Leo Hartong: DU bist der Ozean und erscheinst als Identität


b„Sinn“ ist ein Konzept für jemanden, der etwas will. Es ist für ein scheinbares Individuum, das den Körper für seine Identität hält, während es auf eine Entschuldigung für sein fälschlicherweise erhaltenes Todesurteil hofft. Das ist eine relative Position, die nur an den Grenzen des Dramas der Dualität zutrifft. Das Sein hat nondual, konzeptfrei keinen Sinn. ES ist nicht verursachte Freude ohne Anfang und Ende. ES ist der Ultimative Kontext, in dem die Vorstellung von Sinn und Sinnlosigkeit lediglich zwei Manifestationen sind; flüchtig wie ein Traum.

Die Vorstellung, dass wir nur Wellen sind, ist ein Fall falsch verstandener Identität. DAS, was ALS Identität erscheint, ist kein persönlicher Besitz. Es ist das Eine Mysterium, das sich als der Gedanke „ICH BIN“ ausdrückt. „Wir“ sind nicht einfach nur Wellen, wir sind der wellige Ozean; DU bist der Ozean und erscheinst als Identität.

aus: Leo Hartong, „Betrachtungen vom Spielfeldrand“

eDa ist eine Klasse-Aussage: „‚Sinn‘ ist ein Konzept für jemanden, der etwas  will.“ Das muss man sich mal auf der Zunge oder weiß der Geier wo zergehen lassen. Da liegt jemand gemütlich in seiner Badewanne und lässt seine Badewannen-Ente genüsslich hin und herschaukeln und dann kommt jemand und fragt, welchen Sinn das haben soll. Also der Badewannenmensch will nichts, als den Augenblick genießen, und der Störenfried hat mit seiner Sinnfrage wohl Höheres oder Nützlicheres im Sinn. „Das Sein hat nondual, konzeptfrei keinen Sinn“, sagt der Leo. Klingt zu schön um wahr zu sein und der Leo hat da auch noch was auf Lager: „Es [das Sinn-Konzept] ist für ein scheinbares Individuum, das den Körper für seine Identität hält, während es auf eine Entschuldigung für sein fälschlicherweise erhaltenes Todesurteil hofft. Das ist eine relative Position, die nur an den Grenzen des Dramas der Dualität zutrifft.“ Da gibt es also die Grenzen des Dramas der Dualität. Na ja, eigentlich gibt es die nicht bzw. es gibt sie weder noch gibt es sie nicht, wie uns Siddharta Gautama mit auf den Weg gab. Sagt ja auch der Leo: „ES ist der Ultimative Kontext, in dem die Vorstellung von Sinn und Sinnlosigkeit lediglich zwei Manifestationen sind; flüchtig wie ein Traum.“ Na ja, dann müssen wir auch die Eingangs-Aussage korrigieren. Sie müsste dann lauten: „‚Sinn‘ ist ebenso wie ‚Sinnlosigkeit‘ ein Konzept für jemanden, der etwas will.“ Unser Badefreund will ja auch was. Er will es sich gut gehen lassen, will sich entspannen, will ein bisschen spielen.

Und dann bringt der Leo noch einen Aspekt ein: „DU bist der Ozean und erscheinst als Identität.“ DU in Großbuchstaben. Du ist eine Welle, einmalig in ihrer Einzigartigkeit. Aber bist DU du? Ja, auch, und der Rest aller Phänomene bist DU auch und bist es nicht.

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4 Antworten zu Leo Hartong: DU bist der Ozean und erscheinst als Identität

  1. fredoo schreibt:

    Aussagen über das was „ich“ bin … und noch mehr die , die eine Beantwortung eines „Warum ich bin“ versuchen , führen immer in …. tja … nennen wir es ruhig BullShit …

    Ruhe ich im Augenblick , auch und gerade wenn der alles andere als ruhig daherkommt , sind diese Fragen nicht beantwortet , sie stellen sich einfach nicht .

    Also beziehen sich all diese Formulierungen von einem Hartong und dutzenden Anderen immer auf einen nicht in sich ruhenden Gegenüber .

    Ich möchte mal andersrum an diese Situation herangehen . Warum verflixt noch mal fühlen sich so viele der ollen Chanmeister und auch diverse der modernen „Davornesitzer“ nur veranlasst , diese nicht Ruhenden mit ihren Hinweisen zu bemuttern ? Was lässt den Herrn Nitya häufig sogar des Nachts an den PC die Tasten drücken … ?

    ist dies Mitgefühl … Eitelkeit ? … Mitteilungsbedürfnis … Vergewisserung ? … Langeweile ? … oder Suche nach Komplizen ?
    oder gar die Illusion eine nicht in sich ruhende Situation bei einem Gegenüber in eine ruhende „kitzeln“ zu können ?
    Ich frage mich das selbst immer dann , wenn ich mich immer wieder hier oder bei FB textlich verdaddele und die zu erledigende Buchhaltung höhnisch kichert …

    tja , irgendetwas

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    • Brigitte schreibt:

      „Warum verflixt noch mal fühlen sich so viele der ollen Chanmeister und auch diverse der modernen „Davornesitzer“ nur veranlasst[…]

      lustig😉 genau auf diese Frage gibt Ronny für sich in seinem neuen Video eine Antwort, von ca. 26:20 bis ca. 29:00min.

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    • Nitya schreibt:

      Die Antwort auf deine Frage „Was lässt den Herrn Nitya häufig sogar des Nachts an den PC die Tasten drücken … ?“ kennst du ja: Senile Bettflucht.

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  2. ananda75 schreibt:

    Watery waves overwoaming myself
    My soul sinks down deep
    I open myself
    Flowing
    With the stream of life
    Fill up the cup
    Make us feel alive
    Clean our body
    Heal our soul
    We are drops of water
    All part of the whole
    We are drops of water
    We dissolve in the sea
    If we give up ourselves
    We will be free

    Liebe Grüße aus dem Wasser😉

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