegenwärtig. Die Wahrnehmung bewegt sich lediglich zwischen den verschiedenen Möglichkeiten, die bereits da sind. Dabei kommst du niemals und gehst niemals. Es gibt sieben verschiedene Möglichkeiten, dich selbst zu träumen oder dich selbst zu erfahren. Und keine davon ist besser als die andere.

aus: Karl Renz, „Worry And Be Happy“

w

Alle, denen sowieso alles klar ist, mögen den heutigen Beitrag einfach wegklicken. Da ich aber immer wieder Mails mit Fragen nach meiner Sicht zu dem von Karl angesprochenen Thema erhalte, hab ich heute den Karl mit meinem Senf dazu reingestellt.

Nachdem keine der sieben Ebenen des Films besser als die andere ist, brauchen wir uns erst gar nicht zu fragen, welche Ebenen der Karl hier anspricht. Es geht ja im Grunde mal wieder um etwas ganz Einfaches und ich hab es auch schon ein paar  Mal im Blog gehabt. Ihr müsst sowieso Nachsicht mit mir üben. Wenn man jeden Tag einen kleinen Beitrag schreibt, fängt man an, sich gelegentlich zu wiederholen so wie der berühmte Opa, der vom Krieg erzählt. Bei über 2.200 Beiträgen sind Wiederholungen verzeihlich, also ich verzeihe mir jedenfalls. Müsst ihr ja nicht machen. Einfach drüber weg lesen oder „Die Wacht am Rhein singen“.

Also da stelle mehr uns wieder janz dumm. Der Karl sagt: „Du bist der unbewegliche Zuschauer – das Absolute ‚Ich‘ – der absolute Seher, der sich selbst Bild für Bild erlebt. Ein Bild nach dem anderen kommt aus der illusionären Zukunft und geht in die illusionäre Vergangenheit. Aber du bewegst dich nicht. Die Bilder ziehen wie im Film an deinen Augen vorbei.“ Das ist das, was ich auf der animierten gif-Datei oben auszudrücken versucht habe. Die Figur des Buddha bzw. die Vertikale steht für den unbeweglichen Zuschauer – das Absolute ‚Ich‘ – den absoluten Seher, die sich ununterbrochen bewegende Horizontale steht für die Bilder, die wie im Film „an deinen Augen“, an den Augen des absoluten Sehers, der sich selbst Bild für Bild erlebt, vorbeiziehen. Diese Darstellung hab ich mir schon vor etwa einem Vierteljahrhundert an die Haustür geschraubt in der kühnen Hoffnung, nach dem Sinn dieses komischen Symbols gefragt zu werden. Ob das was Rechtsradikales oder ein keltisches Kreuz sei …?

sKarl schreibt: „Wenn du der Raum bist, gibt es schon keinen Bezugspunkt mehr. Dann nimmst du dich als Gewahrsein wahr. Dann gibt es nicht einmal Raum und Zeit. Selbst diese beiden sind Fragmente dessen, was-du-bist und dann ist die Erfahrung des ‚darüber hinaus‘ ein neuer Film – eine Abwesenheit des Films. Das ist Teil des Films: Das unpersönliche Gewahrsein, das sich einstellt, dann das Menschsein als ein persönliche Erleben.“ Die Abwesenheit des Films ist etwas, das fast in aller Regel nicht bemerkt wird. Dabei sind das sehr kostbare Momente, in denen bemerkt werden kann, dass der absolute Seher da ist, auch wenn gerade keine Bilder zu sehen sind. Der absolute Seher benötigt für seine Existenz keine Bilder. Karl sagt: „Du bist der unbewegliche Zuschauer …, der sich selbst Bild für Bild erlebt.“ Du erlebst dich auch ohne Bild, was voraussetzt, dass die Lücke überhaupt bemerkt wird. Ich hab das mal vor Jahren mit dem folgenden Bild darzustellen versucht. Da ist so eine Sonne, die für das berühmte Allsehende Auge stehen soll. Und dann ist da das, was dieses Auge wahrnimmt. Plus und Minus stehen für die Spannung der Polarität, die Existenz überhaupt ermöglicht. Und die Null steht für das, was Karl „die Abwesenheit des Films“ nennt.
agSo, klingelingeling, die Unterrichtsstunde ist zu Ende und ihr dürft jetzt alle zum Spielen mit den vielen bunten Bildern gehen, wohin ihr wollt. Aber ihr macht ja eh, was ihr wollt.

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19 Antworten zu Karl Renz: Es ist sowieso magisch!

  1. Eno Silla schreibt:

    ZERO

    Zero
    Is where the Real Fun starts.

    There’s too much counting
    Everywhere else!

    Hafiz
    aus Daniel Ladinsky – I Heard God Laughing

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  2. Ayni schreibt:

    I ought to Be
    An aught to C

    Achalaw
    from NowHere Man

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  3. Ayni schreibt:

    ‚lil bit Fun
    :https://www.youtube.com/watch?v=pZpcJEuOvKs
    from the Isle of nEveryWhere

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  4. ananda75 schreibt:

    und – hat dich jemals jemand gefragt nach dem Symbol an der Tür?

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  5. Inge schreibt:

    Lieber Nitya, ein paar Worte zur Unterrichtsstunde: Wäre ich das Symbol auf deiner Eingangstür, so hätte ich den Drang zu einer einzigen Kugel zu verschmelzen – kein absolutes Ich mehr, das Bilder vorbeiziehen sieht. M. Porete nachempfunden: wenn sich die Seele mit Gott vereinigt, verschwindet sie (aber Gott verschwindet auch). Herzliche Grüsse von Inge

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  6. Inge schreibt:

    Lieber Nitya, ein paar Worte zur Unterrichtsstunde: Wäre ich das Symbol an deiner Eingangstür, so hätte ich den Drang zu einer einzigen Kugel zu verschmelzen.
    M. Porete nachempfunden: die aufgestiegene Seele vereinigt sich mit Gott – und verschwindet. Und Gott verschwindet dann auch! Ich grüsse dich herzlich an diesem einzigartigen November-Nachmittag!

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  7. immer anders schreibt:

    hallo Nitya, Du endest deinen kommentar mit :“aber Ihr macht ja eh was Ihr wollt!“
    Karl haette gesagt, …“aber Ihr macht eh was Ihr NICHT wollt!“

    nun denn das nur als kl beitrag.

    ansonsten nur und nur grossen dank an Dich fuer Deine seite!! morgens das 1. ist: „niiit moeglich…

    auch nachts in wacher stunde gibts hier immer einen koan das den betrachter verschwinden laesst… wenn die gnade dazukommt.

    herzlich und herzlich dank, sts

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