Osho: Erst rette dich selbst.


O

Und so sagte ich zu Stanley Jones [einem christlichen Missionar]: Merke dir: Sag nie wieder, dass Meditation Selbstsucht sei! Meditation ist der einzige Weg. Dadurch, dass du dich „selbst-suchst“, kommt ein Moment … da wird dein ganzes Leben selbstlos. Aber der kommt nur, wenn du dich völlig in dir selbst sammelst; und dann hast du Mitgefühl und hast Liebe, und dann kannst du tun, was immer du möchtest. Die Armen werden da sein, die Kranken werden da sein, die Waisen werden da sein; und nun kannst du ihnen irgendwie helfen. Aber erst rette dich selbst. Du ertrinkst und versuchst, andere zu retten – und das nennst du authentische Religion! Ich nenne es einfach Unfug.

„Selbstsucht“, sagt Zarathustra, ist „heil und heilig“, weil nur aus der Selbstsucht alles Schöne, Kreative, Liebevolle erwächst. Und dann erwartest du, egal was du tust, keine Belohnung. Es ist Lohn an sich. Es ist kein Mittel zum Zweck. Und erst wenn dein Leben zu einem Lohn wird, bist du religiös. Das kann als Definition eines religiösen Menschen dienen: „Ein Mensch, dessen Leben zu einem Lohn in sich geworden ist – „selbstisch, heil und heilig“.

aus: Osho, “ Zarathustra, ein Gott der tanzen kann“

HAm Montag kam in Schwäbisch Gmünd ein Feuerwehrmann dabei ums Leben, als er einen jungen Mann aus dem Wasser retten wollte. Wir haben mal bei der Wasserwacht gelernt, einem Ertrinkenden erst einen Prügel auf den Kopf zu hauen, bevor wir versuchen, ihn aus dem Wasser zu ziehen. Im Fall von Schwäbisch-Gmünd hätte auch das nichts genützt. Der Feuerwehrmann war durch ein Seil gesichert, aber seinen Kameraden gelang es nicht, ihn aus dem starken Sog herauszuholen. Osho sagt: „Aber erst rette dich selbst. Du ertrinkst und versuchst, andere zu retten – und das nennst du authentische Religion! Ich nenne es einfach Unfug.“ Erst rette dich selbst. Jemand, der sich selbst noch nicht gerettet hat, wird auch keinen anderen retten können. Das erinnert sehr an Buddha und seinen liebevollen Hinweis: „Liebe dich selbst und sei einfach achtsam.“ Um alles Weitere muss sich niemand Sorgen machen.

Im Moment sprießen ja die Satsanglehrer wie die Schwammerln im Herbst aus dem Boden. Ich werde jetzt lieber mein Schandmaul im Zaum halten und meinen Senf dazu für mich behalten. Nur so viel dazu: Niemand tut sich einen Gefallen damit, anderen Hilfe zu verkaufen, bevor er sich selbst gerettet hat. Kaum etwas blockiert einen Möchtegern-Guru mehr als falscher Schein.

G1„Und erst wenn dein Leben zu einem Lohn wird, bist du religiös“, meint Osho. Das ist ein feiner Satz und ein hilfreiches Kriterium dafür, ob jemand nur zum unbewussten Schein oder zum bewussten Sein vorgedrungen ist. Meister Eckhart sagte einmal: „Wenn das einzige Gebet in deinem ganzen Leben nur ‚Danke‘ wäre, so würde das genügen.“ Na ja, mit „Danke-Sagen“ ist es natürlich nicht getan. Da wären wir schon wieder beim Schein. Ich würde es daher lieber so formulieren: Wenn dein ganzes Leben selbst zu einem einzigen Danke geworden ist, dann …dann … ja, Himmelherrschaftsakrament, dann sing dein Halleluja und freu dich deines Lebens! Amen

 

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7 Antworten zu Osho: Erst rette dich selbst.

  1. Georg Alois schreibt:

    …ist das Leben zu einem Lohn in sich geworden……heil und heilig, „selbstisch“!
    OSHO mal wieder, der Wortzauberer……. das könnte man doch echt als den „Sinn des Lebens“ durchgehen lassen, die aller schönste Unterhaltung…….

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  2. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    deine heutige Morgengabe – einfach wunderbar und erfrischend , diese Worte des Meistääärs zu vernehmen , inklusive der Nitya “ Senfbeigabe “ . Will damit sagen , das du mir
    aus dem Herzen sprichst , Nitya .Die Inflation an dynamischen Satsang-Lehrern im Lande ,
    erstaunlich , verblüffend , erinnert mich an die 70er Jahre des vorhergehenden Jahrhundert , als mancher Taxifahrer in den Großstädten mit einem abgeschlossenen Pädagogikstudium aufwarten konnte . Von irgendwas will der Mensch ja leben . Einstmals vom Taxischein und heute vom Satsang verbreiten . Meine Sach `isses nicht und gut so ! Mir genügt dieses mir gegebene HEUTE .
    Dieses 2 , Leben hat mir die Augen geöffnet wie kostbar dieses Geschenk HIER-SEIN für mich ist .
    Diesen Morgen am Bruchteilewigkeits – µ lebendig erleben zu dürfen , ohne ein “ Guten Morgen Meister – paß auf mich auf Meister – Gebet , ist für mich ein verschwendeter Tag ! “
    Die Balzrufe der Amsel – Hähne , die diesigen Feuchtigskeitsschwaden , welche zusammengeballt
    am frühmorendlichen Waldrand aufsteigen , sind mir mehr Gebet , als die “ Du sollst- Du sollst-nicht – Gottesinterpretationen der “ hohen Geistlichkeiten “ .
    Heute am “ Tag der Organspende “ sage ich schlicht und einfach ; “ Danke ! “ und denke dabei
    an die mir unbekannte Organspenderin , ohne deren Leber iich Hier und Heute diese Zeilen nicht geschrieben hätte .
    Herzlichen Gruß
    Punito

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  3. Eno Silla schreibt:

    Ich liebe es mich in der Landschaft zu bewegen (reine Selbstrettung🙂 ) und hier und da zu rasten und zu beobachten, was dort lebt. Natur mag ich kaum schreiben, denn alles ist vom Menschen verstaltet worden, jedenfalls hier an diesem Ort, der mein Lebensraum geworden ist. Die Lebewesen scheint es aber nicht zu kümmern was der Mensch so macht, sie leben auf ihre Weise, die Vögel, die Blumen, die Ameisen, die Käfer…
    Gestern habe ich die Wiese aufgesucht, auf der ich vor einiger Zeit einen wunderschönen Fuchs angetroffen hatte. Ich hoffte darauf, ihm wieder zu begegnen, aber leider nicht. Dennoch war es auch gestern ein gutes Plätzchen. Die Wiese wurde zwischenzeitlich gemäht, das Gras war kurz und vielleicht deswegen für den Fuchs nicht mehr so interessant, hätte er doch kaum Deckung gefunden. Ich konnte ausgiebig Turmfalken bei der Jagd beobachten. Bis zu sieben Turmfalken, ja wirklich, segelten über der Wiese hin und her, standen rüttelnd in der Luft und stürzten sich hinab, wenn sie eine Maus erspähten. In der Zeit, in der ich mich dort am Rande der Wiese aufhielt, hatten die Falken fünf Mal eine Maus in den Fängen, als sie sich wieder in die Lüfte erhoben. Für Mäuse ein sehr gefährlicher Lebensraum.

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    • Brigitte schreibt:

      wie schön das ist … danke!

      Dieser Augenblick.
      So intim mit sich selbst.
      Kein näher dran.
      Kein weiter weg.
      So vollkommen
      in seiner Klarheit.
      Nichts ist ausgeschlossen.
      Alles ist enthalten.

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  4. punitozen schreibt:

    ,
    …..Die Lebewesen scheint es aber nicht zu kümmern was der Mensch so macht, sie leben auf ihre Weise, die Vögel, die Blumen, die Ameisen, die Käfer…

    genau , lieber Eno – leider nur scheinbar das es den gefiederten oder sonstigen Lebewesen
    nicht kümmert was der Mensch macht . Unter der Zerstörungssucht der “ Will-habenorientierten “
    ist schon so manche Tierart vom Unmensch-Mensch vertrieben , oder gnadenlos ausgemerzt worden ; und es geschieht Tag umTag noch immer . Sei es in useren Gefilden oder auch anderswo auf dieser Welt .
    Mich erfreuen ebenfalls die Flug und Jagdkünste der Habichte und Gabelweihen in ihren
    Jagdgebieten . Ein archisch- wunderschön anmutendes Ritual , dieses kreisenden und hochschraubenen Bewegungen der Greifvögel unter Nutzung der thermischen Winde , hoch
    oben im Himmelblau .
    Ein schönes Wochenende 4 You
    Punito

    .

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