Osho: Ich bin hier, um euch zu verwirren


o
Die Natur weiß nichts von Gut und Böse.
Und vergesst nicht, Tantra hält es mit der Natur,
es ist der natürliche, der unbefangene Weg.
Tantra will
dich zu den tiefsten Erscheinungen der Natur und des Lebens hinführen.
Es will dir dabei helfen, dich von deinem Geist frei zu machen,
denn es ist der Geist, der Unterscheidungen erzeugt,
es ist der Geist, der sagt, dass das eine erwünscht
und das andere verwerflich ist.
An das eine klammerst du dich
und vor dem anderen fliehst du.
Schau dir das Ganze an.
Ein einziger Blick – das genügt schon.
Du brauchst keiner Disziplin zu folgen,
du brauchst nur die Gesamtsituation zu überblicken.

Osho: „Tantra – Die höchste Einsicht“

fWeil’s so schön passt und ich gestern die Sache mit dem Unterscheidungsvermögen breit gewalzt habe, heute also Meister Osho, der verkündet: „Es (Tantra) will dir dabei helfen, dich von deinem Geist frei zu machen, denn es ist der Geist, der Unterscheidungen erzeugt, es ist der Geist, der sagt, dass das eine erwünscht und das andere verwerflich ist.“ Ich geh mal leichtsinnigerweise davon aus, dass auch Osho Fliegenpilze nicht unbedingt auf seiner Speisekarte haben wollte und komme damit zwangsläufig zu der Frage, was er wohl mit seinem Satz gemeint haben könnte.

Seine Zeilen enden mit den Worten: „Du brauchst keiner Disziplin zu folgen, du brauchst nur die Gesamtsituation zu überblicken.“ Es scheint ihm um Disziplin zu gehen, also um etwas, das dem Natürlichen übergestülpt wurde. Da nach Osho der Geist die Unterscheidungen erzeugt, sagt eben dieser Geist: „Erst seit auf Erden ein jeder weiß von der Natürlichkeit des Natürlichen gibt es das Unnatürliche.“ Was könnte Osho hier mit Disziplin gemeint haben? Wenn ich Ameisen bei der Arbeit betrachte, kann ich eine ganz unglaubliche Disziplin erkennen.

aIch kann mir nicht vorstellen, dass Osho den Ameisen ihre Disziplin vermiesen wollte, er muss wohl eine andere Art Disziplin vor Augen gehabt haben. Die Ameisendisziplin entspricht der Ameisennatur. Er wird vermutlich etwas gemeint haben, was der eigenen Natur widerspricht. Der Natur eines Flusses entspricht es z.B. nicht, sich auf geradem Weg zum Meer zu begeben, sondern sich, je nach Beschaffenheit der Landschaft, so durchzuschlängeln und dabei immer wieder sein Flussbett neu anzupassen. Der Natur eines Flusses entspricht es nicht, künstlich durch einen Kanal diszipliniert und kontrolliert zu werden. Kommt mir irgendwie von mir bekannt vor. Osho sagt: „Tantra hält es mit der Natur, es ist der natürliche, der unbefangene Weg.“ Es gibt eine natürliche Disziplin und eine Disziplin, die nicht der Natur der Lebewesen entspricht.

Und dann spricht Osho von dem Geist, der Unterscheidungen erzeugt, dem Geist, der sagt, dass das eine erwünscht und das andere verwerflich sei. Mit Geist ist hier der Mind gemeint, der programmierte Verstand mit seinen vorprogrammierten Emotionen. Ein Fluss, der fließt wie er will, ist verwerflich, wenn er ordentlich kanalisiert wurde, ist er erwünscht. Wir sehen am Zustand von Mutter Erde, wo uns das hingeführt hat.

Man könnte jetzt eine Diskussion darüber beginnen, ob es überhaupt etwas Unnatürliches geben kann, ob nicht alles Natur ist, auch dieser wahnsinnig gewordene menschliche Geist. Aber das ist ein anderes Thema, „det kriejn wa späta“ – vielleicht.

Ramesh hätte das mit den Pilzen den arbeitenden Verstand genannt und das mit der Kontrolliererei den denkenden Verstand. Und Osho, der keiner Disziplin folgen will und jeden denkenden Verstand in den Wahnsinn treiben will, sagt:

zb

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3 Antworten zu Osho: Ich bin hier, um euch zu verwirren

  1. kekabe schreibt:

    Guten Morgen, lieber Nitya,😉
    was für ein erhellender Beitrag!
    der Geist unterscheidet, ja das stimmt, doch er hilft damit eben auch, manche Zusammenhänge zu erkennen, zu lösen und für Klarheit zu sorgen, damit wir das Ganze überhaupt (wieder) erkennen können.

    Lieben Gruß in deinen Tag!😉
    Kerstin

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    • Nitya schreibt:

      Guten Vormittag, liebe Kerstin!🙂

      Ja, das ist so eine Sache mit dem Begriff Geist. Da muss man immer erst gucken, was gerade darunter verstanden wird. Üblicherweise wird er ja im Sinne des sog. Verstandes gebraucht. Da hat jemand einen scharfen Geist, was bedeutet, dass er die Dinge sehr klar erkennen kann. Man spricht von einem geistreichen Menschen, wenn er mit Wort und Witz brillieren kann, während ein geistloser Mensch als Idiot gilt. Dann gibt es den Geist aus den Gespenstergeschichten und den Geist aus der Flasche. Der Geist Gottes schwebte über den Wassern und damit nähern wir uns schon dem GEIST, in dessen Gewahrsein auch der Geist in seinen unterschiedlichsten Erscheinungsformen auftaucht.

      Was wollte ich denn eigentlich sagen? Ich weiß es nicht mehr. Ich fühl mich gerade völlig geistlos. Aber sonst geht’s mir gut.😉

      Herzlichst
      Nitya

      Gefällt 1 Person

      • ananda75 schreibt:

        da fällt mir doch Goethes Mephisto ein – „Ich bin der Geist, der stets verneint“ 🙂 aber auch vorher schon „Die Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft“
        – kann aber auch an mir liegen, der fällt mir oft ein, der Faust und sein Mephisto😉

        Lieben Gruß ❤

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