Ramana: Das ist der Zustand der Befreiung, der ewig währt


RWenn wir die Täter unseres Tuns sind, müssen wir auch dessen Früchte verkosten. Doch wenn wir fragen: „Wer ist der Handelnde?“ und das Selbst erkennen, verschwindet dieses Gefühl, der Handelnde zu sein, und auch die drei Karmas fallen von uns ab. Das ist der Zustand der Befreiung, der ewig währt.

aus Ramana Maharshi, „Vierzig Verse über die Wirklichkeit“

FIch sitze da auf meinem Stuhl vor dem Tisch mit meinem Notebook, mehr liegend als sitzend, da meine Beine auf einem weiteren Stuhl liegen, und ich denke gerade: „Irgendwann faulen mir die Beine ab. Ich sollt mal wieder aufstehen und mir wenigstens die Beine vertreten.“ Aber nichts geschieht. Es bleibt bei dem Gedanken. Da ist kein Impuls, der mich in Bewegung bringt. Und so liege ich da und guck mir zu, wie ich so daliege.

Wie ist das nun mit den Früchten, die verkostet werden müssen, wenn ich der Täter meines Tuns bin, und wie, wenn ich erkenne, dass ich es nicht bin. Faulen oder fallen mir im zweiten Fall nicht die Beine ab? Na, das wäre doch prima, dann könnte ich noch ewig faul auf den Stühlen rumhängen und nichts würde mir passieren. Alle drei Karmas würde von mir abfallen. Ich habe zwar keine Ahnung, was diese drei Karmas sind, aber irgendwie anscheinend nix Gutes und es scheint gut zu sein, wenn sie einfach abfallen, also die Karmas. Aber wer weiß, vielleicht war das ja wieder mal alles ganz anders gemeint und ich sollte doch ein bisschen besser auf meine Beine aufpassen, sonst …

KAber jetzt mal Spaß beiseite, wie hat der Ramana das wohl gemeint? Er sagt: „Wenn wir fragen: ‚Wer ist der Handelnde?‘ und das Selbst erkennen, verschwindet dieses Gefühl, der Handelnde zu sein, und auch die drei Karmas fallen von uns ab. Das ist der Zustand der Befreiung, der ewig währt.“ Was fällt da ab, wenn das Gefühl, der Handelnde zu sein, abfällt? Mit den drei Karmas sind in meinem Fall ja vermutlich nicht meine Beine gemeint. Also so ganz spontan fällt mir dazu ein: Abfallen wird in erster Linie das Gefühl der Schuld, diese Geißel der Menschheit seit Jahrtausenden. Nicht dieses „Ich bin schuld“, sondern in einem Aufwasch gleich mit das „Du bist schuld“.PIst doch klar wie Kloßbrühe, wenn alles einfach nur geschieht, etwa wie das Wetter, wem will ich dann die Schuld für diesen beknackten sog. Sommer in die Schuhe schieben? Dem HAARP-Projekt in Alaska? Den Chemtrails? Oder doch lieber dem guten alten Petrus? Vielleicht aber straft uns Gott der Herr dafür, dass wir unsere Bundeskanzlerin nebst Gefolge nicht schon längst in die Wüste geschickt haben? Unser trauriges Ende bei der EM könnten wir in klassischer Weise Schweinsteiger oder Kimmich anlasten, wir könnten es auch systemisch analysieren und andere Ursachen zu Tage fördern. Wissen tun wir danach in beiden Fällen absolut nichts. Alles nur Spekulationen, die Ramana mit einer Handbewegung vom Tisch wischt: Die Frage ist nicht, wer durch sein Handeln schuldig geworden ist, sondern ob es einen Handelnden gibt. Schweinsteiger, Kimmich, Merkel und Gefolge, … sie alle sind jenseits von Schuld und Unschuld, weil da niemand ist, der handeln könnte. So, und jetzt handelt gefälligst und jagt die angeblich Schuldigen wohin ihr wollt oder ladet sie zu einem feinen Kaffee ein!

K

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7 Antworten zu Ramana: Das ist der Zustand der Befreiung, der ewig währt

  1. Georg Alois schreibt:

    „…Ich sollte mal wieder aufstehen und mir wenigstens die Beine vertreten.“ Aber nichts geschieht. Es bleibt bei dem Gedanken. Da ist kein Impuls, der mich in Bewegung bringt. Und so liege ich da und guck mir zu, wie ich so daliege.“
    Ich fühle mich von Dir beobachtet, lieber Nitya, und meine Gedanken kannst Du auch noch lesen.!
    Dieses Video vom Alexander ist auch ein schönes Wort zum Sonntag……, danke!

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  2. ananda75 schreibt:

    Guten Morgen🙂

    Von Schuld halt ich nicht viel – ich hab mir schon so viel „zu Schulden“ kommen lassen, wenn ich das alles abarbeiten will, komm ich ja gar nicht weiter
    Karma Yoga – das hilft – mir und anderen
    Ansonsten helf ich mir, was andere Menschen betrifft – und manchmal auch mich selbst – mit dem Satz „Jeder kann nur seinem Entwicklungs-Stand entsprechend handeln“
    Damit hab ich das Thema Schuld erschlagen und kann wieder Karma Yoga machen😆

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    • Nitya schreibt:

      Ob du von Schuld viel oder wenig hälst, ist relativ bedeutungslos. Wichtig ist doch, ob ich anerkenne, dass sie nicht nur als Fata Morgana existiert. Schuld kann nur existieren, wenn ich als Handelnder mit einem freien Willen existiere. Ist das der Fall, existiert Schuld, und kein sog. Karma Yoga holt dich aus dieser Sackgasse heraus.

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      • ananda75 schreibt:

        Verantwortung – Ja – Schuld ist negativ, wertend – es ist wie es ist, es war wie es war, was ich getan hab, hab ich getan – weil ich es zu dem Zeitpunkt nicht anders konnte
        Anerkennen, besser machen – immer so gut, wie ich halt kann
        Nach vorn gucken, draus lernen, die Dinge anpacken – da seh ich keine Sackgasse drin
        Schuld lähmt, bremst, blockiert – und ist zudem sehr subjektiv – ich kann gar nicht überblicken, was für wen letztlich welche Folgen hat
        Was uns negativ erscheint, mag förderlich, not-wendig gewesen sein – wer weiß?

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      • Nitya schreibt:

        Das Negative haben sich vermutlich die Kirchen ausgedacht.

        „Nur der Name Skulds drückt aus, dass sie für die Zukunft steht. Das bedeutet offenbar innerhalb der nordischen Schicksalsvorstellungen das der Vergangenheit Geschuldete. Das ist das Geschehen, das noch zu geschehen hat, weil es auf Grund des Vergangenen nicht anders geschehen kann.“

        Darin ist keinerlei Wertung zu finden.

        „Nach vorn gucken, draus lernen, die Dinge anpacken – da seh ich keine Sackgasse drin“ – Klingt wirklich nach „vom Tellerwäscher zum Millionär“ und es liegt in deiner Verantwortung (Schuld), wenn du es nicht schaffst. Verantwortung ist nur ein anderes Wort für Schuld im heutigen Sprachgebrauch. Und beide Begriffe ignorieren die Frage danach, wer Verantwortung bzw. Schuld überhaupt haben könnte.

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      • ananda75 schreibt:

        Vom Tellerwäscher zum Millionär – das gefällt mir, nicht im Sinne von Geld-Millionen – aber was mich und mein Leben betrifft – Ja – so ungefähr stell ich mir das vor🙂

        Ich mag halt diese Zuweisungen nicht – und so wird das wird das Wort „Schuld“ nun mal meistens benutzt – ich bin schuld, du bist schuld, besonders beliebt auch die Umstände, die dann schuld sind….
        Auf den allgemeinen Sprachgebrauch bezogen ist Schuld für mich passiv, Verantwortung aktiv

        oder auch – Jeder lebt auf eigene Rechnung

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