Die Lehre Buddhas?


BDa Buddha der große König des Dharma ist, kann er allen Menschen predigen, was er selbst für erforderlich hält. Deshalb erscheint Buddha in der Welt, um den Menschen Segen zu bringen. Um sie von ihrem Leiden zu retten, predigt er den Dharma, aber die Ohren der Menschen sind von Leidenschaft taub und hören nicht.

Wer aber Buddhas Lehre zuhört, ist frei von den Verblendungen und den Leiden der Welt. „Menschen können nicht dadurch gerettet werden, dass sie sich auf ihre eigene Weisheit verlassen,“ spricht Buddha, „nur durch Vertrauen können sie an meinem Dharma teilhaben.“ Deshalb soll man auf Buddhas Dharma hören und ihn verwirklichen.

aus: „Die Lehre Buddhas“, © http://www.bdk-jp.org/
Lieber Herr U

gestern entdeckte ich doch tatsächlich in meinem Briefkasten ein Buch von Ihnen. Dem Buch beigefügt war eine Karte, auf der Sie mir mitteilten, dass Sie das Buch sowohl lesenswert wie lebenswert hielten. Sollte ich das Buch bereits haben, baten Sie mich, es weiterzugeben. Ihren Namen hielten Sie bis auf die dargestellte Paraphe verborgen, ebenso wie Ihre Adresse.

Ich freute mich erst mal wie ein Schneekönig, schlug das Buch irgendwo auf und stieß auf die oben zitierte Stelle. Ich muss gestehen, dass meine Freude augenblicklich verflogen war. Ich nehme an, dass Sie mich aus meinem Blog kennen und dass Ihnen vielleicht nicht entgangen ist, dass ich mehrfach gesagt habe, ich sei kein Buddhist. Ich habe auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich zumindest mit den mir bekannten Buddhisten absolut nichts anfangen konnte.

I

Diese Männer marschieren
in der Buddhahalle rum.
Mit Händen in Gebetshaltung
bringen sie Weihrauch dar,
benutzen den Fliegenwedel, die Klöppel
und einen Holzstuhl.
Wo ist Rinzais wahre Überlieferung geblieben?
Ikkyû aus Japan schlitzt sich
in seiner Seelenqual den Bauch auf.

Ich schlitze mir auch in meiner Seelenqual den Bauch auf, wenn ich so ein Buch in die Hände bekomme. „Menschen können nicht dadurch gerettet werden, dass sie sich auf ihre eigene Weisheit verlassen, nur durch Vertrauen können sie an meinem Dharma teilhaben.“ Hätte von einem Versicherungsvertreter oder einem Pfaffen stammen können. Gestern zitierte ich noch den bekannten Buddhaspruch: „Glaubt mir kein einziges Wort von dem was ich sage, nur weil ich Buddha, eine Autorität für Euch bin. Zweifelt es ruhig an, aber haltet es einfach für möglich, probiert es dann aus und seht, erfahrt alles selbst!“ Das ist ein Appell, die eigene Weisheit einzusetzen. Zuhören, für möglich halten, ausprobieren – da spricht Intelligenz zu Intelligenz.

Jemand, der mir erzählt, meine eigene Weisheit könne mich nicht retten und stattdessen solle ich seiner Weisheit vertrauen, scheint vom Geist der Aufklärung nicht viel zu halten. Kant: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Wer heute noch irgendwelche Wahrheiten verkündet, darf nicht hinter die Erkenntnisse der Aufklärung zurückfallen, und wenn es Buddha höchstselbst wäre. Es ist völlig klar, dass Aufklärung nicht der Weisheit letzter Schluss ist und dass sie sehr begrenzt ist mir ihrer ausschließlichen Bevorzugung des Verstandes. Dennoch hat sie mit ihrem Hinweis auf die vom Menschen selbstverschuldete Unmündigkeit eine Wegmarke gesetzt, hinter die wir aus meiner Sicht  nie wieder zurückfallen dürfen. Ganz abgesehen davon habe ich keinerlei Bedürfnis gerettet zu werden, ja nicht einmal das Bedürfnis, mich selbst zu retten. Wen sollte ich denn da um Gottes willen retten? Den Herrn Anatta vielleicht? Und mal ganz am Rande: Auch Buddha hat seiner eigenen Weisheit vertraut, sonst wäre er nie Buddha gewesen.

So, nun stehe ich da mit diesem Buch, ich armer Tor, und will es nicht haben. Ich will es auch niemandem weiterreichen. Ich kann doch nur etwas weiterreichen, hinter dem ich selber stehe. Ich muss gestehen, dass ich fast ein wenig ärgerlich auf Sie bin. Dass Sie mich so fehleingeschätzt haben, kann ich Ihnen locker verzeihen. Dass sie mir durch das Verschweigen Ihres Namens und Ihrer Adresse nicht die Möglichkeit geben, Ihnen das  Buch persönlich zurückzusenden und Sie persönlich anzuschreiben, gefällt mir überhaupt nicht. Na ja, wenigstens kann ich mich ja über diesen Blogbeitrag verständlich machen. Vielleicht lesen Sie ihn sogar. Eigentlich bedankt man sich ja, wenn man ein Buch geschenkt bekommt, aber ich habe keine Lust, Ihnen was vorzulügen. Es ist, wie es ist: Ich kann mit dem Buch nichts anfangen. Wenn Sie mir Ihre Adresse mailen, schicke ich es Ihnen gerne zurück.
Buddha-Blume

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10 Antworten zu Die Lehre Buddhas?

  1. Nitya schreibt:

    Dalai Lama warnt vor Manipulation:

    http://www.huffingtonpost.de/2016/03/31/gehirnwaesche-dalai-lama_n_9580792.html

    Osho, als Rajneeshpuram zusammenstürzte wie die Seilbahn des Alexis Sorbas und sich seine Schüler darauf beriefen, er habe doch immer betont, sie sollten ihm vertrauen: „Habe ich euch etwa gesagt, ihr sollt blöd sein?“

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  2. thomram schreibt:

    Aber aber Nitya, gestern war doch der erste April!

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  3. Georg Alois schreibt:

    Lieber, lieber Herr Nitya!
    na, das hat doch wieder die Lebensgeister geweckt………. oder? Schade nur, dass nicht jeden Tag ein 1. April ist. „Sein dir selbst ein Witz!“
    Es ist doch echt lustig, dass kaum jemand gemerkt hat, dass diejenigen, die wirklich was zu sagen hatten, nichts schriftlich festgehalten haben………….
    Wie heißt es so schön: „Wer schreibt, der bleibt.“ Ja, gefangen in seinen Vorstellungen……..

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    • Nitya schreibt:

      Das wirst doch nicht du gewesen sein, lieber, lieber Herr Georg Alois, der mir das Buch geschickt hat, um meine eingeschlafenen Lebensgeister zu erwecken? Also ich bin akut herzinfarktgefährdet. Aufregungen jeglicher Art hat mir mein Doc strengstens verboten. So ein Buch kann mich glatt sonstwohin befördern.

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      • Georg Alois schreibt:

        Leider hatte ich nicht diese gute Idee…….
        hab auch schon all meine Bücher, bis auf „Das Klatschen der einen Hand“ entsorgt.
        Diesen, „unseren OSHO“, finde ich immer noch so erfrischend, dass ich zum Einschlafen darin ein paar Zeilen lese, ist so ein Ritual……… Und wie meine Schwester mir neulich klar machte, „Rituale braucht der Mensch!“………… na dann soll’s halt so sein. Meine Katze braucht auch ihre Rituale!!

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  4. Marianne schreibt:

    Bei verschiedenen Online-Book-Shops oder bei Ebay kannst du das Buch wieder los werden und sogar noch etwas dabei verdienen … So kommt es vielleicht doch noch in die „richtigen“ Hände.😉
    Ich habe das vor dem letzten Umzug mit mindestens 2 Dritteln meiner Psycho- und Spiriliteratur gemacht. Für die alten Psycho-Sachen habe ich dabei manchmal richtig viel gekriegt (wenn sie vergriffen waren …)

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