Wulff: Der Islam gehört zu Deutschland … oder so

SGehört der Islam wirklich zu Deutschland? Meine Güte, mit was für dämlichen Aussagen und Fragen man sich doch genüsslich den Schädel einschlagen kann! Für mich ist die Aussage bzw. die Frage absolut zu kurz gegriffen. Ich kann innerhalb der drei abrahamitischen Religionen beim besten Willen nur marginale Unterschiede erkennen. Und auch die anderen sog. großen Weltreligionen haben sich nicht eben mit Ruhm bekleckert. Groß sind sie ja bestenfalls eh nur im Hinblick auf die Zahl ihrer Gläubigen zu nennen.

Ich hol mir mal kurz Unterstützung beim Dalai Lama, der gesagt hat, dass Ethik wichtiger sei als Religion. Wörtlich: „An manchen Tagen denke ich, es wäre besser, es gäbe keine Religionen.“ Nun, ich denke das nicht nur an manchen Tagen, sondern ganz grundsätzlich jeden Tag, falls ich überhaupt daran denke. Religion ist für mich nichts anderes als der Glaube an was auch immer, von mir aus an den Klapperstorch. Lügengeschichten für kleine Kinder, die seit Jahrtausenden dem Machterhalt der Herrschenden dienen. Aber wenn schon, dann holen wir doch wirklich das Fliegende Spaghetti-Monster mit ins Boot und sagen: Also wenn schon der Islam zu Deutschland gehören soll und das Christentum und das Judentum, dann bitte schön aber auch das Fliegende-Spaghetti-Monstertum. Dann haben wir wenigstens was zu lachen.

ZGrundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland: Art. 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Um das klar zu stellen: Die Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters steht fest auf dem Boden des Grundgesetzes. Ich könnte auch die Kirche des Fliegenden Klapperstorches gründen oder die Kirche des Quakenden Frosches. Ich stelle mir gerade vor, die Mitgliedschaft in der Kirche der Fehlenden Hand setze voraus, dass den Mitgliedern in der ersten Woche nach der Geburt die linke Hand abgehackt werden müsste. Ob das der Bundestag auch als Ausdruck der Religionsfreiheit durchwinken würde? Gleiches Recht für alle! Wenn die einen den Pimmel der Jungs verstümmeln dürfen, um den Bund mit Gott zu festigen, dann müsste doch eigentlich das Handabhacken auch erlaubt sein.

227 Jahre nach Ausbruch der französischen Revolution haben wir es immer noch nicht geschafft, die Religion dorthin zu verbannen, wo sie hingehört: Ins stille Kämmerlein! Jesus: „Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.  Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten öffentlich.“ (Matthäus 6, 5/6)

PDas heißt auf gut Deutsch: Religion ist Privatsache! Wenn jemand unbedingt an das Fliegende Spaghetti-Monster glauben will, soll er das um Gottes willen tun: Aber in seinem eigenen Kämmerlein. Und was für das Fliegende Spaghetti-Monster gilt, gilt auch für Jehova – Gott, den Herrn – Allah oder wie immer die Angebeteten auch genannt werden mögen. Und der Staat hat sich da gefälligst rauszuhalten, falls im stillen Kämmerlein keine gesetzwidrigen Handlungen begangen werden. Aber was soll da schon begangen werden können? Wer mit sich und „dem Vater im Verborgenen“ allein ist, kann eigentlich nichts Schreckliches tun. Schlimmstenfalls onaniert er oder hängt sich auf. Beides steht, soviel ich weiß, nicht unter Strafe. Aber anderer Menschen Geschlechtsorgane „beschneiden“, und das gilt auch und in besonderer Weise für die Mädchen, und was es sonst noch so für „religiöse“ Übergriffigkeiten gibt, das geht gar nicht. Und was das mit Religion und nicht etwa mit sexueller und sozialer Perversion zu tun haben soll, das müssten uns eigentlich mal unsere hochverehrten Abgeordneten verklickern. Für mich gehören die allesamt in die Klapse.

GNein, für mich gehört der Islam nicht zu Deutschland, so wenig wie das Christen- oder das Judentum oder sonst irgendeine Religion. Religion hat etwas mit Vorstellungen zu tun und Vorstellungen sind und bleiben nichts als Vorstellungen. „Offene Weite, nichts von heilig“ brachte es Bodhidharma auf den Punkt. Was soll an Vorstellungen schon heilig sein? Sie sind einfach ein Wahn, wenn an sie geglaubt wird. Und schon allein für diese Aussage würde mir der eine oder andere „Gläubige“ gern den Kopf absäbeln. Oder zählt das etwa auch zur grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit? Ich glaub, ich spinne! Das, was allgemein Religion genannt wird, hatte noch nie etwas mit wirklicher Religion zu tun. Die findet nämlich wirklich nur in völliger Abgeschiedenheit statt und ist das Privateste und Intimste, was für Menschen möglich ist.

B

 

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10 Antworten zu Wulff: Der Islam gehört zu Deutschland … oder so

  1. Pingback: Der Islam gehört zu Deutschland « bumi bahagia

  2. marco pollo schreibt:

    Hart aber fair.

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  3. Georg Alois schreibt:

    Wenn von „Religionsfreiheit“ die Rede ist, wünsche ich mir immer öfter, dass wir tatsächlich frei würden von diesen bekloppten Wüstenreligionen des Judentums, Christentums und Islams, die seit Tausenden von Jahren auf dieser Erde Unheil und Unfrieden stiften. Ich bin kein Atheist und möchte gern jedem Menschen überlassen, seinen/ihren persönlichen „Gott“ zu suchen und nach dessen Regeln zu leben, solange kein anderer dadurch geschädigt wird – doch als Institutionen, Kirchen, Sekten und Vereinen, die sich im Alleinbesitz der „Wahrheit“ währen, sollten diese Religionen besser heute als morgen verschwinden.
    Leider ist das Gegenteil der Fall, wie an der Aufregung um ein idiotisches Mohammed-Filmchen, gerade wieder zu erlebe, oder den Fanta-Flecken auf der Kutte des Papsts oder dem pawlowschen „Antisemitismus“-Geschrei, wenn die Apartheidspolitik des Judenstaats Israel erwähnt wird. Der konfessionelle Religionsunterricht, die Indoktrination von Kindern, gehört ebenso abgeschafft wie jegliche Einmischung der Kirche und Glaubensgemeinschaften in staatliche Angelegenheiten – jeder möge nach seiner Facon glücklich werden, aber bitteschön in den eigenen vier Wänden und ohne den Rest der Gesellschaft mit seiner Glückssuche zu belästigen.
    Wer dazu Frauen unterdrückt oder sie in Säcke stecken muss, wer dazu Kleinkinder mit sadistischen Beschneidungen quälen muss, möge das tun – aber nicht hier, sondern da, wo diese barbarischen Rituale einst erfunden wurden: in der Wüste.
    Wer die Erfinder dieses archaischen Humbugs und ihre Schriften für heilig, sakrosankt und unberührbar hält, darf diesen Glauben gerne weiter frönen – hat aber zu akzeptieren, dass andere sie für lächerliche Figuren und ihre Bücher für Mumpitz halten.
    Wer irgendwelchen Göttern huldigt, hat – zum Teufel nochmal – auch hinzunehmen, dass andere sie lästern; wer Freiheit für seine Religion fordert, muss tolerieren, dass andere Freiheit von dieser Religion verlangen.
    Der „Gotteslästerungsparagraph“ (§ 166 StGb) als Relikt aus dem Mittelalter hat in den Gesetzen einer aufgeklärten Gesellschaft nichts zu suchen: Göttinnen und Götter sind eine Imagination und können gar nicht beleidigt werden. Für Gläubige die das anders sehen, kann die Parole deshalb nur lauten: ab in die Wüste!
    Mathias Bröckers

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  4. fredo0 schreibt:

    yep …

    Es scheint , daß es einer neuen , noch gründlicheren Aufklärung bedarf.

    Die die Trennung von Kirche und Staat noch viel weiter führt … kein Religionsunterricht an Schulen … keine Kindergärten / Schulen / Unis von Kirchen organisiert und damit zwangsläufig zur „religiösen“ Indoktrination missbraucht … keine steuerliche Bevorzugung oder gar Alimentierung einer Religion , egal welcher … bei Nutzung des öffentlichen Raumes eine ausgleichende finanzielle Belastung zumindest entsprechend dem Vereinsrecht … und und und
    mit derartig klarer und rigoroser ( ! ) Trennung lässt sich dann hoffentlich auch
    ( halbwegs ) der wohl bald auf uns zukommende Dominanzanspruch einer totalitären , faschistischen und antihumanen Staatsdoktrin im Gewand einer Religion , genannt Islam , in Grenzen halten …

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  5. punitozen schreibt:

    und immer noch so viel Geschiss um eine Altpräsidentenrede am 3. Oktober 2010 zum “ Tag der deutschen Einheit “ .
    Wo war denn , mal so nebenbei gefragt , eine bundesländerübergreifende Erregtheit in klerikalen oder weltlichen Kreisen zu vernehmen , als ein gewisser Herr Schäuble zuvor die Initiative ergriff und eine Islamkonferenz im Jahre 2006 ins Leben rief ? Dort , in jener Konferenz formulierte Herr Schäuble : “ „Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas.“ Punktum ! “ Ach so , nicht nur Teil Deutschlands , vielmehr auch ein Teil von Europa ! “ Na , denn – dann teilen alle “ ehrwürdigen , säkularisierten Staatengebilde christlicher Prägung in Europa sich den Islam , samt Moscheen , Dönerbuden , Kebab und Ayran , Strandurlaube in Antalya , sowie den Besuch der Hagia Sophia , die einsmals Sophienkirche hieß und heute “ als heilige Weisheit “ sakrale Stätte dem Islam zugeordnet wird . Das wäre ja tatsächlich fürchterlich , wenn der Islam in “ Deutschesland “ scharenweise Konvertiten aufnehmen täte, die eines Tages mangels sakraler Bauten , den Kölner Dom besetzen und zur Moschee ummodeln würden . Wobei Gott doch in allem und jedem anzutreffen ist , nicht wahr . Was für einGelärme und Getöse um eine Religion , die doch um ihres Namen Willen um “ Unterwerfung und Hingabe an an den Ein-Gott “ bittet .
    Welch ein Gelärme , was dieBetrachtung , Auslegung und Bewertung des Koran anbelangt . Was da so alles aufläuft an Rang und Namen , in den Reality- und sonstigen Shows der TV- Anstalten , im Lande . Sind wir nicht alle inzwischen , wie wir gebacken sind “ Experten in Sachen Islam , oder sind wir nur ein bißchen vom Islamophob-Gaga-Virus infiziert , ? von jenen Virus , der uns so herrlich von unserer eigenen Mitte entfernen läßt ? Was wäre diese Menschenwelt ohne spirituelle Aufrüstungbegegnungen ? Wahre Religion , edle Religionsführer . Toleranzbolzen u.s.w. u.s. f. Muß mal stopp machen – gleich wird mir ` öbel`-
    Inschallah !
    Punito

    Eben darum ist ja der Mensch seliger, denn ein Holz, weil er Gott erkennt und weiß, wie nahe Gott ihm ist. Und um so viel mehr ist er selig, je mehr er dies erkennt, …
    Das ist durchaus Gottes Absicht, daß die Seele Gott verliere! Denn solange die Seele noch einen Gott hat, einen Gott erkennt, von einem Gott weiß, solange ist sie noch von Gott entfernt. Darum ist es gerade Gottes Verlangen, sich selber zunichte zu machen in der Seele, auf daß die Seele sich selber verliere. Denn daß Gott „Gott“ heißt, das hat er von den Kreaturen. Erst als die Seele Kreatur ward, hatte sie einen Gott; wenn sie ihre Kreatürlichkeit wieder verliert, so bleibt Gott in sich selber, was er ist. Und das ist die größte Ehre, welche die Seele Gott erweisen kann: daß sie ihn sich selber überlasse und seiner ledig stehe. …
    Ebenso wie die Gottheit namenlos ist und ohne Benennung, so ist auch die Seele namenlos, wie Gott; denn sie ist ja dasselbe, was er ist.
    Alle unsere Vollkommenheit und all unsere Seligkeit liegt daran, daß der Mensch durch und über alle Geschaffenheit und alle Zeitlichkeit und alle Wesenheit hinausschreite und in den Grund geht, der ohne Grund ist.
    Darum bitten wir, daß wir Gottes ledig werden und nehmen die Wahrheit und genießen die Ewigkeit.

    Meister Eckart

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  6. fredo0 schreibt:

    dann doch noch …

    die sogenannten buchreligionen berufen sich auf bücher …
    sie geben diesen ( besonders im islam ) eine höhere bedeutung wie dem menschen …
    wer z.b. das einfache papierbuch des korans beschmutzt oder gar zerstört ,
    egal ob versehentlich oder bewusst , riskiert sein leben …

    dann müssen sich diese religionen , wenn sie gesellschaftliche bedeutung einfordern ,
    auch am inhalt dieser bücher beurteilen lassen , und der gern in diskussionen von gutmeinenden erwähnte hinweis auf den netten christen , oder juden oder muslim in der nachbarschaft wird schlicht irrelevant …

    wer also die zu erwartenden gesellschaftlichen auswirkungen auf grund neuer einwanderer beurteilen möchte , und damuit auch erwägen möchte , ob diese einwanderung im sinne und zum nutzen ( ! ) der vorhandenen gesellschaft sein kann ( oder halt nicht ) , der lese deren „heiliges“ buch …

    mehr bedarf es gar nicht , um diese frage zu beurteilen …

    lesen hilft da in der urteilsbildung ungemein …
    und der mut , sich nicht von moralischem gedöns sedieren zu lassen …

    da kommen menschen , und sie bringen ihr „buch“ mit .
    ein buch an das sie glauben , und das ihre handlungen steuern wird…. ganz sicher und nahezu unbeeindruckt von eventuellen integrationsbemühungen , die bei bestimmten ethnien und religionszugehörigkeiten ohnehin noch nicht ein einziges mal in der menschheitsgeschichte mit andersgläubigen mehrheiten anhaltend gelungen wären …!

    die frage , die sich dann die bisherigen einwohner stellen sollten , ist recht einfach.
    wollen wir das ? oder wollen wir das nicht für uns ?

    mit moral oder ethik hat das sehr wenig zu tun …

    gesellschaft organisiert sich über vernunft und pragmatischen nutzen ,
    und moral und ethik dekoriert das ganze … in form humanistischer „edel“taten … an denen man sich orientiert ( wenns sich nett anfühlt ) oder halt nicht ( wie in nahezu allen ländern und kulturen , die da außerhalb dieses einbwanderungsgeschehen sind ) … mehr nicht …

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    • punitozen schreibt:

      ….die sogenannten Buchreligionen , lieber Freedo , hat es ursprünglich gar nicht gegeben , nicht wahr ? Nun können wir heute , Dank eines gewissen Jung oder Fromm, die als Urbilder verdichteten Inhalte manch heiliggesprochener , handschriftlich verfasster Papyrus oder sonstiger Rollen als Produkt menschlicher Phantasiebegabtheit betrachten . Wir dürfen auch die Inhalte der Buchreligionen ,der Vernunft wegen , mittels der Beweistechnik „Reductio ad absurdum „als Mumpitz entlarven .
      Wir dürfen , wir können , wir sollten , wir haben , wir werden …. grausam . grausam , lieber Freedo , wenn das EGO sich hinter dem WIR versteckt , oder ein WIR in Scene gesetzt wird , zum Zwecke dem persönlichen Wohlbefinden einer Steigerung , Lustgewinn
      genannt , zu unterziehen . Menschen glauben auch nicht an Bücher , wie du zu bemerken pflegst . Sie glauben an die Inhalte , deren göttliche Offenbarungen im Alltag , mit allen seinen kleinen und größeren Anfechtungen , zum Gelingen führen sollten . Sie sind in`s Gelingen verliebt – und VerliebtenVernunft einzuhauchen , einfach zwecklos , lieber Freedo .🙂 .

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  7. Ingeborg schreibt:

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