Leo Hartong: Nimm das nicht persönlich

wIch bin es nicht, der das Spiel spielt. Da ist einfach nur DAS. ES spielt mich. ES geht bedeutungsvoll/bedeutungslos voraus. Das sind einfach nur Bezeichnungen und Modifikationen im Strom des Lebens. Es gibt kein „Ich“ als Handelnden, nur DAS. ES erscheint ALS du, ich, und alles andere. Jetzt wird gerade getippt. Jetzt – als du – wird gelesen. Jetzt erscheint der nächste Gedanke, wie ein Bläschen in einem Glas Sekt. Daraufhin kann es zu einer Handlung kommen oder auch nicht. Das alles ereignet sich spontan, nicht für oder durch dich, sondern ALS wir.

Nimm das nicht persönlich, weil es nicht persönlich sein kann … Der kosmische Witz ist, dass es kein „Du“ gibt, das versteht, das die Spielsachen aussucht, das das Spiel genießt oder das Leiden beendet. Es gibt nur die Eine Energie, die alle Gestalten und Formen annimmt und in allen möglichen Mustern vibriert. Da ist nur DAS. ES erscheint ALS  Verstehen, ohne ein „Du“, das das Verstehen bewerkstelligt. Wie ich geschrieben habe: Das „Ich“ in „ich denke“ (oder das „Ich“ in „ich verstehe“) hat ebenso viel Substanz  wie das „Es“ in „es regnet“.

aus: Leo Hartong: „Betrachtungen am Spielfeldrand“

g„Es spukt.“ – „Es regnet.“ Wir aufgeklärten Heutigen haben kein Problem mit diesem „Es“. Wir glauben nicht mehr an Geister oder einen Wetter-Gott. Dafür glauben wir jedoch zum Beispiel an Politiker. Wenn ich mir so beim munteren Poltiker-Bashing zuhöre, fühlt es sich doch glatt so an, als ob ich doch noch an Gespenster glaube, die aus eigenem Willen und ihrer Unfähigkeit heraus diese Scheißpolitik machen. Als ob sie die Macher wären. Ha, von wegen Buddha mit seinem „Handlungen geschehen, doch gibt es keinen Handelnden.“ Stimmt ja, aber bei diesem … also da vergesse ich mich und schimpfe wie ein Rohrspatz über diesen Idioten. Was soll ich machen? Nix. Auch das geschieht natürlich einfach.

Wir besuchen vielleicht ein Atemseminar und lernen „Es atmet mich.“ Das erzählen wir dann stolz jedem, der es hören oder nicht hören will. „Nein, mein Lieber, du glaubst bloß, dass du es bist, der atmet. Aber so ist es nicht: Es atmet dich!“ Na, bin ich nicht klug und weise?! Jetzt könnte ich noch was Superschlaues hinterherschieben und das „mich“ in Frage stellen, dann würde der andere vielleicht Bauklötze staunen!

„Nimm das nicht persönlich, weil es nicht persönlich sein kann …“, sagt der Leo. Das ist auch so ein Schlauberger. „Es gibt kein ‚Ich‘ als Handelnden, nur DAS. ES erscheint ALS  du, ich, und alles andere.“ Also, wem predigt der Leo da, dass alles nicht persönlich ist, weil es nicht persönlich sein kann? Nachdem da keine Person ist, bleibt ja nur zum Leidwesen von Marianne DAS übrig. Und nachdem Leo nicht der Handelnde ist, predigt DAS dem DAS allen möglichen Schwachsinn, klärt auf, sagt, was richtig und was falsch ist und und und … Also jetzt haben wir da als Politiker, wie ES durch diesen verkündet: „Nieder mit den 68ern und ihrem verantwortungslosen Hippiegequatsche.“ Und dann haben wir da DAS als Nitya, wie ES durch ihn sagen lässt: „Blödes Arschloch!“ Was kann der Nitya denn dafür, dass er so blöööd ist?!
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4 Antworten zu Leo Hartong: Nimm das nicht persönlich

  1. Georg Alois schreibt:

    Stimmt ja, aber bei diesem … also da vergesse ich mich und schimpfe wie ein Rohrspatz über diesen Idioten. Was soll ich machen? Nix. Auch das geschieht natürlich einfach.
    Jetzt könnte ich noch was Superschlaues hinterherschieben und das „mich“ in Frage stellen, dann würde der andere vielleicht Bauklötze staunen!
    Und nachdem Leo nicht der Handelnde ist, predigt DAS dem DAS allen möglichen Schwachsinn….
    Herrlich, lieber Nitya, einfach wunderbar!!!

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  2. Keks schreibt:

    Der Zauberer betritt die Bühne durch die dunklen Vorhänge, gekleidet in seinen pechschwarzen Mantel. Schwarze Kisten, die seine geheimen Utensilien enthalten, befinden sich jetzt auch auf der Bühne.

    Die Vorführung beginnt und du siehst von deinem günstigen Standpunkt aus zu. Und während du mit scharfen Augen jede Bewegung des Zauberers beobachtest, beginnst du, eines nach dem anderen, die Geheimnisse hinter den atemberaubenden Wundern deines Lieblingsmagiers zu entdecken.

    Die versteckten Löcher und die falschen Böden in seinen Zauberkisten, die Fälschungen und die geheimen Taschen, die versteckten Fäden und Knöpfe, die, verdeckt durch das Herumgefuchtele mit seinem Zauberstab, gezogen und gedrückt werden. Sehr bald durchschaust du seine Trickkiste so gut, dass du seine nächste Überraschung schon im Vorraus entdecken kannst.

    Seine Überraschungen überraschen dich nicht mehr, seine Tricks täuschen dich nicht mehr. Sein Zauber hat für dich seinen Zauber verloren.
    Die gesamte Angelegenheit hat sich nun als leere Show herausgestellt, als ein einziger Riesenschwindel und Betrug.

    Das war Leiden und durch Beobachten – Auflösung von Leiden. Wobei mir irgendwas sagt, dass Kirchen und Politiker genau das nicht wollen.

    *neue Verschwörungstheorie bastel* :>

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  3. Eno Silla schreibt:

    Es schreibt, jetzt hockt es da, auf seinem Lieblingsstuhl.
    Es hört Musik. Poliça. Die Musik gefällt.
    Es denkt, es fühlt, es wundert sich über all DAS.
    Es sagt ich. Es sagt ich nicht.
    Es meint zu verstehen.
    Es meint zu fallen.
    Es fühlt tiefer und tiefer.
    Es sieht das Verstehen von gestern,
    An der Oberfläche des Heute.
    Es ist wunderbar!

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  4. Marianne schreibt:

    Strukturen des Unpersönlichen

    Es gibt niemanden, der etwas will …..
    Es gibt niemanden, der etwas wahrnimmt …
    Es gibt niemanden, der Vorstellungen hat ….

    Ich erforsche das Funktionieren der Un-Persönlichkeit und stelle fest:

    Die Un-Persönlichkeit hat Vorlieben:
    Sie mag Gott lieber als den Menschen ……
    Sie mag das SEIN lieber als die Form ….
    Sie mag die Einheit lieber als die Zwei-heit…
    Sie mag Harmonie lieber als Differenzen …..

    Was sie gar nicht mag:
    Festschreibungen und Konzepte ….
    Respektlosigkeiten …
    Konflikt …

    Alles, was ich studieren kann, hat eine Struktur in Zeit und Raum.
    Also hat die Un-Persönlichkeit eine Struktur und entpuppt sich dadurch als Persönlichkeit.

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