Huang-po: die gegenwärtigen Vorstellungen von Erleuchtung

 

d„Die drei Welten sind nur Geist, die Myriaden der Erscheinungen sind nur Bewusstsein“ – so werden solche Menschen unterwiesen, die zuvor noch irrigere Ansichten hatten und unter noch schwereren Irrtümern der Wahrnehmung litten. Gleicherweise sollte die Lehre, dass der Dharmakāya nur nach vollkommener Erleuchtung erreicht werden kann, nur dazu dienen, die Theravāda-Heiligen vor den schwersten Irrtümern zu bewahren. Da Gautama Buddha sehen musste, dass diese fälschlichen Aussagen weit verbreitet sind, widerlegte er das Missverständnis, dass Erleuchtung zur Wahrnehmung einer universellen Substanz führt, die aus kleinen Teilchen besteht, welche einige für grobstofflich, andere für feinstofflich halten.

Wie soll Gautama Buddha, der alle solche Ansichten, wie die hier erwähnten, ablehnte, die gegenwärtigen Vorstellungen von Erleuchtung gelehrt haben? Da aber solche Vorstellungen noch immer allgemein verbreitet werden, verstricken sich die Menschen in die Dualität, die nach dem „Licht“ verlangt und der „Finsternis“ entflieht. Im ängstlichen Suchen nach Erleuchtung auf der einen Seite und auf der Flucht vor den Begierden und der Unwissenheit des körperlichen Daseins andererseits stellen sie sich den erleuchteten Buddha und die unerleuchteten Lebewesen als voneinander verschiedene Wesenheiten vor.

aus: Hunag-po, “ Der Geist des Ch’an“

b„Wie soll Gautama Buddha, der alle solche Ansichten, wie die hier erwähnten, ablehnte, die gegenwärtigen Vorstellungen von Erleuchtung gelehrt haben?“ fragt Huang-po. Und er fährt fort: „Da aber solche Vorstellungen noch immer allgemein verbreitet werden, verstricken sich die Menschen in die Dualität, die nach dem ‚Licht‘ verlangt und der ‚Finsternis‘ entflieht.“ Vorstellungen von Erleuchtung gab es zu allen Zeiten und Vorstellungen sind ganz grundsätzlich im Reich der Dualität angesiedelt. „Im ängstlichen Suchen nach Erleuchtung auf der einen Seite und auf der Flucht vor den Begierden und der Unwissenheit des körperlichen Daseins andererseits stellen sie sich den erleuchteten Buddha und die unerleuchteten Lebewesen als voneinander verschiedene Wesenheiten vor.“ Meldet sich hier nicht sofort der Verstand zu Wort und sagt: „Hat der Huang-po Tomaten auf den Augen? Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, dass der Buddha und dieses verkommene Subjekt verschiedene Wesenheiten sind!“ Und weil der Buddha von dieser unglaublichen Erhabenheit ist und der Penner nur Abscheu erregen kann, will jeder eben kein Penner sein. „Herr, ich danke dir, dass ich nicht so wie dieser bin!“ Und das Versprechen, mit großer Anstrengung dermaleinst ein Buddha zu werden, hat etwas sehr Verlockendes.

Der erleuchtete Buddha und die unerleuchteten Lebewesen sind keine voneinander verschiedene Wesenheiten, sondern, wie er an anderer Stelle sagt: „Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der Eine Geist.“- “ Aha“ , denkt jetzt der Verstand und macht sich so seine Vorstellungen.l

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