Karl Renz: der Sehende, der der Wahrnehmung gleich ist


KSei das, was still ist, und sieh. Du bist der absolute Seher, aber du kannst nicht gesehen werden. Du siehst, wenn gesehen wird, was es zu sehen gibt und wenn es nichts zu sehen gibt, erfährst du die Abwesenheit. Das, was-du-bist, erfährt sich immer selbst, in der Anwesenheit und in der Abwesenheit. Im Gesehenen und im Nicht-Gesehenen bist du das, was der Absolute Seher ist. Nenne es den Absoluten Träumer; ich nenne es am liebsten den Sehenden, der der Wahrnehmung gleich ist. Du bist das, was Wahrnehmung ist. Und Wahrnehmung, die die Anwesenheit und Abwesenheit wahrnimmt, ist immer noch Wahrnehmung.

Deshalb kannst du dazu auch Absoluter Seher oder Nicht-Seher sagen. Nenne es, wie du willst. Sei einfach, was niemals in etwas gesehen oder nicht-gesehen werden kann. Es kann nur etwas Gesehenes oder Nicht-Gesehenes geben, etwas Seiendes oder Nicht-Seiendes, weil du bist. Aber du bist nicht, weil es Sein gibt, weil du auch im Nicht-Sein bist, was-du-bist. Deine Natur verlangt keine Anwesenheit von Sein, um zu sein oder ihre Abwesenheit. Du bist in der Anwesenheit und in der Abwesenheit von allem, was du dir zu sein einbildest.

aus: Karl Renz, „Am I – I Am“
GIch trau mich ja fast schon nicht mehr das sog. Allsehende Auge ins Spiel zu bringen vor lauter Illuminaten- und NWO-Kram. Das Allsehende Auge steht nicht für „Big Brother is watching you“, sondern für genau das, was Karl den Absoluten Seher nennt. Wohl in Anklang an das altägyptische Horusauge wird es heute nicht nur als Schutzamulett getragen, es ist auch in Kirchen und Freimaurertempeln zu sehen und zwar mit seiner durchaus ursprünglichen Bedeutung als Allsehendes Auge oder als Auge Gottes. In einem anderen Blog von mir hatte ich vor Jahren die Verbindung von Allsehendem Auge und den möglichen Erscheinungen abgebildet. Als Basis des Dreiecks symbolisieren Plus und Minus die Dynamik zwischen „Tag und Nacht, Winter und Sommer, Krieg und Frieden, Überfluss und Mangel.“ An der Spitze des Dreiecks ist eine Null zu sehen als Symbol für die Abwesenheit dessen, was als Basis des Dreiecks vorzufinden ist.

AKarl hat es so ausgedrückt: „Deine Natur verlangt keine Anwesenheit von Sein, um zu sein oder ihre Abwesenheit. Du bist in der Anwesenheit und in der Abwesenheit von allem, was du dir zu sein einbildest.“

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11 Antworten zu Karl Renz: der Sehende, der der Wahrnehmung gleich ist

  1. Eno Silla schreibt:

    In der Anwesenheit gibt es so allerlei Begegnungen. Vorgestern traf ich diese wunderschöne Sonnenblume an einem Feldrand. Auf den Blütenblättern der Sonnenblume lauerte eine Spinne. Eine solche Spinne habe ich in einer Blüte mal eine Hummel verspeisen sehen. Die Spinne auf der Sonnenblume hatte es eindeutig auf die Hummel abgesehen (sie schien sich anzupirschen), die sich gerade am Nektar labte… Irgendwie war die Spinne in der Lage (welch Sinnesapparat sie auch immer dazu befähigte) mich, bzw. die Bewegungen der Kamera wahrzunehmen, jedenfalls erschien es mir so, denn die Spinne versuchte sich hinter den Blütenblättern zu verbergen, als ich die Kamera näher an sie heranführte. Jedenfalls hat wohl diese spezielle Hummel auf der Sonnenblume weiter Nektar sammeln dürfen und die Spinne wird wohl dennoch irgendwann Beute gemacht haben. Das alles durfte ich beobachten, einschließlich der Figur, die mit einer Kamera um die Sonnenblume schlich…
    Es ist so schön NULL zu sein im Spiel von PLUS bis MINUS!

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  2. fredoo schreibt:

    als dereinst die Wahrnehmung in sich selbst hinein kollabierte ,
    war da weder Anwesenheit ( von etwas / jemand ) ,
    noch Abwesenheit ( von etwas / jemand ) .
    da ist nur diese seltsam „pulsierende“ Wahrnehmung (ihrer selbst) …
    die aber die Frage nach Abwesenheit oder Anwesenheit (von etwas) gar nicht mehr stellt …
    da jeder „Puls“ oszilierend an – bzw. ab“west“ …

    damit „erscheint“ Wahrnehmung als dieser „Puls“ …

    oder so ähnlich
    oder ganz anders
    oder ganz und gar nicht
    😀 ( < das bleibt mir ( und dir ) … immerhin )

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  3. Eno Silla schreibt:

    noch ein wenig was zur unterhaltung an einem schönen regnerischen sonntag (und zur selbstbeobachtung):

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  4. Brigitte schreibt:

    der Karl… wieder mal gnadenlos!

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  5. Eno Silla schreibt:

    das wahrnehmen
    der wahrnehmende
    das wahrgenommene

    ich bin
    ewig tanzend
    hin und her

    vollkommene glückseligkeit
    von plus bis minus
    wunderschöne melancholie

    Text

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    • Brigitte schreibt:

      Melancholie
      dunkles Pastell
      Zeit, die langsam fließt
      ins Meer
      des Nebelmondes
      laß‘ mich noch bleiben
      noch etwas schweben
      im warmen Nichts

      Engelbert Schinkel (*1959), einfühlsamer Seelenfärber

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  6. Brigitte schreibt:

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