Karl Renz: Der Verzicht auf den Verzicht ist, was du bist


KUm zu sein, was du bist, muss sich nichts ändern. Du musst auf nichts verzichten. Das ist wie bei Ramana – der Verzicht auf den Verzicht ist, was du bist. Der Widerruf des Widerrufs. Du kannst nicht zurückweisen, was du bist. Also verzichte auf den Verzicht und sei einfach, was  du bist. Du gibst die Hingabe hin, weil es nichts gibt, was du an irgendwen hingeben kannst. Wer kann etwas an sich selbst hingeben? Und wer braucht das? – Wenn du mich fragst: Ramana ist für mich, was Ich bin, DAS. Aber wenn er als Modell herhalten soll, dann wird er dadurch auf der Stelle zerstört. Deshalb nenne ich ihn Ramana Banana. Und nur für den Affenverstand ist das alles so attraktiv. Lass den Affenverstand tun. Er erschafft immer Vorbilder und das ganze hochheilige Geschäft. Er braucht das heilige  Geschäft, weil er unheilig ist. Er ist ungesund, deshalb erschafft er eine Idee von Gesundheit. Immer, wenn es etwas Heiliges gibt, erschaffst du das Unheilige im selben Augenblick. Heilige Scheiße!

aus: Karl Renz, „May It Be As It Is“S„Lass den Affenverstand tun“ sagt der Karl. Und weiter vorne: „Du gibst die Hingabe hin, weil es nichts gibt, was du an irgendwen hingeben kannst.“ Übertragen auf das Lassen des Affenverstands: Lass den Affenverstand tun und dann lass auch das Lassen! Und dann lass auch das Lassen des Lassens des Lassens … Als ob ‚ich‘ irgendetwas lassen könnte!

Was bleibt dann noch, wenn ‚ich das Lassen lasse‘? „Der Affenverstand erschafft immer Vorbilder und das ganze hochheilige Geschäft. Er braucht das heilige Geschäft, weil er unheilig ist. Er ist ungesund, deshalb erschafft er eine Idee von Gesundheit. Immer, wenn es etwas Heiliges gibt, erschaffst du das Unheilige im selben Augenblick.“ Das ist dann einfach nur noch eine Beschreibung dessen, was die ganze Zeit zu geschehen scheint. Kein Akzeptieren, kein Lassen, keine Hingabe, … einfach nur ein ‚Es-ist-wie-es-ist.‘ „Heilige Scheiße“ sagt der Affenverstand vom Karl dazu, von dem ‚er‘ vermutlich so wenig verschont bleibt wie ‚du und ich‘.

Also nichts zu machen? Ja.

Aber, ich zitiere Steven Harrison: „Die biologische Struktur des Menschen ist in sich ein Denksystem, das aus komplexen molekularen Strukturen hervorgeht. Körper und Geist sind nicht zwei, sondern eins, sie fließen nicht nur durch die synaptischen Hirnstrukturen, sondern auch durch das neurale Gewebe des Körpers und die empfindlichen Netzwerke unserer Organe, durch Haut und Muskeln. Dies alles ist eine dynamische Struktur von Gedanken und Gefühlen. Es ist Veränderung pur. Diese Strukturen sind nicht starr, sondern sind steter Veränderung unterworfen. Sämtliche lebendigen Strukturen haben die Fähigkeit, ungünstiges genetisches Material zu korrigieren.“ Also, nichts zu machen – aber es wird gemacht. Veränderungen geschehen, aber es gibt keinen Veränderer. Alles ist in ständigem Fluss der Veränderung. ‚Ja aber‘, sagt der Verstand, ‚es dauert alles viel zu lange und es geht in die falsche Richtung.‘ Der Verstand bzw. ich, die nur als Vorstellung erscheinen, sind Teil dieser lebendigen Strukturen, die die Fähigkeit haben, nicht nur ungünstiges genetisches Material zu korrigieren, sondern auch auf die immer neuen Herausforderungen des Lebens zu antworten.

„Heilige Scheiße“ also nur für den Affenverstand, der gern der große Macher wäre.

A

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5 Antworten zu Karl Renz: Der Verzicht auf den Verzicht ist, was du bist

  1. fredoo schreibt:

    ich habe es mir selber mal so formuliert …
    es ist nicht ein Problem des Verstandes an sich … der macht soweit ich das bisher beobachten konnte , seinen Job bei mir , und den meisten anderen , ganz vortrefflich …
    es ist eher ein „Problem“ innerhalb der Registratur , der Erinnerung , … und das auch nicht per se … im sich ereignen von Er-Innerung , sondern erst im Moment des Abrufens dieser registrierten Erinnerung …
    da wird ein Trick des menschlichen Erinnerungssystems zu einer Art „hypnotischen Nebenwirkung“ , die da „problemartig“ in das persönliche Leben hinein wirkt , und mit „Verstand“ oder „Ego“ nur umschrieben wird … doch … und das ist der Witz , genau diese „be-wortende“ Umschreibung ist erst besagtes Problem … ohne diese „Umschreibung“ läuft alles bestens und easy …

    einmal , was geschieht da in Form einer „Nebenwirkung“ ?
    und ebenso interessant , warum kann das nicht direkt erkannt oder gar vermieden werden ?

    es ist eigentlich ein grotesquer Witz … und genau deshalb so „klebrig unentrinnbar“ …
    wie funktioniert Erinnerung ? war für mich die Schlüsselfrage , um all diese „Probleme“ zumindest erstmal in ihrer Problematik zu verstehen. ich wiederhole , verstehbar ist nur die Problematik , damit ist sie , bzw. „das Problem“ aber nicht entrinnbar , vermeidbar …
    also … zurück zur Erinnerung und ihrer Funktionsweise … wo und wie findet sich das überhaupt im Gehirn ? … so ganz hat man es bis heute noch nicht erklären können , aber man kann es sich etwa so vorstellen … Leben er-eignet sich ( = wird zu „eigen“ ) stets in aneinandergereihten Moment-Punkten … also kein EreignisFluss per se … sondern eine Aneinanderreihung von sich ähnelnden MomentPunkten , die dann ( sehr ähnlich wie bei einem Daumenkino ! ) erst durch „Registratur / Erinnerung“ zu einem Ereignissfluss ( = Lebensgeschichte ) werden …
    nochmal , jede Wahrnehmung von Bewegung / Veränderung ist erst möglich über den Umweg Erinnerung / Registratur und des daraus entstehenden Abrufs in die BewusstHeit …
    Anders formuliert … der MOMENT (per se) ist nix anderes wie BEWUSSTSEIN … die Reihung von Momenten zu einer Bewegung ( = Geschichte ) gelingt nur durch Erinnerung und wird damit zum Ausdruck von BewustHeit …
    Wenn dem so ist ( und es spricht vieles dafür , das dem so ist😉 ) , hat das ErinnerungsSystem im HomoSapiens eine echte MegaLeistung zu verbringen … es erschafft die „Lebensgeschichte“ aus einen Konglomerat von Geschichtssträngen , die , man kann es so sagen , in dieser Verknotung erst „das Universum“ erscheinen lassen … was für eine gigantische Leistung für diese paar kilo schwammige Masse … und … welch EnergieBedarf ! … bei nur 2 bis 3tausend Kalorien am Tag !
    damit komme ich zur Funktionsweise „Erinnerung“ (=Wahrnehmung) … würde der Organismus „HomoSapiens“ jedes Ereigniss exakt wahrnehmen , und exakt registrieren , würde er innerhalb von wenigen Minuten „verhungern“ , da die Kalorien alsbald verbraucht wären , und das Gehirn würde quasi verkochen , da die reine Abwärme dieser organischen Leistung das Organ selbst vernichten würde … was ist also für die Biologie zwingend ? … genau … kategorische Energiesparmassnahmen … die erste ist die „selektive“ Wahrnehmung … man sagt , wir nehmen nur ein Bereich von 3 bis 5 Zentimetern in unserem Blickfeld tatsächlich „wahr“ ( in echter direkter Beobachtung aus Neuem , gerade geschehenden ) … der Rest des Blickfeldes wird aus Erinnerung „befüllt“ … wird also aus Wahrscheinlichkeit und Ähnlichkeit im WahrnehmungsBild geformt … ( und nicht aus der viel energiefordernden „direkten“ Wahr-Nehmung ) … dieser „Abruf“ aus Erinnerung erfordert aber ein bestens vernetztes Erinnerungsfeld im Gehirn , mit höchst effektiver Vernetzung … um dies zu ermöglichen , benutzt das Gehirn erneut einen Trick … Erinnerung wird quasi „personalisiert“ , „der Held“ der (Erinnerungs)Geschichte wird dazu ( tja wie soll man es nennen ? imaginiert ? konstruiert ? …
    jedenfalls werden die Erinnerungsmomente ( stets emotional „geladene“ Einzel (!)Bild-Ladungen in den Synapsen des Gehirns ) durch den „Trick des Helden“ zu einer besser „verdrahteten“ und damit besser „einbaubaren“ Geschichte eines „Ichs“ … der Fehltritt in eine Lücke im Asphalt (z.B.) wird besser nutzbar , weil deutlicher , wenn er nicht „einfach so“ irgendwannmal passiert ist , sondern wenn er „eingebettet“ in eine „Ich“-Geschichte erinnert wird … das Ereigniss gewinnt an Be-Deutung , was die Intensität des ErinnerungsBildes steigert , und … besonders effektiv … es gewinnt an Vernetzung ! … da der Fehltritt nun in eine große Menge von Ereignissgeschichte „eingebettet“ ist , und somit vielfältigst als „ReferenzErinnerung“ zur Verfügung steht … viele „Neben-Erinnerungs-Bilder“ , ebenfalls geladen mit Be-Deutung ermöglichen noch besseren Zugang zu dieser speziellen Erinnerung , so dass der HomoSapiens , bei der nächsten Strassenquerung achtsam Schlaglöcher beobachten wird … ( während dabei seine SynapsenNetze vielfältuigs „glühen“ werden )…

    Diese (Erinnerungs)Geschichte ist letztlich auch der Ausgangspunkt für diesen ProblemMythos „Verstand“ oder „Ego“ …
    Nix von beiden ist tatsächlich da … ( im Sinne von eigenständig existierend )
    Und doch sind beide höchst wirksame und damit biologisch sehr sinnvolle Effekte des Organismus Mensch … ( und damit unverzichtbar )

    Dann einige Aktivitäten dieses Systems mit „Affen“Verstand zu diskreditieren , bringt zwar eine nette Kommunikation , aber keine Linderung dieses „Ichs“Drucks ( der wohl viele betrifft ) …
    Was denn dann ?
    Tja … eine gewisse „Linderung“ entsteht bereits im rein intellektuellen Verstehen der biologischen Prozesse im HomoSapiens … so ist es zumindest mir ergangen …
    Jedoch … so lange der Wahrnehmungspunkt ( das berühmt, berüchtigte „Jetzt“ ) noch innerhalb (!) der Geschichte verbleibt , ist dieser „Druck“ unentrinnbar …
    Es kann sogar beobachtet werden ( zumindest war dies auch bei mir mal wieder so ) , das je mehr man diese Prozesse und ihre „Druck“folgen beobachtet und „erforscht“ , sich dieser (Leidens)Druck sogar noch steigert …
    ( Der Haarzopf des Herrn Münchhausen wird immer heftiger strapaziert , um dem Sumpf zu entkommen ) …
    Hmmm …
    es geht also wohl um diesen – Wahrnehmungspunkt …
    kann er verschoben werden ?
    Jaein …
    Nicht von dem , der glaubt „wahrzunehmen“ , denn das ist ja ( bei genauerer Betrachtung ) dieser erst in der (Hilfs)geschichte der Erinnerung entstehende „Ich“-Held …
    Wie dann ? … diese Frage mussten bereits tausende der „davorne-Sitzer“ alltäglich von ihren „vor-ihnen-Sitzern“ ertragen ( und keiner war einer Antwort fähig … manche wenige machten nur aus dieser Unfähigkeit keinen Hehl ) …

    tja … erneut … wie dann ? …
    da kann ich nur eines „anbieten“ … dann , wenns (meist) plötzlich , keine Be-Deutung mehr hat …
    dann , wenn sich (warum auch immer) der Wahrnehmungs(ausgangs)Punkt vom „Ich“-Helden plötzlich …. in die WAHRNEHMUNG selbst verschiebt …
    dies kann jedoch nicht der „Ich“Held veranlassen , ( veranlassen kann es nix und niemand ) … sondern im Sinne einer in sich selbst versinkenden „Gravitation“ versinkt Wahrnehmung ( manchmal bei mancheinem ) in WAHRNEHMUNG (selbst) …

    dies kann nicht „bewirkt“ werden …
    und doch … ist es kein superseltenes Geschehen … !!!
    Ganz im Gegenteil … es ist höchst häufig ( dieses „Versinken von Wahrnehmung“ in WAHRNEHMUNG ) …
    Es konfiguriert (!) unser aller Erleben von LEBEN …
    Es ist wie der Kettfaden in einem Teppich … ohne den kein (Geschichts)Muster entstehen kann … ES ( dieser Kettfaden WAHRNEHMUNG ) IST das , was „eigentlich“ IST ( was also den Aspekt „fest“ darstellt … das Muster ist die vergängliche Dekoration des Teppichs …

    Es wäre also ganz einfach ( und genau das ist es auch … ein-fach … was es uns zwei-fixierten so schwierig macht ) …
    Wird der Kettfaden bemerkt ( in einem anderen Bild die weiße Leinwand im Kino ) , der eigentlich schon immer DA ist , lediglich vom Muster des Teppichs überdeckt wird , ist das Problem „Verstand-Ego“ kein Problem mehr , sondern halt auch , Dekoration …

    Sei dir gewiss , diese Konfiguration findet auch für dich hundertfach , womöglich tausendfach , an jeden Erlebnistag statt … (konfiguration meint hier „leere“ Momente , die den Alltag durchdringen , aber nur seltens bemerkt werden , da das „leere“ unserer Erinnerung kein notwendiges „Objekt=Attribut“ anbieten kann … wird also mal in gewissen Momenten ( Staunen , DeJaVue , Orgasmus , Schock , Tiefschlaf , und und und ) dieses seltsam „leere“ dabei bemerkt , wird besagter „Kettfaden“ bzw. „weiße Leinwand“ bemerkt …

    einige behaupten , das es da einen Summierungseffekt gibt … also eine Art Aneinanderreihung in Erinnerung der leeren Momente zu einer Intensivierung , besser Klärung bei Auftauchen von „Leere“ führen soll … ich weiß es nicht … halte es aber mitlerweile für möglich , da mir doch einige begegnet sind , die derartiges berichten …

    mir , und den meisten die ich als „KettfadenBemerkerKomplize“ kenne , blieb der Weg über einen Kollaps des „Ich“Helden nicht erspart … etwas , was wohl , es muss erneut gesagt werden , nicht „getan“ werden kann , sondern was einem „zugefügt“ wird … ( ich mag mitlerweile die Formulierung „zugemutet“ besonders gern ) …

    all dies hat aber , keinerlei Notwendigkeit … die Sehnsucht des Ichs nach eigenem „Durchdringen“ ist auch einfach so , Teil dieses ErinnerungsDings … ohne wirkliche Bedeutung … und ohne Notwendigkeit ihrer „Erfüllung“ …
    Sinkt die Wahrnehmung in WAHRNEHMUNG … und (!) wird dies bemerkt ( wobei hier „bemerken“ keinen Bemerker meint sondern womöglich besser mit „sich selbst offenbart“ formuliert wäre ) … ist dieses „ich“ weiterhin im MusterSpiel aktiv , doch gewissermassen impotent geworden … da ihm ( dem Ich-Muster) keine Tatsächlichkeit mehr zugeschrieben werden kann , da der Kettfaden als einzige Tatsächlichkeit unleugbar wurde …

    oh … heute hatte ich wohl Laberwasser im ersten K“affe“e …..😀

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    • Nitya schreibt:

      Würde der Organismus ‚Nitya‘ jedes Wort des Herrn Fredo exakt wahrnehmen , und exakt registrieren, würde er innerhalb von wenigen Minuten ‚verhungern‘, da die Kalorien alsbald verbraucht wären, und das Gehirn würde quasi verkochen, da die reine Abwärme dieser organischen Leistung das Organ selbst vernichten würde.

      Von wegen Konjunktiv: Nityas Gehirn ist längst verkocht und verdampft.

      (Danke für dein Laberwasser im K“affe“e )

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    • Eno Silla schreibt:

      Lieber Fredo,
      es hat funktioniert: nach dem Lesen etwa der Hälfte deines heutigen Textbeitrages lief ich wie hier bildlich dargestellt durch die Wohnung:

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    • alexandra schreibt:

      Lieber Freedo
      Weiß nicht warum, und würdest du mich jetzt auffordern, zu erzählen, was ich da eben gelesen habe, könnte ich kein Wort wiedergeben, aber ich fand es klasse. So, den Satz lese ich jetzt nicht noch mal durch, … Alles gesagt. Mein affenhirn verdaut jetzt erst mal.

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    • Brigitte schreibt:

      Phantastisch… auch eine schöne Art zu demonstrieren, dass Fredo keine Ahnung hat😉

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