Karl Renz: wer verflucht noch mal muss vollkommen sein?

 

bEs heißt, du sollst ein offenes Herz haben und einen offenen Geist, beides, und dann bist du vollständig. Wer muss vollkommen sein? Das ist die Frage. Wer verflucht noch mal muss vollkommen sein, um zu sein, was er ist? Wieder – ich will vollkommen sein und einen vollkommenen Geist haben. Und auf der anderen Seite ein offenes Herz. Dann läufst du auf diesen Krücken und bist der oder das Vollkommene. Na dann, Halleluja.

Diese Zeilen von Karl Renz hatte ich vor kurzem schon mal drin, heute bin ich nochmal drüber gestolpert. Karl fragt also: „Wer verflucht noch mal muss vollkommen sein, um zu sein, was er ist?“ Das ist natürlich irgendwie eine komische Frage. Wieso „um zu“? Wieso um zu sein, was man ist? Will man nicht etwas anderes sein, als man bereits ist? Das, was ich bin, ist doch absolut unvollkommen. Ich will vollkommen sein, weil ich glaube, es nicht zu sein; ich will also ein anderer sein, als ich gegenwärtig zu sein glaube. „Ich will so bleiben, wie ich bin. Du darfst!“ – von wegen! Ich will schon bleiben, wie ich bin, aber das sollte bitteschön vollkommen sein! Ein vollkommener Geist, ein offenes Herz, ach ja, ach, das könnte schööön sein! Warum richtet sich eine Frau, von mir aus genauso ein Mann, die Frisur bei jedem Blick in einen Spiegel? Warum überhaupt dieser permanent prüfende Blick, der immer wieder eine Unvollkommenheit nach der anderen entdeckt? Warum das alles: Schönheitswettbewerbe, Sportwettbewerbe, Kriegswettbewerbe, Werwirdmillionärwettbewerbe, Sängerwettbewerbe, IQ-Wettbewerbe, Dschungelcampwettbewerbe, Werkannamweitestenpinkelnwettbewerbe, … Das ganze Leben ein einziger Wettbewerb. Ach ja und dann, nicht zu vergessen, auch noch der Werwirdalserstererleuchtetwettbewerb. Na dann, sag ich mal mit Karl Renz: Halleluja!

s„Frieden ist, was du bereits bist“, hat er auch gesagt, der Karl. Ist das nicht lustig, wie dieser ganze Wettbewerbswahnsinn 1:1 auf den sog. spirituellen Bereich übertragen wurde? Der Karl bringt es so schön auf den Punkt: Frieden ist, was du bereits bist. Also der eine von den beiden Boxern oben sollte vielleicht seine Technik verbessern, wenn er nicht ständig nur eine auf die Nuss kriegen will. Besser wäre sicher, mit diesem sog. Boxsport aufzuhören. Aber das bezieht sich jetzt nur auf das, was die relative Ebene genannt wird. Wenn es um den Frieden geht, von dem der Karl hier spricht, könnte der Boxer auch einfach bleiben, was er ist: Eine vollkommene Boxer-Lusche. Spirituell zu sein, ist das Einfachste auf der Welt: Streich das SOLL und entspann dich im IST.

In diesem Sinn euch allen ein entspanntes Wochenende!

h

 

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15 Antworten zu Karl Renz: wer verflucht noch mal muss vollkommen sein?

  1. Elwood schreibt:


    Und warum will das Gefühl der Unvollkommenheit nicht weichen?
    Die Absicht zur Besserung nicht verstummen?
    Naaa….?? Sag geschwind mein Kind!!

    Alles Lüge….

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  2. ananda75 schreibt:

    „Streich das SOLL und entspann dich im IST.“

    sehr schön🙂
    da bin ich auch grad an diesem schönen grauen Samstag Morgen oder Mittag oder so….

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  3. Eno Silla schreibt:

    Ach ja!
    Liebe Freunde,
    Die Ihr erscheint,
    Als Gedanke, als Vorstellung
    In mir… (Worte, nichts als Worte, ich liebe Worte –
    herrlich kombinierbar, nichts bedeutend und alles.)
    (Wo ist eigentlich Fröschin, oder Ernie?
    Mir fehlen ihre Kommentare.)

    Wer muss vollkommen sein?
    Ich.
    Wer oder was sucht?
    Ich.
    Wer fühlt sich unvollkommen?
    Ich.

    Heute gelesen:
    „Wer mit allem Tun und Sinnen immer in die Zukunft starrt, wird die Zukunft nie gewinnen und verliert die Gegenwart.“ Julius Wolf

    Hat was, sagt es zu mir.
    Wie so Vieles – oder besser:
    Alles hat was.
    Aber die Gegenwart,
    Hab ich noch nie verloren.

    Dieses hier,
    Dieses Ich und Du,
    Dieses Hier und Dort,
    Dieses Hiersein,
    Einfach nur genial!

    Das ist es!
    Ja.
    Mehr ist nicht!
    Ohne Soll und Muss
    Und selbst mit ihnen,
    Tiefer und tiefer,
    Entspannen im
    IST

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    • froeschin schreibt:

      „Wo ist eigentlich Fröschin, oder Ernie? Mir fehlen ihre Kommentare“
      Lieber Eno,
      das habe ich mich Freude gelesen! Du siehst – ich lese im Moment alles – schreibe aber nix. Sollte ich mal wieder (zur Freude aller?😉 machen. Ich lese und denke: „JAwoll!“
      was soll ich da noch schreiben? Aber eigentlich…wenn ich es so recht betrachte…

      Dir und allen anderen erst einmal einen schönen Sonntagabend!

      Fröschin

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      • Nitya schreibt:

        Was soll ich da noch schreiben, denke ich jeden Tag. Und dann schreibt es sich doch, Komisch, komisch, Es ist längst alles gesagt und die Schreiberei hört immer noch nicht auf. Ich muss mal zum Therapeuten gehen – vielleicht ist das ja zwanghaft, ein Schreibmanie oder so was? Jedenfalls schön, dass du mal wieder aus deinem Teich aufgetaucht bist.

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      • Eno Silla schreibt:

        Liebe Fröschin,
        das freut nun mich sehr, dass ich dich zu einem kleinen Kommentar verleiten konnte. Und du noch nicht ertrunken bist, wie der ehrwürdige Nitya da unten schreibt. Frösche können ja sehr gut schwimmen und tauchen und lange die Luft anhalten, die ertrinken nie. Ich hätte da eher vermutet, dass dich der Storch erwischt hat oder so😉 .
        Nitya sagt es ja so schön in seinem Kommentar, „es ist längst alles gesagt“ und dennoch sehen wir uns immer wieder auf der Tastatur rumdrücken. Und wundern uns über eine frische Kombination von Worten. Es ist längst alles gesagt, also sagen wirs!
        Würde mich jedenfalls freuen, über den einen oder anderen Kommentar aus deiner (Fröschin)Perspektive!
        Eno

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    • Nitya schreibt:

      Ich dachte schon, Fröschin sei ertrunken. Wie du siehst, ist sie noch quicklebendig. Ernie ist jedenfalls auf Facebook baden gegangen. Da hat er wohl mehr Fans gefunden als hier.

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    • froeschin schreibt:

      nee, also wirklich. Na auf alle Fälle ist das ein Anstoß zu schreiben, was ich ansonsten klammheimliche herumgedacht habe wieder mal zu worteln.

      Vielen Dank noch mal Eno für die Vermisstenmeldung, Fredo für ’s Weiterdenken und Nitya für den Einwurf, dass er das jeden Tag denkt,

      Dan springe ich mal wieder in den Teich sobald die Wörter herausprasseln.

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  4. Keks schreibt:

    Wenn mehr als drei Leute für die gleiche Sache „Hurra!“ schreien oder meinen sie hätten irgendwas verstanden oder verinnerlicht, oder es hätte „klick“ gemacht, sollte man sich grundsätzlich schnell entfernen. Sonst bilden sich unweigerlich Institutionen inkl. faschistoider Urzellen. Das gilt natürlich insbesondere für die Religionen. Bei Osho ging das auch nach hinten los. Die wie nennt man sie eigentlich ? Die Nondualitäter verteidigen ihre Ansicht auch bis auf den Tod und die Vollkommenen fallen dann über die Unvollkommenen her, steinigen und kreuzigen sie, naja, kennt man alles schon was da passieren kann. Aber Vollkommen geht eh nicht dank mindestens 1Million Atomen die jede Sekunde durch 7Mrd Menschen fliegen und alle von Hussein stammen. Die Einbildung der Vollkommenheit die keine ist.

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  5. fredoo schreibt:

    ( zu Eno-Fröschin , mal ein wenig mitgequakt )

    Schreiben wir hier in Nityas Blog eigentlich hauptsächlich um Recht zu haben , aus schierer Schwatzhaftigkeit , aus Eitelkeit , aufgrund der Vorstellung von Notwendigkeit , als Suche auf Antworten , gar aus nackter Langeweile ?

    oder aber in Hoffnung … einen Komplizen zu finden ?
    ein Komplizen / Gefährten auf dem weglosen Weg ?
    ist es womöglich eher ein (gemeinsamer) Tanz der Worte vor dem Feuer des Unfassbaren ?
    Ein Tanz , jeder halt mit seinen trampeligen Schritten seiner Vokabeln ?

    gut quack noch … weiterhin …

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    • Nitya schreibt:

      „Schreiben wir hier in Nityas Blog eigentlich hauptsächlich um …“

      Werter Herr Fredo, weißt du’s? Also ich hab mal wieder keine Ahnung. Eigentlich gibt es nicht den geringsten Grund.

      Charlie Rivel würde jetzt sagen: schööön…

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    • Eno Silla schreibt:

      Lieber Fredo, ich hab keine Ahnung, aber wahrscheinlich ist es irgendwie etwas von allem was du da anführst.
      Äähh, was möchtest du genau erfragen mit diesem Beitrag?
      (Ich reagiere, weil das Wort Eno in deinem Beitrag erscheint.)

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  6. Eno Silla schreibt:

    Ich schreibe hier in diesem Blog, weil ich keine Wahl habe.
    Ich erlebe alles, ich liebe und hasse es in diesem Blog zu schreiben.
    Dieser Blog ist der einzige Blog, in dem ich schreibe.
    Der von mir sehr geschätzte Nitya, hat mich sogar mal zum Subblogwart ernannt.
    Wenn er mich nicht auffordert, mein Geschreibsel zu unterlassen, werde ich solange weiterschreiben, solange ein Impuls mich dazu veranlasst.
    Warum und wieso, weiß ich nicht. Jegliche Vermutung, oder jeglicher Versuch der Erklärung, wird sowohl richtig als auch falsch sein.

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