Osho: Das Gesetz lässt einen nicht leben.


OshoEine Frau, eine verheiratete Frau, verliebt sich in einen jungen Mann und der junge Mann will mit ihr ins Bett. Aber sie sagt: „Das darf man nicht. Das verstößt gegen das Gesetz. Und damit würden wir eins von den Zehn Geboten brechen.“ Worauf der junge Mann sagt: „Na und? Es bleiben ja noch neun übrig!“

Das Gesetz ist eng, und zwar so eng, dass man sich Schlupflöcher suchen muss; sonst würde das Leben unmöglich. Das Gesetz erzeugt den Heuchler, das Gesetz erzeugt den schlauen Fuchs, das Gesetz erzeugt den Verbrecher – andernfalls würde das Leben absolut unmöglich. Das Gesetz lässt einen nicht leben; es macht das Leben so eng, dass man nach Mitteln und Wegen suchen muss … Und dann kommt der Rechtsanwalt. Der hilft euch, der zeigt euch, wie ihr das Gesetz brechen und trotzdem noch auf dem Boden des Gesetzes bleiben könnt – das ist seine ganze Aufgabe. Der Rechtsanwalt ist unentbehrlich; denn auf der einen Seite bringt das Gesetz Verbrecher hervor und auf der anderen Seite bringt es den Rechtsanwalt hervor. Und beide sind gleich.

aus: Osho, „The Pathless Path“
FLao-Tse ist nicht so ein Schlitzohr wie Osho und drückt sich etwas distinguierter aus. Aber jeder der das Kapitel 38 des Tao Te King  gelesen hat, weiß, dass die beiden ganz genau dasselbe meinen. Alles, was aus dem Fluss des Tao geraten ist, kann nur schief gehen, und am Schluss bleibt nur noch dieses „homo hominis lupus“, allerdings nur, wenn auch der lupus in einem unserer „Tiergärten“ aus dem Fluss des Tao geraten ist.

Osho sagt: „Auf der einen Seite bringt das Gesetz Verbrecher hervor und auf der anderen Seite bringt es den Rechtsanwalt hervor. Und beide sind gleich.“ Nicht nur die beiden sind gleich, sondern auch der Rest dieser „Menschen“ genannten komischen Wesen. Der von mir sehr geschätzte rote Jochen, der SPD-Politiker Jochen Steffen, konnte es zuletzt nur noch als Kuddl Schnööf im Kabarett aushalten. Vermutlich hätte er sich sonst wie Ikkyû in seiner Seelenqual den Bauch aufschlitzen wollen. Jan Böhmermann ist vermutlich auch kurz davor. Kabarett und Satire sind möglicherweise letzte Stationen vor dem Suizid. Da demontiert dieser Erdogan möglichst alles, was Mustafa Kemal Atatürk mal für die Türkei getan hatte, führt sich im eigenen Land auf wie die letzte Wildsau, spielt wie ein bekloppter Hasardeur innerhalb der Nato immer wieder mit dem Thema Krieg, mischt sich mit Begeisterung in die Belange anderer Staaten ein, was er sich für die Türkei strikt verbietet, und diese Schafsnase erdreistet sich, unseren Jan Böhmermann wegen Majestätsbeleidigung vor Gericht zu zerren! Wenn nicht einmal mehr die Satire bleibt, bleibt nur noch … sag ich lieber nicht. Das kommt dabei raus, wenn das Gesetz herrscht. „Das Gesetz lässt einen nicht leben; es macht das Leben so eng, dass man nach Mitteln und Wegen suchen muss …“ Ja, und dann kommt der Rechtsanwalt und nicht nur der. All die unzähligen Helfershelfer, die Politiker, die Staatsanwälte und Richter, die Pfaffen und die Lehrer, die Soldaten und die Polizisten bis hin zu den Politessen und Fahrscheinkontrolleuren. Alle sagen nur eins: Niemand darf nach seiner eigenen Façon selig werden. Gesetz geht vor Recht und vor allem vor Freiheit.

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5 Antworten zu Osho: Das Gesetz lässt einen nicht leben.

  1. Lieber Nitya,

    „so recht du hast“, würde der alte Meister Yoda sagen. Der war, vermute ich mal, ebenso wenig Freund der Staatlichkeit wie wir beide. Danke jedenfalls für diesen Artikel, den habe ich gerade gebraucht.

    Alles Liebe
    Norbert

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Norbert,

      siehste, jetzt bestimmen mal wieder die Juristen was denn Satire, was Beleidigung sei. Armer Böhmi! Ich erinnere mich noch gut an die sechziger Jahre, wo die Staatsanwälte in Kunstausstellungen mit dem Zentimetermaß die Länge der abgebildeten Pimmel nachmaßen. Was ist noch Kunst, was schon Ponographie? Osho und Lao-Tse haben ja so was von recht. Meister Yoda natürlich auch. Zum Teufel mit dem Staat!

      Herzlichst
      Nitya

      Gefällt 1 Person

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