Leo Hartong: Es bedarf keines Bemühens

 

LEs bedarf keines Bemühens. Der „Schlüssel“ besteht darin, das Ganze zu durchschauen. Das hat etwas davon, in Gelächter auszubrechen. Wenn es geschieht, geschieht es anstrengungslos. Wenn es nicht passiert, kann es durch Bemühen nicht hervorgerufen werden. Das unterliegt nicht dem Zugriff der Person. Das heißt nicht, dass alles hoffnungslos ist. Vielmehr weist es auf die Einsicht hin, dass du nicht die Person bist. Du bist DAS, was sich der Person gewahr ist. Anders gesagt: Die Person ist ein Objekt im Gewahrsein. Das ist mit allen Zuständen so und schließt Präsenz und Abwesenheit ein. Wirkliche Gegenwärtigkeit ist kein Zustand, in dem sich jemand befindet, SIE ist DAS, was IST. DA SIE ALLES IST, WAS IST, kann SIE nicht erreicht werden. SIE ist wie Raum und das Ich, das SIE erreichen will, ist wie ein Objekt im Raum, das den Raum zu erreichen versucht. Nur die Verwirklichung, dass es unmöglich ist, nicht im Raum zu sein, wird das Objekt entspannen. Nur die Verwirklichung, dass es nichts als Gegenwärtigkeit gibt, wird die Unruhe auflösen, die vom Versuch ausgeht, gegenwärtig sein zu wollen.

aus: Leo Hartong, „Betrachtungen vom Spielfeldrand“

E

Ach Gott, das hat möglicherweise schon wieder was Angestrengtes: Ich soll das Ganze durchschauen! Und dann auch noch anstrengungslos! Und als Zeichen dafür, dass ich es durchschaut habe, muss ich dann in Gelächter ausbrechen! Verdammt, was zum Henker soll ich denn durchschauen? Das Ganze? Ich bin ja schon froh, wenn ich wenigstens das Nächstliegende ein bisschen durchschauen kann und jetzt soll ich also das Ganze durchschauen! Da bleibt mir glatt jedes Gelächter im Halse stecken. Jetzt komm ich mir nur noch doofer vor als vorher…..

Ich soll natürlich gar nichts. Aber weil ich’s haben will und nicht weiß, wie ich da rankommen kann, bastle ich mir ein Soll daraus und bin sauer auf wen auch immer. Und darüber soll ich dann auch noch lachen? Soll ich etwa darüber lachen, wie doof ich bin? Ich finde das total beschissen. Und jeder, der so was von sich gibt, ist ein arrogantes Arschloch und will sich nur über mich lustig machen. Scheißspiel!

„Das unterliegt nicht dem Zugriff der Person“, sagt der Leo und: „Das heißt nicht, dass alles hoffnungslos ist. Vielmehr weist es auf die Einsicht hin, dass du nicht die Person bist. Du bist DAS, was sich der Person gewahr ist.“ Ach nee, nicht hoffnungslos. Ist das der Nasenring, mit dem er mich weiter quer um den Globus zerren will?

Na ja, was soll der arme Leo machen? Da war halt die Einsicht, dass er DAS ist, was sich der Vorstellung von der Person gewahr ist, und nicht das, was sich tatsächlich für die Person hält. Wenn die Einsicht nicht da ist, dann ist sie halt nicht da. Vielleicht hat der Leo ja nur was genommen, was ihm nicht bekommen ist, und spielt sich jetzt als Guru auf? Man muss ja nicht alles glauben, was einem irgend so’n Typ erzählt, und sich schon gar nicht mit irgendeinem SOLLTE den ganzen Tag oder gar den Rest des Lebens versauen. Also, wie schon unser alter Sportlehrer zu uns zu sagen pflegte: „Mach’s Knöpfchen auf und sei fröhlich!“F

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7 Antworten zu Leo Hartong: Es bedarf keines Bemühens

  1. Brigitte schreibt:

    Interessante Doku über die Natur von Bewusstsein.

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  2. ananda75 schreibt:

    „Es bedarf keines Bemühens“ – Was es manchmal bedarf ist des Aufgebens – des Aufgebens? – klingt komich – aber Es bedarf das Aufgeben geht ja auch nicht – ich geb’s auf 😆

    Einen mühe-freien Tag wünsch ich dir🙂

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  3. alexandra schreibt:

    Guten Morgen Nitya,
    Ein Hoch auf den Sportlehrer!
    Wünsche dir einen fröhlichen Tag!
    Liebe Grüße Alexandra

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  4. fredoo schreibt:

    vielleicht mal so … erwähnt , was es mit dem auf sich hat , wessen es bedarf …
    es bedarf nicht … etwas …
    und es bedarf nicht eines nicht-etwas …
    es bedarf … genaugenommen … gar nix …

    und doch …

    ist da etwas zu bemerken … ( wenn ES denn geschieht ) …
    ES ( besser formuliert … das auftauchen von ES ) ist zwar jenseits der Geschichte eines Lebens ….
    und doch … findet es ohnehin dauernd statt … und wird lediglich manchmal ( ! ) von mancheinem dann auch bemerkt …
    und alles was stattfindet , geschieht ( auch ! ) innerhalb der Geschichte …

    jedoch …

    ist das Bemerken keine Frontalansicht von ES … denn ES ist , wie gesagt , jenseits der Sichtbarkeit …
    stattdessen ist das „Bemerken von ES“ indirekt ….
    ähnlich wie in der gewohnten Welt das gelegentliche (nur)Bemerken eines Schattens von einem Objekt … wobei das Objekt zwar nicht direkt gesehen wird , aber doch wird es (indirekt) an Hand seines Schattens bemerkt … ( dies soll nur eine Umschreibung des eigentlich unwörterbaren ES-Bemerkens sein )…

    doch was ging diesem „Bemerken“ von ES (innerhalb der Geschichte) voraus ?

    fast immer ein – Scheitern im Bemühen !!!
    das ist ein wenig paradox … genau genommen so gar ne menge paradox …
    denn nix „bewirkt“ etwas „about ES“ …
    ES ist tatsächlich „bewirkungslos“ …
    und doch … kommt es (innerhalb einer PersonaGeschichte) fast immer zu diesem Scheitern , diesem Kollaps … vorher … der „bewirkt“ in dem er halt nix bewirken kann , und dies die „Ich-person“ gewissermaßen in den Leerlauf katapultiert , ( anders formuliert – die Nulllinie erscheinen lässt , oder den Film reißen lässt ) , und das wiederum gibt Gelegenheit besagte „Null“ zu bemerken , bzw. die leere Leinwand erscheinen lässt …
    doch nicht weil da etwas neues plötzlich DA wäre , sondern , weil da einfach eine stets überdeckende (zusätzliche) Deko-Wirklichkeit wegfällt ….
    Desderwegen auch der Hinweis , dass es nicht viel auf sich hat , mit diesem ES-Bemerken … denn ES lag ja bereits seit Anbeginn der Zeiten allem zu Grunde … also keine Bewusstseinserweiterung , keine höheren Sphären … einfach nur der Grundton , die Quelle , die weiße Leinwand wird endlich „bemerkt“ …

    dummerweise kann man dieses Scheitern nicht (bewusst) machen , sonst wär es ja ein kalkuliertes „als ob Scheitern“ …
    man „muss“ (/wird) also durchaus etwas tun ( wenn auch vergeblich ) , denn ohne den powervollen Drang nach „doch tun und versuchen“ wohl kein ordentliches Kollabieren …
    oh je … was nun ? … und … ist es angebracht diesen Trick zu verraten ? nachdem man selber und diverse andere so schön dick und fett in diese Falle getappt sind ? klappt es dann noch , wenn der andere Herr/Frau (noch)Sucher von dieser Falltür , diesem Potemkinschen Dorf der Spiritualität , schon vorher weiß ?
    Tja … wenn diese Suche in der Hand des Suchers läge , wäre es höchst töricht , diesen „Trick“ zu verraten … doch da dem halt nicht so ist … warum dann nicht ? … kann ja dieses Dilemma , das dem Scheiteern / Kollabieren stets vorausgeht , nur noch ein wenig mehr befeuern … ist es ein Fake oder nicht ? muss ich / kann ich / soll ich / werde ich / will ich ???
    wie geil ist das denn … und wie wundervoll überflüssig und nutzlos …
    aber … was von dem , was wir zu den Wundern des Lebens zählen , wäre je nicht überflüssig und nutzlos gewesen …
    .😀

    ( wohl noch ein wenig Spätwirkungen des LaberwasserK“affe“es von gestern )
    _

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    • Nitya schreibt:

      „doch was ging diesem „Bemerken“ von ES (innerhalb der Geschichte) voraus ?
      fast immer ein – Scheitern im Bemühen !!!“

      Ich bin nicht gescheitert in meinem Bemühen, weil ich mich gar nicht bemüht habe. Ich hab mich völlig absichtslos in meinen Dozenten verknallt. Also, ich würde das nicht auf das Scheitern von was auch immer beschränken.

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      • fredoo schreibt:

        ok … da bist du auch nicht der einzige , der dies … so … berichtet … …
        es könnte mit diesem „verlieben“ zu tun haben …
        oder wie es ein anderer formuliert hat , mit einem „widerstandslosen Hineingleiten direkt in das innerste des Augenblicks“ …

        doch möchte ich da bemerken , dass dies ja auch ein kollabieren ist ( wenn auch sehr still und höchst undramatisch ) …
        das sich übliche stets Verhaften an den Fluss der Objekte ermattet (warum auch immer ) …
        und so wie ein Vogel ohne weiteren Flügelschlag langsam zu Boden sinkt , scheint die Wahrnehmung / Aufmerksamkeit gewissermassen in ihre eigene leere Natur zu sinken , wenn sie sich nicht immer wieder aufs Neue an Objekten „hochziehen“ kann …
        Und dann scheint es zwei Möglichkeiten dieser „EigenGravitation“ zu geben …
        Entweder ( so wie bei mir ) stürzt die Wahrnehmung in Konfrontation mit der „leeren Natur“ von allem , in sich selbst … zurück …
        Oder ( wohl wie bei Dir ) findet dieser „Sturz“ dann statt , wenn man sich selbst völlig „leer“ erlebend , mit einem Satz , einem Bild , einer Sutuation konfrontiert sieht , und sich dabei gewissermassen , in sich selbst ( als auch „leer“ ) verliert …
        ( was ich jedoch auch als ein kollabieren sehe ) …

        egal , wie auch immer es sich zeigt , es ist wohl so oder so ein geleertes / entleerrtes Ereignis … eine Konfrontation mit der Unendlichkeit ( wie es jemand mal sehr poetisch ausdrückte ) … eine Unendlichkeit , die sich halt durchaus auch ungemein unspektakulär eröffnen kann …

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      • Nitya schreibt:

        Ooch, dem Kollabieren kann ich völlig zustimmen.
        Welche Schönheit ist in diesem Kollabieren!

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