Ramesh: wir als die Erlebenden SIND die Erfahrung

 

RFrage: Als Nisargadatta Maharaj an Krebs litt, sagte er mehrmals, er sei diese Krankheit. Was bedeutet diese Aussage?

Ramesh: Die Frage würde sich nicht stellen, wenn du dich erinnern würdest, dass Maharaj fast immer vom Standpunkt seiner noumenalen Identität aus sprach. Er meinte, was wir als Erfahrung erleben – sei es ein „gute“ oder eine „schlechte“ Erfahrung – befindet sich nicht außerhalb unserer „selbst“, sondern wir als die Erlebenden, SIND die Erfahrung.

Maharaj riet seinen Zuhörern wiederholt, aus der Sicht eines Krishna und nicht aus der eines Arjuna zu denken, was von „innen“ her sehen bedeutet, aus der Sicht dessen, was-wir-sind (nicht dessen was wir-glauben-zu-sein), aus der Sicht der Totalität (nicht aus der eines Individuums). Aus dieser Perspektive stellt sich die Situation so dar: Um MICH als Empfindungsfähigkeit manifestieren zu können, muss ICH die Erscheinung von „Raum“ und „Dauer“ hervorbringen, um MICH konzeptuell ausweiten zu können. In dieser MEINER Raum-Zeit erscheine ich getrennt als Subjekt und Objekt, sodass ICH, als Subjekt, MICH als Objekt erfahren kann. Durch die Subjekt-Objekt-Beziehung entsteht in der Dualität eine Unterscheidung der Empfindungsfähigkeit in miteinander verbundene Gegensätze wie „angenehm oder unangenehm“ oder „Freude und Schmerz“. Wenn MEIN Subjekt und Objekt beiderseitig negiert wird, verbleibe ICH, denn Empfindungsfähigkeit ist Subjekt/Objekt als ICH.

aus: Ramesh S. Balsekar, „Die Lehre erleben“

N

Mein Gott, so viele Tüttelchen, Schrägschrift, Normalschrift, Großbuchstaben! Und dann solche Sätze: „Wenn MEIN Subjekt und Objekt beiderseitig negiert wird, verbleibe ICH, denn Empfindungsfähigkeit ist Subjekt/Objekt als ICH.“ Na, wer soll denn beiderseitig negieren, damit ICH verbleiben kann? Da kann ich ja tausendmal mit auswendig gelerntem „neti-neti“ zu glänzen versuchen, es ist alles nur eine Fata-Morgana, alles nur für die Katz. Ich – werde das nie erreichen – nie erreichen können. Aussichtslos, völlig aussichtslos. Ich bin doch eh nur als ICH-Subjekt/Objekt. Ich kann also nicht einmal Subjekt und Objekt beiderseitig negieren. Oh Mann, ich häng mich auf. Aber nicht einmal das kann ich. Ich geb’s auf. Als ob ich’s aufgeben könnte!

GEinatmen – ausatmen – und auch das scheint einfach nur zu geschehen. Was bedeutet das jetzt für mein weiteres Tun und Lassen? Nichts bedeutet es. Mein weiteres Tun und Lassen wird geschehen, wie es immer geschehen ist oder auch nicht geschehen. Ich werde wohl weiter auf die Regierung schimpfen, zum Zahnarzt gehen, mich an den Vögelein und Eichhörnchen erfreuen oder an dem schwarzen Kater der Nachbarin – neuerdings ist sogar noch eine hübsche Ratte dazugekommen, einen Beitrag im Blog schreiben, … oder eben auch nicht.

Nisargadatta soll geraten haben, „aus der Sicht eines Krishna und nicht aus der eines Arjuna zu denken, was von ‚innen‘ her sehen bedeutet, aus der Sicht dessen, was-wir-sind (nicht dessen was wir-glauben-zu-sein), aus der Sicht der Totalität (nicht aus der eines Individuums).“ Er sagte das „seinen Zuhörern“, also irgendwelchen ICH-Objekten. Nun versuchen die ICH-Objekte scheinbar aus der Sicht eines Krishna zu denken … was man sich nicht alles so einbilden kann. Ich weiß noch, wie ich als Jugendlicher aus einem Western kam. Breitbeinig, eine Hand schwebte über meinem imaginären Colt, kampfbereit blickte ich kühnen Auges die mir entgegenströmenden Passanten an, … kurz, eine ganz schöne Witzfigur. Soll ich mich jetzt als Krishna zur Witzfigur machen? Bin ich doch als Ich schon Witzfigur genug. Das ist mir alles ehrlich gesagt zu kopfig und viel zu viel Macherei. Einfach zu sein, ist völlig genug.

BSo, und jetzt muss der Fredo her. Der wird uns das alles verklicken.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Ramesh: wir als die Erlebenden SIND die Erfahrung

  1. ananda75 schreibt:

    bin grad so dabei und wünsche dann auch mal dir einen freud-vollen Tag🙂

    weiß nicht,ob’s zum Text passt, hab heute nicht gelesen😆

    Gefällt mir

  2. fredoo schreibt:

    tja … der fredoo hat auch keine ahnung …
    nur eines dazu … irgendwann nach fast 20 jahren denen davorne zugehöre , schlich sich etwas bei mir ins hirn …
    „könnte es sein , dass es gar nicht ums verstehen geht , bei derartigen traktaten derer davorne ?“
    ist also der herr nitya mit seiner demonstrierten unfähigkeit gar nicht so weit weg vom schuss ?
    um was könnte es dann gehen , wenn sich ein extrem jähzorniger nisar darauf einlässt die welt zu erklären ? … diesen verblödeten suchern vor ihm ?

    denken wir es uns mal durch … ( durchaus inspiriert von den gestrigen lobgesängen diverser schreiber hier auf einen wei wu wei )
    ist dies zu ver-stehen ? … oder kann es nur fließend halt nicht zum stehen kommen ?
    was geschieht da innerlich , im hirnkästchen , wenn ich derartige textmonstrositäten lese , die aber , im gegensatz zum text-begriffs-rattatouille diverser virtueller schreiberlinge , den eindeutigen „duft von exaktester akuratess der wortdarstellung“ des eigentlich unwörterbaren mit sich tragen ?

    ich kann es nur mit dem steine-schliddern über ein gewässer vergleichen …
    irgendwie werde ich in die luft geworfen … berühre die oberfläche dessen was ist ( jedoch ohne (ver)stehen zu bleiben und zu versinken ) … fliege weiter durch die luft des einfach so seins … ditsche erneut auf , erneut nicht stehenbleibend versinkend … und weiter geht der flug … hoffentlich ….

    könnte es sein , dass es bei derartigen texten gar nicht um dieses versinkende (ver)stehen geht ?
    sondern um das sich peu a peu mehr anvertrauende fliegen ( im unwörterbaren ) ?
    und des damit einhergehenden mir langsam dämmerns es genau damit (mit dem fliegen) mit der eigentlichen heimat meinerselbst zu tun zu haben ?
    zeigt also ein nisar oder ein ramesh nicht ein besseres zu verstehendes in seinen worten ?
    sondern nutzt er stattdessen mit diesen un-verständlich wahren worten nur die gelegenheit , mich in die luft zu werfen , und mir genau damit meine eigentliche heimat/natur zu zeigen ?
    ist dieses sich einfach zuhörende anvertrauen an etwas unbegreiflich wahres (!) gar eine andere form von genuss/gewinn aus zuhören/lesen ? … eine die auf das „eigentliche“ mehr hinzuweisen vermag , wie die ausgefeiltesten worteskapaden ?

    geht es also mit diesen hochkomplizierten wort-formulierungen einer erkannten wahrheit , viel mehr um eine aufforderung zum tanz der ahnungslosigkeit , als um eine erbauung von „richtigeren“ konzepten ?

    nun ja … ich sagte es anfangs bereits … ich hab auch keine antworten … kann nur ein paar fragen anbieten …
    eüm e.fj bei

    Gefällt mir

    • Nitya schreibt:

      „ich kann es nur mit dem steine-schliddern über ein gewässer vergleichen …
      irgendwie werde ich in die luft geworfen … berühre die oberfläche dessen was ist ( jedoch ohne (ver)stehen zu bleiben und zu versinken ) … fliege weiter durch die luft des einfach so seins … ditsche erneut auf , erneut nicht stehenbleibend versinkend … und weiter geht der flug … hoffentlich ….“

      Ich hoffe, du haust mir keine runter, Herr Fredo, aber ich muss dich unbedingt abknutschen für dieses feine Bild.

      Gefällt mir

    • Brigitte schreibt:

      wunderschön beschrieben!
      Also, von mir kommt jetzt kein Knutscher, aber ein Dankeschön für den unmittelbaren Genuss beim Lesen😉

      Gefällt mir

    • Eno Silla schreibt:

      und was verbirgt sich hinter diesen kryptischen zeichen, lieber fredoo, so rätselt es in mir?:

      eüm e.fj bei

      Gefällt mir

      • fredoo schreibt:

        werter eno
        eüm e.fj bei
        meint : … ein überwiegend mittelmäßiger egomane . für jede borniertheit exemplarischer idiot
        oder übersetzt , da hat jemand dicke finger und genug blindheit seine tippfehler nicht zu löschen .😀

        Gefällt mir

      • Eno Silla schreibt:

        da bin ich aber froh, lieber fredo, dass dir ein so weiser satz, obwohl erst nachträglich entschlüsselt, nicht als schnöder tippfehler aufgefallen ist und gelöscht wurde😉 ! da freut sich der bornierte idiot
        Eno

        Gefällt mir

  3. Elwood schreibt:

    Sicht von außen nach innen, von innen nach außen….

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s