Steven Harrison: Wir sind unbegrenztes Potenzial

 


HDie Unvollkommenheiten der Demokratie sind im System selber eingebaut. Das System ist eine Realität und, wie alle Realitäten, unfähig, sich zu verändern. Trotzdem ist es Veränderung, die das erschafft, was als Nächstes kommt. Und deshalb könnte es sein, dass jene, die in dieser Energie leben, in zeitgenössischen Demokratien wenig Hilfreiches finden können.  Die Ironie der künstlichen Demokratien ist, dass die mächtigste Stimme jenen gehört, die ihre Stimme nicht erheben. …

Die biologische Struktur des Menschen ist in sich ein Denksystem, das aus komplexen molekularen Strukturen hervorgeht. Körper und Geist sind nicht zwei, sondern eins, sie fließen nicht nur durch die synaptischen Hirnstrukturen , sondern auch durch das neurale Gewebe des Köpers und die empfindlichen Netzwerke unserer Organe, durch Haut und Muskeln. Dies alles ist eine dynamische Struktur von Gedanken und Gefühlen. Es ist Veränderung pur. Diese Strukturen sind nicht starr, sondern steter Veränderung unterworfen. Sämtliche  lebendigen Strukturen haben die Fähigkeit, ungünstiges genetisches Material zu korrigieren. Kurz gesagt: Wir haben die Fähigkeit, uns zu verändern und zwar sofort und radikal.

Gedanken sind statisch. Der Gedanke „Ich“ ist dabei der allerstatischste. Doch was wir in Wirklichkeit sind, ist dynamisch und der Ausdruck eines energetischen Universums. Wir sind unbegrenztes Potenzial.

aus: Steven Harrison, „Was kommt“

FWas Steven da sagt, bezieht sich natürlich nicht nur auf das Denksystem Demokratie, sondern genauso auf alle anderen Denksysteme. Auf den Staat zum Beispiel oder die Partei oder die Kirche oder oder … und ganz besonders auf das Denksystem, das sich „Ich“ nennt, wie Steven ganz besonders betont. Hmm, denke ich gerade, sind denn nur die Denksysteme so statisch oder betrifft das nicht genauso biologische Systeme etwa so etwas wie ein Ameisenvolk oder genetisch vorgegebene Verhaltensweisen wie Angreifen, Flüchten oder Totstellen als Reaktion auf eine Bedrohung? Und so ganz und gar statisch ist doch im Grunde gar nichts, wenn ich Veränderungsprozessen genug Zeit zugestehe. Eine Demokratie kann zur Diktatur werden, wie wir gerade erleben, und Flugsaurier zu Vögeln und sogar ein „Ich“ kann sich verdünnisieren und dann wieder auftauchen.


Ich bin mir sicher, dass Steven Harrison nichts gegen das Denken hat. Wenn ich das richtig sehe, hinterfragt er angeblich statische Systeme. Er sagt: „Das System ist eine Realität und, wie alle Realitäten, unfähig, sich zu verändern. Trotzdem ist es Veränderung, die das erschafft, was als Nächstes kommt. … Die Ironie der künstlichen Demokratien ist, dass die mächtigste Stimme jenen gehört, die ihre Stimme nicht erheben.“ Für mich bedeutet das: IM PRINZIP ist ein System eine Realität, die unfähig ist, sich zu verändern. Aber eben nur im Prinzip. Tatsächlich verändert es sich doch. „Alles fließt.“ hat es Heraklit ausgedrückt.  Selbst gedankliche Prinzipien können sich verändern, auch wenn sie dazu neigen, bei dieser Veränderung immer neue Widerstände gegen jede Veränderung zu kreieren, und diejenigen am liebsten auf den Scheiterhaufen zu setzen, die für Veränderung stehen.

KJa, und das „Ich“? Also ich habe nichts gegen Systeme, wenn sie im Fluss sind, ich habe auch nichts gegen ein „Ich“, wenn es als das gesehen werden kann, was es ist: Eine Vorstellung, die kommt und geht und genauso göttlich ist wie jede andere Erscheinung. Da unten liegst du. Ja kann man sich vorstellen. Na und?

D

 

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7 Antworten zu Steven Harrison: Wir sind unbegrenztes Potenzial

  1. Osheewan schreibt:

    Guten Morgen, lieber Nitya, bemühe mich um korrekte schreibweise…Zarah Leander, prima…mag ich gerne, auch wenn mir dafür schon der vogel gezeigt wurde…und deinen netten spiegel a la Douglas Harding mag ich auch…LG Uschi

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  2. Eno Silla schreibt:

    Vom gestrigen Tag berichtet:

    „An den Hängen der Eisenbahn
    leuchtet der Ginster so gut.“

    Da taucht plötzlich so ein Satz auf vom ollen Ringelnatz.
    Da ist Ginster, da ist ein Hang und die Eisenbahn:

    Unfassbares, unbegrenztes Potenzial, erscheint – einfach so.
    Wie dieses Hiersein, jetzt…

    Ich staune!

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  3. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,

    Bedenke ich das “ punitische Denksystem “ , Hier und Jetzt – steckt da noch jede Menge an
    staatssystemscher Einflußnahme drin . Da frage ich nicht : “ Wie kriege ich es raus ? “
    Was drin ist – ist drin , aus die Maus ! Das krieg `ich nicht raus – aber ich kann damit umgehen ,
    mehr ist nicht für mich zu tun . Die Demokratie ,ein “ zartes Pflänzlein , ist für mich bedenkenswert .Was wäre “ wahre Demokratie “ ? Ich weiß es genauso wenig zu beantworten , wie die Frage :
    “ Was ist wahrer Regen oder Sonnenschein ? “ . Wie an dieser Stelle schon einmal erörtert –
    nichts und Niemand ist selbst-los , und erst recht nicht „die Macher “ im System spiritueller oder staatlicher ( Un )ordnung .
    Mit einer punitischen “ Buddhalehre “ , eine die die Welt rettet , kann ich auch nicht aufwarten .
    Für Nichts bin ich geeignet , für Nichts bin ich gut – und das ist gut so !
    Sei herzlichst gegrüßt
    Punito

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    • Nitya schreibt:

      „Für Nichts bin ich geeignet , für Nichts bin ich gut – und das ist gut so!“

      Na, wenn das nicht das Wort zum Tage ist, lieber Punito! Danke für den Chaitanya. Da kann man doch immer wieder mal so schön versinken wie in einem weichen Bettchen.
      Herzlicst
      Nitya

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