Dattatreya: Warum bin ich selbst dermaßen verwirrt?

 D

Du bist die alles umfassende,
einheitliche Wirklichkeit;
rein, körperlos, ungeboren und unvergänglich.
Warum gibst du dich dann Illusionen über das Selbst hin?
Warum bin ich selbst dermaßen verwirrt?

aus: Dattatreya, „Avadhuta Gita, 1,31

K

Die ultimative Medizin heißt DAS zu sein, was im Sterben nicht stirbt und bei der Geburt nicht geboren wird. Eine Erfahrung kannst du nicht vermeiden. Die Erfahrung der Geburt kannst du nicht vermeiden. Aber du bist in dieser Erfahrung nicht geboren, weil du vor, während und nach dieser Erfahrung sein musst.

Also ist nie etwas passiert. Das ist nur ein Hinweis darauf, dass ziemlich viel Mist passiert, aber was soll man da machen – bei all diesem Mist?

Ich kann nur auf die Hilflosigkeit hinweisen. Du kannst den Mist nicht vermeiden. Du kannst es nicht vermeiden, dich selbst zu kennen. Aber jeder Augenblick, in dem du dich selbst kennst, ist eine Erfahrung von Getrenntem – von unglücklichem Sein – das kannst du nicht vermeiden. Du kannst diesem Elend nicht aus dem Wege gehen. Du kannst dich nur in diesem Elend der Zweiheit verwirklichen und du musst dich selbst verwirklichen – ob du willst oder nicht.

aus: Karl Renz, „The Song Of Irrelevance“

Bei Dattatreyas Frage, warum er denn selbst dermaßen verwirrt sei, fielen mir natürlich gleich wieder Laotses Zeilen ein: „Wahrlich, ich habe das Herz eines Toren, so dunkel und wirr! Die gewöhnlichen Menschen sind hell und klar; nur ich bin trübe verhangen. Die gewöhnlichen Menschen sind strebig-straff; nur ich bin bang-befangen. Ruhelos gleich ich dem Meere; verweht, ach, bin gleichsam ich ohne Halt.“ Und Karl sagt: „Ich kann nur auf die Hilflosigkeit hinweisen. … Du kannst diesem Elend nicht aus dem Wege gehen. Du kannst dich nur in diesem Elend der Zweiheit verwirklichen und du musst dich selbst verwirklichen – ob du willst oder nicht.“

Na das ist ja mal wieder sehr tröstlich! Warum macht sich denn jemand auf die Reise, macht Selbsterfahrungsgruppen und Therapie, besucht Gurus und Satsangs, wenn nicht deshalb, um seinem alltäglichen Elend zu entrinnen? Und nun das! Dattatreya, Laotse, Karl Renz und wahrscheinlich der Rest der Combo – lauter gescheiterte Existenzen? Klar, lauter gescheiterte Existenzen. Zeig mir mal eine Existenz, die keine gescheiterte Existenz ist! – Halt! Sind Eichhörnchen nicht auch Existenzen? Und – sind sie gescheitert? Quatsch. Eichhörnchen können nicht scheitern, weil sie nie etwas anderes sein wollten als Eichhörnchen.
squirrel eats a nutUnd weil’s so gut passt, nochmal das Video von Enos Nicht-Meister, das Eno dankenswerterweise kürzlich hier regestellt hat:

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Dattatreya: Warum bin ich selbst dermaßen verwirrt?

  1. chantaltalia schreibt:

    Umarmung lieber Nitya….tut einfach gut deinen Text zu lesen, und Karl Renz zu hören.❤

    Gefällt 1 Person

  2. Ronny schreibt:

    tut mir sehr leid, hab heut schon ein gescheitertes eichhörnchen gesehn;-)

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s