Padmasambhava : Nicht in den eigenen Schwanz beißen!


S

Das Wort „Geist“, ist so bekannt und gleichzeitig so unbekannt. Die Menschen wissen nichts darüber! Ihrem Verständnis fehlt das Wesentliche!
Diese Realität entgeht ihnen! Umnachtet von Individualität, gehen sie an der Natur des Geistes vorbei und gleichzeitig an ihrer eigenen Natur. Sie irren umher in der Ungewissheit der drei Reiche und verfehlen das Wesentliche! Asketen und Meister verkünden lauthals ihr Verständnis, aber sie ignorieren diesen Schatz! Gelähmt durch die Schriften und durch ihr eigenes Wissen, berühren sie nicht die räumliche Transparenz des Geistes! Fasziniert von Subjekt und Objekt, gehen Gemäßigte und Extremisten vorbei an diesem Schatz. Durch das tantrische Ritual entfernen sie sich von ihm, durch die Praktik verschließen sie ihre Augen. Selbst jene, die sich auf Mahamudra und auf Dzogchen berufen, sind begrenzt von ihrer eigenen Intelligenz; sie irren umher in der Dualität und im Nicht-Dualismus! Indem sie nicht weitergehen, wissen sie nichts von authentischem Erwachen! Leben und Befreiung sind dein eigener Geist. Sei nicht der Gefangene einer Auffassung, die sich in einem Zyklus ohne Ende in den eigenen Schwanz beißt. Lasse Wahl und Fixierung hinter dir!

aus: Padmasambhava, „Die Befreiung durch die reine Schau der Natur des Geistes“

A

„Sei nicht der Gefangene einer Auffassung, die sich in einem Zyklus ohne Ende in den eigenen Schwanz beißt. Lasse Wahl und Fixierung hinter dir!“ Welche Auffassung dieser Padmasambhava wohl meint? Gibt es eine richtige und eine falsche Auffassung? Dann müsste ich ja wählen. Und genau davon empfiehlt der Padmasambhava, gefälligst die Finger zu lassen und schon gar nicht an sie als die alleinseligmachende Wahrheit zu glauben. „Sei nicht der Gefangene einer Auffassung …“ wurscht welcher Auffassung, denn bei jeder Auffassung geht es um ein ETWAS, auch wenn es nur ein gedankliches ETWAS ist. Padmasambhava geht es in seinen Zeilen um den GEIST, der so bekannt und gleichzeitig so unbekannt ist. Es gibt dicke Bücher über den Geist, in denen sehr ausführlich darüber geschrieben wird, was man sich unter dem Geist vorzustellen hat. Na ja, was man sich alles so vorstellen kann. Nur, das ist es nicht.

PAber Padmasambhava geht ja noch viel weiter. Er schlachtet nicht nur die Geisteswissenschaftler und Philosophen, sondern, man höre und staune, selbst diejenigen, die mit ihren tantrischen Ritualen etwas erreichen wollen, ja sogar diejenigen, die sich auf das hochheilige Mahamudra und auf Dzogchen berufen. Auch sie, sagt er, seien begrenzt von ihrer eigenen Intelligenz, auch sie irrten umher in der Dualität und im Nicht-Dualismus. Padmasambhava: „Gelähmt durch die Schriften und durch ihr eigenes Wissen, berühren sie nicht die räumliche Transparenz des Geistes! Fasziniert von Subjekt und Objekt, gehen Gemäßigte und Extremisten vorbei an diesem Schatz.“ Mann, das ist ein Kahlschlag! Da kommt Freude auf! Das, worum es Padmasambhava geht, hat nichts mit der individuellen Intelligenz zu tun. Nicht einmal damit. Ja, aber was bleibt denn dann noch?

Padmasambhava sagt: „Indem sie nicht weitergehen, wissen sie nichts von authentischem Erwachen! Leben und Befreiung sind dein eigener Geist.“ Und was ist das jetzt eigentlich dieser verdammte Geist? Lauschen wir den Worten von Fredo:

All diese Worte der „Wissenden“ scheinen mir nicht mehr zu sein als Duftsignale … Duftsignale für das in allen schlafende Eigentliche, sich doch selbst zu „schütteln“ … und in seiner schlichten KLARHEIT „erscheinend“ kurz zu verbleiben … sei es auch nur für einen einzigen, dann „geleerten“, MOMENT … beantwortet er dann doch alle Fragen … ohne eine Antwort, die noch nötig wäre … es hat sich alles beantwortet in diesem Abgeschüttelten …

R

Also wenn euch danach ist: Schüttelt, tanzt, werft, … alles weg … weg … weg …!

TOsho-Nataraj-Meditation
reine Tanz-Meditation
(Chaitanya)

 

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