Ronny: Sei einfach still und schau einfach


HSich selbst als DIES, was Selbst IST, zu kennen, ist ab einem bestimmten Punkt ein endloses Verlieren. Es ist ein Verlieren von Vorstellungen und Ideen – dies Verlieren ist kein Verlust. Es ist das Freilegen von DEM-was-Selbst-ist.

Im Abfallen und Verstoffwechseln von all den (physio-psychologischen) Bildern wird RAUM frei für die Erfüllung des Unfassbaren und doch so Offensichtlichen, was immer IST.

Es ist ein Tanz der totalen Erfüllung, ein Tanz des endlosen Findens und Verlierens, von allem, bis nichts mehr bleibt, bis auf DAS, was Selbst ist.

Ist die Bereitschaft da, für DAS, was du bist zu sterben? …und ganz darin aufzugehen?

Höre einfach auf, auf dem „Marktplatz“ herumzurennen, dich „auszutauschen“, dir selbst Geschichten zu erzählen. Sei einfach, ohne Konzepte zu beherbergen. Suche nicht außerhalb von dir, dem, was unmittelbar gegenwärtig IST.

Sei einfach still und schau einfach.

Diese Vermittlung ist kein Zeitvertreib, um ein wenig im Sein zu entspannen. Sei dir im Klaren, wenn du bereit bist, dem Ruf des EINEN zu folgen, der Preis, der zu zahlen ist, das bist du!

aus: Rameshwara Ronny Hiess, „Aus dem Traum erwachen
Kürzlich hat mich jemand „gemessen“ und festgestellt, dass Menschen wie ich permanent an der Wahrheit vorbeirutschen. Hilfreich wäre für mich, in meinen trostlosen Nächten das neue Buch von Ronny zu studieren, weil es den Verstand nicht aktiviert, sondern beruhigt und in die Stille führt. Na ja, ich bin ja nur froh, dass ich permanent an der Wahrheit vorbeirutsche und nicht glaube, im Besitz derselben zu sein. Was nun meinen Verstand betrifft, werde ich den Teufel tun, ihn zu beruhigen und mich auf den Weg in die Stille zu begeben. So kümmerlich mein bisschen Verstand sein mag, bin ich doch heilfroh, dass er sich bisweilen meldet und sein Liedchen singt. Das Denken gehört zu diesem „erhabenen“ Nitya wie die Fähigkeit meiner Eichhörnchen, von Ast zu Ast zu springen. Nebenbei bemerkt: Aus der Stille würde ich nie ein zu erreichendes Ding machen. Stille ist – mitten im größten Geplappere.

Und damit bin ich schon mitten drin im Text von Ronny:  „Höre einfach auf, auf dem ‚Marktplatz‘ herumzurennen, dich ‚auszutauschen‘, dir selbst Geschichten zu erzählen. Sei einfach, ohne Konzepte zu beherbergen.“ Lieber Ronny, ich glaube ja zu verstehen, wie das gemeint sein könnte, ich würde es nur anders ausdrücken. Oh Gott, jetzt bin ich schon wieder dabei, mich „auszutauschen“. Auf dem Marktplatz renne ich für mein Leben gern herum, was soll ich armes Luder machen, aber das ist auch nur eine Geschichte, genauso wie es ein Konzept ist, ohne Konzepte zu beherbergen einfach nur zu sein. Ob mit oder ohne Konzepte ist dieses „Einfach Sein“ einfach oder nicht.

SLieber Ronny, ich achte und ehre deinen Text als Ausdruck deines Erlebens. Und als diesem Ausdruck deines Erlebens folge ich gerne deinen Schilderungen. Da, wo ich Empfehlungen und Aufforderung an „andere“ gerichtet lese, lese ich sie als Empfehlungen und Aufforderungen an dich selbst, lese ich sie als Teile eines Selbstgesprächs. Das finde ich sehr spannend und lesenswert. Würde ich sie tatsächlich nur als Empfehlungen und Aufforderungen an andere lesen, würde das ganz sicher meinen Verstand aktivieren und mich keineswegs beruhigen und in die Stille führen.

Ein Beispiel: „Diese Vermittlung ist kein Zeitvertreib, um ein wenig im Sein zu entspannen.“ Mein durch dies Formulierung aktivierter Verstand macht daraus: „Ein wenig im Sein zu entspannen, ist pfui. Du machst es dir wirklich zu einfach, mein Lieber! Zuerst in der Glotze Fußball gucken, dabei ein paar Dosen Bier zischen und schließlich noch in der Halbzeit „diese Vermittlung“ konsumieren. So nicht! ‚Sei dir im Klaren, wenn du bereit bist, dem Ruf des EINEN zu folgen, der Preis, der zu zahlen ist, das bist du!‘ Au weia, ich bin so ein oberflächliches Arschloch. Ich will keinen Preis zahlen. Überall muss man einen Preis zahlen! Ich will alles einfach so und völlig ummersonst!“ Also jetzt mal ganz im Ernscht. Lieber Ronny, du fragst: „Ist die Bereitschaft da, für DAS, was du bist zu sterben?“ Na ja, was soll man dazu sagen? Sie ist da oder sie ist nicht da. Bereitschaft ist nicht machbar. Man findet sie, oh Wunder, vor oder findet sie nicht vor. Als ich mit 18 mal kurz in einem Boxclub weilte, fand ich beispielsweise keinerlei Bereitschaft in mir vor, einem Kumpel, mit dem ich mich gerade freundschaftlich unterhalten habe, die Fresse zu polieren. Ich fand nicht einmal die Bereitschaft in mir vor, diese Bereitschaft zu entwickeln. Ich fand die ganze Geschichte einfach nur doof. Was sollte ich machen? Mir ein schlechtes Gewissen? Nee, ich hab’s einfach gelassen. Das ist nix für meiner Mutter Sohn. Punkt. Aus. Du, lieber Ronny, hast diese Bereitschaft für DAS, was du bist, zu sterben, einfach vorgefunden. Das vorzufinden oder nicht vorzufinden, ist niemandes Verdienst und niemandes Schuld. Und wenn jemand nur Fußball und Bier vorfindet, dann ist auch das ganz wunderbar und einfach nur ein Ausdruck dessen, was auch Noumenon genannt wird.R

Sei einfach! Nee, du sollst nicht nur einfach sein!
Du sollst sein, verdammt nochmal, einfach sein!

Triffst du Buddha unterwegs, ………………………..

 

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29 Antworten zu Ronny: Sei einfach still und schau einfach

  1. kekabe schreibt:

    Guten Morgen lieber Nitya,
    so früh schon ein solcher Denkstoff!😉 Auf meinem Boden der morgendlichen Bereitschaft fand ich neben der weißen Flagge beim Begriff „Noumenon“ ….auch das hier:

    Je differenzierter, je feinfühliger und beziehungsreicher wir zu lesen verstehen, desto mehr sehen wir jeden Gedanken und jede Dichtung in ihrer Einmaligkeit, in ihrer Individualität und engen Bedingtheit, und sehen, daß alle Schönheit, aller Reiz gerade auf dieser Individualität und Einmaligkeit beruht und zugleich glauben wir dennoch, immer deutlicher zu sehen, wie alle diese hunderttausend Stimmen der Völker nach demselben Ziele streben, unter anderem Namen dieselben Götter anrufen, dieselben Wünsche träumen, dieselben Leiden leiden.
    Aus dem tausendfältigen Gespinste unzähliger Sprachen und Bücher aus mehreren Jahrtausenden blickt in erleuchteten Augenblicken den Leser eine wunderlich erhabene und überwirkliche Chimäre an:
    das Angesicht des Menschen, aus tausend widersprechenden Zügen
    zur Einheit gezaubert.

    (Hermann Hesse)

    …und dabei fällt mir eben ein, dass der Hermann kürzlich Geburtstag gehabt hätte…

    Nunja, morgendliche Grüße in deinen Tag und DANKE!🙂
    Kerstin

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    • Nitya schreibt:

      Guten Morgen,liebe Kerstin,

      so, jetzt habe ich gerade noch ein Nickerchen gamacht. Mein Tag-Nacht-Rhythmus ist wohl irgendwie etwas durcheinandergeraten. „Solcher Denkstoff“ ich kann’s einfach nicht lassen mit der Denkerei, was ja nicht unbedingt etwas mit der Qualität meiner Denkerei zu tun haben muss. Macht mir einfach zu viel Spaß. Und solange ich noch nicht in völlige Demenz verfallen bin, denk ich halt so munter vor mich hin.

      Danke für den kleinen Hesse-Text. Das hat er mal wieder schön gesagt: „eine wunderlich erhabene und überwirkliche Chimäre: Das Angesicht des Menschen, aus tausend widersprechenden Zügen zur Einheit gezaubert.“

      Einen herzlichen Gruß
      Nitya

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      • alexandra schreibt:

        Ach ja, das Denkerchen. Mal liebe ich es, mal staune ich nur darüber, was da so Kreuz und quer durchs Hirnkastel springt. Was mir so alles einfällt zu Zeiten, wo Ichs gar nicht brauchen kann… Mal so drei Atemzüge ohne dass der Hirnomat gleich anspringt fände ich manchmal ganz prima. Schönen Tag noch, Alexandra

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      • Nitya schreibt:

        Na ja, liebe Alexandra, mal ist es so, mal ist es so. Mal brummt das Hirnkastel, mal stellt es ganz von selbst das Brummen ein. Und manchmal überdreht der Motor im Kastel total, das kann dann richtig unangenehm sein. Uiuiui … na ja, manchmal hört auch das wieder von selbst auf und manchmal hilft auch ein Bier oder so was, um den Motor wieder milde zu stimmen.🙂

        Dir auch einen feinen Tag mit nur leise schnurrendem Motor – so Gott will.

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  2. Georg Alois schreibt:

    „……..Da, wo ich Empfehlungen und Aufforderung an „andere“ gerichtet lese, lese ich sie als Empfehlungen und Aufforderungen an dich selbst, ………)
    So ist es, lieber Nitya!
    Diejenigen, die es „realisiert“ haben, haben nie etwas geschrieben! Außer mal ein paar persönliche Briefe, wie OSHO mal erzählte. Das kann sogar der „kleinste“ Verstand kapieren, wer sollte wem denn eine Empfehlung geben?

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    • Nitya schreibt:

      Heute wurde ich schon gefragt, ob ich eine Empfehlung für ein Vitamin-Präparat parat hätte. Na ja, ich konnte sagen, was ich nehme. Aber empfehlen? Meine Empfehlungen sind oft schon grausam daneben gegangen. Was mir bekommt, muss einem anderen noch lange nicht bekommen. Und manchmal bekam mir etwas nach einiger Zeit selbst nicht mehr. Und doch wollen wir selbst auch gerne etwas empfohlen bekommen.

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    • Ronny schreibt:

      „Diejenigen, die es „realisiert“ haben, haben nie etwas geschrieben! Außer mal ein paar persönliche Briefe, wie OSHO mal erzählte.“

      hat er dir erzählt, der osho, bei einem tässchen tee, oder stands in einem seiner 1000 bücher (die er selbst nicht geschrieben hat) oder hastes gehört auf einem seiner talks, darshans oder wie ers nannte wo tausende seiner freunde saßen die alle atmo, deva-dingens oder ma hießen.

      …und am nächsten tag hat er wieder das gegenteil erzählt, der osho-schlingel.

      „Das kann sogar der „kleinste“ Verstand kapieren…“ naja was der verstand kapiert ist immer ein verstandes konzept. auch ein wahres konzept ist nicht die wahrheit – maximal ein direkter hinweis.

      Es wird einfach von zeit zu zeit geschrieben, darin ist keine wirkliche Intention.

      „wer sollte wem denn eine Empfehlung geben? ums mal pathetisch auszudrücken, bewusstsein spricht mit sich selbst, schreibt-über-sich-selbst und da wo das interesse und die kapazität zu erfassen für das gehörte/gelesene da ist, ist es „keine anleitung oder empfehlung „ sondern ein direktes wieder-erkennen im unmittelbaren: ja so es jetzt hier

      für wenns passt wunderbar.
      wem‘s nix taugt, auch gut,
      ich hab nix zu verkaufen

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  3. fredoo schreibt:

    nun ja … schon der olle buddha hat da ein spezielles problem … eher als soziale aufgabe zu sehen ,als denn als „berichter von der wahrheit“ …
    wer war da denn ummerum um ihn ? … genau … mönche ! … also hatte herr buddha ein sanatorium zu betreuen … keine gruppe solider wahrheitssuche , geerdet im jetzt und doch mit dem blick zu den wolken … nee … eine horde im leben gescheiterter , verlorener , zumeist angstgeplagter gesellen , die hilfesuchend ihre sucherhändchen ausstreckten … und natürlich , dann sein blümchen für einen (hilfe)witz halten mussten …

    nicht viel anders die gefolgsleute des herrn jesu … auch sie hatten haus , hof , und familie verlassen , und zogen nun betteln und sozial marodierend mit ihm durch die lande …

    ebenso schauen für mich die satgesangsbesucher dem „da vorne“ hilfesuchend ins gesicht …

    alles menschen in eiliger not … die nach anweisungen , die verbesserung versprechen lechzen … und denen die suche nach wahrheit recht „am arsch vorbei geht“ wenn sie denn nur auf glück und verbesserung ihrer ( höchst persönlichen ) befindlichkeit hoffen können … glücksjunkees …

    mit denen umzugehen , bedeutet für den sanatoriumsleiter womöglich tatsächlich den gebrauch von imperativen … ohne ein „du sollst“ „du musst“ riskiert er womöglich den totalen nervousbreakdown bei seinen besuchern … und wer will das schon ? … da sitzt du entspannt auf deinem kissen , laberst etwas vom „endlosen fall“ und plötzlich geraten da diverse besucher in einen hysterischen frust-flash erster güte … was werden da die nachbarn sagen ?
    dann doch lieber ein paar regulierende kommandopfiffe , damit die schafherde nicht in völliger panik in alle winde zerstiebt … und wer weiß , vielleicht ist ja dann doch so ein schaf dabei , das zwar nicht wegen der pffife , sondern eher trotz der pfiffe , in den MOMENT gleiten wird …

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    • Nitya schreibt:

      „menschen in eiliger not … die nach anweisungen , die verbesserung versprechen lechzen … und denen die suche nach wahrheit recht „am arsch vorbei geht“ wenn sie denn nur auf glück und verbesserung ihrer ( höchst persönlichen ) befindlichkeit hoffen können … glücksjunkees …“

      Ja, werter Herr Fredo, es ist kein leichter Job, „da vorne“ zu sitzen. Bei mir war dieses Bedürfnis Gott sei Dank nur sehr schwach ausgeprägt. Und wenn ich einmal in diese Falle (so hab ich es immer empfunden) freiwillig oder unfreiwillig hineingeriet, guckte ich, wie ich da schnellstmöglich wieder rauskam. Heilserwartungen erfüllen zu sollen, kann sich einem echt aufs Gemüt schlagen.

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      • fredoo schreibt:

        ich weiß jetzt nicht , ob ich die kommende kleine geschichte hier schon mal gepostet habe … egal … manche geschichten lohnen ein zweites mal 🙂

        bei einem treffen mit ramesh wurde er gefragt , ob er denn in die USA kommen könne .
        da ramesh auch schon in den 80ern war , und seine frau sharda gerade sehr krank war , konnte er den wunsch wohl nicht erfüllen … da er aber ein sehr empatischer typ war , wollte er die fragenden wohl nicht enttäuschen und sagte : „ich kann nicht mehr kommen , aber ihr könnt doch whayne fragen , der weiß alles was ich weiß “ …
        whayne saß dabei neben ihm … ich habe kaum jemals ein entsetzteres gesicht gesehen , als er sein „outing“ so unvorbereitet mit anhören musste … geradezu panik schaute da aus den augen dieses massigen mannes … und es dauerte wohl auch einige zeit bis er sich dann doch bereit fand “ sich auch davorne hinzusetzen“ …
        „du kannst nie mehr in frieden auf deiner terrasse sitzen und gemütlich frühstücken ohne dass dir die armen gequälten sucher auf den pelz rücken “ murrte er noch längere zeit nach seinem outing … und genau so ist es mitlerweile auch gekommen …

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  4. Brigitte schreibt:

    „Kürzlich hat mich jemand „gemessen“ und festgestellt, dass Menschen wie ich permanent an der Wahrheit vorbeirutschen. Hilfreich wäre für mich, in meinen trostlosen Nächten das neue Buch von Ronny zu studieren, weil es den Verstand nicht aktiviert, sondern beruhigt und in die Stille führt.“

    Es verblüfft mich immer wieder, wie jemand sich befähigt sieht, solche Aussagen über einen anderen zu machen, den er augenscheinlich zu kennen glaubt. Ich finde es vermessen und befremdlich, solche Mutmaßungen zu treffen, denn niemand steckt in eines anderen Haut. Alles, was er an anderen zu erkennen meint und für wahr hält, betrifft ihn selbst. Mit anderen Worten, der Schreiberling geht von sich aus und nimmt an: „Ich rutsche permanent an der Wahrheit vorbei. Es ist hilfreich für mich in meinen trostlosen Nächten, das neue Buch von Ronny zu studieren, weil […].“ Daraus wird ein Schuh, wenn überhaupt. Mal abgesehen davon, gibt es „DIE Wahrheit“ nicht und niemand hat EINE Wahrheit für sich gepachtet. Der Versuch, den sog. Verstand zu deaktivieren und zu beruhigen, ist eine Verstandesaktivität. Bücher (auch das von Ronny), die auf deine ursprüngliche Essenz verweisen, sind geradewegs keine „Beruhigungspille“, sondern dienen als Mittel zur Selbsterforschung und Selbstreflexion. Sie haben keinen Nutzen darüber hinaus, außer der puren Freude am Eigentlichen. Nichts, was du tust oder lässt, führt in die Stille. Und nichts kann sie stören. Die Stille ist allumfassend. Sie hört jeden Laut und absorbiert ihn zugleich.

    Lieber Nitya, bitte stelle deine Verstandesaktiviäten nicht ein🙂. Jeden Morgen freue mich darauf, sie zu lesen. Egal, was diese Zeilen in mir auszulösen vermögen, sie (be)treffen immer mich. Go for it!

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    • Brigitte schreibt:

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Brigitte,

      Peter Orban hat das mal in Bezug auf Ärzte, Psychotherapeuten und andere professionelle und nicht professionelle Helfer gesagt: Mit all ihren Diagnosen beschreiben sie immer nur den Teil von sich, den sie bei sich selbst nicht wahrhaben wollen. Na ja, wenn ich nun einen vereiterten Zahn habe, muss deswegen der Zahnarzt nicht auch gleich einen vereiterten Zahn haben, insofern muss man da schon etwas genauer hinschauen. Aber da ist ohne Zweifel was dran.

      Soso, ich soll also meine Verstandesaktivitäten nicht einstellen. Kann ich gar nicht und hab auch nicht den leisesten Ehrgeiz in dieser Richtung. Das freut mich natürlich, dass du dich jeden Morgen über mein Geschreibsel freust, nur … wie schrieb Ronny: „Diese Vermittlung ist kein Zeitvertreib, um ein wenig im Sein zu entspannen.“ Haste gehört?

      Also ich hab nix dagegen, wenn du dir u.a. mit meinem Senf die Zeit vertreibst. Eigentlich tun wir doch den lieben langen Tag nix anderes.

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    • Ronny schreibt:

      „keine „Beruhigungspille“, sondern dienen als Mittel zur Selbsterforschung und Selbstreflexion. Sie haben keinen Nutzen darüber hinaus, außer der puren Freude am Eigentlichen. “ Dies moralische Angebot an den werten Herrn Nitya war mir auch befremdlich, als ich das las wurde mir auch eher schwummerig

      es hat als folge dessen „im besten fall“ einen Nutzen „darüber hinaus“, das über bord zu werfen was sich DEM entgegenstellt und so, durch alles in-DEM-zu-wurzeln und es zu sein.

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  5. Nitya schreibt:

    Gerade gelesen bei „Fischer im Recht“ auf ZEIT-online:

    „Im Laufe meines einigermaßen facettenreichen Lebens bin ich vielen Fanatikern begegnet: Pol-Pot- oder Mao-Anbetern, Bhagwan-Jüngern, Getreidebrei-Fressern, religiösen Eiferern jeder Art, „Bewegungs“-Fetischisten allerlei Couleur. Auch unter Feministinnen gibt es eine Menge Eiferer. Sie bestimmen die Tonlage, obgleich sie nicht die Mehrheit sind. Sie sind wie alle Fanatiker: Nichts gilt ihnen außer der eigenen Wahrheit, die sie mit verstellten Mikroskopen noch aus den Fußnoten der harmlosesten Werke filtern; jeder Kritiker ist ein Feind, jedes Gegenargument eine neue Kriegserklärung; eigene Fehler sind schlimmstenfalls unwichtige Verirrungen auf dem Weg zum Paradies.

    Ich glaube nicht daran. Dies ist übrigens, mit Verlaub, das Motto und der Antrieb dieser Kolumne (nur für den Fall, dass Sie es noch nicht bemerkt haben). Ich glaube nicht an Heilslehren und Einseitigkeiten, nicht an das Niederbrüllen von Ungläubigen und an den einen, alles entscheidenden Menschheitsfehler. Ich glaube nicht, dass alles in Wirklichkeit ganz einfach wäre, wenn man nur die Richtigen kaltstellt oder wegschafft oder fertigmacht, kastriert oder abknallt. Ich glaube auch nicht, dass ich oder irgendjemand sonst sich von einem aufgehetzten, vielfach uninformierten Mob das Maul verbieten lassen sollte.“

    Hach, ich liebe Leute, die ihr Hirnkastel nicht nur für Dekorationszwecke benützen.

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  6. Ronny schreibt:

    „Ob mit oder ohne Konzepte ist dieses „Einfach Sein“ einfach oder nicht.“ 🙂

    „Aufforderungen an dich selbst, lese ich sie als Teile eines Selbstgesprächs.“ So und nicht anders, obś ein Dialog ist oder Text der Etwas und Nichtetwas berührt und umkreist, ist es doch immer Selbst-Gespräch. Und sicher kein moralisches Angebot, oder ein Muß

    „lieber Ronny, hast diese Bereitschaft für DAS, was du bist, zu sterben, einfach vorgefunden.“ JA es wurde einfach so vorgefunden. Und in mir war da ein „ja das ist es“, also, go for It. Im dafür gehen, findet sich auch einiges was sich dem entgegenstellt. Bleiben wir einfach bei dem Begriff des „Boxens“. Der Kerl hier ist einfach in den Ring gegangen auch wenn es – wie alles – eine große Dummheit ist, es war ihm die Größte Freude.

    Was auch immer „vorzufinden oder nicht vorzufinden, ist niemandes Verdienst und niemandes Schuld. Und wenn jemand nur Fußball und Bier vorfindet, dann ist auch das ganz wunderbar und einfach nur ein Ausdruck dessen, was auch Noumenon genannt wird.“

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  7. Nitya schreibt:

    020

    Verstehe, dass das, was Du in anderen siehst, genau das ist, was Du selbst mitschleppst. Deine Urteile über andere sind in Wirklichkeit Spiegelungen dessen, was Du in Dir unterdrückst oder ablehnst.

    Zwei ZEN – Mönche überquerten einen Fluss. Sie trafen eine sehr junge und schöne Frau, die ebenfalls den Fluss überqueren wollte, sich jedoch fürchtete. So hob der eine Mönch sie auf seine Schultern und trug sie zum anderen Ufer.

    Da packte den anderen Mönch die Wut. Er sagte kein Wort, aber innerlich kochte er. Das war verboten! Ein buddhistischer Mönch durfte doch keine Frau berühren, und sein Gefährte hat diese Frau nicht nur berührt, er hatte sie sogar auf seinen Schultern getragen.

    Nach Meilen, als sie das Kloster erreichten und durch das Tor traten, wandte sich der erboste Mönch dem anderen zu und sprach: „Hör zu, ich werde mit dem Meister darüber sprechen müssen, ich werde es ihm melden müssen. Es ist verboten!“

    Der erste Mönch entgegnete: „Worüber redest Du? Was ist verboten?“

    „Hast Du vergessen?“ fragte der andere. „Du hast die junge, schöne Frau auf Deinen Schultern getragen!“

    Da lachte der erste Mönch und sprach: „Ja das habe ich. Aber ich habe sie am Fluss abgesetzt, viele Meilen weit zurück. Trägst du sie etwa immer noch?“

    Dein Inneres – unterdrückt, zurückgewiesen, in den Keller geworfen – spiegelt sich ebenfalls in Deinem Tun. Sogar wenn Du manchmal etwas meidest, zeigt sich gerade in deinem Meiden, dass Du verstehst.

    aus: Osho, „The Discipline of Transcendence, Band 4, Seite 220“

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  8. Alexandra schreibt:

    Lieber Nitya,
    die Geschichte ist klasse von den Mönchen.
    „Sei einfach still und schau einfach.“ Tja, manchmal bricht sich der Impuls Bahn nur zu schauen…. Dann geschieht es. Absolut unspektaktakulär, leicht, niemand da. Aber Rucki-Zucki gibts wieder Kaffeeklatsch im Oberstübchen. Vielleicht merke ich das immer schneller und urteilen muss ich auch nicht mehr darüber, eher lachen. (Da schau ich mir halt kurz meine Gedanken an, die sich in dem Moment, wo sie gesehen werden bereits verändern, verflüchtigen oder sonstwas.) Aber diese Aufforderung „Sei einfach still und schau einfach.“ ist nett, aber von wegen einfach! Allein durch das viele Lesen etc. kommen einfach andere Impulse als früher ins Hirn. Manchmal. So dann auch „Sei einfach still und schau einfach.“ Und dann für einen Bruchteil einer Sekunde: Ahh.!! Bis wieder der Kaffeklatsch losgeht. Das passiert ganz von selber. bis vielleicht wieder mal ein „Sei einfach still und schau einfach.“ als Impuls ins Gedächtnis schießt. Herzliche Grüße Alexandra

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Alexandra,

      kein Mensch kann „auf Befehl“ still sein. Er kann vielleicht sein Maul halten, aber innerlich geht das Gequatsche weiter. Aber wenn das innere Gequatsche quatschen will – lass es doch quatschen! Wer bist du, dass du deinem Gequatsche Einhalt gebieten willst! Jetzt bist du mitten drin in dieser SOLL-IST-Spannung. Das ist das Gegenteil von still. Wenn du aber dein Gequatsche quatschen lässt und dabei milde lächeln kannst und alles okay ist, dann bist du in Frieden. Dann ist hinter der Quatscherei Stille. Nicht gemachte Stille, die gar keine ist, sondern die Stille, die rund um die Uhr da ist und stets für dich seine Arme ausbreitet.

      Herzlichst
      Nitya

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      • Alexandra schreibt:

        ich habs ja auch schon aufgegeben mit dem Einhalt gebieten wollen. Und amüsiere mich mehr und mehr über die Beiträge des Denkomaten….

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  9. Elwood schreibt:

    Das Buch des Lebens ist niemals zu ende gelesen, so lese ich jeden Tag neu im diesem Buch und entdecke immer neue Spiegelungen, auch wenn es immer wieder die gleiche Geschichte ist.

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  10. ananda75 schreibt:

    „einfach“ ist mein Lieblings-Wort🙂

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  11. Nitya schreibt:

    Marianne kommt aus noch ungeklärten Gründen gerade nicht mehr in den Blog, daher setze ich für sie ihren Text hier rein:
    _________________________________________________

    Buchbesprechungen sagen oft mehr über den Rezensenten aus als über das geschriebene Werk. Trotzdem können sie recht unterhaltsam sein, wie uns der bekannte Literaturkritiker Helmut Karasek in einer der letzten Rezensionen vor dem Verlassen seines Körpers überzeugend vorführt:

    Ich genieße auch fast jeden Morgen mit meinem Morgentee deine eigenwilligen Interpretationen spiritueller Weltliteratur, lieber Nitya. Empfehlen tue ich sie auch manchmal …

    Ob der geneigte Leser dann beim Lesen eher in die Stille eintaucht, still vor sich hin schmunzelt, auf die Palme geht oder vielleicht sogar eine nachhaltige Einsicht erlebt – alles ist (in seinem/ihrem Erleben) möglich!

    Mit❤ lichem Gruß

    Marianne

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Marianne, ich bin ganz gerührt.❤

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      • Marianne schreibt:

        Danke!
        Heute scheint’s wieder zu funktionieren….
        Die moderne Glasfasertechnik war wohl schuld, wenn wir unbedingt einen Schuldigen brauchen.😉❤ lich
        Marianne

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      • Nitya schreibt:

        Liebe Marianne,

        jetzt könnte ich schreiben: Gott sei Dank! Mein Ruf als Zensor und Rausschmeißer wurde nicht weiter gefestigt. Ich bin unschuldig? Leider juristisch nur mangels Beweisen freigesproche, denn die Glasfasern als Ersatz-Schuldige sind ja nur eine Vermutung, aber immerhin Freispruch zweiter Klasse. Alles dreht sich immer um Schuld und Unschuld, um Zurechnungsfähigkeit und Unzurechnungsfähigkeit, um Absicht oder Absichtslosigeit, … „Wenn wir unbedingt einen Schuldigen brauchen“, schreibst du. Das sitzt so tief drin im menschlichen Bewusstsein, dass es fast alle Menschen zu brauchen scheinen. Das, was Menschen wie Ramana, Nisargadatta usw., Buddha nicht zu vergessen, sagen, dass es keinen Handelnden gibt – nun ja, sagen die, die es überhaupt für möglich halten: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glauben.“ Es scheint fast unausrottbar zu sein.

        Aber mal von diesen düsteren Betrachtungen abgesehen: Schön dass du hier wieder schreiben kannst!

        Herzlichst
        Nitya

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      • Marianne schreibt:

        denn die Glasfasern als Ersatz-Schuldige sind ja nur eine Vermutung

        Das ist schon mehr als eine Vermutung, nachdem hier seit Einführung des hypermodernen Glasfaserbreitband-Kabels alle möglichen Störungen auftauchen. Ruft man den Betreiber an, wird man/frau immer angeleitet, das ganze System vorübergehend vom Netz zu nehmen und dann nach einiger Zeit wieder anzuschalten, was selten etwas bringt …😦
        Meist erfahre ich dann beim Herumfragen in der Nachbarschaft, dass viele zur gleichen Zeit ein ähnliches Problem hatten. Der Betreiber (= Verursacher) versucht also von seiner eigenen Urheberschaft abzulenken und schiebt die Lösung dem (eindeutig unschuldigen) Nutzer zu …
        ******
        Ich empfinde das Konzept des „Nicht-Handelnden“ für absolut ungeeignet und wenig weiterführend, um derartige Alltagsprobleme sinnvoll zu behandeln …

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      • Nitya schreibt:

        „Ich empfinde das Konzept des „Nicht-Handelnden“ für absolut ungeeignet und wenig weiterführend, um derartige Alltagsprobleme sinnvoll zu behandeln …“

        Liebe Marianne, das ganze System vorübergehend vom Netz nehmen und dann nach einiger Zeit wieder anschalten, scheint ja auch nicht das Gelbe vom Ei zu sein. Aber das ist gut, dass du das ansprichst. Wirft es doch eine ganz wesentliche Frage auf: Können wir tatsächlich von einer nur gedanklich existerenden Pfantasiefigur ganz nach Belieben zu einer „ganz realen Figur“ wechseln oder nicht? Es sieht so aus, als könnten wir. Aber können „wir“ wirklich? Es sieht so aus, als könnten wir tatsächlich (manchmal) etwas bewirken. Aber können „wir „wirklich? Erinnert mich ein bisschen an Sonntagschristen, die am Sonntag fromm zur Kirche gehen und werktags ihre Frömmigkeit im Gesangbuch stecken lassen. Also ich finde das eine wirklich hochinteressante Frage, also find ich so …

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      • Marianne schreibt:

        Können wir tatsächlich von einer nur gedanklich existerenden Pfantasiefigur ganz nach Belieben zu einer „ganz realen Figur“ wechseln oder nicht?

        Lieber Nitya,
        ich nehme an, du meinst mit der „nur gedanklich exisierenden Fantasiefigur“ die Identifikation mit einem Selbst-Bild, bzw. die „Persona“ …
        Was wäre dann ein Wechsel zu einer „ganz realen Figur“? Wieder nur eine Identifikation?
        In meinen Gedankenspielen kann das „ganz andere“ nur ein „Ich“ jenseits aller Identitäten und Identifikationen sein …

        Es sieht so aus, als könnten wir. Aber können „wir“ wirklich? Es sieht so aus, als könnten wir tatsächlich (manchmal) etwas bewirken. Aber können „wir „wirklich?

        Das Verursacher-Prinzip (Karma) wirkt in meiner Wahrnehmung so lange, wie es Identifikationen und Identitäten (meist unbewusster Natur) gibt …
        Falls es die vollständige Überwindung der „drei Karmas“ in einer menschlichen Bewusstseinsentwicklung wirklich gibt (was ja nicht nur Ramana, sondern auch andere Traditionen behaupten …), dann wäre danach ein karmisches Verursacher-Prinzip wohl nicht mehr auszumachen …
        Bewirkt dann noch Jemand Etwas? Ja und nein, würde ich sagen … Darauf gibt es nur eine paradoxe Antwort!
        Mit❤ lichem Gruß
        Marianne

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