Jed McKenna: Teil einer umfassenderen Rechtmäßigkeit


ADie besten Lektionen lernt man aus den kleinen Alltagsgeschichten, in denen etwas reibungslos und mühelos gelingt, bei denen man weniger tut und mehr erreicht und die von Leichtigkeit handeln, von Zufriedenheit und unerschütterlichem, niemals fehlgeleiteten Vertrauen. Wenn etwas falsch zu laufen scheint, ist es grundsätzlich Teil einer umfassenderen Rechtmäßigkeit. Ich esse, wenn ich hungrig bin, ich schlafe, wenn ich müde bin, ich laufe, wenn mir nach Laufen zumute ist, ich klinke mich aus, arbeite, mache ein Nickerchen oder lese, wenn mir danach ist. Ich bin weder faul noch fleißig. Ich tue nie etwas, wonach mir nicht zumute ist,  und nichts bleibt jemals ungetan. Wenn ich es für besser halte, eine Sache zu tun, dann tue ich sie. Würde ich, sagen wir mal, den authentischen Wunsch entwickeln, den Mount Everest zu besteigen, dann würde alles dafür Notwendige rechtzeitig und mühelos auftauchen. Würde ich den nichtauthentischen Wunsch entwickeln, den Everest zu besteigen, dann würde ich ihn schnell als solchen erkennen und wieder fallen lassen.

Wenn es hier nur um mich ginge, wenn ich etwas Besonderes wäre, so wäre das nicht der Rede wert, aber es geht nicht um mich, es geht um jedermann. Es geht darum, wer und was wir hier im Traumzustand sind. Es geht darum, wie die Dinge wirklich funktionieren können, wenn wir die Augen öffnen, hinschauen  und teilhaben.

aus: Jed McKenna, „Spirituelle Dissonanz“
HHmm, werft mal wieder eure subversiven Denkmaschinen an, falls denen gerade danach ist, angeworfen zu werden. Also da ist zum einen das, was uns u.a. ohne jedes Gewese jede Katze vorlebt: „Ich esse, wenn ich hungrig bin, ich schlafe, wenn ich müde bin, ich laufe, wenn mir nach Laufen zumute ist, ich klinke mich aus, arbeite (Mäuse fangen), mache ein Nickerchen oder lese, wenn mir danach ist. Ich bin weder faul noch fleißig. Ich tue nie etwas, wonach mir nicht zumute ist,  und nichts bleibt jemals ungetan.“ Na gut, mit dem Lesen haben sie’s nicht so, aber sonst …

Bei „easy is right“ flutscht alles wie von selbst. Manchmal oder ständig scheint jedoch überhaupt nichts zu flutschen. Es hakt an jeder Ecke. Dazu sagt der Jed: „Wenn etwas falsch zu laufen scheint, ist es grundsätzlich Teil einer umfassenderen Rechtmäßigkeit.“ Vielleicht verstehe ich ihn falsch, ich übersetz das mal so: „Auch wenn etwas falsch zu laufen scheint, läuft es richtig. Du bist bloß geistig zu beschränkt, um das erkennen zu können.“ Man könnte das auch noch weiter verkürzen zu einem „Falsch gibt’s nicht.“ Also ich muss gestehen, ich habe Probleme mit solchen Aussagen.
RBeispiel: Ich möchte noch einen kleinen Abendspaziergang machen. Kaum aus dem Haus latsche ich voll in eine Pfütze hinein. „Na, das fängt ja gut an“, denke ich. Kaum hab ich das gedacht, fängt es auch schon zu nieseln an. „Hmm, denke ich“, „hier scheint etwas falsch zu laufen.“ Ich habe den Gedanken noch nicht fertig gedacht, als eine maskierte Gestalt auf mich zutritt und mit vorgehaltener Pistole „Geld oder Leben!“ zischelt. „Das ist jetzt also grundsätzlich Teil einer umfassenderen Rechtmässigkeit“, denke ich, bevor ich gar nichts mehr denke, weil mich eine Kugel mitten ins Herz getroffen hat. Im Leichenschauhaus kann ich mir dann den Kopf darüber zerbrechen, inwiefern hier eine umfassendere Rechtmäßigkeit gewaltet hat. War das jetzt ein nichtauthentischer Wunsch, der mich veranlasst hat, noch spazieren zu gehen? Hätte ich spätestens mit meinem Hineinlatschen in die Pfütze, meinen Wunsch als nichtauthentisch erkennen und wieder fallen lassen sollen? Erinnert mich irgendwie an die schwarze Katze von links. Na ja, oder gestern die Geschichte mit Windows 10. Machen sich doch diese Schweinepriester über meinen armen Rechner her (dachte ich), bauen alles um, dass nichts mehr zu finden ist, löschen, blockieren, … was will mir das jetzt sagen? Na ja, dass ich’n bisschen doof bin. Aber das weiß ich ja schon. Heißt das, ich soll jetzt meine sinnlosen Aktivitäten im Netz einstellen? „Wenn etwas falsch zu laufen scheint, ist es grundsätzlich Teil einer umfassenderen Rechtmäßigkeit.“ Soll ich jetzt etwa zum Gläubigen werden? Oder darüber herumgrübeln, welche Rechtmäßigkeit der Jed da meint? Hab ich irgendwie so gar keine Lust dazu. Mal so ganz praktisch: Ich habe keine Ahnung, was da vor sich geht und versuch einfach, das Beste daraus zu machen.

Jed sagt: „Es geht darum, wer und was wir hier im Traumzustand sind. Es geht darum, wie die Dinge wirklich funktionieren können, wenn wir die Augen öffnen, hinschauen  und teilhaben.“ Geht es darum? Und folgt Jeds „Wenn“ nicht sofort ein „Ja wie denn?“ Wer sollte denn die Augen öffnen, hinschauen und teilhaben und zwar überhaupt oder doch zumindest mehr als bisher? Mehr, anders, … ? Wie wär’s denn mit – ja auch Gemütlichkeit – aber eigentlich meine ich Genügsamkeit? Mit dem, was jemand mal so treffend mit den Worten auf den Punkt gebracht hat: „Dieser Augenblick ist sich selbst genug!“
G

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5 Antworten zu Jed McKenna: Teil einer umfassenderen Rechtmäßigkeit

  1. fredoo schreibt:

    ich kann hier nur meinen inneren Kommentar schildern , der bei mir auftaucht , wenn es mal so richtig schief läuft …
    irgendwie nehme ich mich dann aus dem Geschehen raus , und kommentiere es mit „die Götter werden sich schon was dabei gedacht haben“ …

    „die Götter“ steht dabei für diese „umfassende Rechtmäßigkeit“ …
    die ich für gegen halte , auch wenn ich sie in keiner Weise für durchschaubar halte …
    es ist auch völlig egal , ob ich mich da nur mit einem satten Selbstbetrug sediere ,
    denn wer wäre da (tatsächlich) der sich betrügen könnte ?

    dieser Kommentar richtet meine Kanu im Fluss des Colorado bei der Reise durch den Grand Canyon einfach besser zur Strömung aus . Ob diese nun dahin plätschert oder heftigst über Felsen stürmt …

    dieser ängstliche innere Feigling „oh Gott mir könnte es an der Kragen gehen“ wird immer mehr durch den neugierigen „mal sehen , was sich die Götter da wieder für mich ausgedacht haben“ ersetzt . Fein das …
    Ich bin mal neugierig (😉 ) gespannt , wie das funktioniert , wenn es mir wirklich „an den Kragen geht“ .

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  2. Eno Silla schreibt:

    Ganz ohne Worte und Geschichten –
    Koshi – umfassende Rechtmäßigkeit:

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