Osho: Es geht nirgendwohin.


OTao ist der Weg ohne Ziel. Einfach der Weg. Es war mutig von Laotse, vor fünfundzwanzig Jahrhunderten den Menschen zu sagen, dass es kein Ziel gibt und dass wir nirgendwohin gehen. Wir werden einfach nur hier sein. Darum macht euch diese Zeit so schön, so liebevoll wie nur möglich. Er nannte seine Philosophie „Tao“ – das ist einfach „der Weg“.

Viele fragten ihn: „Warum hast du den Namen ‚Tao‘ gewählt? In deiner Philosophie gibt es doch keine Ziele.“ Er sagte: „Gerade deswegen habe ich es ‚den Weg‘ genannt, damit niemand vergisst, dass es kein Ziel gibt. Es gibt nur den Weg.“

Der Weg ist schön, voller Blumen. Und der Weg wird immer schöner, je höher sich euer Bewusstsein entwickelt. In dem Moment, wo ihr den Gipfel erreicht, wird alles so köstlich, so ekstatisch; dann wisst ihr plötzlich: Hier seid ihr zu Hause. Es war völlig unnötig, ständig hierhin und dorthin zu rennen. Darum storniert alle Fahrkarten, die ihr gebucht habt! Es geht nirgendwohin.

aus: Osho, „Tao – die Weisheit des Flusses“

MIch muss immer grinsen, wenn Osho solche Geschichten erfindet. Ich hoffe, dass jetzt niemand sagt: „Wo soll denn das stehen? Warum hat Osho keine Quelle angegeben. Das ist völlig unseriös.“ Na ja, wer Osho für seriös halten will, pinkelt sich nur selbst ans Bein.

An einer Stelle von Oshos Erzählung drängt es mich, ein bisschen rumzumeckern. Osho sagt da: „In dem Moment, wo ihr den Gipfel erreicht, wird alles so köstlich, so ekstatisch; dann wisst ihr plötzlich: Hier seid ihr zu Hause.“ Da gibt es also plötzlich einen Gipfel. Wo kommt der denn plötzlich her? Also wenn man diesen Gipfel erreicht hat … da erfindet er erst einen Gipfel und dann macht er aus diesem Gipfel auch noch ein Ziel! Also ich ahne schon, wie er das gemeint haben könnte. Man darf ihn da nicht auf Worte festnageln. Es ist mehr poetisch zu verstehen als wörtlich. Wenn ich es wörtlich nehme, kann ich es nur so verstehen: Wenn ich den Gipfel des Zugspitzmassivs erreicht habe, dann ist Endstation. Höher geht’s nicht mehr. Ab da gibt es keinen Weg mehr. Gibt es etwa diesen Endpunkt in der Entwicklung von Bewusstsein? Osho kann das unmöglich wörtlich gemeint haben.

Es gibt den bekannten Spruch: „Der Weg ist das Ziel.“ Autor unbekannt, soviel ich weiß. Man könnte ihn ganz in dem Sinn verstehen, wie Osho den Begriff „Tao“ definiert: „Tao ist der Weg ohne Ziel. Einfach der Weg.“ Und wenn ein Weg kein Ziel hat, dann ist der Weg selbst das Ziel. Bewegung und Bewegungslosigkeit verschmelzen miteinander. Wer einmal als Erster über eine unberührte Schneefläche gelaufen ist, hat sicher eine Ahnung davon bekommen, dass jeder Schritt Weg und Ziel in einem sind. Einmal musste ich mir meinen Weg durch tiefen Schnee hindurch bahnen, der mir bis über die Brust reichte. Schon nach wenigen Metern raste mein Herz und ich schnaufte wie ein Walross. Ich hatte zwar ein Ziel, ich musste zurück zu meinem Auto, aber dieses Ziel entschwand völlig meinem Bewusstsein. Es ging nur noch um diesen einen nächsten Schritt.  Dann Pause, Luft holen, Kraft schöpfen für den nächsten einen Schritt.

Das Zeichen unten hab ich mir mal vor einem Vierteljahrhundert an die Tür genagelt in der Hoffnung, dass mich jeder Besucher fragt, was das bedeuten soll. Wenn er mich gefragt hätte, hätte ich ihm vielleicht geantwortet: Die beiden waagerechten Striche entsprechen dem chinesischen Yin, das wiederum entspricht der Shakti/Maya bei den Hindus. Es ist das, was sich ständig bewegt. „Alles fließt.“ Der nicht unterbrochene senkrechte Strich steht für das Yang, entsprechend dem Shiva bei den Hindus. Yin und Yang, Shakti und Shiva sind untrennbar eins, deshalb der Kreis. Stille inmitten der Bewegung; reines Bewusstsein, in dem der Traum des Lebens erscheint; nicht von der Welt – in der Welt; der Weg ohne Ziel.SymbolBevor mich jetzt jemand fragt, warum an diesem Zeichen ein © klebt: Es gehört mir zwar auch nicht, wem sollte schon was gehören, aber ich hab’s mir einfach unter den Nagel gerissen. Ich hab’s ja schließlich zum Piktogramm für meine Gaga-Praxis erhoben. Ein Dieb will doch nicht beklaut werden!

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Eine Antwort zu Osho: Es geht nirgendwohin.

  1. Georg Alois schreibt:

    „Na ja, wer Osho für seriös halten will, pinkelt sich nur selbst ans Bein“.
    jetzt muss ich doch wieder „Sie“ sagen!
    und wenn dann überall „SpürenS……..“ ist, …………
    einen schönen Tag wünsche ich Dir!!!

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