Daniel Herbst: Der Unwissende, der sich für wissend hält

 

hEine Frage bei meiner Kriegsdienstverweigerung war: „Stellen Sie sich vor: Vor Ihnen steht ein Russe (natürlich ein Russe), der mit einer Panzerfaust auf einen Gaskessel zielt. Sollte er zum Schuss kommen, werden viele Menschen sterben (vor allem Frauen und Kinder). Zufällig liegt vor Ihnen ein Gewehr. Sie könnten den Russen noch an seiner Tat hindern, indem Sie ihn erschießen. Wie würden Sie handeln?“ Als ob ich wissen könnte, wie ich in dieser oder einer anderen Situation handeln würde? Ich kann mich also ggf. nur von mir selbst im jeweiligen Augenblick überraschen lassen. Jetzt in dieser lächerlichen Verhandlung konnte ich jedenfalls nur die Antwort auf diese dämliche Frage verweigern.

Als Michelangelo seinen David geschaffen hatte, soll er vom Papst Julius II. gefragt worden sein, was das Geheimnis seines Genies sei. Michelangelo soll geantwortet haben, er hätte einfach alles vom Marmorblock weggeschlagen, was nicht David sei. Man könnte es auch so sagen: Michelangelo verweigerte all dem seine Zustimmung, zu dem er nicht Ja sagen konnte, bis nichts mehr übrig blieb, dem er seine Zustimmung verweigern konnte. Der „via negativa“ der Mystiker geht im Grunde in dieselbe Richtung. Der David Michelangelos war immerhin noch ein „Ding“, doch der Künstler wusste vorher nicht, welche Gestalt dieses „Ding“ zu guter Letzt annehmen würde. Die Mystiker hofften nicht einmal mehr darauf, dass bei ihrem „Wegschlagen am Ende noch irgendetwas übrig bleiben würde – von ihnen übrig bleiben würde, sollte ich vielleicht hinzufügen.


Mal ganz abgesehen von jedem „warum – darum“:

Mir gehört nichts. Es gibt kein Eigentum. Alles, was kommt, geht. Was erscheint, vergeht. Und doch geht niemals etwas verloren. Alles gehört dem Universum an.

Obwohl du diesem Universum (an)gehörst, hast du das Gefühl, ein eigenständiges Wesen zu sein. Du hast ein „ich-Gefühl“. Warum? Um dir bewusst zu werden, dass du als integraler Bestandteil des Universums nicht eigenständig bist. Aus diesem und aus keinem anderen Grund ist dir das „ich-Gefühl“ verliehen worden. Du bist hier, um dich in jeder Form und in jedem Wesen zu erkennen und wieder zu entdecken. Künftigen Generationen wird diese Erkenntnis selbstverständlich sein. Sonst werden sie in diesem Universum nicht mehr erscheinen …

Die unglaubliche Ignoranz des gegenwärtigen Menschen liegt darin, dass er sich zu kennen glaubt. Er glaubt, dass er selbst auffindbar ist. Damit wird er vor sich selbst zu einer oberflächlichen Erscheinung. Zu jemandem, auf den er zeigen kann. Und so, wie er auf sich zeigt, zeigt er auf alles andere. Wenn er auf etwas zeigen kann, glaubt er zu wissen, was es ist: Ein Baum, ein Kind, ein Erdbeben …

Die Ignoranz des Menschen kommt daher, dass er sich nicht eingestehen will, dass er seinen Ursprung nicht kennt. Alles, was er weiß, weiß er nur, weil er es sich so denkt. Weil er sich alles begründen kann, bemerkt er nicht, dass er vollkommen unwissend ist. Solange sich der Unwissende für wissend hält, kann er nicht einmal erahnen, welch unbeschreiblich wundervolles Wunder die Schöpfung ist. Ignorant wie er ist, erklärt er sich alles einfach so, wie er es versteht. Er hält sein Verständnis für das Maß aller Dinge. Er verwechselt seine Perspektive mit der Realität. Und in seiner Realität hat nur das Sinn, was ihm und seiner Perspektive zuträglich ist …

Das Wunder kann erst dann beginnen offensichtlich zu werden, wenn du dich nicht mehr gezwungen fühlst, das, was von dir gesehen wird, in Worte zu kleiden. Wenn der ungesehene Erklärungszwang wegfällt, offenbart sich die An-wesen-heit von selbst.

Quelle: Daniel Herbst

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32 Antworten zu Daniel Herbst: Der Unwissende, der sich für wissend hält

  1. ananda75 schreibt:

    und was machst du, wenn Menschen dich was fragen?
    oder wenn du siehst, dass Menschen leiden?
    versuchst du dann nicht auch, Worte zu finden, um etwas zu finden, das ihnen vielleicht weiter helfen kann?
    oder setzt du dich hin und lächelst,in dem Vertrauen, dass jeder alles findet, was er braucht, wenn es an der Zeit ist?
    vielleicht hab ich mein Helfer-Syndrom ja doch noch nicht ganz abgebaut🙂
    oder was auch immer es ist…. „erklären“ is ja nich unbedingt für mich
    Wenn Menschen mir sagen „Danke, das hilft mir weiter“ – dann freu ich mich🙂

    Einen wunder-baren Tag dir❤

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    • Nitya schreibt:

      Liebe ananda75,

      das ist ja wie bei der Kriegsdienstverweigerung: „und was machst du, wenn Menschen dich was fragen? oder wenn du siehst, dass Menschen leiden?“

      Meine Antwort damals wie heute ist: „Als ob ich wissen könnte, wie ich in dieser oder einer anderen Situation handeln würde? Ich kann mich also ggf. nur von mir selbst im jeweiligen Augenblick überraschen lassen.“

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      • ananda75 schreibt:

        da stimme ich dir zu – ich habe „eigentlich“ 😉 auch das Vertrauen, in dem Moment schon zu wissen, was jetzt am besten an-ge-sagt ist – andererseits hilft mir das „Training“, wie es z.B. durch deine Beiträge angeregt wird, in Worte zu fassen, wofür es nicht wirklich Worte gibt und dann oft schon ganz tolle Formulierungen parat zu haben😆
        naja … solange ich noch über mich selbst lachen kann und Spaß hab an mir, kann es ja so schlimm nicht sein😉
        Alles Liebe❤

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  2. Brigitte schreibt:

    A SORRY AWAKENING
    by Jeff Foster

    Many years ago
    when I believed that I was „fully enlightened“ and „beyond ego“
    (get the joke?)
    I had a mantra:

    „Never Say Sorry and Never Apologise“.

    I believed that I was perfect
    Beyond humanity
    Beyond reproach

    And there was „nobody here“, of course,
    who ever needed to apologise for anything
    (since everything was always perfect
    and the Universe never made mistakes)

    If anybody ever had a problem with ‚me‘
    If anybody was upset with something I’d said or done
    It MUST have been their projection
    Their ego
    Their un-enlightenment
    Their ignorance
    Their suffering

    That’s what I believed, anyway
    (I also believed that I had no beliefs anymore)

    I was attracted to „radical“ and „uncompromising“ spiritual teachers
    who acted unkindly
    and never apologised
    and never seemed bothered at all

    How enlightened they appeared to be!
    How cool and detached!
    How unaffected by life!
    How protected from the joys and pains of intimate human relationship!

    But, friends, when did saying sorry
    and making amends
    and listening deeply to the one in front of you
    and meeting each other in humility and joyful doubt
    and embracing
    and crying together
    ever become the Original Sin of enlightenment?

    When did awakening lose its humanity and humour?
    When did enlightenment become the ultimate justification for a raging ego?
    When did compassion become a dirty word?
    Back then, I held ‚others‘ at a distance
    with my refusal to engage
    (and then claimed that there were „no others“
    like a well-trained Advaitically-correct robot
    perfectly denying the perfectly imperfect human heart)

    It was a disconnected Oneness
    A recognition with no love
    A fire without warmth
    A half-assed awakening

    And so it’s such a relief these days
    to be able to say,
    and really, truly mean:

    I’m sorry.

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  3. satya schreibt:

    Hat dies auf Satyas Blog rebloggt und kommentierte:
    Genial

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  4. Keks schreibt:

    Alles wegwerfen was unnütz ist…Wie macht ihr „Nicht-Autisten“ das mit den Emotionen ? Metta oder ähnliches ist für mich unmöglich. Bei einem „süssen kleinen Baby“ hab ich auch null Gefühle, bei Kätzchen ebensowenig. Vor kurzem schrieb ich, dass mich der angsterfüllte Blick eines Menschen mit Psychose nicht beeindrucken würde da ich Mimiken nicht deuten kann, da ich Menschen nie oder nur selten Ins Gesicht schaue (da ich es meist als uninteressant erachte), Muster an Wänden oder Pullis beim Gesprächspartner (wenn ich denn unbedingt reden muss) sind da viel interessanter. Bei der Beerdigung meiner Eltern stand ich unbeteiligt rum, da war kein Gefühl der Trauer oder was auch immer.
    Und auf den Russen schiesst man dann eben, oder auch nicht, je nachdem wie es sich ergibt.

    „Eure Welt“ ist merkwürdig, echt :p

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    • Nitya schreibt:

      Das glaub ich dir sofort, dass du die Welt der Fühler nur merkwürdig finden kannst. Ich wiederum finde es merkwürdig, wie es dich auf diese für dich bestimmt sehr merkwürdige Seite verschlagen hat.😉

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      • Keks schreibt:

        Ich versuch das Fühlen die Fühler zu verstehen um nicht dauernd anzuecken🙂 Eigentlich komme ich vom Zen-Buddhismus und war 5 Jahre in Japan in einem Kloster. Hier her verschlagen hat mich ursprünglich dein Avatarbild in der Art von „der kann was vertragen wenn ich mal wieder das schreibe was ich denke“ :))

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      • ananda75 schreibt:

        was ist „fühlen“ ?
        ich fühl mich gut, ich fühl mich schlecht, ich fühle den Boden unter meinen Füßen… und ich bin mir ziemlich sicher, der Boden unter den Füßen der Menschen fühlt sich für jeden anders an…
        was ist „fühlen“ – ist es gut, zu fühlen, ist es schlecht, zu fühlen, gibt es ein richtiges Maß an „fühlen“ ???
        wie fühl ich mich?
        da kann ich mich voll und ganz dem oft hier Gesagten anschließen – meistens hab ich keine Ahnung😆
        Ich freu mich, wenn ich glücklich bin, das würde ich aber nicht als Gefühl bezeichnen, das ist eher ein Seins-Zustand…
        Du sprichst von Reiz-Überflutung – das is mal was, was ich auch kenne🙂
        Ich habe die zweifelhafte Gabe, mit-zu-empfinden, was in anderen Menschen vor sich geht.
        Das kann das Leben unter Menschen ziemlich anstrengend machen
        Wenn du nicht mehr unterscheiden kannst, ob die Gedanken, die du denkst, aus dir oder aus anderen kommen, die Gefühle, die du hast, deine sind oder nicht… da kommt Sehnsucht nach Einsamkeit auf…. inzwischen geht es aber schon viel besser🙂
        Mir scheint, wir haben alle so unsere Merk-Würdigkeiten
        Würdig, zu bemerken
        Unsere Besonderheiten
        Das, was das Leben uns mitgegeben hat…. um es zu nehmen und was draus zu machen… jeder so, wie er kann… ist es gut.
        Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Weg findest zum Glücklich Sein, zu Frieden im Herzen, den Weg zur Liebe – als allerwichtigstes erst mal immer zu dich selbst
        Denn du bist, wie jeder von uns Mitgliedern dieser seltsamen Familie Mensch, gut und richtig genau so, wie du bist – sonst wärst du ja nicht so, wie du bist, gell😉
        Von Herzen
        Alles Liebe❤
        Ananda

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      • Nitya schreibt:

        Oh, 5 Jahre in einem japanischen Zen-Kloster. Da muss es dir ja gut gefallen haben, wenn du das so lange ausgehalten hast. Die waren bestimmt nicht so merkwürdig da, wie die Typen hier.

        Was das Verstehen-Wollen der Fühler betrifft, gibt’s da nix zu verstehen. Die kannst du nur so akzeptieren, wie sie sind. Die sind halt so. Merkwürdig und unbegreiflich. Irgendwie wie Marsmenschen vielleicht, obwohl ich die bisher noch nicht kennen gelernt habe.

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    • Brigitte schreibt:

      Was sind denn die markanten Unterschiede zwischen sog. Autisten und sog. Nicht-Autisten? Beispielsweise liege ich fast immer falsch, bei einer Abfolge von Bildern verschiedene emotionale Zustände wie Ärger, Wut, Traurigkeit, Angst, Abscheu etc.pp. auszumachen. Diese Zuordnung von „Etiketten“ wie „Autist“ finde ich sowieso merkwürdig. Als meine Mutter gestorben ist, habe ich nicht geweint. Bei der Trauerfeier, als ich das aufgestellte Foto von ihr sah mit einem Spruch von Bonhoeffer hat mich das total erschüttert und ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Frag mich aber nicht nach dem Grund, keine Ahnung. Wenn ich jemandem in die Augen schaue, sehe ich nichts außer Augen, die so oder so oder so in die Welt blicken. Ich kann lediglich sehen, ob es „Kinderaugen“ sind oder nicht. Nitya z. B. hat diese „Kinderaugen“. Karl Renz auch. Beispielsweise wäre ich nie auf die Idee gekommen, über das Avatarbild vom Nitya so eine Aussage zu treffen wie du.) Mich hat das zum Lachen gebracht. Naja, ich komm ins quasseln;)

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      • Nitya schreibt:

        Ich muss gerade daran denken, als der einhalbjährige Sohn eines meiner Brüder rücklings von einem Hocker so unglücklich hinfiel,dass er vestarb. Nach der Beerdiung saßen wir dann alle zusammen. Meine Brüder und die Frauen völlig versteinert. Die Trauer im Raum war nicht auszuhalten, wurde aber von allen völlig unterdrückt. So blieb es an mir, ihre Tränen zu weinen. Ich heulte ohne Unterbrechung stundenlang und konnte gar nicht mehr aufhören.

        Ein Autist, kann nicht einmal seine Trauer unterdrücken, Er spürt sie einfach nicht.

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      • Keks schreibt:

        Ich werde dir fast nie in die Augen schauen wenn wir reden. Überhaupt werden wir nicht viel reden da ich Smalltalk nicht kann. Mein Freundeskreis beschränkt sich auf 3 Personen. Ich gehe nie in Discos, Bars, Kneipen etc. Ich fühle mich unwohl wenn es mehrere Menschen sind. Einkaufen – am besten früh morgens wenn alle anderen noch schlafen. Telefonieren ? Ruf mich bitte nie an weil ich eh nicht ans Telefon gehe. Da ich lieber alleine bin hatte ich auch nie den Bedarf an Beziehungen, hier und da mal eine Freundin, das war aber immer wieder schnell beendet. Termine wo ich nicht weiss was auf mich zu kommt – davor drücke ich mich solange es nur irgendwie geht. Es sind viele Kleinigkeiten die ein Leben in einer Gemeinschaft sehr schwer gestalten. Nach 4 Stunden Arbeit z.B. brauche ich eine Auszeit wegen Reizüberflutung, schon in der Schule und danach in der Uni war das nicht einfach. Gelernt habe ich dann zuhause weil ich mich in der Uni nie konzentrieren konnte und wenn dann nur ein paar wenige Stunden morgens.
        Wir tauschen mal einen Tag unsere Gehirne dann weisst du was ich meine, du willst das nicht, vorallem dann nicht wenn du in die Aussenwelt musst :))
        Leider wird Autismus heute als fast schon Mode-Krankheit für allerlei Sonderlichkeiten verwendet.

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      • Brigitte schreibt:

        Sprichst du von mir😉 Was du da schreibst, kenne ich alles auch. Nix außergewöhnliches für mich. Über Jahrzehnte hinweg war ich wie in einem Vakuum eingeschlossen. Viele Reize von außen sind auch heute noch für mein Nervensystem nicht zu verarbeiten. Da bleibt nur der totale Rückzug. Vor einiger Zeit musste ich mal wieder in die Stadt zum Zahnarzt. Das war die totale Herausforderung. Die sensorischen Eindrücke und der Lärm waren nicht auszuhalten. In mir hat das alles getobt wie ein Donnerhall. Das in die Augen schauen, war mir auch nicht möglich. Die Menschen glauben halt, sie könnten einem anderen begegnen. Das ist aber nicht möglich. Du begegnest in allem immer nur dir selbst.

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      • Nitya schreibt:

        Sprichst du von mir, fragte Brigitte, und dasselbe habe ich mir auch gedacht. Scheinen sich ja einschließlich meiner Wenigkeit lauter merkwürdige Typen hier herumzutummeln.

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  5. Keks schreibt:

    Nitya hats richtig ausgedrückt, da ist keine Trauer. Es gibt für mich keinen Unterschied ob da drei kaputte Tomaten oder 3 tote Kinder liegen, da regt sich nichts. Das ist aber nicht bei allen Autisten so, mal mehr mal weniger. Und ich Schussel geb dann meist in genau dem falschen Moment noch einen Kommentar ab so dass alle mit offenem Mund dastehen. Aber die die mich kennen können es wenigstens einschätzen warum und wieso.

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    • Brigitte schreibt:

      Traurigkeit ist mir alles andere als fremd. Sie hat mich mein ganzes Leben begleitet. Mir ist es aber auch nicht befremdlich, wenn jemand das nicht empfinden kann. So, wie du das erlebst bzw. nicht-erlebst und beschreibst, kann ich mir gut vorstellen, wie Leute das überfordern kann. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde. Wahrscheinlich würd ich auch blöd aus der Wäsche gucken. Doch so im Lesemodus bringt es mich halt zum Lachen.

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    • ananda75 schreibt:

      jetzt muss ich grad mal lachen🙂

      mit besten Grüßen
      von der Meisterin der unpassenden Kommentare😉

      schau mal – ich lauf mein Leben lang wie ein Alien hier rum – sehe, was um mich passiert, sehe die Menschen, als wenn ich Fernsehen guck – was ich nicht tu, denn Fernsehen ertrag ich gar nicht – inzwischen kann ich lachen über mich… denn es wird alles allmählich besser und da bin ich heil-froh drüber !

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      • Brigitte schreibt:

        ha ha ha, willkommen im Club der Aliens🙂 TV macht mir in Maßen keine Probleme. Dafür aber Worte,-) Die krieg ich oft nicht auf die Reihe, besonders wenn es kompliziert wird. Da lob ich mir das Einfache. Ja, es ist eine große Erleichterung, über sich selbst lachen zu können. Ich saß mal in einer Gruppentherapie (schrecklich) und der Therapeut fragte mich, wovor ich den Angst hätte. Ob ich Angst hätte beim Spazierengehen in den Gully zu fallen? Dieses Bild war für die Götter und alle Angst wurde von Lachen verschluckt… so kans gehen *g*

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      • ananda75 schreibt:

        du lachst🙂
        unter mir ist mal, als junges Mädchen, ewig her, auf dem Bürgersteig so ein Abdeck-Dings durchgebrochen
        seit dem umgehe ich auch Gully-Deckel weiträumig😆
        ansonsten ist mein Problem aber eher, vor nix – Äußerlichem(!!!) – Angst zu haben und mich unbedarft und unkaputtbar (HA HA) von einem Chaos in’s Nächste zu stürzen – inzwischen hat mich das Leben aber begreifen gemacht, dass der Weg des Soldaten, der nix sucht als den heldenhaften Tod auf dem Schlachtfeld 😆 vielleicht doch nicht so ganz das Grüne vom Ei ist und ich mich mal besser an das Durchananda im Inneren mach…

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      • Brigitte schreibt:

        herrje…! Aber ehrlich gesagt, aufräumen war mir schon immer ein Greul. Nichtsdestotrotz (wo kommt’n das Wort jetzt wieder her), das Leben hats halt in sich. Unfassbar! Gute Nacht🙂

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      • ananda75 schreibt:

        „nichtsdestotrotz“ – das hattest du eventuell von mir – das ist nämlich eines meiner erklärten Lieblings-Wörter – nichtsdestotrotz – ist das nich toll ? 😆
        und auch das Leben – ich liebe es – ja – tatsächlich – trotz und alledem😉

        Euch allen hier und anderswo einen wunder-schönen Tag❤

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    • Nitya schreibt:

      Ja, das ist der Punkt, das Fühlen – und das Mit-Fühlen. Wenn ich jemandem begegne, der völlig verspannt ist und der Bauchschmerzen hat, werde ich verspannt und krieg Bauchschmerzen. Ich erinnere mich an eine Konfernz mit ca. 60 Leuten, die alle eine Petition unterschrieben hatten, dass ihr Chef versetzt werden soll. Als dann der Oberchef mit einem Juristen antanzte und wissen wollte, was man dem Chef vorzuwerfen hatte, kriegte keiner den Mund auf. Sie hatten alle Angst. Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein und wollte etwas sagen. Ich selbst hatte keine Angst, aber die geballte Angst im Raum lähmte mich total. Es fühlte sich an wie meine eigene Angst. Schließlich schaffte ich es mit angstschlotternden Knien den Mund auf zu machen. Das ist der Nachteil der Fühler, dass sie alles mitkriegen, was bei den anderen gerade läuft und dass es dann so ist, als ob sie das selbst fühlen, was die anderen fühlen. Sie kriegen einfach die Trennung nicht hin zwischen dem anderen und sich selbst. Die Nichtfühler erinnern mich ein wenig an die Geschichte aus Grimms Märchen: „Von einem der auszog das Gruseln zu lernen.“ Wie alles, hat auch das seine Vor- und seine Nachteile. Eigentlich sind sie die perfekten Soldaten. Keks: „Es gibt für mich keinen Unterschied ob da drei kaputte Tomaten oder 3 tote Kinder liegen, da regt sich nichts.“ Ich hab mich in jungen Jahren entschuldigt, wenn ich im Boxclub meinem Sparringpartner aus Versehen (!) ins Gesicht geschlagen habe. Der andere tat mir in dem Moment total leid. Zur Belohnung kriegte ich postwendend eine auf Maul gehauen. Da sah ich ein, dass das Boxen so gar nichts für mich war. Wir sind alle wirklich ganz schön merkwürdig. Halleluja.

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      • Keks schreibt:

        Ich hab mich in jungen Jahren entschuldigt, wenn ich im Boxclub meinem Sparringpartner aus Versehen (!) ins Gesicht geschlagen habe. Der andere tat mir in dem Moment total leid. Zur Belohnung kriegte ich postwendend eine auf Maul gehauen.
        😀 Wie vor 2 Wochen mein Kickbox-Partner, der Hampel schlug mir dauernd auf die Rippen weil ich wo ganz anders war in Gedanken. „Schlag wo anders hin du Ei, die Rippen sind schon ettliche Male angebrochen“…“Entschuldigung😦 “ …“ne nicht entschuldigung, wo anders hinschlagen sollst“.

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      • Nitya schreibt:

        Ich sollte ja nicht woanders hinschlagen. Dem anderen die Fresse polieren, war ja das Ziel der Veranstaltung. Insofern war es grotestk, dass ich mich entschuldigte. Wäre der Trainer dabei gewesen, hätte er gesagt: „Ja, Gut. Und jetzt nachlegen, Bloß keine Pause machen. Gib’s ihm! Mach ihn fertig!“

        Ich war einfach am falschen Platz. Ich hatte im Boxring nichts verloren. Mitgefühl mit deinem Gegner ist einfach nicht angesagt.

        Wenn ich dieser Linie folge, müsste ich natürlich sagen: Warum sollte dir dein Kickbox-Partner nicht auf die anbebrochenen Rippen schlagen? Immer feste druff! Desto schneller bist du ko.

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  6. fredoo schreibt:

    was für ein Haufen hier …😀 … irgendwie gemütlich und witzigerweise vertraut …. ich erleb mich ja ( Stier , Asz.Löwe ) im Gegensatz zu euch Durchgeknuddelten recht stabil und belastbar durch Normalitäten ….
    und doch …. ich lebe/liebe mit einer HSPlerin , die wohl eure Geschichten so richtig gut nachempfinden kann … ich erlebe mit ihr meine Stoik als recht ausgleichend … endlich ist sie mal für was gut …
    aber , da man nur etwas mögen kann , was in einem selbst resoniert , muss ich mal auf die Suche gehen … interessant , was da womöglich in diesem „stabilen“ fredoo für Abgründe lauern …
    halleluja …

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  7. ananda75 schreibt:

    Nitya,
    hab noch was zum grinsen für dich:

    Mein Mann hat damals, lang ist’s her, im Zivildienst ganz offiziell Geld gesammelt für Waffen für El Salvador😉

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    • Nitya schreibt:

      Is natürlich die Frage, warum dein Mann den Kriegsdienst verweigert hat. Mich wollten sie damals gar nicht haben für den Zivildienst. Kriegsdienstverweigerer galten vielen Pfarrern und Krankenhaus- und sonstigen Solzialheinis als Kommunisten, mit denen man nichts zu tun haben wollte. Und für die und die kriegslüsterne Regierung meinen Kopf hinhalten, dazu hatte ich nur wirklich keine Lust. Da kommt dann irgendwann so’n Heini wie der Peter Struck und meint, dass wir unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen müssen. Naja, der Struck war ja noch ein Waisenknabe gegen das Flintenweib, das wir jetzt haben. Soldat spielen, da muss ja immer auch gefragt werden für wen und wofür. Ein Kumpel von mir sagte damals: Ich bin bei der Bundeswehr, damit du deinen Wehrdienst verweigern kannst. Na ja, vielen Dank! Andere verteidigen „die Freiheit“ in El Salvador. Ach ja, die Idealisten. Als ich meinen Einbrecher überraschte, hab ich ihn in die Flucht getrieben. Das war so’ne Art Heimatverteidigung. Hab ich nix dagegen. Aber mehr ist bei mir auch nicht drin. Eno will nicht mal Pfefferspray benützen. Würde ich bei einem Halloween-Clown auch nicht. Aber wenn mir jemand ans Leder will, werde ich vermutlich alles tun, um das zu verhinden, was der andere vorhat. Insofern bin ich auch kein Pazifist um jeden Preis. Ach ja, El Salvador. Da muss dein Mann noch ziemlich jung gewesen sein. Heute gehen manche zum IS. Da wäre mir El Salvador dann doch’n Ticken lieber gewesen.

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      • ananda75 schreibt:

        ja – ziemlich jung und ziemlich wild😆
        ihn kann man nicht mehr fragen und mir stellte sich die Frage ja nie –
        aber ich seh es ungefähr so wie du
        oft bringt es einen durchaus weiter, die andere Wange hin zu halten – man muss nicht immer direkt einen Aufstand machen, kann auch mal was einstecken und dadurch Kreis-Läufe unterbrechen – und die Folge-Schäden des Zweiten Welt-Kriegs arbeitet unsere Generation ja noch immer ab in den weiter gereichten Schädigungen von Großeltern und Eltern –
        aber auch ich bin durchaus bereit, mich und auch andere zu verteidigen, wenn es hart auf hart geht

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      • Nitya schreibt:

        Lieber Eno,

        Blondie ist bloß kein Karnevalskostüm, sondern lediglich eine weibliche Kreischente. Also bei der brauchst du eh kein Pfefferspray, sondern nur einen guten Fluchtweg oder wenigstens Ohrstöpsel. Ich kann nicht garantieren, dass sie auf dich losgeht, aber das ist vergleichsweise harmlos, nur ziemlich laut.

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