Osho: Gott erkennt sich in dir


ODu kannst Gott nicht erkennen, denn du stehst im Weg. Du bist nicht da, Gott erkennt sich selbst in dir.

Selig bist du Simon, Sohn des Jonas;
denn nicht Fleisch und Blut
hat dir das offenbart,
sondern mein Vater, der im Himmel ist.

Mt 16, 17

Alexander fragte einmal Diogenes: “ Was denkst du über Gott?“ Diogenes erwiderte: „Es ist überhaupt nicht wichtig, was ich über Gott denke. Das Einzige, was wirklich zählt, ist, wie Gott über mich denkt.“ Absolut richtig. Es macht überhaupt nichts aus, was du über Gott denkst. Was kann es ausmachen? Das Einzige, was wirklich zählt,  ist, was Gott über dich denkt. Deine Philosophie, dein Denken, deine Lehrsätze und deine Glaubensbekenntnisse sind unnütz, alles Abfall, Quatsch. Sei still! Du brauchst nicht über Gott nachzudenken. Wenn dein Denken verschwindet, beginnt Gott über dich nachzudenken, sich um dich zu sorgen, dich zu erfüllen. Er kommt, er wird dein Gast.

aus: Osho, „Jesus der Menschensohn“

So weit du ausgehst aus allen Dingen, so weit, nicht weniger und nicht mehr, geht Gott ein mit all dem Seinen…

aus: Meister Eckhart, „Deutsche Predigten und Traktate“

ESei still! – Da haben wir mal wieder so einen Imperativ, der keiner ist. Man muss das ja immer wiederholen. Dieser scheinbare Imperativ steht einfach für die Beschreibung eines Sachverhaltes. Eckhart hat das mit der Formulierung besser hingekriegt, er sagt: „So weit du ausgehst … geht Gott ein.“ Er sagt nicht: „Geh aus!“ Er sagt: Wenn das geschieht, geschieht gleichzeitig das. Jetzt wird wahrscheinlich niemand auf die Idee kommen, aus allen Dingen ausgehen zu wollen. Und auch niemand, Gott zum Eingehen zwingen zu wollen. Wenn es geschieht, dann geschieht es. Das ist alles. Und „du“ kannst dabei nur im Wege stehen.J„Du kannst Gott nicht erkennen, denn du stehst im Weg. Du bist nicht da, Gott erkennt sich selbst in dir.“ Jesus sagt dasselbe mit anderen Worten: „Selig bist du Simon, Sohn des Jonas; denn nicht Fleisch und Blut hat dir das offenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist.“ Fleisch und Blut, das ist der Körper und mit ihm das Gehirn und seine Funktionen. Fleisch und Blut stehen für das Denken. Was Simon geschehen ist, war nicht das Ergebnis eines Denkprozesses. „Er“ war überhaupt nicht beteiligt, es geschah „durch ihn hindurch“. Du bist nicht da, sagt Osho. Du bist gar nicht da außer als Ergebnis eines Denkprozesses. Und „Gott erkennt sich selbst in dir.“ Ich hoffe, niemand nimmt das wieder wörtlich. Weder bist du da noch Gott. Es ist der Urgrund, der sich in allen seinen Manifestationen erkennt. Zum Beispiel in der Person, die „ich“ zu sich sagt. Zum Beispiel in dem Typen mit dem Dönermesser aus Reutlingen. Zum Beispiel in dem Spatzen, der in einer Pfütze sein Morgenbad nimmt. Manifestieren ist Erkennen. Shakti ist Shiva. Untrennbar eins.

Osho: „Das Einzige, was wirklich zählt, ist, was Gott über dich denkt. Deine Philosophie, dein Denken, deine Lehrsätze und deine Glaubensbekenntnisse sind unnütz, alles Abfall, Quatsch.“ Gott denkt natürlich überhaupt nichts. Aber dass all unsere Philosophie, unser Denken, unsere Lehrsätze und unsere Glaubensbekenntnisse unnütz sind, alles Abfall, alles Quatsch, –  das unterschreibe ich sofort.

G

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Eine Antwort zu Osho: Gott erkennt sich in dir

  1. Elwood schreibt:

    Sich selbst vorantragen um die zehntausend Dinge zu bezeugen ist Verirren.
    Dass die zehntausend Dinge fortschreiten und uns selbst übend bezeugen ist Erwachen.
    (Dogen Zenji, Genjōkōan) http://antaiji.org/de/classics/genjokoan/

    Für mich ein art Haltungsumkehrsicht(nicht machbar). Nicht ich schaue auf die Welt und vermesse sie, die Welt bezeugt durch mich(diese Manifestation)sich selbst und wirkt darin, damit, dadurch. Bin wieder Teil des Ganzen, die Trennung verliert ihre Bedeutung, Die Aufmerksamkeit(Neugier, Anfängergeist, Nichtwissen) offenbart den Augenblick.

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