Ramesh Balsekar: Es existiert nichts anderes außer ICH


RBesteht die ganze Schwierigkeit seit undenklichen Zeiten nicht darin, dass das „Ich“, eine Illusion, immer nach dem Absoluten (das ICH-BIN ist) gesucht hat? ICH bin alles, was da IST oder sein kann. Wie kann irgendein „Ich“ oder „Du“ oder „Er“ oder „Sie“ existieren, auf der Suche nach irgendetwas? Es existiert nichts anderes außer ICH – der Sucher IST das Gesuchte.

Aha. Ist das die „Schwierigkeit“, die Maharaj meinte, als er seine Zuhörer ermahnte, „nicht an einer Stelle zu kratzen und dadurch ein Jucken zu erzeugen, das vorher nicht existierte“?

Richtig. Und das ist auch der Grund, weshalb Maharajs Mahavakya [großer Lehrsatz] lautete: SEI EINFACH NUR.

Und das ist es auch, was mit dem Erleben der Lehre gemeint ist?

Richtig. Zusammengefasst: Alle Fragen eingeschlossen, „Ist XYZ unwissend oder erleuchtet?“ und „Ist das Leben von XYZ vorherbestimmt oder besitzt er einen freien Willen?“ basieren auf der falschen Voraussetzung – dass XYZ eine autonome Wesenheit mit eigenem Willen sei. Die Voraussetzung ist falsch und damit alle Fragen, die darauf beruhen. Wenn dies klar intuitiv erfasst wird, führt das Erfassen selbst zum EINFACH NUR SEIN.

aus: Rames S. Balsekar, „Die Lehre erleben“

„Es existiert nichts anderes außer ICH“, sagt Ramesh und bringt damit alles auf den einen Punkt, neben dem alles andere zur völligen Bedeutungslosigkeit verblasst. Dieser Punkt kann nicht vom Verstand begriffen werden, er kann nur intuitiv erfasst werden. Geschieht dieses intuitive Erfassen, dann hat dies mit absoluter Sicherheit zur Folge, dass damit ein EINFACH NUR SEIN einhergeht.
GIch habe mir gestern ein Video angeguckt, in dem die Hirnforscherin Jill Bolte Taylor erzählt, wie es war, als sie aufwachte und feststellen musste, dass sie im Schlaf einen Schlaganfall erlitten hatte. Was sie danach erlebte, schildert sie in ihrem Video:


Es sieht so aus, als ob unsere rechte Hirnhälfte dafür zuständig sei, dass wir diesen unmittelbaren Kontakt zu dem bekämen, was u.a. Ramesh das ICH BIN nennt. Es sieht so aus, denn wie kann das Gehirn mit seinen Hälften etwas anderes sein als ICH, wenn ICH alles bin, was da IST oder sein kann? Dies muss ich mich dann allerdings auch bei diesen Anmerkungen von Ramesh fragen: „Alle Fragen eingeschlossen, ‚Ist XYZ unwissend oder erleuchtet?‘ und ‚Ist das Leben von XYZ vorherbestimmt oder besitzt er einen freien Willen?‘ basieren auf der falschen Voraussetzung – dass XYZ eine autonome Wesenheit mit eigenem Willen sei. Die Voraussetzung ist falsch und damit alle Fragen, die darauf beruhen.“ Auch alle falschen Voraussetzungen und die daraus resultierenden Fragen sind nichts anderes als ICH, da nichts anderes existiert außer ICH.“ Insofern ist auch die Aufforderung von Nisargadatta, einfach nur zu sein, irgendwie hirnrissig, da ich gar nicht anders kann, als einfach zu sein – zu sein als das, was ich bin: Eine Illusion oder keine Illusion – darüber soll sich streiten, wer Lust hat. Macht es irgendeinen Unterschied im
sog. realen Leben?

D

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8 Antworten zu Ramesh Balsekar: Es existiert nichts anderes außer ICH

  1. fredo0 schreibt:

    Das Problem entsteht aber nur durch die sprachliche Nutzung des Imperativs … Tu dies , lass das … ( sit äh shit on advices )

    Eine womöglich weniger „imperative“ Formulierung wäre da :
    “ es kann bemerkt werden , dieses (einfach) SEIN „.
    keine Ahnung wie , keine Ahnung wann , und auch ohne jegliche Notwendigkeit , aber es ist bereits in „ahnendem Wissen“ vorhanden , seit Anbeginn der Zeit … dieses Bemerken des „einfach SEIN“ …

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    • Ronny schreibt:

      geil oder;-) „Das Problem entsteht aber nur durch die sprachliche Nutzung des Imperativs … Tu dies , lass das …“ als ich mit Nisargadatta in Berührung kam, geschah genau das Problem. Auf mich kam eine Aufforderung zu, dies zu tun, was bereits IST.

      DAS war der Killer schlechthin;-)
      Well es die IDEE tötet, von dem der etwas tun oder lassen konnte, den Tod von dem der glaubt jemand zu sein, oder glaubte niemand zu sein.

      Von daher, ist dies „SEIN was du bist, sei einfach, Verweil im Ich Bin,… “ die totale Gnade wenn dem Vertraut wird.
      Und Gnadenlos das er mit dem dualistischen Mittel der Sprach unverblümt auf DIES hingewissen hat was dies EINE Nonduale Sein ist. Und auf ein Tun verwies, was weder tun noch lassen sein kann.

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    • Ronny schreibt:

      „…ohne jegliche Notwendigkeit , aber es ist bereits in „ahnendem Wissen“ vorhanden , seit Anbeginn der Zeit …“ JA, wie schön

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  2. Alexandra schreibt:

    Faszinierend der Film von Dr. Taylor… vielen Dank für den Hinweis!

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  3. Ronny schreibt:

    „einfach nur zu sein, irgendwie hirnrissig, da ich gar nicht anders kann, als einfach zu sein“
    hehehe, ja so ist es

    Nisargadatta hat sich selbst mal als Verrückten bezeichnet, der Tag für Tag das Erkennen von Gestern über Bord wirft, und sich einfach diesem Ich-Bin-Sein von neuem widmet. Und so verrückt find ich das garnicht😉 Was könnte schöner sein als sich Dem Einen vorbehaltlos auszuliefern – ohne etwas von haben zu wollen – einfach nur ungeteilt zu sein was man ist

    Tatsächlich ist nichts anderes als einfach Sein, wenn Erleben stattfindet – und wenn kein Erleben stattfindet, bleibt einfach nur Sein – und das ist DAS was ich bin…

    Naja dies Büchlein vom Ramesh trägt den Titel „Die Lehre Erleben“, doch wo wird das wirklich erlebt. Ich bin ein, zweimal die Woche bin ich in der Statd zum Einkaufen, danach geh ich meist noch irgendwo was Essen. Da ich lange in der City gelebt habe, treff ich immer mal wieder jemand den ich kenn und sich zu mir setzt,… kaum jemand der das wahr haben will das nur Sein IST. Selbst jene die zu Ramesh oder sonst wohin gepilgert sind – meist ist doch „meine Geschichte“ wertvoller wie dies Ich-Bin-Sein.
    Bei so einem in der Stadt in einem Cafe sitzen, setzte sich mal jemand dazu, der dann im Gespräch erzählte, das er mal bei Ramesh war. Er kritisierte das er dort sehr bald die Antwort bekam – ist das nicht verrückt. Der Gute, wollte wohl ein wenig mit dem Meister basteln, statt mit der Nase auf Das gestoßen zu werden was immer IST – und dann noch zu erkennen das ICH selbst dieses bin, was immer IST, Nein.

    Ich mach mal einen Witz: „Wenn DAS eh immer ist, dann nehm ich das nicht, dann will ich was anderes. Dann gug ich mal bei einem Zen-Meister rein, vielleicht bastelt der ein wenig mit mir. Und wenn der mir nix zum basteln gibt, dann such ich mir nen Kosmischen Meister, der läßt mich wenigstens auf seine Stufe aufseigen“ Die Menschen Suchen nach Bewusstsein und wenn es da ist schrecken sie davor zurück.

    Und „einfach nur sein“ wird nicht gesehen, eher übersehen, da der Glaube unangetastet bleibt, für Realität gehalten, Ich Bin Individualität, ich bin eine geschlossene Einheit, Ich bin ein Individuum, es dieser für normal gehaltene Glaube “Ich bin und da ist die Welt“ …somit ist, diese hirnrissige Verrücktheit von Nisargadatta, hirnrissige im Besten Sinn. Denn es wird einfach, im einfach Sein vom „tun und lassen“ gelassen und du bist in Berührung mit deinem SEIN-wie-es-ist und dies SEIN-wie-es-ist ist ja nicht fest – da geht jede Vorstellung von was auch immer verloren weil jeder Glaube oder Erfahrung in sich substanzlos ist.

    Dazu fällt mir dies Video ein, ein paar Urlaubsfotos, von Einem der mit seiner Frau in Kerala urlaubte und für sich Selbst dies Ich-Bin-Sein Be-suchte….

    diese Beschreibung von dem Inder, ist nach meinem Eindruck umfassend

    Jo und gerad heute wieder einen Einkauf in der Stadt getätigt und zum Mittag mit einem lieben Freund gespeist. Er erzählte das er am Wochenende auf einem SatsangWeekend war. Die Satsang-Frau hat ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, und erzählt das sie in eine TodesErfahrung absorbiert wurde, darauf eine Art Erwachen zu Gott passiert ist. Und das war alles vergänglich, nichts von bestand, und darauf folgend irgendwann eine Totale Abwesenheit „passiert ist“ wo nur sie ohne jegliche Erfahrung war. Und ab dem Punkt konnte erst die Ganzheit Dessen was IST und das SEIN in seiner Vollständigkeit erfasst werden. Ich sagte dazu, jo so ist es, auch bei mir.
    So als ob es erst ab diesem „Turyatitia“ wie es hier im Video genannt ist, total loslassen kann. Sich erst ab da, total erfassen kann. Ob das Immer so ist, kann ich nicht sagen. Denn es ist ja immer das was es ist.

    Sowhat,… ich erinnere gerade an Nisargadatta, der wohl mal zu Ramesh sagte, das er froh ist das er die Tür bei Ihm rein kam. Sitzt er 40, 50 Jahre in seiner Stube und spricht zu Besuchern und nur eine Hand voll haben vollständig erfasst was Maharaj im ganzen zu sagen hatte. Darauf meinte der olle Inder, dankbar, das Ramesh einer davon wäre.

    „Macht es irgendeinen Unterschied im sog. realen Leben?“ Sollte man hier mit scheinbar antworten. Nein scheinbar ist nur ein halbseitiges, halbsiedenes Konzept
    Gewiss macht es einen unterschied, nicht in Vorstellungen und Geglaubtem zu leben und sich als Leben Selbst oder Realität ohne Zweitem zu kennen.

    Von einem Vorteil kann hier nicht wirklich gesprochen werden weil Das Sein immer Sein ist,… Doch Maya klopft immer wieder an, und wie schön wenn man sieht wie sie einfach vorüberzieht und Realität ohne Zweitem bleibt, als das was man immer ist.

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    • fredoo schreibt:

      ich kann auch nur immer sagen , da ist kein Vorteil , in diesem innerlich „sanft zurückgetretenen“ im aktuellen jetzt gerade …
      und doch … fühle ich mich unsagbar beschenkt von der Gnade der Götter … dass mir das Wahrnehmen und Erleben dieses schlicht „sanft zurücktretende“ von den Göttern zugemutet wurde und noch immer wird …
      auch wenn da kein Nutzen im üblichen Sinne ist , ist es doch einfach ein Genuss der stetiger prachtvollen Präsens des schlichten SEINS …
      auch … und gerade wenn sich diese „gerade jetzt“ mal wieder beliebt in problematische Kleider zu hüllen , bleibt dies davon dauerhaft unberührt … dieses wundervolle in sich selbst ruhende „gerade jetzt“ … in all seiner schlichten Vollkommenheit .

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  4. fredoo schreibt:

    es ist schon seltsam … da war der herr fredoo jahrzehntelang auch zu herrn ramesh und diversen anderen weisen gepilgert , und außer einem dabei entstehenden gefühl irgendwie doch zumindest ein wenig „am ball“ und „im team der sucher“ zu sein … nix … nix was sich da gefunden , verändert oder gar verbessert hätte …
    als dann , nach vielen jahren , massiver überdruss der suche und eine extreme kulmination der frustration ins fredoo-leben eintrat , entstand dadurch einer art resignative hingabe in ein „nun ja , ich werds wohl nie kapieren ….. was solls … einatmen und ausatmen bleibt mir … bis auf weiteres“ .
    dann , irgendwann , irgendwie , ohne erkennbaren grund , zeigte sich … einfach so … das … einfach DAS …
    und nun ? irgendwas gewonnen , irgendwas verändert ? gar irgendwas kapiert ? …
    so ein mist … immer noch nix …😀
    nun ja … immerhin die gewissheit … was für ein blödsinn all diejenigen verzapfen , die da was versprechen …

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    • Nitya schreibt:

      „und nun ? irgendwas gewonnen , irgendwas verändert ? gar irgendwas kapiert ? …
      so ein mist … immer noch nix …😀“

      Fein, werter Herr Fredo, dass du da so ein schickes Grinsegesicht hinter deine niederschmetternde Aussage gemacht hast!

      Und danke, dass du dich nicht den Blödsinnverzapfern angeschlossen hast!

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