Werner Ablass: Deine Probleme wären sofort gelöst


W

Deine hauptsächlichen Probleme wären sofort gelöst. Mit einem Schlag. Ohne Wenn, ohne Aber. Wenn vollständig akzeptiert werden könnte, dass niemand etwas tut, das alles geschieht. Wirklich alles. Nichts ausgenommen. Kein Donald Trump, kein Adolf Hitler, kein IS, kein Missbrauch, kein eigenes Fehlverhalten. Sofort beherrscht dich tiefer Friede. Irreversibler sogar, wenn diese Klarheit nicht von dir weicht.

gefunden gestern auf Facebook

Na, das ist doch mal ein Wort. „Mit einem Schlag. Ohne Wenn, ohne Aber.“ Der Werner laviert da nicht lange herum, sondern bringt die Sache auf den Punkt. Zack, so ist es. Ich vermute mal, der Werner ist eine Enneagramm-Acht wie aus dem Bilderbuch, die sind einfach so. Mein verstorbener Bruder war auch eine Acht. Mit ihm konnte ich mich immer ganz wundervoll fetzen. Er war u.a. Artillerie-Offizier, ich Kriegsdienst-Verweigerer. Das sagt ja schon alles oder auch überhaupt nichts. Als Enneagramm-Neuner habe ich ja auch einen Achter-Flügel, der mir bisweilen schon sehr gute Dienste geleistet hat. Ansonsten bin ich als Neuner ja eher ein geborener Herumeierer. Bloß nicht festlegen! Das Tetralemma haben sie mir wahrscheinlich schon über die Wiege gehängt.
MAber zurück zum Statement von Werner „Deine hauptsächlichen Probleme wären sofort gelöst … wenn vollständig akzeptiert werden könnte, dass niemand etwas tut, das alles geschieht.“ Ich lass mal die Frage, ob es diesen Niemand überhaupt gibt, unbeantwortet in der Luft hängen und bleibe lieber beim Werner. Er sagt „Probleme“, nicht  „Schwierigkeiten“. Wenn alles geschieht, dann eben auch „shit happens“. Ja, das auch, natürlich. Ein Problem hab ich an der Backe, wenn ich daraus ein Problem mache. Bei einem Problem fühle ich mich auf der Stelle als Opfer der Geschehnisse. Kennt ja jeder den Spruch. Stromausfall: „Anstatt über die Dunkelheit zu jammern, zünde ein Licht an!“ So weit, so klar, sag ich mal.

Aber ich wäre ja keine Neun, wenn ich nicht noch ein bisschen rumeiern wollte. Im Statement von Werner entdecke ich doch tatsächlich ein „Wenn“. Wenn meine Tante Räder hätte … also was ist, wenn ich nun nicht vollständig akzeptieren kann, dass niemand etwas tut, dass alles geschieht. Ich mein, das geschieht ja möglicherweise auch. Ja, was sagt man da? „Pech gehabt?“ Oder: „Auch wenn du nicht akzeptieren kannst, dass niemand etwas tut, dass alles geschieht, tut niemand etwas, geschieht alles.“ Ich erwähne das ja bisweilen so am Rande, dass das nun mal so ist mit diesem „Friss-Vogel-oder stirb-Prinzip“. Warum das so ist, weiß ich nicht. Das hat ganz offensichtlich nicht das Geringste mit irgendeinem Verdienst zu tun. Verdienst wäre ja nur möglich, wenn ich von der Möglichkeit des Tuns ausginge. Aber ist das nicht total unfair? Das Blöde ist ja, dass das absolut nichts mit fair oder unfair zu tun hat. Es ist einfach so und keiner weiß warum.

Und wer soll jetzt im Falle der Dunkelheit ein Licht anzünden? Na ja, Anzünden geschieht oder nicht. Im zweiten Fall bleibt’s halt dunkel.

A

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30 Antworten zu Werner Ablass: Deine Probleme wären sofort gelöst

  1. kekabe schreibt:

    Guten Morgen Nitya,
    ach ja, immer dieser Konjunktiv.😉 …möchte ich fast sagen. Doch er hat auch Vorteile. Führt uns hinaus aus Einseitigkeit und hebt so manchen Vorhang.
    Grüße in den Morgen!
    Kerstin

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    • Nitya schreibt:

      Guten Morgen, liebe Kerstin!

      Ich glaube, ich wäre ein miserabler Feldherr, kein Marschall Vorwärts jedenfalls wie weiland General Blücher. Der konnte sich keine Konjunktive leisten, das wäre möglicherweise auch fatal für den Ausgang einer Schlacht gewesen. Andererseits wäre es mit allen Konjunktiven vielleicht erst gar nicht zu einer Schlacht gekommen. – Das war jetzt schon wieder ein Konjunktiv.😉

      Herzlichst
      Nitya

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  2. Georg Alois schreibt:

    und was sagt uns Hermann dazu…..
    „….Spiel dein Spiel und wehr dich nicht, Lass es still geschehen. Lass vom Winde, der dich bricht, Dich nach Hause wehen“.

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    • Nitya schreibt:

      Hermann?

      Lieber Georg Alois, meinst du den Lehner Hermann?

      Ich muss da gleich wieder an meinen Einbrecher denken. „… und wehr dich nicht, lass es still geschehen.“ Hab ich, hab ich. Ich habe mich nicht gegen meinen Wutanfall gewehrt und ihn still geschehen lassen. Na ja, äußerlich wurde es ziemlich laut, aber innerlich – OM.

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      • Georg Alois schreibt:

        Apropos Einbrecher,
        lieber Nitya, ich muss jetzt auch mal einen Schwank aus meinem Leben loswerden. Bei dem Wort „Einbrecher“ komme ich ja in Wallungen! Der Berufsstand „Einbrecher“ ist ja wohl sehr alt und zu dem Berufsbild gehörte jahrtausendelang auch das Risiko. Als ich meine Firma noch hatte und die scheiß Alarmanlagen ständig Fehlalarm auslöste, bin ich zur Polizei gegangen um denen einen Vorschlag für eine effiziente Alarmanlage zu unterbreiten. „Ich stelle überall in den Hallen Tellereisen auf, und wenn dann ein Einbrecher rein tappt, dann schreit er so laut, besser als jede Alarmanlage.“ Durfte ich natürlich nicht! Ich hätte sogar dafür zu sorgen, dass sich ein Einbrecher nicht verletzt, z.B. an einem nicht genügen gesichertem Gerüst in meiner Werkhalle!!!!
        Dass die Einbrecher in Deutschland gar kein Berufsrisiko mehr haben, das regt mich so maßlos auf! Hier in Portugal sieht es die Polizei/die Gesellschaft allerdings anders. Und ich kann Dir versichern, ich kann ausflippen, kann es „still“ geschehen lassen………….

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      • Nitya schreibt:

        Das freut mich sehr für dich, lieber Georg Alois, dass du auch dein Ausflippen still geschehen lassen kannst.

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  3. punitozen schreibt:

    …. Ein Problem hab ich an der Backe, wenn ich daraus ein Problem mache….
    So isses ,lieber Nitya !
    Heute Morgen die Katz ` versorgt und ihr die Terrassentür geöffnet .
    Jetzt am Küchentisch den frisch aufgebrühten Morgenkaffee geniessen –
    dabei aus dem Küchenfenster die Landschaft aufnehmen .
    Nur auf einen „Ablasshandel “ werde ich mich nicht einlassen .
    Sowas hat den Menschen einst u.a. einen Dreissigjährigen Krieg beschert .
    Menschen mit einer Trump oder IS-Gesinnung kann ich in ihrer Machtbesessenheit
    auch nicht aufhalten . Wie gesagt , ich werde mich gleich anregen , mit einer schönen ,
    heißen Tasse Kaffee . Aaaah !
    Herzliche Grüße
    Punito

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    • Nitya schreibt:

      Wikipedia: „Ablass (Indulgenz, lateinisch indulgentia, veraltet auch römische Gnade) ist ein Begriff aus der römisch-katholischen Theologie und bezeichnet einen von der Kirche geregelten Gnadenakt, durch den nach kirchlicher Lehre zeitliche Sündenstrafen erlassen (nicht dagegen die Sünden selbst vergeben) werden. Es gibt Teilablässe oder vollkommene Ablässe, die die Gläubigen unter von der Kirche bestimmten Bedingungen erlangen können Ablässe können den Lebenden und den Verstorbenen zugewendet werden.“

      Lieber Punito,

      ich erlasse dir hiermit alle zeitlchen Sündenstrafen, die ich dir vielleicht noch in der Zukunft auferlegen müsste, in einem Anfall von Gnaden-Raserei, wenn du gelobst, deiner Katze auch weiterhin jeden Morgen das Ihre zukommen zu lassen und ihr die Terassentür zu öffnen. Ist dasein Angebot?

      Na siehste.
      Herzlichst
      Nitya

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  4. werner ablass schreibt:

    Klasse Text lieber Wilhelm. Ob 9 oder 8, es ist schon vollbracht. (Schreib das nur um des Reims willen) Tja wenn das Wörtchen wenn nicht wär, kriegte jeder von mir einen „vollkommenen Ablass“. Nomen ist schließlich Omen. Sela!

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Werner, denn man tau:

      Ob Acht ob Neun –
      nichts zu bereun.

      (Schreib das auch nur um des Reims willen)

      Lass ab, lass ab,
      du taube Nuss*):
      Mit deinem Mindfuck
      ist jetzt Schluss!

      Mit diesem kümmerlichen Versuch, den Stil von Angelus Silesius zu imitieren, wollte ich nur eine andere Verwendungsmöglichkeit für den Begriff Ablass aufzeigen, die vielleicht nicht zu einem neuen Dreißigjährigen Krieg führt.

      *) ich versichere hiermit an Eides statt, dass hiermit niemand Besonderer gemeint ist

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  5. Manfred schreibt:

    Auf den Punkt. Wenn auch, einem 9er-Punkt.😀 Danke, Du lieber.
    Bin ja auch eine 9, und weiß ganz gut, wovon Du sprichst. Meine ich zumindest.
    Ja, und einen 8er-Kriegsdienstverweigerer und einen 9er-Soldat. Sowas kenn ich auch.
    Nur, als 9er-Soldat, hat man nochwas zusätzlich zum rumeiern.😀

    Immer diese Konjunktive. Die können einem manchmal auch wirklich das Leben schwer machen.
    Da sitzt man immer wieder gerne zwischen 2 Stühlen. Obwohl man es auf nur einem, wesentlich bequemer hätte.

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    • Nitya schreibt:

      Neuner-Soldat? Ich glaube, da säße ich bloß noch im Bau. Da hätte ich dann genug Zeit zum Rumeiern. Vorher würde ich glatt zur Acht mutieren und Remmidemmi machen. Befehlen und Gehorchen waren noch nie mein Ding.

      Was die Zahl der Stühle anbelangt, wären mir zwei noch viel zu wenig. Schon wieder ein Konjunktiv – also sind mir viel zu wenig. Ich lasse mich ungern auf einen Standpunkt festnageln und nicht nur auf einen Standpunkt. Auf nur einem Stuhl könnte ich ja gar nicht mehr lustvoll rumeiern,🙂

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  6. Georg Alois schreibt:

    Jede Blüte will zur Frucht,
    Jeder Morgen Abend werden,
    Ewiges ist nicht auf Erden
    Als der Wandel, als die Flucht.

    Auch der schönste Sommer will
    Einmal Herbst und Welke spüren.
    Halte, Blatt, geduldig still,
    Wenn der Wind dich will entführen.

    Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
    Laß es still geschehen.
    Laß vom Winde, der dich bricht,
    Dich nach Hause wehen.

    Hermann Hesse

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  7. Brigitte schreibt:

    Na, das ist doch mal ein Wort.
    Der Renzi ist vielleicht ne Knalltüte! Ich find den Karl einfach knorke.
    Ihr müsst euch mal Teil 13 ansehen. Echt, do krigscht die Tür ned uff.
    „Nur leere Worte sind lebendig.“ Des gefällt mir!
    Ein läppischer mindcrash ist nix dagege;-) hehehe
    Hoscht du des jetzt verstanne, lieber Nitya;-)
    Isch bin übrigens ne Null hahaha

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    • Nitya schreibt:

      „Äh Ferzbeidel esch nit hinne wie vorne“

      Jetzt muss ich glatt noch ausländisch lernen! Jo Pfiadi God nachhhad!

      Aber jetzt lieber Hochdeutsch, das ist für mich bequemer. So, so, eine Null wist du sein. Da leg ich noch einen drauf: Ich bin kein … Jetzt versuch mal, das noch zu toppen, liebe Brigitte!

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      • Eno Silla schreibt:

        Wenn ich Null lese, dann fallen mir diese Zeilen von Hafiz ein:

        Zero
        Is where the Real Fun starts.
        There’s too much counting
        Everywhere else!
        Hafiz

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      • Brigitte schreibt:

        Der Hafiz nu widda😉 Aber wo er recht hat, hat er recht.

        „Jetzt versuch mal, das noch zu toppen“
        neee… Das zu toppen, ist unmöglich.

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  8. Alexandra schreibt:


    Annett Luisan: „Geh mir weg mit deiner Lösung, sie ist der Grund für mein Problem..“

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  9. Alexandra schreibt:

    Lieber Werner, lieber Nitya,
    ihr seid so gut im Reimen,
    das lässt mich beinah weinen…
    Nein, ehrlich, eher lachen dass der Bauch wackelt..

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  10. Marianne schreibt:

    Mein Vater war auch so eine Ennea-Acht. Das hatte einige Vorteile, so einen Papa zu haben, vor allem konnte er gut Lehrer und Lehrerinnen einschüchtern: Einmal in der Sprechstunde gewesen, ließen sie uns alsbald in Ruhe …🙂
    Einer seiner Lieblingssprüche war: „Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt …“

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    • fredo0 schreibt:

      fredoo auch 8 … meine kinder fühlten sich sehr geborgen … meine liebsten teils teils … ich mit mir selbst … konnte und kann nicht klagen …

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      • Marianne schreibt:

        … dann hast du aber einen ziemlich starken siebener-flügel … (wäre mein tipp gewesen, nach deiner forums-erscheinungsweise hier …)

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    • Brigitte schreibt:

      Hallo Marianne, das Enneagramm ist ja ganz interessant. Obwohl ich mich nicht tief gehend damit befasst habe, sondern eher spielerisch. Manchmal will man ja doch wissen, mit wem man es zu tun hat;-) Drei Mal hab ich diesen Test gemacht und jedesmal kam was anderes dabei raus. Das erste Mal eine Neun, dann eine Vier und beim letzten Mal eine Fünf. Nie ist es eindeutig. Deshalb habe ich auch die Null gewählt, da ist alles drin😉 Wo würdest du mich denn spontan zuordnen deiner Einschätzung und Erfahrung nach? Hast du nicht ein Buch über das Enneagramm geschrieben?

      Liebe Grüße, Brigitte

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      • Marianne schreibt:

        Liebe Brigitte,
        nachdem ich gerade mit fredo0 voll ins fettnäpfchen getreten bin, halte ich mich mit weiteren ennea-diagnosen hier wohl lieber zurück …😉
        Über dich habe ich mir – ehrlich gesagt – da auch noch keine Gedanken gemacht.
        Brigitte0 klingt stimmig … Hafiz ist wirklich nicht zu toppen!

        Marianne

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      • Brigitte schreibt:

        *lach* Na, das ist doch mal ne Einschätzung ganz nach meinen Geschmack;-) Bei mir darfst du übrigens in jedes Fettnäpfchen treten.

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  11. fredo0 schreibt:

    nee marianne … da „flügelt“ wenig … bin eine recht typische 8 … freiheitsliebend , rebellisch … auch mit allen schattenseiten …😀

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    • Marianne schreibt:

      tja, „diagnosen“ sind halt auch nur projektive glaubensüberzeugungen … so viel „weises“ bin ich von achtern nicht gewöhnt …

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    • Nitya schreibt:

      Ich hab ja mal die These aufgestellt, dass … ich mach’s mal praktisch, dass du keine Acht bist, sondern das Kind von Neun und Sieben. Dann kommen noch deine Beziehungen zur Zwei und zur Fünf hinzu, also ein munteres Beziehungsgeflecht und nicht nur so eine einschichtige, platte Acht. Als Acht müsstest du jetzt eigentlich mit einem großen Schwert daherkommen und diesen dämlichen Gordischen Knoten durchschlagen und stolz verkünden: Na seht ihr, ich bin halt doch nur eine Acht, von mir aus auch eine einschichteige, platte Acht.😉

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