Dattatreya: „Maya“ … ist selbst eine große Täuschung


DDas gesamte Universum erstrahlt als Eins,
Ohne jeden Bruch und jede Spaltung und ohne getrennte Teile.
„Maya“ als Idee und Vorstellung
ist selbst eine große Täuschung.
Dualität und Nichtdualität sind nichts
als Konzepte des Verstandes.

aus: Dattatreya, „Song of the Avadhut“

Wir sprechen/schreiben hier über den Verstand, als ob er ein Ding wäre, aber wenn man es untersucht, lässt sich ein solches Ding nicht finden. Es gibt nur den gegenwärtigen Gedanken. Selbst ein verwandelter Verstand ist nichts als eine Vorstellung, die selbst nichts als Verstand ist. Der Verstand kann an diesem Punkt nichts anderes „tun“, als seine natürlichen Limitierungen zu erkennen.

Wir können den Verstand auch als Denkprozess begreifen, der Gegensätze braucht, um zu funktionieren. Als solcher ist er nicht das geeignete Werkzeug, um den Einen Kontext zu verstehen, in dem er erscheint. Es kann verstanden werden, dass sich im „Zustand“ vor-dem-Verstand nichts befindet, was vom Verstand begriffen werden kann, und dass alles, was vom Verstand erfasst werden kann, selbst Verstand ist. In diesem Erkennen kann der Verstandes-Denkprozess als das erkannt werden, was er ist. Untersuche das und finde heraus, wer oder was den Verstand sieht.

aus: Leo Hartong, „Betrachtungen vom Spielfeldrand“

W

„Dualität und Nichtdualität sind nichts als Konzepte des Verstandes“, sagt Dattatreya. Und der, fügt Leo Hartong hinzu, ist selbst nichts anderes als eine Vorstellung. Auch ein mit 1000 Büchern gefütterter und auf den allerneuesten Seminaren gestylter Verstand – nichts als Vorstellung. Dattatreya: „‚Maya‘ als Idee und Vorstellung ist selbst eine große Täuschung.“  Und auch diese Wahrheit als Idee und Vorstellung ist nichts als Täuschung, wie schon Shankara sagte: „Alle Worte sind dem Unbefreiten nutzlos, da sie nur Vorstellungen erzeugen.“ Oder J. Krishnamurti: „Das Wort ist nicht das Ding.“ Auch hier in den Beiträgen und Kommentaren stehen nur Worte bzw.Wörter.

BLeo sagt: „Wir sprechen/schreiben hier über den Verstand, als ob er ein Ding wäre, aber wenn man es untersucht, lässt sich ein solches Ding nicht finden. Es gibt nur den gegenwärtigen Gedanken.“ Und der gegenwärtige Gedanke taucht auf und ist wie ein Spuk schon wieder verschwunden. Und auch ein „Ram, Ram, Ram, Ram, Ram, …“ kann daran nichts ändern und ist nur ein lächerlicher Täuschungsversuch. „Finde heraus, wer oder was den Verstand sieht“, sagt der Leo und kommt damit zum Wesentlichen. Das kann nur jeder ganz allein für sich und das ist in keinem Blog und keinem Buch zu finden: Das Sehende. Osho hat oft gesagt, dass seine Worte unwichtig sind. Das Wesentliche sei zwischen den Worten, zwischen den Zeilen. „Sieh den, der sieht!“ Lausche auf das Klatschen der einen Hand. Heinz Butz: „Spüren Sie’s?“ Peter Schellenbaum: „In der psychoenergetischen Arbeit im Allgemeinen und im Spontanritual im Besonderen hängt der Erfolg davon ab, ob es gelingt, distanziertes Bewusstsein von außen in Spürbewusstsein von innen zu wandeln.“

BSehen, lauschen, spüren, das sind auch nur Wörter und können zur Vorstellung führen, dass es da um ein Etwas ginge, das zu sehen, zu hören oder zu spüren sei. Das Sehen dessen, das sieht, das Lauschen auf das Klatschen der einen Hand sind deshalb sehr hilfreich dabei, die Vorstellungen von einem Etwas zu vernichten. Auch die geschliffensten Worte sind es nicht und nicht zu Herzen gehende Gedichte und Musik. Nicht, dass man das nicht alles genießen könnte, aber aus der Sicht des Noumenons sind sie nicht besser als das Lallen eines Besoffenen oder Hundescheiße, in die man gerade getreten ist. Nüchternheit ist hilfreich im Sinne Shankaras, wie er sie in seinem „Kleinod der Unterscheidung“ dargestellt hat. Nur aus dem Nicht-Etwas heraus kann gesehen werden, dass das Nicht-Etwas und das Etwas nicht zwei sind, dass das berührendste Rumi-Gedicht und Hundescheiße in gleicher Weise Ausdruck des unsagbaren Nicht-Etwas sind. Um Missverständnissen vorzubeugen: Dies schließt nicht aus, dass ich Rumigedichte mehr mag als Hundescheiße an den Schuhen.

S

Du bist der Schreiber und die Schrift bist du,
Tint‘ und Papier und Schreibestift bist du.
Du bist die Sternenschrift am Himmel dort,
Im Herzen hier die Liebeschrift bist du.
Das Blatt, das treibt, das ausgetriebne Lamm,
Der Trieb, der Treiber und die Trift bist du.
Du bist die Ruh‘, die Unruh‘ bist du auch,
Das Gift und auch das Gegengift bist du.
Du Ebb‘ und Flut, Windstill‘ und Sturm und Meer,
Schiffbruch und Schiff, und der drin schifft, bist du.
Was kann ich treffen? Was kann treffen mich?
Was trifft der Sinn, und was ihn trifft, bist du.

 S

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s